ACHTUNG: SPOILER-ALARM! Die letzte Folge der aktuellen Staffel von Game of Thrones ist nicht nur die letzte vor einer sehr langen Pause (noch konnte HBO keinen Sendetermin für Staffel 8 festlegen), sondern auch die letzte, bevor die größte Serienschlacht aller Zeiten geschlagen wird. Ende 2017 beginnen die Dreharbeiten für die finale Staffel – und die wird brachial werden. Schließlich gilt es die größte Bedrohung der Menschheit auszuschalten, bevor alle Völker von Westeros dem Erdboden gleichgemacht werden. Aber nun erstmal zu Folge 7, „Der Drache und der Wolf“.

Nachdem Folge 6 trotz einiger Logiklöcher die Spannungsschraube schmerzhaft angezogen hat, legt Folge 7 noch einmal richtig nach. Obwohl sich die mit 80 Minuten bisher längste Episode auf kluge Dialoge, das Verbinden unterschiedlicher Handlungsstränge und das Auflösen lang diskutierter Spekulationen beschränkt, gibt es einige Momente, die für Überraschung sorgen. Dabei legt „Der Drache und der Wolf“ weniger Wert auf epochale Kampfszenen oder epische Bilder, sondern fokussiert sich mehr auf das Spiel der mittlerweile sehr versierten Darsteller und das Einsetzen dramaturgischer Finten.

Königsmund

Es muss einige Zeit verstrichen sein, seit Daenerys (Emilia Clarke) ihren Drachen verloren hat und Jon (Kit Harington) das Knie beugte, denn mittlerweile sind die Armeen der verfeindeten Parteien vor Königsmund angekommen. Ser Bronn vom Schwarzwasser (Jerome Flynn) und Jaime Lennister (Nikolaj Coster-Waldau) müssen mit leichter Verunsicherung beobachten, wie Grauer Wurm (Jacob Anderson) sein Heer von Unbefleckten vor den Mauern aufstellt und die wilden Dothraki zwischen den Truppen schreiend und johlend hindurchjagen. Sie führen eine amüsante Unterhaltung über die Motivation der Unbefleckten, welche ja schon als Kinder entmannt und mit perfiden Methoden zum Kampf erzogen werden. Für Ser Bronn gibt es „ohne Schwanz keinen Grund in den Kampf zu ziehen“, denn auch Jaimes bevorzugtes Gold würde nur für die eine Sache ausgegeben werden, die eben genau jenes Körperteil voraussetzt.

Tyrion (Peter Dinklage), Jon, Missandei (Natalie Emmanuel), Varys (Conleth Hill) und die anderen Verbündeten von Daenerys reisen auf Schiffen in die Hauptstadt, vor der die gigantische Flotte von Euron Graufreud (Pilou Asbaek) vor Anker liegt.

Im Bauch des ankommenden Schiffes versiegelt der Bluthund, Sandor Clegane (Rory McCann) das Mitbringsel von jenseits der Mauer, denn er weiß um die Gefahr, die von der Truhe ausgeht, in der Cerseis Souvenir aufbewahrt wird.

Alte Freunde, alte Feinde

Auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt trifft Clegane auf die Gesandte des Nordens, Brienne von Tarth (Gwendoline Christie), die in Sansa Starks (Sophie Turner) Namen für Winterfell sprechen soll. Clegane und Brienne waren bei ihrer letzten Begegnung mit Mordgedanken aufeinander losgegangen – Brienne hatte Clegane bei dem Versuch, Arya Stark zu befreien einen vermeintlich tödlichen Schlag versetzt. Bei ihrer jetzigen Zusammenkunft unterhalten sie sich natürlich auch über Arya (Maisie Williams), die zu Cleganes Unglauben (und Freude?) wohlbehalten in Winterfell aufgetaucht ist.

Weitere Wiedersehen gibt es auch für Tyrion, der mit Bronn nicht nur seinen Retter vor dem Mondtor (man erinnere sich an den absurden Prozess auf Hohenehr in Staffel 1) trifft, sondern mit ihm auch einen neuen Feind – schließlich hat sich Ser Bronn Ser Jaime und damit Königin Cersei angeschlossen, für die er nun bereitwillig kämpft. Aber Tyrion hat auch großen Grund zur Freude, denn sein ehemaliger Knappe Podrick (Daniel Portman) ist wohlauf und freut sich sichtlich, seinen alten Herrn gesund und munter zu treffen.

Die Arena der Targaryens

In der alten Arena der Targaryens treffen nun die verfeindeten Häuser aufeinander. Cersei (Lena Headey) kommt in Begleitung ihrer rechten Hand, dem zwielichtigen Qyburn (Anton Lesser) und ihres persönlichen Leibwächters, dem Berg. Gregor Clegane (Hafþór Júlíus Björnsson) trifft somit das erste Mal seit Ewigkeiten auf seinen Bruder Sandor, der ihn noch immer hasst. Er spricht ihn an und will wissen, ob der zombieartige Berg ihn noch erkennt. Damit rückt die von Fans lang spekulierte „Clegane-Bowl“, der Kampf zwischen den ungleichen Brüdern, wieder in den Fokus.

Während alle Versammelten ihre Plätze einnehmen, hat Daenerys Targaryen wieder einmal einen ihrer legendären Auftritte. Auf Drogon fliegt sie über die Arena hinweg und landet elegant auf den Ruinen. Als sie sich setzt, beweist sie (ebenso wieder einmal), wie weitaus fähiger sie wäre, ein Königreich zu regieren: Auf Cerseis Vorwurf, sie sei zu spät, reagiert Daenerys mit einer Entschuldigung.

Das, was da kommt

Ihre rechte Hand, Tyrion, erhebt sich, um die Versammlung einzuleiten und seinen Geschwistern die Dringlichkeit der Situation bewusst zu machen. Doch er wird forsch von Euron Graufreud unterbrochen, der dem anwesenden Theon Graufreud (Alfie Allen) droht, dessen Schwester zu ermorden, wenn er sich ihm nicht anschließt.

Nachdem Euron auch noch anfängt, Tyrion zu verspotten, schaltet sich Jon Schnee ein und lässt Sandor die Truhe bringen. Cersei ist nicht überzeugt und glaubt immer noch, dass Daenerys die Lennister-Armeen in den Norden locken will, um dann das Land zu überrennen.

Doch dann kommt eine hochspannende Szene, in der Cersei endlich eine Ahnung davon bekommt, was jenseits der Mauer auf die Völker Westeros‘ zumarschiert: Nachdem die Truhe sekundenlang wie leer in der Mitte der Arena steht (und wir uns fragen, ob die Lennisters den Inhalt vielleicht gestohlen haben), wirft Sandor sie kurzerhand um – und der halbverweste Eiszombie jagt auf Cersei und ihre Berater zu. Die krümmt sich vor Angst und zeigt das erste Mal seit langer Zeit andere Gefühle als eiskalte Berechnung. Der Eiszombie hängt jedoch an einer Kette und kann ihnen nichts anhaben. Alle Anwesenden beobachten die Kreatur und Qyburn, bekanntlich ein Fan von künstlicher Wiederbelebung, untersucht sichtlich fasziniert eine abgeschlagene, sich jedoch bewegende Hand. Jon Schnee erlöst das Ungeheuer, indem er es zu Teilen in Brand steckt und mit einem Dolch aus Drachenglas ersticht. Das sind die einzigen Möglichkeiten, diesen Wesen Einhalt zu gebieten, wie er noch einmal verdeutlicht.

Für Euron Graufreud ist es an der Zeit zu gehen – ein Schockmoment für die Zuschauer, denn bislang hatte es so gewirkt, als würde sich der Kapitän durch nichts einschüchtern lassen. Er will auf die Eiseninseln zurück und sich dort vor der Armee des Nachtkönigs verbarrikadieren. Denn obwohl er auf seinen Reisen „bereits alles gesehen hat, ist dieses Ding das einzige, was ihn wirklich das Fürchten lehrt“.

Cersei ist nun (überraschenderweise) gewillt, eine Allianz mit ihren Feinden einzugehen, um den Nachtkönig aufzuhalten. Doch ihre Bedingung ist hart: Jon Schnee, als König des Nordens, dürfe sich nach erfolgreicher Rückkehr aus dieser Schlacht keiner Königin anschließen. Aber Jon, ehrenhaft und ehrlich wie er nun mal ist, kann Cersei auch in diesem, sehr entscheidenden Moment nicht anlügen – und erklärt ihr frei heraus, dass er sich bereits Daenerys Targaryen angeschlossen habe. Daraufhin verlässt Cersei die Arena.

Während nun Brienne Jaime auffordert, sich um die Misere zu kümmern, entschließt Tyrion sich dazu, seiner Schwester ins (offenbar nicht vorhandene) Gewissen zu reden.

Löwenkinder

Es folgt eine der intensivsten und spannendsten Szenen der gesamten Staffel, die sich nur in einem Dialog zwischen Königin Cersei und ihrem abtrünnigen Bruder Tyrion abspielt. Sie sitzt hinter einem Tisch, während er vor ihr steht, flankiert vom gigantischen Berg, der seine Hand griffbereit auf seinem Langschwert hat.

Es entflammt ein hitziges Gespräch, indem Cersei Tyrion vorwirft, sein Haus verraten und damit seine Familie in den Untergang geschickt zu haben. Tyrion verteidigt sich nicht, sondern legt nur die Gründe für den Mord an seinem Vater noch einmal dar. Dann kommen sie auf Cerseis Kinder zu sprechen – und zumindest Myrcella und Tommen hat Tyrion aufrichtig geliebt. Einige Sekunden lang steht es auf der Kippe, ob Cersei den Berg auffordert, ihren verhassten Bruder zu töten. Doch sie kann es nicht und so widmet Tyrion sich dem Wein. Cersei legt (und hier muss man Lena Headey zusprechen, eine ausgezeichnete Schauspielerin zu sein, die diese Rolle zu Recht verkörpert) ihre Beweggründe dar. Es geht ihr nicht um das Volk oder die Bürger ihres Reiches. Es geht einzig allein um sie und ihre verbliebene Familie – und damit auch das Kind, das in ihrem Bauch heranwächst, wie Tyrion schockiert feststellt.

Die Allianz

So schließen Cersei Lennister, Daenerys Targaryen und Jon Schnee nun eine Allianz, um der Gefahr aus dem Norden Einhalt zu gebieten. Cersei ruft zu den Fahnen und kündigt an, nach der geschlagenen Schlacht zum bisherigen Stand der Dinge zurückzukehren. Bis dahin soll der Frieden zwischen den Parteien gewahrt bleiben.

Tywin Lennisters Tochter

Im Roten Bergfried zeigt die Königin nach dieser eigenartigen Einsicht ihr wahres Gesicht, was uns kaum schockiert, aber doch ein wenig überrascht. Sie kündigt ihrem Bruder an, keineswegs eine Allianz mit der Drachenkönigin schließen zu wollen. In alter Tywin-Lennister-Manier hat sie mithilfe der Eisernen Bank die größte Söldnerkompanie der Welt gekauft: Die Goldene Kompanie. Diese gefürchteten Kämpfer aus Essos sind auf dem Weg nach Westeros – auf der Flotte von Euron Graufreud, der sich nicht gegen die Königin und ihre Pläne gestellt hat. Jaime ist entsetzt, nachdem er mehrmals bereits eine Ahnung von Cerseis Wahn bekommen hat, sieht er ihren Irrsinn nun erstmals mit eigenen Augen. Für ihn ist es unverzeihlich, die eben beschlossene Allianz zu hintergehen, denn wie wir Zuschauer wissen, hat Jaime den Irren König einst mit gutem Grund getötet und wird zu Unrecht Königsmörder geschimpft. Ehrenvoll wie er ist, nimmt er es auch hin, als Cersei die Drohung in den Raum stellt, ihn vom Berg töten zu lassen. Sie hätte sein Erbe in sich und bräuchte ihn deshalb nicht mehr. Doch Ser Jaime kommt unbehelligt an Ser Gregor vorbei und flieht auf seinem Pferd – während es anfängt, zu schneien. Der Winter ist also gekommen.

Die Töchter von Winterfell

In Winterfell scheint sich nun der Stark-Zwist zuzuspitzen, der vielen Zuschauern schon lange Sorge bereitet hat. Nachdem wir eine Staffel lang ständig Kleinfingers spitzbübisches Grinsen sehen mussten, schafft er diesmal wohl endgültig, die Saat des Misstrauens in Sansa keimen zu lassen. Er will von ihr wissen, was das Schlimmste ist, was Arya wollen und tun könnte. Sansa glaubt, ihre Schwester möchte Lady von Winterfell werden und beruft eine Sitzung im Großen Saal ein.

Dorthin wird Arya auch gebracht. Doch dann zeigt Game of Thrones (einmal wieder), dass niemand sicher ist und alles geschehen kann: Die Anklagepunkte des Verrates und des Mordes gelten nämlich gar nicht Arya. Sansa richtet sie an Petyr Baelish selbst, der geschockt vor die Herrin von Winterfell tritt. Aidan Gillen in seiner Rolle als Kleinfinger fährt noch einmal alle Geschütze auf und präsentiert sein Repertoire an Kleinfingerschen Täuschungsmanövern: Von Schmeicheln, Betteln, Befehlen und Flehen bis hin zum Appellieren an Sansas Gewissen versucht er alles, um dem Tod zu entgehen. Doch Sansa hat Beweise für seine Intrigen, nicht nur dafür, dass er sie und ihre Schwester entzweien wollte. Sie sah auch mit eigenen Augen, dass er ihre Tante Lysa, die Herrin von Hohenehr und Herrscherin über das Grüne Tal von Arryn durch das Mondtor warf. Sie weiß nun auch, dass er mit ihrer Hilfe die rechte Hand des Königs, Jon Arryn, ermorden ließ und damit erst den Konflikt zwischen Stark und Lennisters provozierte. Damit ist er nicht nur verantwortlich dafür, dass Sansas Vater den Kopf verlor, sondern er brachte auch alle Ereignisse ins Rollen, die schlussendlich Lady Catelyn und Robb Stark das Leben nahmen. Diese Vorwürfe bestärkt der junge Bran (Isaac Hempstead-Wright) der als Sansas Berater zu ihrer Linken sitzt und die Worte Kleinfingers ins Detail wiederholen kann. Der Stark-Sohn ist zu einer mächtigen Waffe geworden, denn er sieht alles in Westeros. So ist es unmöglich für Kleinfinger, sich aus der Affäre zu ziehen, und Sansa gibt den Befehl, ihn zu töten. Arya führt den Befehl mit Petyrs eigenem Dolch durch, schlitzt ihm die Kehle auf und lässt ihn qualvoll zu Sansas Füßen verbluten.

Damit hat Game of Thrones eine seiner intrigantesten und perfidesten Figuren verloren, die wahrscheinlich (wie auch Sansa glaubt) die junge Lady von Winterfell auf seine verschrobene Art wirklich geliebt hat. Sansa und Arya teilen im Anschluss einen schwesterlichen Moment auf der Balustrade von Winterfell und zeigen sich stärker als eh und je. Das bestärken sie mit einem Zitat ihres Vaters: „Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt“.

Pläne in Drachenstein

Zurück in Drachenstein erteilt Jon dem verzweifelten Theon seine Absolution, der daraufhin darum bittet, seine Schwester retten zu dürfen. Er legt sich mit einem Hauptmann von Yaras übrig gebliebenen Soldaten am Strand an und beweist, dass er keine Männlichkeit braucht, um seinen Mann zu stehen: Er wird schmerzhaft verprügelt, doch schließlich kann er in einem Anfall von Ritterlichkeit zurückschlagen und wird von den verbliebenen Eisenmännern anerkannt. So führt er diese Bande an, um seine Schwester aus Eurons Fängen zu befreien.

Währenddessen schmieden Daenerys, Tyrion, Varys & Co die Pläne, um in den Norden zu gelangen und sich dem Nachtkönig zu stellen. Jon will dem Norden zeigen, dass Daenerys die rechtmäßige Herrscherin ist und er ihr aus gutem Grund folgt. Ser Jorah (Iain Glenn) will jedoch, dass Daenerys auf ihrem Drachen nach Winterfell fliegt, um möglichen Meuchelmördern aus dem Weg zu gehen. Sie entschließt sich jedoch dazu, an Jons Seite in den Norden zu segeln.

Auf dem Schiff Richtung Norden kommt es dann zur Vereinigung der beiden Figuren, etwas, auf das viele Fans schon lange hoffen. Jon bittet in Daenerys‘ Kabine um Einlass – und sie gewährt ihm diesen. Die beiden schlafen miteinander, während Samwell Tarly (John Bradley) im weit entfernten Winterfell ankommt und auf Bran trifft, der ihm das Geheimnis von Jons Herkunft anvertraut.

Jon Schnee, der Erbe des Eisernen Throns

Sam, der sich mit all seinen Büchern bewaffnet auf nach Winterfell gemacht hat, setzt sich zu Bran Stark ans Bett. Er eröffnet ihm, der Dreiäugige Rabe zu sein und damit alles zu sehen, was passiert ist und gerade in Westeros geschieht. Sam, der gekommen ist, um Jon im Kampf gegen den Nachtkönig zu helfen, erfährt von Bran, wer sein Freund Jon wirklich ist: Er ist der Sohn von Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen, und damit ein Bastard von Dorne, wo er gezeugt wurde. Doch hier schaltet sich Sam ein, der schon lange eines der größten Geheimnisse von Westeros mit sich herumträgt: Lyanna Stark wurde keineswegs von Rhaegar entführt und vergewaltigt. Bran sieht dies nun auch in einer seiner Visionen, er beobachtet die Heirat aus Liebe, die den Lauf der Geschichte geändert hätte, wäre sie bekannt gewesen. Robert Baratheons Rebellion fußt auf einer Lüge, Lyanna Stark wurde zu Lyanna Targaryen – und Jon Schnee ist damit der rechtmäßige Thronfolger von Westeros, denn er ist der legitime Sohn des Erben der Targaryen-Dynastie. Und damit Daenerys Targaryens Neffe, der eigentlich Aegon heißt, benannt nach dem Begründer des Herrschergeschlechts und erstem König von Westeros.

Jon ist auf dem Weg nach Winterfell, im Bett mit seiner geliebten Daenerys, was nicht nur Tyrion Lennister mit Argwohn betrachten dürfte: Die Karten im Spiel der Throne wurden neu gemischt und auch wenn Jon und Daenerys nun verbandelt sind – noch ist alles offen.

Der Fall der Mauer

Schlussendlich kommt es in der überlangen Episode wie es kommen muss: Der Nachtkönig und seine Armee sind vor der Mauer angekommen. Eiszombies ergießen sich auf den kahlen Landstreifen zwischen Wald und Eis und verharren in der Dunkelheit. Tormund Riesentod (Kristofer Hivju) beobachtet schreckerfüllt, wie hunderttausende Wiedergänger aufschlagen und die Weißen Wanderer ihre Eisspeere Richtung Mauer erheben. Und dann kommt er, der Nachtkönig, wie von uns Zuschauern befürchtet, auf seinem mächtigen Eisdrachen. Der speit eisblaues Feuer, oder vielleicht Eis, auf jeden Fall etwas, das die Mauer zerbersten lässt. Die Männer auf der Mauer stürmen davon, wollen fliehen, während das größte von Menschen gemachte Relikt der Welt in sich zusammenfällt. Der Nachtkönig hat einen Durchgang geschaffen und seine Armee ergießt sich in die Sieben Königslande. Die finale Schlacht steht kurz bevor – und sie wird gigantisch.

Ein Cliffhanger der Superlative

Mit dem Fall der Mauer entlassen uns D.B. Weiss und David Bernioff in die Pause zwischen den Staffeln. Dieser Cliffhanger ist fies und er war nötig: Die Spannung ist hoch, die Zeit drängt, wir hören im Hintergrund schon die Uhr ticken; ein gigantischer Kampf steht bevor, die große Bedrohung steht nicht nur vor der Tür, sondern hat es endlich geschafft, diese einzutreten.

Fanfutter

Insgesamt hat die letzte Folge der siebten Staffel jede Menge Futter für die Fans geboten, vor allem was die Handlungsstränge in Winterfell und das Beziehungsgefüge zwischen Jon Schnee und Daenerys Targaryen angeht. Eine Fantheorie wurde explizit bestätigt (sogar wortwörtlich von Bran!), eine rückt weiter in den Vordergrund, denn die Clegane-Brüder haben sich sicher nicht umsonst „unterhalten“. Cersei beweist ihre Kaltschnäuzigkeit und treibt die Handlung weiter voran. Die Begriffe „Goldene Kompanie“ und „Eiserne Bank“ dürften uns sauer aufstoßen, aber, um eine weitere Fantheorie in den Ring zu schmeißen, Daenerys hat einen Söldner in Essos zurückgelassen, der sie von ganzem Herzen liebt. Vielleicht sorgt Daario Naharis (Michiel Huisman) bei Cersei für ein böses Erwachen.

Auf jeden Fall wurden die Spannungsschrauben ordentlich angezogen, es gibt jede Menge Konfliktpotenzial für die letzte Staffel, aber auch etliche Fragen, die noch geklärt werden müssen. Zudem sind besonders in dieser Folge einige Figuren soweit in den Hintergrund getreten, dass ihre Relevanz infrage gestellt werden darf. Missandei, Grauer Wurm, auch Varys, Ser Jorah und sogar Ser Davos verlieren an Bedeutung, was sehr schade ist. Das ist vielleicht der Vereinigung vieler Handlungsstränge geschuldet, aber auch dem etwas holprigen Tempo der letzten paar Episoden.

Die letzte Staffel muss auf jeden Fall wieder zur altbewährten Ruhe, der subtilen Spannung und der Auserzählung der einzelnen Erzählstränge zurückkehren, um das Niveau von Game of Thrones zu halten. Mit dem Fall der Mauer und der Verschärfung der Konflikte zwischen den letztverbliebenen Häusern dürfte der Erhalt der Spannung kein Problem sein. Bleibt nur zu hoffen, dass die Figuren sich treu bleiben und dass das „bittersüße Ende“, das George R. R. Martin für seine noch immer nicht fertig geschriebene Buchreihe angekündigt hat, auch in der Serie bittersüß und hochkarätig sein wird.

 

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