ACHTUNG: SPOILER-ALARM! Normalerweise torpedieren uns die Showrunner von Game of Thrones in der neunten Folge der jeweiligen Staffel mit einer nervenzerreißenden Wendung und einem inszenatorischen Staffel-Highlight. Weil die laufende Staffel aber nur sieben Folgen hat, ist die vorletzte Episode (S7/E6: Jenseits der Mauer) jene, die uns das Blut in den Adern gefrieren lässt, uns den Glauben an das Gute in Westeros nimmt und uns in Schnappatmung versetzt.

Kurz zusammengefasst beschränkt sich „Jenseits der Mauer“ auf das freiwillige Selbstmordkommando, der jenseits der Mauer nach einem Beweis für die Existenz der Nachtarmee sucht und diesen nach Königsmund bringen will. Mit kurzen Einschnitten aus Winterfell und Drachenstein scheint sich die 70 Minuten lange Folge auf nur wenige der sonst sehr ausgiebig erzählten Handlungsstränge zu fokussieren. Das reicht aber völlig aus: Game of Thrones hat uns in über sechs Staffeln auf Folgen wie diese vorbereitet, und dennoch erwischt sie uns kalt. „Jenseits der Mauer“ ist Thriller, Horror, Drama und Schlachtenepos. Und vor allem eins: Schweißtreibend spannend.

Wie die glorreichen Sieben

Das, was das Marvel Cinematic Universe zum erfolgreichsten Filmuniversum gemacht hat, nutzt auch Game of Thrones, um seine Fans am Ball zu halten: Denn der Trupp Männer, der gleich zu Beginn der Folge in fahlem Sonnenschein durch mystische Gletscherlandschaften stapft, ist fast schon ein wenig Familie für uns. Es ist wie damals, als bei den Avengers die großen Superhelden der Solofilme aufeinandertrafen: Man hat Herzklopfen, weil man sie bereits kennt, weil man eine Ahnung davon hat, wie sie sprechen, was sie sagen werden, was sie tun würden. So bereitet es uns eine spitzbübische Freude, Sandor Clegane (Rory McCann) und Tormund Riesentod (Kristofer Hivju) in einem Gespräch verwickelt zu sehen. Thema der Unterhaltung ist Tormunds Flamme Brienne von Tarth (Gwendoline Christie), die wir auch kennen und uns den Figuren daher noch näher fühlen. Aber nicht nur Clegane und Tormund treffen aus völlig verschiedenen Handlungssträngen aufeinander: Auch Jorah Mormont (Iain Glen), der rehabilitierter Erster Ritter von Daenerys, ist nun über die Zitadelle bis in den Norden gekommen, wo er nun an der Seite von Jon Schnee (Kit Harington) für seine Königin kämpft.

Das Erbe unserer Väter

Beim Stapfen durch den Schnee unterhalten sich Jorah und Jon über ihre Väter. Jon hat unter Jeor Mormonts Kommandantschaft gedient und ihn wie einen Ziehvater verehrt. Jorah hingegen wurde von Jons Vater Eddard Stark zum Tode verurteilt und dadurch in die Verbannung nach Essos gezwungen; ein Umstand, der Jorah angesichts der jetzigen Situation wohl nicht mehr viel ausmacht. Schließlich hätte er Daenerys nicht kennengelernt, wäre er nicht in Vaes Dothrak gewesen, als sie mit Khal Drogo vermählt wurde (das ist in Staffel l passiert). Respektabel und ehrenhaft wie Jon ist, bietet er Jorah das Schwert seines Vaters an, denn Langklaue sollte Jeor Mormonts rechtmäßigem Erben gehören. Jorah lehnt dies ab – wie wir es erwartet haben.

Eisiges Unheil

Diese friedfertigen Unterhaltungen können aber in keiner Sekunde davon ablenken, wo sich dieser „Suicide Squad“ befindet: Jenseits der Mauer. Weite Aufnahmen der unwirtlichen Landschaft, das Surren des Windes und die dick eingemummten Figuren veranschaulichen, wie wenig einladend dieses Land doch ist. Und dabei haben wir noch nicht mal einen der untoten Bewohner gesehen. Das lässt aber nicht lange auf sich warten: In einer gewaltigen Schrecksekunde geht ein Bär auf den Trupp los – und Gendry (Joe Dempsie) erkennt gleich, dass dieser Bär eisblaue Augen hat. Im darauffolgenden Schlachtgetümmel droht unseren Helden unmittelbare Gefahr und jeder von ihnen hat einen glanzvollen Auftritt. Da stört es auch keineswegs, dass die namenlosen Nebenfiguren durchaus nur als Kanonenfutter eingeführt wurden, denn anders als bei anderen Serien ist es sehr wohl möglich, dass hier einige der uns bekannten Charaktere (vielleicht auch alle) das Zeitliche segnen. Den Sieben sei dank wird nur einer tödlich verwundet: Thoros von Myr (Paul Kaye), der Rote Priester, der in Staffel 3 an der Seite von Berric Dondarrion (Richard Dormer) als Mitglied der Bruderschaft ohne Banner seinen ersten Auftritt hatte. Mit seinem Tod fällt die Hoffnung, dass getötete Mitstreiter wieder auferweckt werden könnten (wie er es sechs Mal mit Dondarrion machte und wie Melisandre es bei Jon Schnee tat). Doch sein Tod ist nicht umsonst, denn bei einem Gefecht mit einem Weißen Wanderer und ein paar untoten Eiszombies konnte einer davon gefangen werden. Dabei fällt der illustren Schar rund um Jon Schnee etwas Bedeutsames auf: Stirbt der Weiße Wanderer, so fallen auch die von ihm erweckten Eiszombies. Ein entscheidender Hinweis im Hinblick auf die Schlacht gegen den Nachtkönig.

Eine Insel im Eis

Der wird auf den Plan gerufen, als die Männer es nicht rechtzeitig schaffen, den gefangenen Untoten zum Schweigen zu bringen. Seine (durch Mark und Bein gehenden) Schreie bringen den Nachtkönig auf Jon Schnees Fährte. Jon schickt Gendry nach Winterfell, um Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) zu benachrichtigen und flieht mit den verbliebenen Kämpfern und dem Eiszombie Richtung Mauer.

Der Nachtkönig holt den Trupp ein, doch können sie sich in einer nervenzerfetzenden Verfolgungsjagd auf eine Insel in einem halb zugefrorenen See retten. Der hält den aufmarschierenden Untoten nicht stand, doch der Nachtkönig lässt seine Armee die Insel umzingeln, auf der Jon und seine Mannen stehen, und wartet wohl die Einfrierung des Wassers ab. So verharren die beiden Seiten reglos, wobei das Ausmaß der Macht des Nachtkönigs erschlagend wirkt: Auf gar keinen Fall werden Jon Schnee und seine Verbündeten diesem Ansturm von Eiszombies entgegentreten können. So bangen wir mit klopfendem Herzen um Jon, Tormund, Jorah, Berric und auch Sandor Clegane, während Gendry halb erfroren an der Schwarzen Festung ankommt und von den Brüdern der Nachtwache aufgesammelt wird.

Daenerys Sturmtochter

In Drachenstein beratschlagt sich Königin Daenerys mit ihrer Rechten Hand. Tyrion Lennister (Peter Dinklage) fürchtet, dass die junge Herrscherin impulsive Entscheidungen treffen könnte und dadurch in eine Falle seiner Schwester tappt. Daenerys hingegen unterstellt ihm falsche Loyalität und will wissen, ob er insgeheim für die Löwen arbeitet. Tyrion ist seiner Königin jedoch ergeben, auch wenn er manche ihrer Entscheidungen infrage stellt. Außerdem scheint er (wie die meisten Fans weltweit) von einer Romanze zwischen Jon und Daenerys angetan zu sein. Auf ihren Einwand, Jon Schnee „sei ihr zu klein“ folgt ein rührseliger Moment, indem Daenerys peinlich ertappt um Verzeihung bietet. Doch Tyrion hat Dringenderes zu besprechen, als seine Zwergenwuchs-bedingte Körpergröße: Er will wissen, wer Daenerys‘ Targaryens Erbe antritt, wenn sie fallen sollte. Kinder hat sie keine (und wird auch wohl keine bekommen, wenn der Blutzauber der Hexe in Staffel 1 folgewirksam war, was wir kaum anzweifeln) und so schwebt diese Frage wie ein Damoklesschwert über ihrer Regentschaft.

Im Anschluss an ihr hitziges Gespräch bricht Daenerys auf. Tyrion will sie dazu überreden, „abzuwarten“, doch davon hat Daenerys genug: Sie will endlich etwas tun. Ihre bildgewaltige Abreise auf Drogon mit dessen Brüdern im Schlepptau wirkt wie ein düsterer Abschied. Tyrion bleibt auf der Klippe zurück, die Drachen abflugbereit in seiner Nähe, das Gesicht von Sorge erfüllt.

Stark-Zwist

Während wir nun um Jon & Co bangen und nicht zu hundert Prozent sicher sind, wo Daenerys eigentlich hinfliegt, bekommen wir eine weitere Sorgenfalte, als sich die Situation in Winterfell zuspitzt: Eigentlich beginnt der dortige Handlungsstrang mit einer schönen Anekdote von Arya (Maisie Williams), die ihrer (momentan regierenden) Schwester Sansa (Sophie Turner) von Vater Ned erzählt. Der hatte ihr früher bei heimlichen Übungen mit Pfeil und Bogen zugesehen und sie dazu ermutigt. Arya will damit ausdrücken, dass jeder das werden kann, was er möchte, unabhängig seiner gesellschaftlichen Bestimmung. Bei dieser vagen philosophischen Aussage bleibt sie aber nicht, sondern präsentiert Sansa die Errungenschaft der letzten Episode: Dort hatte Arya Kleinfinger (Aidan Gillen) eine Rabenbotschaft entwendet, die sie Sansa nun vorträgt: Es handelt sich um den Brief, den Cersei Lennister (Lena Headey) Sansa in Staffel 1 zu schreiben zwang, um ihren Bruder Robb, damals König im Norden, dazu zu bringen, das Knie zu beugen. Damit entreißt Arya ihrer Schwester jede Grundlage, auf Winterfell herrschen zu dürfen, denn ihre Loyalität liegt offensichtlich nicht im Norden. Arya beschuldigt Sansa, Jon nicht als rechtmäßigen Herrn anzuerkennen und den Norden für sich selbst zu beanspruchen. Sansa weiß, dass die Nordmänner ihr nicht folgen werden, sollte Arya die Botschaft öffentlich machen. Sie wendet sich an Petyr, der ihr rät, subtil gegen Arya vorzugehen und Brienne von Tarth als Trumpf zu spielen. So scheint Petyr seinem Ziel immer näher zu kommen, von dem wir immer noch nicht wissen, wie es eigentlich genau aussieht: Der Eiserne Thron scheint sein vorrangiges Ziel zu sein, doch die Liebe zu Sansa könnte ebenfalls seine Intrigen beeinflussen. Was genau er vorhat, bleibt auch in dieser Folge undergründlich, klar ist jedenfalls, dass Sansa Brienne an ihrer statt nach Königsmund schickt, um mit Cersei und Daenerys zu verhandeln, während Sansa selbst unbeaufsichtigt in Winterfell zurückbleibt.

Dort wird sie von Arya bedroht, als sie deren Gesichter findet, die sie aus Braavos mitbrachte. Sie will wissen, wer Arya ist, doch diese bleibt die undurchsichtige Kämpferin, zu der sie bei den Gesichtslosen geworden ist. Sie stellt messerschwingend klar, dass sie auch zu Sansa Stark werden könnte, wollte sie eine Lady sein mit schönen Kleidern. Dazu bräuchte sie einzig Sansas Gesicht. Einen kurzen Moment steht die Frage unausgesprochen im Raum, ob Arya wirklich ihre Schwester töten könnte und deren Platz einnehmen würde, doch da schwingt Arya das Messer schon herum und reicht es Sansa mit dem Schaft voraus. Insgeheim hätte sie wohl Gründe genug, um diese Grausamkeit auszuüben: Schließlich hatte Sansa mit ihren Entscheidungen als junges Mädchen, vor allem was ihren damaligen Verlobten Prinz Joffrey betraf, sehr viel Unheil in Aryas Leben gebracht.

Steine, Flammen, Speere, Schreie

Nach dem emotionalen Ausflug nach Winterfell geht es höchstspannend weiter: Noch immer stehen Jon und die anderen auf der Insel, eingekreist von Hundertschaften klappernder Untoten. Aus der Ferne beobachtet sie der Nachtkönig mit seinen verbliebenen Weißen Wanderern. Wenn er getötet würde, würden alle mit ihm sterben, so mutmaßt Berric Dondarrion. Doch den Nachtkönig zu töten stellt ein Himmelfahrtskommando dar, wie es zuletzt Jaime Lennister (Nikolaj Coster-Waldau) mit Daenerys versuchte. Diesen Vergleich vor Augen sehen wir, dass Dondarrion von seinem Plan abweicht, als Sandor Clegane einen Ansturm der Eiszombies provoziert: Er bewirft sie mit Steinen, was dummerweise offenbar macht, dass der See nunmehr vollständig gefroren ist, woraufhin sich einige der Wiedererweckten aus den Reihen lösen und nun über die zugefrorene Eisdecke Richtung Insel stolpern. Das bringt die anderen Untoten dazu, ebenfalls loszustürmen und so sehen sich Jon und die verbliebenen Krieger einer unaufhaltsamen Wand waffenschwingender Zombies gegenüber. Sie beginnen sie niederzumetzeln, doch der Ansturm ist schier übermächtig: In einer atemlosen Schrecksekunde glauben wir, Tormund verloren zu haben, der schreiend unter einem Berg zappelnder Zombies begraben wird. Clegane zieht den neu gewonnen Verbündeten aber heraus und rettet ihn dadurch. Hier haben sich die wahrscheinlich größten verbliebenen Schwertkämpfer von Westeros zusammengetan, und dennoch ist der unaufhaltsame Strom von Untoten nicht zu besiegen.

Die Showrunner haben jedoch ein Ass im Ärmel, mit dem wir fast nicht mehr gerechnet hätten (aber natürlich darauf gehofft haben): Von ihrem orchestralen Bombast-Theme untermalt, erscheint Daenerys auf Drogon und in Begleitung ihrer beiden anderen Kinder Viserion und Rhaegal am Himmel und lässt ihre flammenspeienden Babies auf die Armee des Nachtkönigs los. Zu unserem Entsetzen sieht der mit Genugtuung, wie Drogon die Eiszombies zu Asche vernichtet, und macht nicht einmal annähernd Anstalten zu fliehen. So viel zum Thema „die Drachen werden den Nachtkönig besiegen“. Für’s Erste muss Daenerys aber Jon und seine Mitstreiter herausholen – sie landet auf der Insel und lässt die Männer aufsteigen, während Jon noch weiterkämpft.

Und dann kommen die Sekunden dieser Folge, die es mit der Roten Hochzeit, der Schlacht der Bastarde und der sehr ähnlich bedrückenden Folge Hartheim aufnehmen können: Der Weiße Wanderer mit dem Wallehaar zückt einen spitzgefeilten, silbrig glänzenden Speer aus Eis und reicht ihn dem Nachtkönig. Der visiert Viserion an und lässt den Speer mit tödlicher Präzision los. Das Surren des Speers lässt nichts Gutes erahnen und eigentlich haben wir damit schon gerechnet, als der Nachtkönig die Waffe in die Hand genommen hat. Trotzdem sind wir (wie auch die Männer auf der Insel und Daenerys selbst) schreckerstarrt, als der Speer Viseryons Flanke durchbohrt und er in einer Fontäne aus feuerrotem Blut auf dem Eis aufschlägt. Mit dumpfer Endgültigkeit erlischt sein Augenlicht und der majestätische Drache sinkt ins Wasser. Verbrenn ihn, verbrenn ihn, verbrenn ihn. Das ist das einzige, was wir da denken können, denn auch Nicht-Buchleser haben wohl mittlerweile die Fantheorie über die todbringenden Eisdrachen des Nordens gehört. Aber nein, Daenerys lässt den Kadaver ihres Babys auf den Grund des Sees versinken und erwacht erst durch Jons Schreie aus ihrer Schreckstarre: Der sieht nämlich (wie wir auch mit gebrochenem Herzen), wie der Nachtkönig einen weiteren Speer zum Wurf ausholt. Schweren Herzens steigt Daenerys auf und lässt ihre beiden Kinder losfliegen, knapp verfehlt vom Speer. Jon hingegen hat es nicht zu Drogon geschafft und versinkt im Kampf mit Eiszombies im Wasser. Die ausgestreckte Hand von Daenerys hat er nicht erreicht; er muss tot sein, da sind auch wir uns sicher. Doch als Daenerys die Überlebenden an einem Hafen absetzt und die Klageschreie der beiden Drachen über die Mauer klingen, taucht Jon nach Luft schnappend aus den Fluten auf und retten sich ans eisige Land.

Die Eiszombies sind jedoch noch da und so muss er schwankend und schnaubend den Kampf wiederaufnehmen – unmöglich in seinem Zustand. Doch da galoppiert seine Rettung feuerschwingend durch die Untoten und rettet Jon das Leben. Onkel Benjen (Joseph Mawle) setzt Jon auf sein Pferd und schickt es Richtung Mauer, so wie er auch seinen Neffen Bran damals gerettet und zur Mauer gebracht hat.

Das Lied von Eis & Feuer

Oben auf der Mauer sieht Daenerys die Ankunft des totgeglaubten Jon Schnees. Ihr Lächeln ist Balsam für unsere Seele, denn nach Viserions grausamen Tod und der Machtdemonstration des Nachtkönigs sind wir, wie sie auch, am Boden zerstört.

Daenerys segelt dann an Bord ihres Flaggschiffes zurück Richtung Süden, Jon erwacht dort in einem Bett. Die Großaufnahme seines Gesichts schürt in uns die Angst, dass er als Weißer Wanderer erwacht: Die blauschimmernden Wunden auf seiner Brust lassen das vermuten – doch Jon schlägt seine warmen braunen Augen auf und wir können durchatmen. Da schlägt uns auch schon das Herz schneller, denn er erblickt die schöne Drachenkönigin, wie sie an seinem Bett wacht. Er betrauert ihren Verlust, was sie weinend zur Kenntnis nimmt – und nimmt ihre Hand. Das emotionale Highlight der Folge folgt, als er sie „Dany“ nennt – ein Kosename, ein Beweis von Sympathie und Zuneigung. Sie lacht und die beiden sehen einander an, als würden sie sich zum ersten Mal sehen. Da braucht es keine Küsse, Sexszenen oder Beteuerungen – dieser Blick sagt alles, was wir wissen mussten. Und dann beugt Jon Schnee – im übertragenen Sinne – das Knie und schließt sich Daenerys Targaryen, der Sturmtochter, der Mutter der Drachen und rechtmäßigen Thronfolgerin an, auch wenn seine Gefolgsmänner das vielleicht nicht gutheißen. „Sie werden kommen und dich sehen wollen“, weiß Jon und Daenerys kann nur hoffen, dass sie das verdient hat. Davon sind wir absolut überzeugt, zumal jemand, der Jon Schnee auf seiner Seite hat, gar nichts anderes verdient hat als Loyalität und Sympathie.

Das Unheil im Norden

Am Ende dieser nervenaufreibenden Folge, werden wir mit einem Schock in die einwöchige Pause entlassen. Eine langsame Kamerafahrt zeigt Karawanen von Eiszombies, die gigantische Ketten ziehen und dann das aus dem See befördern, vor dem wir uns so sehr gefürchtet haben: Viserions Leiche. In der Regungslosigkeit des Todes sieht das magische Geschöpf noch gewaltiger aus und wir wünschten uns, durch Ausmachen der Folge das Geschehen verhindern zu können: Aber der Nachtkönig stapft ruhig auf den Drachen zu und lässt sich vor ihm nieder. So mächtig kann er gar nicht sein, nein, er heißt Nachtkönig und nicht Übermachtkönig… Ach ja, alles Flehen ist vergebens. Viserion erwacht zum neuen Leben und sein mandelförmiges Reptilienauge färbt sich eisblau.

Wie geht es weiter?

Nach den dringlichen Fragen, die in dieser Folge aufgekommen sind und die wir schnellstmöglich beantwortet haben wollen, gibt es noch anderes, was wir wissen müssen:

Wo sind Sam (John Bradley) und Gilly und was steht in den Büchern, die er aus der Zitadelle gestohlen hat? (Es muss doch ein Kapitel geben mit der Überschrift How to kill the Nightking – A 10-step-guidance).

Was macht Bran (Isaac Hempstead-Wright) und wieso mischt er sich nicht endlich ein? Nicht nur, dass er Arya und Sansa aufeinander losgehen lässt, er könnte doch auch Kleinfinger seit Langem auffliegen lassen. Mal davon abgesehen, dass sein Wissen über Jons Herkunft ebenso wichtig ist wie seine geistigen Ausflüge über die Mauer.

Welche Falle plant Cersei für Daenerys auszulegen und wann sieht Jaime endlich ein, dass seine Schwester nicht anders ist, als es Aerys II., der Irre König war, den Jaime rücklings erstechen musste, um seine Familie und das Volk von Königsmund vor dem Feuertod zu retten?

Das Finale steht bevor

Diese Fragen könnten ja noch in der nächsten Episode beantwortet werden. Hoffentlich halten sich die Macher von Game of Thrones an die bisher eingeführte Machart und lassen die letzte Folge die vorletzte nicht toppen. (Haben sie in Staffel 6 allerdings gemacht, und das war schon nervenzerfetzend!)

Nach dem Tod eines Drachen, was für uns unmöglich schien, der Vereinigung von Jon Schnee und Daenerys Targaryen, der Erweckung eines Eisdrachen und der verdammt verzwickten politischen Situation in Westeros brauchen wir eine Verschnaufpause, bevor 2018 das sechsteilige Finale einer der besten Serien der Welt kommt. Vielleicht sehen wir schon in Folge 7 wie der Nachtkönig in Westeros einfällt, viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Dany und Jon Cersei überzeugen wollen, die Lennister-Armeen für den Kampf gegen die Untoten bereitzustellen. So wie wir Cersei kennen, hat sie keine Lust darauf und plant lieber wieder etwas abgrundtief Fieses. Hoffentlich ergeht es ihr wie damals mit dem Hohen Spatz, wo sich ihre eigene Intrige in einen demütigenden Walk of Shame verwandelt hat. Wahrscheinlicher ist aber,  dass sie wieder einmal eine komplette Figurenkonstellation in die Luft jagt und damit zwei, drei potenzielle Handlungsstränge auslöscht.

Wir können nur hoffen, dass die letzte Folge dieser genialen Staffel nicht den Figurenverschleiß aufweist, wie es „Die Winde des Winters“ in Staffel 6 tat. Jetzt müssen wir uns erst einmal von der Brisanz und der Bildgewalt einer absolut epischen und sehr emotionalen Folge erholen.

 

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