Game of Thrones hat uns 6 Staffeln lang gefesselt, traumatisiert und überrascht. Es hat uns weinend lachend und wütend zurückgelassen – und die Serienwelt neu definiert. In Westeros ist niemand sicher, keine Hauptfigur, kein geliebter Charakter und kein Bösewicht.

In über 60 Stunden Serienlaufzeit, 6 Staffeln und 7 Jahren wurde unser Glaube an Gut und Böse aus der Verankerung gerissen und unser Sehverhalten nachträglich verstört. In Westeros ist alles möglich – und jedes noch so undenkbare Szenario kann eintreten.

Hier ist die Top 13 der krassesten Game of Thrones-Episoden aller Zeiten.

Aber Vorsicht: Spoiler-Alarm!

 

BAELOR (S1:E9)

Leser der Buchreihe wussten, was auf sie zukam, doch für alle Zuschauer ohne Wissen über die literarische Vorlage, war es wohl der Schock ihres TV-Lebens. In „Baelor“, Folge 9 der ersten  (sehr epischen) Staffel von Game of Thrones sollte eigentlich alles gut werden. Unser Protagonist Eddard „Ned“ Stark (Sean Bean) hatte alles soweit im Griff. Doch entgegen aller Erwartungen ließ sich König Joffrey nicht vom Handel seiner Mutter mit Ned Stark beeindrucken und ließ dem Wächter des Nordens kurzerhand den Kopf abschlagen. Bevor der Schock richtig einsetzen konnte wurden auch schon alle Diener, Soldaten und Mitglieder des Hauses Stark in Königsmund abgemurkst, Arya wurde von einem Bruder der Nachtwache veschleppt und Sansa in ihrem Zimmer eingesperrt. Diese Folge hatte es in sich: Denn bis dato hatten wir Zuschauer keine Ahnung, wie lebensecht George R. R. Martin in seiner Welt mit den Figuren umgeht. Ab jetzt war klar: Jeder kann sterben. Und jeder wird sterben.

 

SCHWARZWASSER (S2:E9)

Auch in Staffel 2 ist Folge 9 wieder maßgeblich für die epische Geschichte des Serienuniversums: Mit einer gewaltigen Schlachtsequenz zeigen die Macher, wie blutig es wirklich zugeht in Westeros. Und wieder scheint in Folge 9 alles darauf hinauszulaufen, dass wir eine (oder sogar mehrere!) Hauptfiguren verlieren: Die Niederlage der Lennisters in Königsmund stand kurz bevor und Cersei (Lena Headey) hatte beschlossen, sich, ihre Kinder und die gefangene Sansa Stark nicht lebend den Truppen des siegessicheren Stannis Baratheon zu ergeben. Doch wie es bei Game of Thrones so ist, kommt alles anders, als man denkt: Tyrion erweist sich als wahrer Stratege und sprengt kurzerhand die Flotte des rechtmäßigen Thronfolgers in die Luft – mit dem schaurigen, absolut tödlichen Seefeuer, das unter Königsmund in den Katakomben gelagert wird und viel später in der Serie einen noch explosiveren Auftritt hinlegen soll.
Und Tywin Lennister, ein großartiger geschriebener und noch besser von Charles Dance gespielter Charakter-Fiesling, ist der Retter in Not, metzelt Stannis‘ Truppen in der Stadt nieder und bewahrt seine Tochter und ihre Enkel vor dem selbstgewählten Gifttod.

 

DER REGEN VON CASTAMAER (S3:E9)

Bis Folge 9 in Staffel 3 hatten wir Zuschauer schon begriffen, dass es Martin und den Showrunnern der Serie ernst wahr mit ihren Drohungen gegenüber geliebten Figuren. Eine einzige Fehlentscheidung kann selbst den sympathischsten Protagonisten seinen Kopf kosten (wie Ned Stark leidlich am eigenen Hals erfahren musste).

Wir waren also schon ein wenig gewappnet. Doch die klangvolle Folge Der Regen von Castamaer sollte selbst hartgesottene Fans vor den Kopf stoßen. Mit einer brillant inszenierten Parallelmontage, die den Fokus  auf zwei Starks legt: Einerseits Robb Stark (Richard Madden) und seinen Besuch bei Walder Frey, andererseits seine Schwester Arya, die vom Bluthund in eben jene Festung gebracht werden soll. Von der ersten Minute der Episode wird Spannung aufgebaut, die in einem episch-brutalen Finale gipfelt: Nachdem wir bei den Boltons schon ein ungutes Gefühl hatten, weil sie so sehr mit den Lennisters verbandelt sind, läutet Catelyns Griff in Roose Boltons Ärmel ihr Verhängnis ein: Der vollmontierte Ritter scheint nicht für eine Hochzeit angereist zu sein. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die Freys Robb Starks Gefolge systematisch abschlachten. Auch sein Schattenwolf wird getötet, genauso wie seine schöne Frau und das ungeborene Kind. Mit vor Schreck geöffnetem Mund mussten wir zusehen, wie schließlich auch Robb Stark durch Roose Boltons Hand stirbt und Catelyn Stark in einem letzten verzweifelten Versuch einen Handel herauszuschlagen probiert. Doch auch sie verliert ihr Leben durch den gezielten Schnitt in die Kehle und ergibt sich ihrem Schicksal.
So brutal kann man Sympathieträger und Hauptcharaktere verlieren, für die man sich strahlende Siegestouren, den Eisernen Thron und ein glanzvolles Leben in etlichen weiteren Staffeln ausgemalt hat. Ein brutaleres Erwachen kann es wohl nicht geben.

 

DER LÖWE UND DIE ROSE (S4:E2)

Die vierte Staffel der Erfolgsserie startete nach den dramatischen Ereignissen in den letzten Folgen von Staffel 3 ungewohnt ruhig. Doch Game of Thrones wäre nicht Game of Thrones wenn uns nicht schon Folge 2 vom Hocker reißen würde. Nachdem wir uns in über drei Staffeln in einen kaum noch erträglichen Hass in die ein oder andere Figur gesteigert haben, fand dieser Hass bei der Hochzeit von Joffrey (Jack Gleeson) und Margaery (Natalie Dormer) seinen Höhepunkt: Der Kindkönig mit der sadistischen Ader behandelt nicht nur seinen Onkel Tyrion (Peter Dinklage), den wir seit der Hochzeit mit Sansa noch viel sympathischer finden, wie den letzten Dreck, sondern beweist mit unmöglichen Ansprachen und selten unreifem Benehmen, wie wenig er für den Thron geeignet ist. Zum Schreck aller verliert Joffrey am Ende der 2. Folge höchst unköniglich sein Leben: Der blondgelockte Lennister-Bastard stirbt einen hustenden und schleimspuckenden Gifttod vor den Augen des gesamten Hofstaates. Die Ereignisse überschlagen sich: Cersei beschuldigt sofort ihren Bruder Tyrion, der den Weinkelch noch entsetzt in den Händen hält, und Sansa Stark wird von einem in Ungnade gefallenen Ritter von der Festgesellschaft fortgebracht.
Für uns Zuschauer stellte sich nur eine Frage: Wer hat König Joffrey umgebracht? Und die viel bessere Frage: Aus welchem Grund genau?

 

DER BERG UND DIE VIPER (S4:E8)

Nach politischen Umbrüchen und einigen aufregenden Charakterentwicklungen, steigert sich Staffel 4 in der achten Folge zu einem weiteren, unfassbaren Höhepunkt: Tyrion Lennister hat ein Götterurteil gefordert und wird von niemand Geringerem als unserem neuen Lieblingscharakter Oberyn Martell (Pedro Pascal) vertreten. Der schöne Dornische mit der spitzen Zunge und der schnellen Messerhand tritt gegen Cerseis neuen Günstling an: Den fast zweieinhalb Meter großen, schrankbreiten und unmenschlich starken „Berg“ Gregor Clegane (Hafþór Júlíus Björnsson), Bruder des Bluthundes. Für Oberyn ist dies die Gelegenheit den Tod seiner geliebten Schwester Elia zu rächen – der Berg hatte die dornische Prinzessin geschändet und ermordet, genauso wie ihre Kinder.
Unglaublich und absolut unbegreiflich, dass genau diese emotionale Hintergrundgeschichte Oberyn zum Verhängnis wird: In einer spektakulären Kampfsequenz, die an Spannung kaum zu überbieten ist, bringt er den Berg schließlich tödlich verwundet zu Fall. Die Viper aus Dorne hatte es geschafft, Tyrion würde freikommen und seine Schwester war gerächt. Doch als Oberyn ihn besiegt wähnt und sich dem Publikum zuwendet, gelingt es dem kolossalen Berg, Oberyn zu Boden zu ringen und er zerquetscht ihm mit bloßen Händen den Kopf. Der Schrei von Oberyns Geliebter Ellaria ging uns Zuschauern in Mark und Bein und Tyrions Gesichtsausdruck sagte alles: Das große Finale der Staffel würde erst kommen.

 

DIE WÄCHTER AUF DER MAUER (S4:E9)

Bingewatcher sollten allerspätestens jetzt eine Pause einlegen, denn die vierte Staffel setzte mit (der üblich aufwendigen und schockierenden) neunten Folge wieder einmal neue Maßstäbe in der Welt der Serien. Der Fokus lag in dieser besonderen Folge im Norden: Die bisherigen Ereignisse in Essos, Königsmund und andernorts wurden erstmal ausgeklammert. Mit dem Titel „Die Wächter auf der Mauer“ wurde bereits ein guter Vorgeschmack auf diese visuell bahnbrechende Folge gelegt: Die Wildlinge hatten die Mauer erreicht und legten sich mit der Nachtwache an, die nicht nur zahlenmäßig haushoch unterlegen war, sondern die sich auch noch einer Armada von Riesen, Mammuts, geifernden Kannibalen und Jons ehemaligen Verbündeten gegenübersah. Mit unglaublichen tricktechnischen Einfällen, bombastischer Musik und einem dramaturgisch kinoreifen Ablauf der Ereignisse schreibt sich Folge 9 der vierten Staffel als eine der besten Serienepisoden aller Zeiten ein. Regie führte, wie schon bei Episode 9 in der zweiten Staffel, der Brite Neil Marshall (Centurion).
Die Kämpfe zwischen Wildlinge und Brüdern sind atemberaubend detailliert gefilmt, die Kniffe auf dieser und jener Seite mit Einfallsreichtum und Kreativität gefilmt. Das CGI stimmt zu hundert Prozent und auch die Figuren verlieren sich nicht in den Kampfsequenzen: Jon ist der starke Kämpfer, der zum Anführen geboren scheint; seine Freunde und Brüder würden für ihn sterben (und tun es auch, wie die letzten Bilder der Folge beweisen), die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt mal wieder, wenn der sympathische Tormund die Schwarze Festung stürmt und von Jon verschont wird, oder Ygritte, für die wir uns seit der ersten Begegnung ein Happy End mit Jon wünschen, ihr Leben verliert, weil der kleine Olly Jon das Leben retten möchte. So viel Drama, Action, Gefühl und Spannung in einer Folge ist eigentlich kaum auszuhalten.

 

DIE KINDER (S4:E10)

Das große Finale der vierten Staffel hinterlässt einen schalen Geschmack in unserem Mund: Jaime Lennister beweist endlich die Menschlichkeit, die wir in ihm seit der Begegnung mit Brienne vermuteten, als er seinen kleinen Bruder aus dem Gefängnis befreit und ihn mit Varys auf die Flucht schickte. Doch Tyrion hat noch eine Rechnung offen: und ein Lennister begleicht stets seine Schuld. Also macht sich unser Sympathieträger auf zu den Gemächern seines Vaters – und fand niemand Geringeres als seine einstige Geliebte Shae vor. In den letzten Minuten der Episode überschlagen sich die Ereignisse dann: Tyrion erwürgt Shae mit bloßen Händen und dann erschießt er seinen Vater Tywin mit der Armbrust auf dem Nachttopf. Ein denkbar unwürdiger Abgang für den mächtigsten Mann von Westeros – und wieder haben wir eine der strategisch wichtigen Figuren von Game of Thrones verloren. Wie sieht es nun mit den Machtverhältnissen aus, jetzt, da der große Lennister ermordet wurde? Und wohin, bei den sieben Göttern, wird Varys mit Tyrion reisen?

 

HARTHEIM (S5:E8)

Nachdem schon in Staffel 4 eine Folge über Jon Snow und seinen Kampf zu einer der besten Serienepisoden überhaupt avancierte, legen die Showrunner mit der achten Folge der fünften Staffel noch einmal nach: Erneut ist es Jon Snow, der in eine epische Schlacht gerät, doch diesmal kämpft er nicht mit den Brüdern an der Mauer, sondern dahinter, mit den Wildlingen als Verbündete. Denn das Örtchen Hartheim (Hardhome) wird von einer Armee Untoten überrannt, kontrolliert vom Nachtkönig und seinem Gefolge aus Weißen Wanderern.

Dabei lernen wir nicht nur neue Charaktere kennen, denen sofort der Garaus gemacht wird, wie zum Beispiel Anführerin Karis (Birgitte Hjort Sørensen), die sich tapfer zur Wehr setzt und in einer kongenialen Szene von Kinderzombies abgeschlachtet wird. Nein, wir erleben auch erstmals und mit voller Wucht das Ausmaß des kommenden Winters: Gegen die Armee der Untoten und gegen die Magie der Weißen Wanderer scheint es keine Chance zu geben. Zu übermächtig ist dieser Gegner, der in einer mehr als unheimlichen Sequenz seine toten Soldaten erst von einem Bergvorsprung fallen lässt und dann die gewaltigen hölzernen Wände einer ganzen Wildlingsstadt einreißt. Obwohl Game of Thrones mit Brutalität und Blut nicht geizt, ist „Hartheim“ von grenzenloser Gewaltsamkeit gekennzeichnet; Frauen, Kinder, Brüder, Kämpfer, Krieger, Riesen… Alles und jeder, der in die Walze des Nachtkönigs gerät, stirbt.
Und das schlimmste (und grandioseste) an dieser Folge ist der Abgang Jon Schnees und seiner verbliebenen Männer: Auf Stannis‘ Schiffen gelingt ihnen die Flucht (womit Jon Schnee sein Wort hält und viele Wildlinge vor dem sicheren Tod bewahrt), doch ein Sieg sieht anders aus: Der Nachtkönig lässt alle Gefallenen wieder auferstehen und fügt sie so seiner endlosen Armee hinzu. Mit leuchtend blauen Augen starrt der Weiße Wanderer Jon Schnee hinterher und lässt uns viel Schlimmes erahnen. Wer soll solch eine Macht noch aufhalten?

 

EIN TANZ MIT DRACHEN (S5:E9)

Sehr brisant und wendungsreich geht die fünfte Staffel mit Folge neun langsam aber sicher ins Finale: Ein Tanz mit Drachen zeigt, wie Stannis‘ auf Melisandres (Carice van Houten) Weisung hin seine eigene Tochter Sharin auf dem Scheiterhaufen verbrennt, um so die Gunst des Roten Gottes zu empfangen und Winterfell endlich einzunehmen. Game of Thrones war kaum jemals brutaler, als in dem Moment, in dem Sharins Mutter, Königin Selyse, erkennt, was sie und ihr Mann gerade getan haben. Mit Sharin verliert die Serie auch eine  sehr liebenswürdige Nebenfigur, die sich im Spiel mit dem Sympathieträger Ser Davos ausgezeichnet hat. Doch die Ereignisse der neunten Folge gehen weiter und steigern sich bis zu einem absolut grandiosen Episodenfinale: Endlich schien das Budget wieder groß genug zu sein, um Daenerys als Mutter der Drachen zu zeigen. Bei einem (bildtechnisch genial inszenierten) Angriff der Söhne der Harpyie auf Daenerys und ihre Gefolgschaft in Meereen schaut es kurz sehr, sehr schlecht aus für einige unserer Lieblingsfiguren: Tyrion, Dany, Daario, Missandei und Grauer Wurm werden von den Sektenanhängern eingekreist und in böser Erinnerung an vergangene neunte Folgen schwante uns Übles. (Das zeigt, wie abgehärtet wir schon waren; bei Game of Thrones mehrere Hauptfiguren gleichzeitig zu verlieren, war schon seit Staffel 3 nichts Neues mehr!) Doch dann kam die glorreiche Auflösung dieser Episode: Daenerys wird von ihrem Drachen Drogon gerettet, der als gigantisches, feuerspeiendes Untier vom Himmel gleitet und seine Mutter aufsteigen lässt, um sie von den Feinden fortzubringen.
Erstmals sehen wir die Königin dort, wo wir sie seit dem Schlüpfen der Drachen haben wollen: Auf dem Rücken eines ihrer Babys, bereit, die Welt einzunehmen und ihre Feinde aus der Luft und mit Feuergewalt zu vernichten. So sieht eine wahre Khaleesi aus.

 

DIE GNADE DER MUTTER (S5:E10)

In der letzten Folge der fünften Staffel überschlagen sich einmal mehr die Ereignisse: Atemlos muss der Zuschauer verfolgen, wie das Schicksal erneut gnadenlos zuschlägt: In Dorne wird es Jaime Lennister gestattet, seine Tochter Myrcella endlich nach Hause bringen zu dürfen. Doch Ellaria Sand hat ihre Rachepläne noch nicht aufgegeben und tötet das unschuldige Mädchen mit einem Kuss auf die Lippen. Myrcella bricht in den Armen ihres Vaters zusammen, nachdem sie ihm eröffnet hat, immer schon über ihre wahre Herkunft Bescheid gewusst zu haben. Daenerys wird währenddessen von einer Horde gefangen genommen, die Übles erahnen lässt: Tausende berittene Dothraki-Krieger, die die junge Königin grölend und säbelrasselnd einkreisen. Dafür gibt es in Königsmund endlich die langersehnte Strafe für die fiese Königinmutter Cersei: In einer schonungslosen Sequenz muss die hochmütige Lennister nackt, dreckig und barfüßig von der Septe bis zur Festung laufen. Dabei zeigt sich, wie sehr die Lennisters in Königsmund gehasst werden: Beschimpft, bespuckt und besudelt kommt Cersei weinend an der Festung an, wo sie von einem durch unheilige Magie wiedererweckten Gregor Clegane empfangen wird. Der gleicht mehr einer Mischung aus Hulk und Frankenstein als seinem früheren Selbst.
Den krönenden Abschluss einer bis dato grandios inszenierten Folge bildet die Wendung dieser Staffel: Jon Schnee, der bei einigen  Brüdern der Nachtwache in Ungnade gefallen ist, wird in den Hof der Schwarzen Festung gerufen, weil sein verschwundener Onkel Benjen Stark zurückgekehrt sei. In Wahrheit läuft er in eine (auch für den Zuschauer) unvorhergesehene Falle: Allisar Thorn und einige seiner Anhänger töten Jon mit mehreren Messerstichen in den Bauch. Die Lieblingsfigur der meisten Zuschauer bleibt kurz vor dem Abspann regungslos im Schnee liegen, während dieser sich blutrot färbt. Eine gnadenlose und absolut spitzenmäßige Folge findet so ihren Abschluss.

 

DIE ROTE FRAU (S6:E1)

Die sechste Staffel wird mit einem spannenden Auftakt eingeleitet. Auf der Nachtwache droht es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Jons Mördern und seinen verbliebenen treuen Brüdern zu kommen. Währenddessen schmiedet Melisandre eigene Pläne, da sie felsenfest davon überzeugt ist, dass Jon Schnee der Lichtbringer Azor Ahai ist (was sie allerdings schon über Stannis dachte). Sansa Stark (Sophie Turner) und Theon Graufreud werden unterdessen von Ramsays Bluthunden verfolgt, doch Brienne von Tarth kann mit ihrem Knappen die Verfolger töten und schwört Sansa einen Eid, sie immer zu beschützen. Gemeinsam ziehen sie los zur Mauer. In Meeren kommt Tyrion mit Missandei und Grauer Wurm den politischen Geschäften nach, während Daario und Jorah Mormont nach der entführten Khaleesi suchen. Die befindet sich auf dem Weg nach Dosh Khaleen, der Witwenstadt, wo sie ihr Dasein fristen soll. In Braavos muss Arya Stark blind und verwahrlost gegen ihre Mitnovizin antreten, die sie immer wieder zu Kämpfen herausfordert. Und in Dorne überstürzen sich die Geschehnisse: Ellaria Sand, die Myrcella Baratheon in der vorherigen Folge ermordete, tötet auch Fürst Doran mit Messerstichen und schwört, dass kein schwacher Mann jemals wieder Dorne regieren würde.
Ihre Mitstreiterinnen, die Sandschlangen, ermorden inzwischen Thronfolger Trystane mit einem Speer durch den Hinterkopf. So fällt Dorne an die Bastardtöchter und die Geliebte des ermordeten Oberyn Martell – was eine spannungsgeladene Staffel verspricht.

 

DIE SCHLACHT DER BASTARDE (S6:E9)

Mit dem klangvollen Titel Die Schlacht der Bastarde läutet der Beginn der neunten Folge von Staffel 6 eine der besten Serienepisoden aller Zeiten ein. Die auf Kinoniveau inszenierte Schlachtsequenz zeigt das Aufeinandertreffen von Ramsay Bolton und Jon Schnee. Eigentlich ist Jon mit seinen Wildlingen und den unberittenen Brüdern der Nachtwache dem hinterhältigen und strategisch gewieften Bolton vollkommen unterlegen. Doch er gibt nicht auf, vor allem nicht, weil Ramsay Jon genau dort trifft, wo er ihn treffen will: Seinem Herz. Das schafft er, indem er den kürzlich gefangen genommenen kleinen Bruder der Starks, den nicht mehr ganz so kleinen Rickon, über das Schlachtfeld rennen lässt und ihm in einer nervenaufreibenden Szene Pfeile hinterherschießt. Nur Sekunden bevor Jon Rickon erreicht, trifft Ramsays Pfeil Rickon und er stirbt in seines Bruders Armen.
So wird Jons Hass neu entfacht und er stürzt sich in die Schlacht, die etliche blutige Verluste fordert. Und wieder droht Jon zu sterben: Begraben unter einem Berg von Leichen scheint er zu ersticken. Quälend langsam kämpft er sich frei – und die nicht mehr zu erwartende Rettung kommt, eine Überraschung, die auch den Zuschauer rührt. Sansa Stark trifft mit Petyr Baelish und den Soldaten des Grünen Tals ein: Die Lehensmänner der Arryns metzeln Ramsays Gruppen nieder und bringen so endlich die herbeigesehnte Kehrtwende. Ramsay Bolton flieht nach Winterfell, doch wir wissen: Das kann nur noch sein Ende sein.

 

 

DIE WINDE DES WINTERS (S6:E10)

Nach so einer serientechnisch genialen Grenzerfahrung wie der vorherigen Folge, muss auch die letzte Folge der sechsten Staffel ein richtiger Knaller werden. Das schaffen die Showrunner auch, indem sie neue Handlungsstränge beginnen und auch einige auslöschen, von denen wir noch viel erwartet hätten: Die 60. und vorerst letzte Folge der Hitserie legt den Fokus auf die Durchführung von Cerseis von langer Hand geplanten Hinterhalt. Schritt für Schritt setzt sich das Puzzle zusammen, vor dem alle Zuschauer Angst hatten. Als in der Septe von Baelor die Tyrells, der Hohe Spatz und seine Anhänger zusammenkommen, um über Cerseis Schicksal zu entscheiden, taucht diese nicht auf. Das allein ist schon unheimlich. Doch als sie ihr neues, muskelbepacktes Schoßhündchen ihren Sohn Tommen festhalten lässt, wissen wir: Sie hat was ganz Übles geplant. So folgt eine Sequenz in der erst Maester Pycelle sein Leben verliert, weil Qyburns Vögelchen ihn niederstechen, und Lancel Lennister dann das Ausmaß von Cerseis Wahnsinn erkennt: In den Katakomben unter der Septe sind hunderte Fässer hochexplosives Seefeuer gelagert. Eine Spur brennbaren Petroleums führt zu einem der Fässer und Lancel vermag es nicht, die Kerze auszulöschen, die den Funken losschickt. So ist es geschehen um eine der vielversprechendsten Figuren des Game of Thrones-Universums: Margaery Tyrell fliegt in die Luft, ebenso ihre ganze Familie, inklusive dem gerade den Spatzen beigetretenen Loras, ihrem Vater und all den loyalen Anhänger des Hohen Spatzes. Doch das ist gar nicht der Höhepunkt der Folge, denn die Schreckmomente schrauben sich noch weiter nach oben: der naive aber eigentlich herzensgute Kindkönig Tommen Baratheon stürzt sich mit starrer Mine aus dem Fenster, denn ohne seine Frau will er nicht leben. Somit ist die Prophezeiung über den Verlustall  ihrer Kinder durch Cerseis eigene Hand  erfüllt und sie lässt sich eiskalt zur Königin der Sieben Königslande krönen. Im Beisein ihres geliebten Jaime schwört sie allen Feinden Rache und genießt die Macht des Eisernen Throns. Das verspricht einen Krieg in der nächsten Staffel, denn zu ihren Feinden zählen auch die Drachenmutter und ihre neuen Verbündeten: Die abtrünnigen Krieger der Eiseninseln unter Asha Graufreud haben sich Daenerys Targaryen in einer humorvollen Szene in Meeren angeschlossen. Und in Dorne machen alte Bekannte ebenso gemeinsame Sache: Olenna Tyrell verbrüdert sich mit den Sandschlangen und der neuen Regentin Dornes, um die Lennisters zu stürzen. Und wer kommt da angeschlichen? Kein Geringerer als Varys, die Spinne, der die Gunst der beiden mächtigen Häuser für Daenerys Feldzug um den Eisernen Thron nutzen will. Derweil bekommt ein verhasster Charakter endlich was er verdient, als Ramsay Bolton nämlich von seinen eigenen Bluthunden zerfleischt wird und Sansa Stark seelenruhig zusieht. Sie sieht auch zu, wie Jon Schnee zum neuen König des Nordens ausgerufen wird und sich die Loyalität der Nordmänner und der Wildlinge sichert. Außerdem hat sich Arya Stark aufgemacht, um endlich Rache an den Mördern ihrer Familie zu üben. Sie beginnt mit Walder Frey, dem sie seine zu Pasteten verarbeiteten Söhne vorsetzt und ihm dann die Kehle durchschneidet. Dabei zeigt sie, dass sie endlich „niemand“ geworden ist, und die Gestalt ändern kann.
Noch weiter im Norden hat Bran eine wichtige Vision von der Vergangenheit, in der das angedeutet wird, was viele Fans schon lange ahnen: Jon Schnee ist höchstwahrscheinlich kein Bastardsohn von Ned Stark, sondern sein rechtmäßiger Neffe und Sohn von Lyanna Stark. Das könnte ihn zu einer unglaublich mächtigen Figur auf dem Spielbrett von Westeros machen: Denn damit wäre er ein Stark und ein Targaryen. Sein Vater ist nämlich niemand Geringeres als Rhaegar Targaryen, der letzte Drache und Bruder von Daenerys. Die gerade auf dem Schiff steht und Richtung Drachenstein segelt, hinter sich eine Armada von treuen Unbefleckten, Söldnern, kriegshungrigen Dothraki und drei ausgewachsenen, Feuer speienden Drachen…

 

 

 

Alle 6 Staffeln von Game of Thrones gibt es jetzt REDUZIERT im maxdome Store zu kaufen.

Game of Thrones: Staffel 1 – 6 ab 17,99 € kaufen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.