Alles Gute hat ein Ende – und so neigt sich nun auch die aktuelle Game of Thrones Staffel ihrem Finale zu. Da dauert es nicht lang, bis sich eine gewisse „Episadness“einstellt: Der Abschiedsschmerz, wenn die Lieblingsserie endet, die Trauer um das Vergangene und die Feststellung, dass bis zur nächsten Staffel wieder ein Jahr ins Land ziehen wird. Natürlich wissen wir, dass eine Serie wie Game of Thrones unersetzlich ist und weisen deshalb gleich zu Beginn darauf hin, dass man ja zur näheren Untersuchung alle Staffeln noch ein zweites, drittes oder viertes Mal anschauen könnte.

Wenn ihr das aber schon erledigt habt, folgen jetzt acht Serien, die einem eingefleischten GoT-Fan auch gefallen könnten:

 

  1. Black Sails

Mit Euron Graufreud hatten wir in der siebten Staffel von Game of Thrones einen neuen Bösewicht kennengelernt, der vor allem wegen seiner Kampfkünste zur See gefürchtet wird. Die Serie Black Sails bietet ein ähnliches Spektakel: Wir schreiben das Jahr 1715, es herrscht das goldene Zeitalter der Piraterie. Die britische Marine jedoch will die Piraterie ein für alle Mal abschaffen. Captain Flint hingegen ist ein Pirat, der um das Überleben des Piratennests New Providence Island kämpft, welches neben Piraten auch Prostituierten, Dieben und Glücksjägern ein gutes Zuhause bietet.

Optisch ist Black Sails sehr gut aufgemacht, die Kostüme und die Kulissen überzeugen und führen den Zuschauer voll und ganz in die Piratenwelt. Wer den Roman „Die Schatzinsel“ von Robert L. Stevenson mochte, wird auch mit dieser Serie seinen Spaß haben, da sie als Prequel zu eben diesem gedreht wurde. Besonders interessant ist auch, dass tatsächliche historische Figuren mit Romanfiguren vermischt wurden. Produziert wurde die Serie unter anderem von Action-Garant Michael Bay. Fans von den Gewalt- und Sexszenen in Game of Thrones kommen hier ebenfalls voll auf ihre Kosten.

  1. House of cards

House of Cards ist ein Politthriller – und das ist GoT ja in gewisser Weise auch. Allerdings haben wir hier ein ganz anderes Setting: Wo bei Game of Thrones Drachen in einer mittelalterlichen Kulisse über den politischen Werdegang entscheiden, finden wir uns in House of Cards im Washington D.C. unserer Zeit wieder, wo Intrigen und skrupelloses Vorgehen im Weißen Haus ihren Lauf nehmen. In Mittelpunkt der Serie steht Francis J. „Frank“ Underwood (Kevin Spacey), der ein Kongressabgeordneter der demokratischen Partei ist. Nachdem der zukünftige Präsident sein Versprechen zu Franks neuer Position nicht hält, sinnt dieser auf Rache. Kevin Spacey ist hier in seiner absoluten Traumrolle zu sehen und schafft es den Zuschauer als sympathischer Bösewicht für sich zu gewinnen. Doch wieso sollte man als Game of Thrones Fan auch mit House of Cards sympathisieren? Im Zentrum der Handlung steht hier, wie in GoT, ein Machtkampf, welcher nicht mit fairen Mitteln, sondern mit vielen Intrigen gespielt wird. Durch spannende Plot Twists kommt es immer wieder zu unerwarteten Momenten, die unglaublich viel Spannung aufbauen.

3. Tudors

Die Tudors versetzt den Zuschauer wiederum in eine Umgebung, die besser zu den Grundvoraussetzungen aus Game of Thrones passt: wir haben eine Monarchie mit einem exzentrischen König, viele rollende Köpfe und wunderschöne Kostüme. Die Serie basiert frei auf den Ereignissen während der Regierungszeit von Heinrich dem VIII. von England, der vor allem für die Trennung der englischen Kirche von der römischen Führung des Papstes bekannt ist. Nicht wirklich rühmenswert ist allerdings der Grund, weshalb er sich von der katholischen Kirche abspalten wollte: um sich von seiner Ehegattin scheiden lassen zu können. Gerade seine vielen Liebschaften und vor allem auch, die Wege, wie er sich ihnen entledigt, sorgen für das nötige Extra im Historiendrama. Heinrich VIII. wird dabei grandios von Jonathan Rhys Meyers verkörpert, der die ständigen Launenwechsel und die Härte des Königs auf den Punkt bringt. Neben der optischen Nähe zum GoT wird die Zuschauer aber auch die Darstellung der Macht in der Serie die Tudors begeistern – denn was wäre ein Königshof ohne Intrigen und Liebeleien? Zuletzt entdeckt man aber auch ein bekanntes Gesicht: Fans von Margaery Tyrell dürfen sich freuen Natalie Dormer ebenfalls am englischen Hofe zu sehen. Dort verkörpert sie Anne Boleyn, eine Geliebte des Königs.

  1. Vikings

Mit Vikings hat ein irisch-kanadisches Team eine Historienserie rund um die Sagenfigur Ragnar Lodbrok geschaffen. Er war ein berühmter Wikinger, auch wenn nicht ganz klar ist ob er überhaupt existierte oder eine Sagenfigur ist, die sich aus mehreren tatsächlichen Wikingern zusammengeschustert hat. In der Serie plündert er auf den ersten Wikingerfahrten mit den Männern seines Clans neu entdeckte Länder, wobei es immer wieder auch innerhalb der Truppe zu Intrigen und Verrat kommt. Es entstehen auch immer mehr politische Machtkämpfe, die den militärischen Auseinandersetzungen auf englischem Boden geschuldet sind. Produziert wurde die Serie ebenfalls von Michael Hirst, der auch schon seine Finger bei den Tudors im Spiel hatte. Historisch gesehen hält sich die Serie allerdings etwas weniger an das Original (welches ja eventuell auch nur erfunden ist) und nimmt sich alle Freiheiten heraus. Allerdings muss das ja nicht immer schlecht sein, denn so entstehen einige Handlungsstränge, die sehr viel Spaß machen. Game of Thrones Fans kommen bei Vikings aber vor allem auch in der Darstellung der Schlachten auf ihre Kosten, wobei die Grundmotive Macht, Intrigen und Verrat auch wieder zu genüge genutzt werden.

  1. Die Sopranos

Bei den Sopranos wird der Zuschauer wieder in eine ganz andere Welt versetzt: Wir befinden uns in New Jersey und tauchen in Tony Sopranos Leben ein: Ein Ehemann, ein Familienvater einer italo-amerikanischen Familie, der neben den klassischen Problemen eines Vaters (Teenager erziehen, Frau glücklich machen) sich Woche für Woche in Therapie begibt, da er mit Panikattacken und Gedächtnislücken zu kämpfen hat. Ach ja: Und er ist der Boss einer Mafiafamilie in der New Jersey. Die Serie handelt von seinem Leben, von ganz normalen Familienproblemen und von den Machenschaften seiner Mafiagang. Die Sopranos waren in den USA ein Riesenerfolg und eine der ersten Top-Serien von HBO – aus deren Hause ja auch Game of Thrones stammt. Die beiden Serien ähneln sich wieder auf der Ebene der Erzählmotive, denn wenn es in einer Familie Drama gibt, dann in einer Mafiafamilie! HBO schafft es ebenfalls wie bei GoT, dass man gut in die Welt der Serienfiguren eintauchen kann und nimmt einen auch in die dunkelsten Abgründe der Menschlichkeit mit. Tony Soprano kann mal charmant, mal liebreizend und mal aufbrausend sein und ist damit die perfekte Figur für diese Serie, die eine Mischung aus Machtintrige, Gangster-Epos, Drama und Komödie ist.

  1. Mad Men

Wir bleiben in den USA. Nicht in New Jersey, sondern in New York spielt die Serie Mad Men, in welcher wir die Story rund um Don Draper beobachten können. Er gehört zu den aufstrebenden „Men of Madison Avenue“, einer führenden Werbeagentur. Wir erleben ihn als Creative Director mit den typischen Privat- und Liebesleben der 1950er Jahre. Peggy Olson ist seine weibliche Gegenspielerin, die sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten muss.

Mad Men wurde sehr hochwertig produziert und ist eine gute Bestandsaufnahme der Gesellschaft in den 1960er Jahren. Alle rauchen und trinken – und das am helllichten Tag. Die Herren der Schöpfung entsprechen noch dem Bild der Machos, während die Frauen zu neuen Ufern aufbrechen und ihr Aufstieg so langsam beginnt. Vor allem überzeugt die Serie durch die eine tolle Entwicklung der Charaktere und wird Game of Thrones Fans wegen der klassischen Motive von Macht und Depression, sowie Freiheit und Krieg begeistern. Die gesellschaftlichen Rollen von Mann und Frau werden erst aufgezeigt, um dann mit der Zeit durchbrochen zu werden. Mad Men besitzt einen einzigartigen Flair, ist detailvernarrt und hat dabei trotzdem eine komplexe Tiefe.

7. Hell on Wheels

Wir bleiben in den USA, bewegen uns auf dem Zeitstrahl allerdings noch etwas weiter nach vorne: Hell on Wheels ist aktuell DIE US-Amerikanische Westernserie und ist zeitlich kurz nach dem Sezessionskrieg im Jahr 1865 zu verorten. Im Zentrum der Handlung steht Cullen Bohannan, ein ehemaliger Sklavenhalter und konföderierter Soldat. Nach dem seine Familie ermordet wurde ist er auf der Suche nach dem Schuldigen, um Rache zu nehmen. Ein weiterer Handlungsstrang behandelt den Bau der ersten transkontinentalen BEisenbahn sowie die Auflösung des Sklaventums.

Hell on Wheels brilliert mit Konflikten um Identität, Integration, Moral und Opportunismus. Es wird kein Konflikt gescheut und keine der Figuren bleibt ohne Sünde – was eingefleischten Game of Thrones Fans bekannt vorkommen dürfte. Auch Freunden von großen Dramen dürfte die Serie gut gefallen, da es zu einem stetigen Kreislauf von Selbstzerstörung und Wiederaufbau kommt. Hell on Wheels stammt aus der selben Serien-Schmiede wie Breaking Bad und The Walking Dead – und steht in der Inszenierung in keinem Punkt diesen Serien nach. Wer sich gerne eine bunte Mischung aus ehemaligen Sklaven, Huren, Priestern, Glückssuchern, Kapitalisten und Sadisten ansieht, ist hier – wie bei Game of Thrones auch schon – genau richtig.

  1. West World

Wie der Titel schon verrät, spielt die relativ junge Serie West World ebenfalls in einer Wild-West-Welt – allerdings ist diese Teil eines futuristischen Vergnügungsparks in der Zukunft. Der Clou an diesem Freizeitpark sind die Hosts, menschenähnliche Roboter, die den menschlichen Besuchern zur Befriedigung ihrer dunkelsten Bedürfnisse zur Verfügung stehen. Das Motiv des Vergnügungsparks im Film dürfte den meisten bereits aus Jurassic Park bekannt sein – was nicht sehr verwundert, da beide Ideen aus derselben Feder stammen. West World greift jedoch nicht das Thema der wiederbelebten Dinosaurier auf, sondern beschäftigt sich mit den Fragen nach Ethik und Moral in Bezug auf künstliche Intelligenzen.

Doch wieso sollte man sich als Game of Thrones Fan West World anschauen? Zunächst einmal liegt mit West World eine weitere HBO-Hit-Serie vor, was sich mittlerweile fast schon zu einem Garantie-Siegel gemausert hat. Zwar hat weder die Westernwelt, noch die futuristisch anmaßenden Aufnahmen der Welt hinter West Worlds Kulissen etwas mit Westeros oder Essos zu tun, allerdings brilliert West World mindestens so gut wie GoT mit einer nicht vorhersehbaren Handlung. Die erste Staffel steckt voller Plot Twists und vielen Dramen und überrascht den Zuschauer auf elegante Art und Weise. Gerade das Wechselspiel aus Western und Sci-Fi, dem man anfangs nicht ganz traut, überzeugt auf ganzer Linie. Das könnte nicht zuletzt daran liegen, dass die Crew hinter der Serie nicht ganz unbekannt ist: J.J. Abrams produzierte bereits Lost und Fringe und hatte seine Finger auch bei den aktuellen Star Trek Filmen mit im Spiel. Die musikalische Untermalung kommt von niemand geringerem als Ramin Djawadi, der uns mit dem Hauptthema von Game of Thrones immer wieder einen Ohrwurm garantiert.

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