Es scheint sie zu geben, auch wenn man es als Fan kaum glauben mag: Jene Menschen, die zwar Serien gucken, aber auf Game of Thrones verzichten können. Klingt furchtbar, ist aber so. Für all jene, die zu dieser Gruppe gehören, aber auch für solche, die nach der letzten Staffel Game of Thrones andere Unterhaltung brauchen, gibt es hier ein paar richtig gute Alternativen zur besten Serie der Welt:

Westworld 

*zum Kaufen; ohne mtl. Kosten

Das HBO-Branding garantiert ja schon fast fantastische Serien. Westworld beeindruckt mit überwältigenden Sets, einer vielschichtigen Story mit authentischen Figuren und einer Schauspielriege, die ihresgleichen sucht: Anthony HopkinsJeffrey Wright,  Evan Rachel WoodJames Marsden und Ed Harris geben sich hier die Ehre. Die Handlung dreht sich um einen virtuellen Freizeitpark, in den man leibhaftig eintauchen, aber nicht sterben oder verletzt werden kann. Dies wird aber nicht nur zum Spielspaß, sondern vor allem zum Ausleben jeglicher Fantasien ausgenutzt. Die künstlichen Wesen, die darunter leiden müssen, wachen jeden Tag ohne Erinnerungen auf. Bis ein Fehler im System dies ändert und die Welt auf den Kopf stellt.

Die Drehbücher stammen übrigens von Jonathan Nolan, der bereits die Serie Person of Interest geschrieben hatte und der Bruder und häufige Schreibpartner des Regisseurs Christopher Nolan(Inception) ist.

 

 Legion 

Legion gehört zu den abgefahrensten Marvel-Serien – und ist außerdem einzigartig. Vor allem, weil hier nicht nur Marvel- und Comic-Fans auf ihre Kosten kommen. Legion ist bunt, Legion ist rasant, Legion ist laut und unbedarft – und Legion ist eine der besten Comicserien überhaupt. Die Hauptfigur ist David Heller (Dan Stevens), der sein Leben lang in psychiatrischer Behandlung verbracht hat. Denn er hört Stimmen – diese inneren Dämonen sind allerdings keine Einbildung…

Das die Episoden vor skurrilen Momenten, genialen visuellen Ideen und fantastischer Musik nur so strotzen, ist Showrunner Noah Hawley zu verdanken, auf dessen Konto auch die nicht minder fantastische Serie Fargo geht.

 

Mr. Robot 

Mr. Robot ist eine der wenigen filmischen Umsetzungen, die sich wirklich mit der Materie Cyberterrorismus, Hacking und IT auseinandersetzen. Anders als in vielen anderen Formaten sind die in der Serie verwendeten Codes und Aktionen allesamt realistisch – und machen die Thrillerserie so zu einer der besten ihrer Art.

Im Mittelpunkt steht der junge Elliot (Oscargewinner Rami Malek), der in einer Firma für Internetsicherheit arbeitet und geniale Skills besitzt. Durch die wird im Dark Web der mysteriöse Meisterhacker Mr. Robot (Christian Slater) auf ihn aufmerksam, der ihn rekrutiert. Elliot soll für ihn das Sicherheitssystem seiner Firma hacken. Während Elliot sich in das Abenteuer wirft, stehen ihm seine strengen Moralvorstellungen und psychischen Schwächen im Weg – und dann geht es plötzlich um viel mehr, als am Anfang gedacht.

Mr. Robot ist eine spannungsgeladene Hackerserie, die mit einem überragenden Hauptdarsteller und viel Authentizität punktet.

 

The Magicians

Diese Sci-Fi-Serie stellt die Frage, was passiert, wenn Magie erwachsen wir. Denn es geht um ein Zauber-College, das nicht wirklich Hogwarts gleicht. Die Hauptfigur ist Quentin Coldwater, ein Nerd, der am liebsten in seiner eigenen Welt lebt. Eines Tages erfährt er aber, dass die Mythen alle wahr sind und er tatsächlich zum Zauberer geboren ist. Das klingt jetzt platt und wie eine schon viel zu häufig erzählte Geschichte. The Magicians ist aber tiefer und komplexer, als man es erwartet. Die Handlung nimmt immer wieder unerwartete Wendungen und traut sich auch mal auf gesellschaftliche Tabuthemen einzugehen. Besonders spannend ist dabei die Geschichte über die Zauberer, die nicht gut genug für die Ausbildung sind.

Vor allem Harry Potter– und Narnia-Fans werden sich in der Magicians-Welt wie zuhause fühlen. Die Figuren haben Ecken und Kanten und die Magie ist kein Wunderwerkzeug, welches alles perfekt macht. Dadurch kommt in eine magische Welt ein Hauch Realismus, der diese Serie perfekt abrundet.

 

True Detective 

Mit True Detective wurde die Miniserie wiedergeboren – und zwar auf spektakuläre Art und Weise. Oscarpreisträger Matthew McConaughey und Tausendsassa Woody Harrelson spielen die beiden Detectives Rust Cohle und Martin Hart, welche vor 17 Jahren Ritualmorde aufgeklärt und die Täter überführt hatten.

Nun sitzen die beiden ehemals besten Freunde in einem Verhörraum und geraten selbst unter Verdacht. Denn siebzehn Jahre nach der Verhaftung der überführten Täter passiert wieder ein Mordfall, der jenen in der Vergangenheit zum Verwechseln gleicht – und die beiden Detectives verstricken sich in Widersprüche und Ungereimtheiten. 

True Detective brilliert als facettenreicher Krimi mit dramatischen Momenten, der zusätzlich mit der atmosphärischen Inszenierung durch Regisseur Cary Fukanaga (ES) fasziniert.

 

Black Sails

Michael Bay ist vor allem für die Transformers-Filme und große Explosionen bekannt. Ganz nebenbei schüttelte er aber auch noch die Serie Black Sails aus dem Ärmel. Die Piratenserie spielt im Jahr 1715, dem goldenen Zeitalter der Piraterie. Doch die British Navy macht sich zur Aufgabe, die Piraten ein für alle Mal loszuwerden. Dies führt zu einem gnadenlosen Kampf zwischen Gesetzlosen und Soldaten. Dabei wird es brutal und blutig – und ganz Michael Bay-like kracht es auch ordentlich. Aber daneben kommen auch die Dialoge und die Charakterentwicklungen nicht zu kurz. Hisst die Segel und lasst euch treiben: Black Sails ist absolut genial und spannend bis zur letzten Sekunde!

 

Vikings

Vikings erzählt von den legendären Heldengeschichten der Wikinger – kommt aber ganz ohne Lagerfeuer-Romantik aus. Vielmehr stehen hier Gemetzel, Opferrituale, Brudermord, Schlachten und fiese Intrigen im Vordergrund, die mit prächtigem Kostüm- und Setdesign perfekt in Szene gesetzt und von routinierten Schauspieltalenten gespielt werden.

Dabei besticht die Serie mit fulminanten Bildern, rauer Atmosphäre und durchwegs imposanten Sequenzen. Der geschichtliche Hintergrund ist weniger wichtig, als die Zurschaustellung von realistischen Schlachten, dem Leben in einer Zeit vor dem Mittelalter und dem Sozialgefüge eines der bekanntesten Kriegervölker der Weltgeschichte.

 

Sons of Anarchy

Sons of Anarchy ist ein lauter, schmutziger und mitreißender Einblick in das soziale Gefüge und die verwinkelten Machenschaften einer Motorradgang.

In Sons of Anarchy dreht es sich hauptsächlich um Jax Teller (Charlie Hunnam), der plant die Führung der Sons of Anarchy von seinem Stiefvaters (Ron Perlman) zu übernehmen.

Stark gespielte Charaktere und ein einzigartiges Setting machen Sons of Anarchy zu einem aufregenden Serienerlebnis. Neben der rockigen Untermalung und der harschen Dialoge überzeugt die Motorgang-Geschichte vor allem mit seinen dramatischen Elementen und der stetigen Figurenentwicklung, die tatsächlich Shakespeare’s Hamlet entlehnt sind.

 

The Handmaid’s Tale

Diese Serie gewann nicht umsonst mehrere Emmys und Golden Globes. In The Handmaid’s Tale geht es um eine dystopische Zukunft, in der der Großteil der Menschheit unfruchtbar geworden ist. Die wenigen noch gebärfähigen Frauen werden deshalb zu Sklaven bestimmter Männer und nicht mehr als eigenständige Menschen angesehen.

The Handmaid’s Tale ist tiefsinnig, übt dabei Gesellschaftskritik und ist somit sehr aktuell. Die Handlung ist von der ersten Sekunde an packend und die Darsteller machen jede Szene zu etwas Besonderem.

 

The Last Kingdom

Game of Thrones begeistert vor allem durch Unvorhersehbarkeit und Gewalt. Das kann The Last Kingdom auch! Nur ohne Fantasie, Drachen und Hexen, sondern in der Realität verankert. Schon in den ersten Minuten merkt man, dass das hier episch wird. Spannend und düster wird hier die Geschichte von Wikingern erzählt, welche die englischen Königreiche erobern wollen. Als Ersatz für Game of Thrones auf jeden Fall zu empfehlen!

 

 

Kleiner Zusatztipp:

Old but Gold: The Wire

Über The Wire wird immer viel geredet. Das hat aber auch einen einfachen Grund: Es ist immer noch eine der besten Serien da draußen. Die realistische Erzählung über die Drogenkriege in Baltimore nimmt sich Zeit, alles zu Ende zu erzählen und setzt dabei auf starke Dialoge und Figuren mit Schwächen. Was sie besonders macht? Sie war eine der ersten Serien, die das fantastisch umgesetzt hat und damit den Startschuss für alles gab, was wir heute schauen. Außerdem kann man heute immer noch mitfiebern, wenn die Cops McNulty (Dominic West) und Moreland (Wendell Pierce) versuchen, die Gangster Stringer Bell (Idris Elba) und Barksdale (Wood Harris) zu schnappen.

 

Die üblichen Tipps dürfen aber natürlich auch nicht fehlen:

*zum Kaufen; ohne mtl. Kosten

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