Kürzlich wurde offiziell bestätigt, dass es im Jahr 2021 einen vierten Teil von John Wick geben wird. Wer John Wick 3 gesehen hat, den wird das nicht groß wundern, schließlich endet auch der dritte Teil mit einem Cliffhanger. Ähnlich also, wie der visuell herausragende John Wick 2, an den Parabellum direkt anschließt.

Der Gejagte wird zum Jäger

Zum Inhalt: Das Ende des Vorgängers hätte offener nicht sein können. John (Keanu Reeves) wurde von seinem Freund, dem mächtigen Manager des Continental-Hotels Winston (Ian McShane), eine Stunde Aufschub gegeben, bevor die weltweite Jagd der Unterwelt auf den Titelhelden ausgerufen wird. Nachdem er ein Mitglied der zwölfköpfigen Hohen Kammer der Gangsterbosse getötet hat, gibt es keinen anderen Lösungsweg mehr. Noch dazu tat er dies auf dem heiligen Boden des Hotels, in dem jegliche Gewalt untersagt ist. Wick befindet sich zu Beginn des dritten Teils daher schwer angeschlagen auf der Flucht. Aber nicht nur John Wick steht auf der Abschussliste des Hohen Rats…

John Wick bekommt tatkräftige Unterstützung von Sofia (Halle Berry) und ihren Hunden.

Action-Ballet vom allerfeinsten

John Wick 3 ist noch abgefahrener, noch brutaler und noch spektakulärer als seine Vorgänger. Dabei lässt sich der Film dieses Mal jedoch auch genügend Zeit, um dem Charakter mehr Tiefe zu geben. Insbesondere die Motivation für den unbedingten Willen zu (über-)leben macht den ehemaligen Killer zu einem tragischen Anti-Helden, der gefangen in der kriminellen Parallelwelt ist. Keanu Reeves besticht dabei weiterhin in der Rolle des wildentschlossenen Superkillers. Auch, was der inzwischen 54-jährige Schauspieler körperlich abliefert, ist aller Ehren wert.

Die Highlightszenen des Films sind auch im dritten Teil die unglaublich gut inszenierten, balletartigen Kampfchoreografien. Regisseur Chad Stahelski liefert ein Feuerwerk der Messer-, Faust-, Schwert-, und Schusswaffenkämpfe. Noch dazu stiehlt ein Paar sehr bissiger Hunde dem menschlichen Stuntteam mächtig die Show. An diesen furiosen Kampf-Style kommen wohl nur The Raid und The Raid 2 heran – mit dem Martial Arts Schauspieler Yayan Ruhian hat Stahelski sogar einen der Hauptakteure der The Raid-Filme mit ins Boot geholt.

Ein weiteres Highlight des Films sind die zahlreichen verschiedenen Charaktere, die sich in dem unwirklichen und positiv überstyltem Setting austoben dürfen. Halle Berry zeigt, dass sie wie ihr Kollege Reeves immer noch topfit und extrem schlagkräftig ist. Ihre Ausstrahlung und ihr Kampfstil – zusammen mit ihren beiden Hunden – sind alleine schon jedes Eintrittsgeld wert. Ebenso begeistern Ian McShane, Laurence Fishburne und Anjelica Huston. Mark Dacascos als wetteifernder japanischer Sushi-Samurai-Killer und Game of Thrones-Darsteller Jerome Flynn als schmieriger Gangsterboss stechen noch einmal besonders heraus.

Der Auftragskiller Zero (Mark Dacascos) ist John Wick dicht auf den Fersen.

Unsere Wertung:
  • 10/10
    Action/Stunts - 10/10
  • 9/10
    Coolness/Style - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 6/10
    schwarzer Humor - 6/10
  • 8/10
    Story - 8/10
8.2/10

Fazit:

John Wick 3 ist genau das, was sich viele Fans erhofft haben. Ein adrenalingeladener Action-Trip, in dem der Sound der Feuerwaffen den Takt angibt. Dazu bleibt genug Zeit für ein großangelegtes Gangster-Epos, dessen Welt ähnlich außerhalb der Realität zu liegen scheint, wie die Zauberwelt bei Harry Potter. Eine schlaue Distanzierung, die die krassen Gewaltorgien besser verdaulich wirken lässt.

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