Viel wurde in den sozialen Medien geschimpft, als es die ersten Bilder von Will Smith als Dschinni zu sehen gab. Doch bereits die Trailer von Aladdin konnten viele Fans etwas sanfter stimmen. Dass es dennoch auch weiterhin zahlreiche Kritiker geben wird, ist klar. Schließlich hat Smiths Darstellung wenig mit dem ikonisch-überdrehten Auftritt der Comedy-Legende Robin Williams aus dem Zeichentrick-Original zu tun. Doch ist genau das die Stärke der Disney-Realverfilmung von Guy Ritchie.

Aladdin – ein Straßendieb, der zu Höherem bestimmt ist

Zusammen mit seinem Affen Abu sorgt der junge Straßendieb Aladdin (Mena Massoud) in den Gassen von Agrabah für ziemlich viel Chaos. Eines Tages lernt er auf einem seiner Streifzüge eine junge, wunderschöne Frau kennen, die er fälschlicherweise für eine Zofe von Prinzessin Jasmin (Naomi Scott) hält. Bei einem nächtlichen Einbruch in den Palast, stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei der Frau um die Prinzessin selbst handelt. Aladdin wird kurz darauf von den Palastwachen erwischt und von dem niederträchtigen Dschafar (Marwan Kenzari) zu einem zwielichtigen Handel gezwungen. Dschafar bietet ihm die Freiheit, wenn Aladdin ihm eine geheimnisvolle Wunderlampe aus einer mystischen Höhle besorgen kann. Doch läuft alles anders als von Jafar geplant und Aladdin steht als Meister eines mächtigen Flaschengeistes – dem Dschinni (Will Smith) – da.

Aladdin (Mena Massoud) und Jasmine (Naomi Scott) sind schon früh voneinander angetan.

Will Smiths Dschinni als spaßiger „Date-Doktor“

Im Gegensatz zu dem Zeichentrick-Klassiker nimmt sich Guy Ritchie in seiner Version etwas mehr der Freundschaft zwischen Dschinni und Aladdin und auch der Rolle der Prinzessin an. Die Figur des Dschinnis ist deutlich zurückhaltender und um einiges menschlicher. Für große Fans der alten Darstellung sicherlich etwas problematisch, aber für diese Version dennoch genau passend. Denn so liegt die Hauptstory auf den Schultern von Aladdin und Jasmin und ihrer Liebe zueinander. Mena Massoud und Naomi Scott können in ihren Rollen überzeugen und die Chemie zwischen beiden stimmt erkennbar. Überhaupt sind die Rollen mit mehr Charakter und Tiefe beladen, als in dem animierte Werk aus dem Jahr 1992. Besonders deutlich wird das an der Rolle der Prinzessin, die sich in einer patriarchalen Umgebung durchsetzen muss und als selbstbestimmte starke Frau überzeugt. Sie bekommt nicht nur einen sehr starken eigenen Song, sondern eine deutlich modernere Rollenzeichnung.

Trotzdem bleiben die Auftritte von Will Smith als Dschinni am meisten in Erinnerung. Der in den letzten Jahren viel gescholtene Star spielt seine Rolle mit einer ansteckenden Freude und kann sein Charisma komplett entfalten. Ihm in der Rolle zuzusehen macht einfach Spaß und er ist tatsächlich so etwas, wie der gute Geist des Films. Visuell besticht der Film mit einem farbenfrohen Spektakel und schön inszenierten Verfolgungsjagden. Dennoch hat sich Guy Ritchie im Vergleich zu vorherigen Filmen (King Arthur, Sherlock Holmes) experimentell deutlich zurückgenommen, was dem Film aber keinen Abbruch tut. Auch musikalisch ist der Film mehr als solide und kann mit den klassischen Aladdin-Songs für die passende Stimmung sorgen.

Dschinni erklärt seinem neuen Meister die Spielregeln. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Unsere Wertung:
  • 9/10
    Visuelles Spektakel - 9/10
  • 8/10
    Spaßfaktor - 8/10
  • 7/10
    Musik - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5/10
    Ende - 5/10
6.8/10

Fazit:

Die Realverfilmung von Aladdin macht vieles richtig, kann aber nicht vollständig begeistern. Hauptproblem dabei ist, das doch stellenweise sehr übertrieben-kitschige Ende des Films.Aladdin ist ein Film für die ganze Familie und hat viele wundervolle Schauwerte und einen Will Smith in Bestform.

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