Da Hollywood im Moment vor allem auf Superhelden setzt und dem Auswalzen bekannter Figuren und Geschichten vertraut, ist es wenig erstaunlich, dass eine der ältesten britischen Legenden schlechthin wieder mal einen Auftritt auf der großen Leinwand hinlegen darf: Robin Hood. Diesmal aber nicht in grüner Strumpfhose, sondern im modischen langen Cape mit Kapuze à la „Assassins Creed“.

Der Inhalt

Der junge Adlige Robin von Lacksley (Taron Egerton) kommt, tief in seinem Glauben an Gerechtigkeit erschüttert, von einem Kreuzzug aus Jerusalem zurück. Seine Burg findet der für tot erklärte Kriegsveteran beschlagnahmt und verfallen vor. Schlimmer jedoch ist, dass sich seine große Liebe Marian (Eve Hewson) in den ambitionierten Freiheitskämpfer Will Scarlet (Jamie Dornan) neu verliebt hat. Zudem beutet der habgierige Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) seit Jahren das gemeine Volk aus. Hinter ihm steht dabei die gesammelte Macht der christlichen Kirche. Mit Hilfe von John (Jamie Foxx) schafft es Robin jedoch eine Untergrundbewegung gegen den korrupten und menschenverachtenden Bösewicht ins Leben zu rufen.

Die Kritik

Die neueste Verfilmung des klassischen Stoffs hatte durchaus gute Anlagen. Die Thematik arm gegen reich und weltweite politisch-religiöse Intrigen auf Kosten des Bürgers und des Friedens scheint derzeit aktueller denn je. Robin Hood steht dabei symbolisch für ein Sinnbild moderner politischer Machenschaften, verpackt in einet Mittelalter-Saga.

Auch überzeugt der Film mit handgemachten Action-Szenen und spektakulären Kampfszenen, die an Computerspiele erinnern. Edgerton und Foxx haben eine gute Chemie zusammen und Mendelsohn darf sich als Bösewicht alle Freiheiten nehmen, die er will. Heimliches schauspielerisches Highlight ist dabei jedoch Fifty Shades-Star Jamie Dornan, der den komplexesten Charakter des Films geben darf. Eve Hewson bleibt leider etwas blass. Über die Tatsache, dass die Darstellung des englischen Mittelalters eher einem Fantasy-Buch zu entspringen scheint und verschieden Genres hier zitiert werden, ist großzügig hinwegzusehen.

Das große Schwäche des Films allerdings ist, dass jedem etwas stärkeren Moment viel zu oft ein sinnbefreiter Dialog oder eine haarsträubende und unlogische Szene folgt. Das beeinträchtigt leider erheblich den visuellen Fun-Faktor und führt dazu, dass der Film nicht auf ganzer Linie überzeugen kann.

Fazit
  • 4/10
    Story - 4/10
  • 9/10
    Pfeil und Bogen Action - 9/10
  • 6/10
    Schauspieler - 6/10
  • 2/10
    Dialoge und Logik - 2/10
  • 5/10
    Unterhaltungsfaktor - 5/10
5.2/10

Summary

Fazit: Natürlich ist Robin Hood hauptsächlich ein „Spaß-Film“ der sich selbst nicht allzu ernst nehmen will. Und ja, es ist stilistisch ein Videospiel und daher auch zu Recht mit „fantastischen“ Elementen oder überstilisierten Waffen (Gatling-Armbrust) ausgestattet, aber die Balance des Films ist einfach zu unausgeglichen. Er nimmt und gibt sich thematisch ernster und heroischer, als es die Inszenierung und die Dialoge letztendlich zulassen. Das Reboot von Robin Hood hätte das Potential gehabt, der Figur neues Leben einzuhauchen, aber so ist es eine der schwächeren Verfilmungen des „Pfeil und Bogen-Meisters“ geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.