Spätestens seit Staffel 6 haben selbst die aufmerksamsten Leser der erfolgreichen Fantasyreihe den Serienguckern nichts mehr voraus: Die Handlung der Bücher verbleibt hinter der Handlung der Serie. Doch George R. R. Martin ist seinen Lesern und Zuschauern immer noch endlos voraus. Einige Fans maßen sich dennoch an, zwischen den Zeilen gelesen zu haben, was noch auf uns zukommt. Hier kommen 10 verrückte Fantheorien, die bei genauer Überlegung gar nicht so verrückt erscheinen:

(ACHTUNG: SPOILER!)

 

Tyrion Lannister ist ein Targaryen

Dass Jon Schnee ein Targaryen ist, scheint sich in Staffel 6 endlich bewahrheitet zu haben: Seine leiblichen Eltern sind wohl niemand geringeres als Rhaegar Targaryen, Daenys Bruder und einst rechtmäßiger Erbe des Eisernen Throns. Und Jons Mutter ist Ned Starks kleine Schwester Lyanna, die eigentlich King Robert versprochen war. Einer Fantheorie zufolge soll jedoch nicht nur Jon Schnee ein Targaryen sein, sondern auch Tyrion Lennister. Ja, richtig gelesen: Tyrion Lennister, der Zwerg. Dass er und sein Vater nie ein gutes Verhältnis hatten, ist klar, doch auch seine (im Buch beschriebene) weißgoldene Haarfarbe, die verschiedenfarbigen Augen, sein Hang zur Dramatik und sein Interesse an Drachen und (See-)Feuer ist unübersehbar. Könnte es wirklich sein, dass Tyrion eigentlich der Nachkomme des Irren Königs ist, und damit Daenerys‘ Bruder? Schon merkwürdig, dass er sich der Erzfeindin seines Hauses angeschlossen hat und sich seit Staffel 6 als ihre Hand beweist…

 

Arya Stark wird böse

Arya Stark hat ein schweres Los: Ihre Familie ist mehr oder weniger tot, sie wurde erst vom Bluthund gekidnappt, dann floh sie nach Braavos und zu guter Letzt sollte sie während ihrer Ausbildung bei den Gesichtslosen auch noch gemeuchelt werden. Aber die jüngste der Stark-Töchter ist taff und dreht den Spieß einfach um: Sie tötet ihre Kontrahentin und beginnt ihren Feldzug gegen die Mörder ihrer Familie. Den Anfang macht sie mit Walder Frey, dem sie das Fleisch seiner getöteten Söhne vorsetzt und ihm kurzerhand die Kehle aufschlitzt. Kein Wunder, dass Arya ein wenig durchdreht, bei dem Leid, das sie durchgemacht hat. Aber die Gesichtslose, die mittlerweile zum Vielgesichtigen Gott betet, scheint dem Bösen langsam aber sicher komplett zu verfallen. Die Fantheorie, dass Arya letztendlich wirklich böse wird und selbst gegen ihre eigene verbliebene Familie (Jon Snow und Sansa Stark) in den Kampf zieht, wird von einer Behauptung der Arya-Darstellerin Maisie Williams gestützt: Die meinte nämlich, ihre Figur habe viel Ähnlichkeit mit Anakin Skywalker. Und was aus dem wurde, ist uns ja allen bewusst.

 

 

Die Gesichtlosen Männer von Braavos schließen sich den Weißen Wanderern an

Eine weitere Fantheorie hat mit Arya Stark zu tun: Das junge Mädchen schloss sich auf Geheiß von Jaqen H’ghar den Gesichtlosen Männern in Braavos an, einer religiösen Vereinigung von Kopfgeldjägern und Attentätern, deren Kompetenz und Treffsicherheit überall auf der Welt bekannt ist. Die Gesichtlosen, die ihren Sitz in einem Tempel in der Freien Stadt Braavos haben und deren Ausbildung sehr hart ist und viele Opfer fordert, beten den Vielgesichtigen Gott an. Das Motto der Gesichtlosen lautet „Valar Morghulis“ und bedeutet „Jeder Mann muss sterben“. In den Büchern gibt es einige Hinweise darauf, dass der Totenkult ein Drachenei besitzt. Und was kann ein Drache ausrichten, vor dem die Regenten der Sieben Königslande am meisten Angst haben? Er könnte die Mauer zerstören. Und wer könnte über die gefallene Mauer nach Westeros einfallen? Richtig – die Weißen Wanderer. Auch die leben frei nach dem Motto „Jeder muss sterben“ und meucheln seit Staffel 1 jedes menschliche Wesen, das ihnen in den Weg tritt. Naheliegend also, dass sich die Attentäter von Braavos mit der eisigen Macht des Nordens einlassen. Dahingestellt ist erstmal, ob, wie und wo die beiden Milizen aufeinandertreffen könnten. Ein Spektakel wäre es allemal.

 

Syrio Forel ist Jaqen H’ghar

Als „Schwert von Braavos“ lernten wir Syrio Forel in Staffel 1 kennen. Arya Starks Vater Ned engagierte den brillanten Schwertkämpfer als Lehrer für seine Tochter. Der Braavosi lehrte sie den Schwertkampf – und starb viel zu früh, als die Lennisters ihren Streich gegen die Starkmänner ausführten. Doch starb er wirklich? Arya sah es nicht, und auch dem Zuschauer blieb der Blick auf Syrios letzten Kampf verwehrt. Eine gängige Fantheorie besagt, das liege daran, dass Syrio gar nicht gestorben ist. Er ist nämlich gar kein Schwertkämpfer aus der Stadtgarde, sondern in Wahrheit ein Gesichtsloser. Und nicht nur irgendeiner – er ist Jaqen H’ghar selbst. Schlüssig ist diese Theorie vor allem deswegen, weil nach Syrios vermeintlichem Tod Jaqen erstmals auf den Plan trat. Nämlich als Gefangener von Yoren, einem Mann der Nachtwache, der die Gefangenen zur Mauer bringen soll. Auch Arya reist mit Yoren und lernt Jaqen dabei kennen, weil er sie anspricht. Zufall? Eher nicht.

 

Brienne von Tarth ist Teil von Cerseis düsterer Prophezeiung

Aufmerksame Zuschauer/Leser haben schon bemerkt, dass sich die Prophezeiung der Hexe über Cersei Lannister langsam aber sicher bewahrheitet. Die fiese Lannister-Tochter hat als junges Mädchen eine Hexe ihr Blut kosten lassen, woraufhin diese ihr die Hochzeit mit dem König, drei leibliche Kinder und den Tod derer voraussagte. Diese Ereignisse traten bereits ein, denn Cerseis Erstgeborener Joffrey verlor sein Leben bei einem Giftanschlag auf seiner eigenen (königlichen) Hochzeit, ihre Tochter Myrcella wurde von den Sandschlangen aus Dorne aus Rache für den Tod an Prinz Oberyn ermordet und Cerseis jüngster Sprössling, König Tommen, nahm sich sein Leben mit einem Sprung aus dem Roten Bergfried, als Cersei seine geliebte Frau Margaery und tausende andere Bürger rachsüchtig in den Feuertod riss.

Doch die Prophezeiung der Hexe sagte Cersei auch, dass sie von einer „jüngeren und schöneren“ vom Thorn gestoßen wird und dass diese Konkurrentin ihr „alles nehmen würde, was ihr lieb ist“. Vollblutmutter Cersei hat nicht mehr viel, was ihr genommen werden könnte – außer dem Königreich. Und ihrem Bruder/Liebhaber/Vater ihrer Kinder Jaime Lannister. Doch der liebt Cersei über alles. Oder? Nicht ganz. Denn in Buch und Serie wird angedeutet, dass Jaime durchaus Gefühle für die wenig ansehnliche, aber tapfere und ehrbare Brienne von Tarth haben könnte. Aber die Prophezeiung spricht doch eindeutig von Daenerys, die Cersei vom Thron stoßen wird. Oder von Sansa Stark. Oder? Nicht unbedingt. Denn schon bei Briennes erstem Auftritt, wird ihr Beiname vorgestellt: Brienne die Schöne. Und jünger als Cersei ist sie auch, wie in den Büchern verraten wird. Nämlich ganze 14 Jahre. Die Hexe sagt Cersei auch auf den Kopf zu, dass sie sterben wird, sobald ihre Tränen sie ertränkt haben und zwar durch die Hände des Valonqar, der sie erdrosseln wird. Bei all den Schandtaten, die Cersei zu verantworten hat, wäre es auch an der Zeit, ihr eine gehörige Lektion zu erteilen. Umso besser, wenn es tatsächlich Brienne wäre, die das übernimmt. Die ist nämlich einfach nur cool.

 

 

Das Duell der Brüder

Weniger Fantheorie, viel mehr handfeste Spekulation ist das Aufeinandertreffen der Clegane-Brüder. Sandor, der „Bluthund“ Clegane und Gregor, „der Berg“ Clegane, fochten schon so manchen Kampf vor der eigentlichen Handlung und später in den Büchern/der Serie selbst aus. Dass Sandor seinen Bruder über alles hasst, ist klar: Schließlich hat der dem Jüngeren wegen eines Spielzeugs den Kopf in Kaminfeuer gehalten und ihn so auf Lebzeit entstellt und gebrandmarkt. Außerdem ist Gregor den Lannisters dienlich. Nach seiner tödlichen Verwundung durch die Viper, Prinz Oberyn Martell und der Wiederbelebung durch Alchemist Qyburn mehr denn je: Der wandelnde Zombie horcht allein auf die Befehle der Königinmutter und wird durch seine übernatürliche Behandlung zur übermenschlichen Kampfmaschine. Aber auch Sandor ist nicht totzukriegen: Während wir eine ganze Staffel lang glaubten, er habe das Zeitliche gesegnet, kehrte er fast unbehelligt zurück. Und zwar mit so viel Zorn, Rachsucht und perfektionistischer Schwerthand, dass wir gar nicht wüssten, ob wir wirklich auf den Berg setzen würden, sollte es zum Kampf kommen.

 

Der dreiäugige Rabe ist Bran Stark aus der Zukunft

Zugegeben, der Zug mit dem dreiäugigen Raben ist abgefahren, weil er schon tot ist, wie wir hautnah mitansehen mussten. Die ganze Sequenz rund um seinen Tod und der abgefahrenen Erklärung, warum Hodor nur „Hodor“ sagen kann („Hold the door!“) war ein wenig viel für die Zuschauernerven, zumal sie nicht wirklich Antworten auf Brans Fragen geliefert hat. Eine krasse Fantheorie behauptet nun aber, das liege daran, dass der Dreiäugige Rabe (gespielt von Max von Sydow) Bran selbst sei – aus der Zukunft. Dass in seinem Reich die Grenzen von Gut, Böse, Physik und Gesetz ausgelotet wurden, war ohnehin schon klar. Und wer sollte Bran eher auf sein Leben als Dreiäugiger Rabe vorbereiten, als er selbst? Klingt verrückt, ist aber ganz plausibel, wenn man es sich genau überlegt: Der Bran, der aus der Zukunft kommt, hat miterlebt, was mit der Welt passiert und will um jeden Preis verhindern, dass es so kommt. Also kehrt er zu sich selbst zurück und versucht sich in richtigem Maß auf den richtigen Weg zu bringen. Bran mit seinen Wargkräften und den Einblicken in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ist nämlich sehr, sehr mächtig und wird mit Sicherheit noch wichtig für die Geschehnisse nördlich wie südlich der Mauer. Vor allem seine (bedrohliche) Verbindung mit dem Nachtkönig muss eine tiefere Bedeutung haben.

 

Sansa Stark macht einen großen Fehler

Sansa Stark, ihres Zeichens älteste lebende Stark-Erbin und zurückgekehrte Herrin von Winterfell, hat einiges durchmaßen müssen in ihrem noch sehr jungen Leben: Erst wurde sie einem größenwahnsinnigen Jungkönig versprochen, der ihren Vater köpfen ließ und ihre Familie nahezu auslöschte. Dann wurde sie mit dem Lannister-Zwerg verheiratet und des Mordes am König beschuldigt. Nach der Rettung durch Kleinfinger muss sie sich vor den todbringenden Krallen ihrer verrückt gewordenen Tante Lysa retten und dann wird sie auch noch von Kleinfinger betrogen und mit Ramsay Bolton verheiratet – dem bis dato brutalsten Sadisten aus Game of Thrones. Diese Schicksalsschläge, inklusive mehrfacher Vergewaltigung, verkraftete Sansa mehr oder weniger und schaffte es bis zur Mauer, wo sie auf ihren (Halb-)Bruder Jon Snow traf. Der zog gegen Bolton in den Krieg und drohte zu verlieren. Doch da zeigte Sansa erstmals ihre taktische Denkweise und ihre Zähigkeit: Sie brachte Kleinfinger dazu, für Jon gegen die Boltons in den Kampf zu ziehen und gewann damit Jons Leben und Winterfell zurück. Dort ließ sie Ramsay von seinen eigenen Hunden zerfleischen – und zeigt damit selbst eine Art von sadistischem Racheakt.

In den kommenden Staffeln wird es darauf hinauslaufen, dass Jon sich entweder im Süden (gegen die Lannisters) oder im Norden (gegen die Weißen Wanderer) in den Kampf stürzen muss. Aber ob Sansa ihm da keinen Strich durch die Rechnung macht? Eine Fantheorie besagt nämlich, dass Sansa zum rachsüchtigen Bad-Ass der Serie wird, ganz im Stile ihrer Schwester Arya. Ihr geht es nämlich jetzt nur noch darum, die Feinde ihrer Familie für ihre Taten bluten zu lassen. Koste es was es wolle. Die Fantheorie behauptet, dass Sansa selbst Jon in den Rücken fallen würde, um ihre Rache zu bekommen, und dass sie auch bei einem Wiedersehen mit Arya nicht darauf verzichtet, ihre Feinde endgültig bluten zu sehen. Das wird sich für alle Seiten schwerwiegend auswirken: Emotionale Taten bewirken selten das, was sie sollen. Und Sansa, mit all der Macht, die sie nun hat, könnte so einiges richtig verbocken.

 

Jon Snow ist Azor Ahai

Eine Fantheorie mit Berechtigung behandelt Jon Snow und sein Schicksal. Die Rote Priesterin Melisandre ist seit Stannis‘ Fall davon überzeugt, dass Jon Snow der vom Roten Gott auserwählte Azor Ahai, der Lichtbringer ist. Derjenige, der die ewige Dunkelheit und Kälte zurückschlagen und so die Menschheit vor dem sicheren Untergang bewahren wird. Diese Überzeugung läuft darauf hinaus, dass Melisandre den von Kameraden ermordeten Jon von den Toten zurückholt. Der will von der mysteriösen Magierin aber nichts wissen und schickt sie fort, als er erfährt, dass sie die junge Prinzessin Sharin verbrannte, um ihrem Gott ein Opfer zu bringen. Doch auch wenn Melisandre nun fort ist, der Verdacht bleibt bestehen, dass sie Recht haben könnte. Schließlich ist Eis, Jons Schwert, aus Valyrischem Stahl gemacht und daher imstande, Weiße Wanderer zu töten. Außerdem war er bereits mehrere Male im Norden und konnte mehr oder weniger erfolgreich vor den Schergen des Nachtkönigs fliehen. Das Tüpfelchen auf dem i ist jedoch Jons Bestreben, die Wildlinge und die Menschen südlich der Mauer zu einer Allianz zu formen, die gegen die dunkle Bedrohung des Nordens antritt – gemeinsam.

Es scheint also recht wahrscheinlich, dass Jon Snow Azor Ahai ist. Was bedeutet das aber für ihn und die kommenden Handlungen? Laut der Prophezeiung über den auserwählten Lichtbringer hat er ein schweres Los zu tragen – ein tragisches Schicksal ist ihm vorbestimmt. Er rettet zwar die Menschen, muss das jedoch tun, indem er sein Schwert mit dem Blut seiner geliebten Nissa Nissa (große Liebe) tränkt. Das bringt uns zur letzten Fantheorie:

 

Jon Snow und Daenerys lieben sich – und er tötet sie

Jon Snows Nissa Nissa soll nämlich niemand anderes als Königin Daenerys Targaryen sein, Mutter der Drachen und Sprengerin der Ketten. Durchaus denkbar, da die schöne Herrscherin gerade auf dem Weg nach Westeros ist und im Schlepptau mehrere Tausend kampffähige Männer, Söldner und drei ausgewachsene Drachen hat. Grund genug also für Jon Snow, die Drachenmutter aufzusuchen und sie darum zu bitten, mit ihm gegen die Weißen Wanderer in die Schlacht zu ziehen. Denkbar also auch, dass sich die beiden starken Charaktere ineinander verlieben. Seine erste große Liebe verlor Jon nämlich bereits bei der Schlacht der Wildlinge in der Schwarzen Festung: Die junge Wildingskriegerin Ygritte starb, als ihr ein Pfeil die Brust durchbohrte. Zeit für neue Liebschaften also. Wenn nun Jon und Daenerys ein Paar werden würden und Jon wirklich Azor Ahai ist, dann müsste er seine mächtige Geliebte töten. Denn nur wenn sein Schwert mit ihrem Blut getränkt ist, kann er die Bedrohung aufhalten.

Diese Fantheorie ist vielleicht etwas weit hergeholt, doch durchaus denkbar. Game of Thrones hat uns in 5 Büchern und 6 Staffeln gezeigt, dass wirklich alles möglich ist – und dass George R. R. Martin aus jeder Finte und jeder Wendung noch eine weitere Überraschung herausholen kann. Eine, bei der wir uns im Nachhinein denken: Wie haben wir das nur übersehen können?

 

Was denkt ihr, welche Fantheorien treffen ins Schwarze und welche sind viel zu weit hergeholt? Hinterlasst einen Kommentar mit eurer Meinung!

 

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