Zombiefilme sind immer nur dasselbe? Der britische Low-Budget-Film The Girl with all the Gifts will dem Thema etwas Neues abgewinnen. Ob er das Genre mit neuem Blut beschenkt oder doch nur durch ausgetretene Pfade schlürft, lest Ihr in unserem Review.

*erster Monat kostenlos; danach 7,99 €/Monat und monatlich kündbar

In einer britischen Militärbasis lebt das Mädchen Melanie (Sennia Nanua) zusammen mit gleichaltrigen Kindern unter der Erde. Sie wird allerdings strengstens bewacht und darf ihre Zelle nur angeschnallt in einem Rollstuhl verlassen. Sie ist nämlich, wie die anderen Kinder auch, mit einem Pilz infiziert. Durch ihn werden sie zu wilden Bestien mit Gier nach Menschenfleisch, sobald sie hungrig werden. An der Oberfläche hat die Ausbreitung der Infektion bereits apokalyptische Ausmaße angenommen und die Menschheit fast völlig vernichtet.

Kleine Pilzköpfe

Anders als erwachsene Infizierte, die zu hirnlosen, zombieähnlichen “Hungries” mutieren, sind die Kinder jedoch noch zu normalem Denken fähig, obwohl ihre Gehirne mit dem Pilz durchwuchert sind. Sind sie überhaupt noch menschlich, oder schon längst vom Parasiten gelenkt? Bewacht von einer Truppe Soldaten unter der Leitung des strengen Sergeant Eddie Parks (Paddy Considine) unterrichtet die Lehrerin Helen Justineau (Gemma Arterton) die Kinder, während die Wissenschaftlerin Dr. Caroline Caldwell (Glenn Close) sie untersucht, um ein Heilmittel zu finden.

Die letzte Hoffnung der Menschheit – oder doch nur das Zombiefutter von morgen?

Zombies mit Cornflakes

Autor Mike Carey, vorher vor allem für Comics wie etwa der Vorlage zur TV-Serie Lucifer bekannt, schrieb seinen Bestsellerroman selbst zum Drehbuch um und Regisseur Colm McCarthy (Peaky Blinders) machte daraus einen stylischen Thriller mit B-Movie Charme. Hinzu kommt ein außergewöhnlicher, hypnotischer Soundtrack des Chilenen Cristobal Tapia de Veer (Utopia). Da stört es auch kaum, dass die Zombies alle aussehen, als hätte man ihnen einfach nur Cornflakes ins Gesicht geklebt.

Frische Untote

Ruhige, düstere Momente werden immer wieder von deftiger Horroraction unterbrochen, so dass keine Langeweile aufkommt. Ein bisschen philosophisch wird der Film dann auch mit Fragen danach, was einen Menschen eigentlich ausmacht und wie viel das Überleben wert ist. In dieser Hinsicht entpuppt sich The Girl with all the Gifts als würdiger Nachfolger des Brit-Zombieklassikers 28 Days Later.

Zombies in der Fußgängerzone – wer kennt es nicht?

Debüt als kleines Monster

Neben den gestandenen Schauspielgrößen Considine, Arterton und Close hat zudem Newcomerin Sennia Nanua kein Problem sich stets zu behaupten. Sie spielt das hyperintelligente Zombiemädchen als faszinierende Mischung aus Neunmalklug und Killermaschine, so dass man sie trotzdem schnell ins Herz schließt.

Lust auf Unterhaltung mit Untoten bekommen? Hier findet Ihr noch mehr Zombiefilme im Paket.

Unsere Wertung:
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 8.5/10
    Spannung - 8.5/10
  • 4/10
    Humor - 4/10
  • 8.5/10
    Grusel - 8.5/10
  • 8/10
    Splatter - 8/10
7.2/10

Fazit:

Auch wenn einige Elemente an den Videospielhit “The Last of Us” erinnern, ist “The Girl with all the Gifts” ein gelungener und origineller Low-Budget-Beitrag im weiten Feld der Zombiefilme.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.