Nur zwei Monate, bevor mit Avengers: Endgame einer der bösesten Cliffhanger der Filmgeschichte aufgelöst wird, betritt mit Captain Marvel noch eine neue Figur das MARVEL Cinematic Universe (MCU): Und zwar die erste Superheldin, deren Kommen schon in der Nachabspannszene von Avengers: Infinity War angekündigt wurde.

Okay, Black Widow gibt es eigentlich schon seit Iron Man 2, aber erstens verfügt sie über keine Superkräfte und zweitens hat sie leider immer noch keinen eigenständigen Solofilm spendiert bekommen. Und auch Figuren wie Gamora aus Guardians of the Galaxy oder Wasp aus Ant-Man and the Wasp, so cool und schlagkräftig sie auch sind, durften in den MCU-Filmen immer nur die zweite Geige spielen.

Nun soll, kurz vor der alles entscheidenden Schlacht nach Avengers: Infinity War, also Captain Marvel zumindest einen Hauch von Gleichberechtigung in das von männlichen Muskelprotzen doch arg dominierte Comic-Universum bringen. Die Story sei hier nur kurz angerissen: Die Kree-Kämpferin Vers verfügt über gewaltige Kräfte, die sie jedoch oft nicht wirklich kontrollieren kann. Außerdem hat sie vor sechs Jahren ihr Gedächtnis verloren. Ihr Kampf gegen die gestaltwandelnden Skrulls führt sie schließlich auf die Erde – wo auch ihre Vergangenheit darauf wartet, von ihr entdeckt zu werden. Dort wird auch der kleine Twist des Films offenbart: Die Handlung spielt nämlich im Jahr 1995 und somit sogar noch vor dem ersten Iron Man.  

Fühlt sich manchmal wie Schlumpfine: Kree-Soldatin Vers (Brie Larson, Mitte).

Party like it’s 1995

Dadurch kann der Film nicht nur in 90er Jahre-Nostalgie schwärmen, was sich neben ein paar Seitenhieben auf VHS- und Pager-Technologie vor allem in der Musikwahl widerspiegelt, in der Greatest Hits der Zeit wie “Come as you are” von Nirvana oder “I’m just a girl” von No Doubt die Höhepunkte des Films perfekt untermalen. Und sowieso passt die Epoche der „Girlpower“ auch perfekt zu Captain Marvel als Figur – denn diese verzichtet auf eine feministische Holzhammer-Botschaft, sondern überzeugt einfach so, Geschlecht hin oder her.

Verkörpert wird sie von Oscargewinnerin Brie Larson, die ihr eine schillernde Persönlichkeit verpasst. So ist “Vers”, wie sie am Anfang des Films genannt wird, im gleichen Maße verletzlich wie taff, zynisch aber auch empathisch. Trotz Jude Law – als Vers’ strenger Mentor – kommt die Geschichte aber erst so richtig in Fahrt, als eine weitere Figur die Bühne betritt. Womit wir in diesem Review endgültig im Spoiler-Territorium angekommen wären.

Der heimliche Star des Films: Katze Goose

Niemand nennt ihn Nick

Denn es handelt sich um niemand Geringeren als Nick Fury höchstpersönlich. Verblüffend echt mithilfe von Make-Up und CGI um 24 Jahre verjüngt, verkörpert Samuel L. Jackson erneut seine ikonische Rolle, allerdings deutlich weniger erfahren und noch weit davon entfernt, der Chef von SHIELD zu sein. Wenn er zusammen mit Vers den Hintergründen ihrer Amnesie auf die Spur kommt, wirkt die Comic-Adaption plötzlich wie ein Buddy-Film der alten Schule.

Schließlich muss es dann natürlich auch wieder ein großes Finale mit jeder Menge Action und kosmischer Größe geben. Das fährt coole Wendungen, witzige Sprüche und emotionaler Dramatik auf – mit anderen Worten, die MARVEL-Erfolgsformel. Die Tatsache, dass sich der Film dann doch wieder arg stichpunktartig an diesen nunmehr 20-mal erprobten Elementen abarbeitet, trübt dann zwar ein bisschen der Spaß. Das ist jedoch gleich vergessen, wenn plötzlich ein gewisser flauschiger Vierbeiner einer Captain Marvel glatt die Show stiehlt.

Mehr zum MARVEL Cinematic Universe erfahrt ihr in unserer chronologischen Auflistung aller Filme.

Und hier geht es zum maxdome Kino-Tipp.

Unsere Wertung:
  • 8.5/10
    Action - 8.5/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 6/10
    Humor - 6/10
  • 9/10
    Cat Content - 9/10
  • 9.5/10
    Girl Power - 9.5/10
  • 8.5/10
    Stan Lee Cameo - 8.5/10
8.1/10

Fazit:

Besser spät als nie: Das MCU bekommt endlich eine eigene (Super)Powerfrau – und Thanos kann sich schon mal warm anziehen!

One Response to maxdome Review: Captain Marvel

  1. Julian sagt:

    Da bin ich ja gespannt, wenn ich nächsten Mittwoch ins Kino gehe. 🙂 Wenn ich Zeit finde, schreib ich hier auch dann ein kleines Fazit runter. ^.^

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