Es ist die unglaubliche aber wahre Geschichte eines der dreistesten Raubüberfälle in der Geschichte der USA. Ja, richtig gehört! Die vier College-Freunde, die die irrsinnige Idee, ihre Universitätsbibliothek auszurauben für gut befunden haben, gibt es wirklich!

Es sollte ein ganz spektakulärer Coup à la Oceans 11 werden. So einfach haben es sich die vier Möchtegern-Gangster zumindest vorgestellt. Dabei ging es eigentlich nicht nur um den millionenschweren Erlös, den sie sich vom Verkauf der seltenen Bücher und Manuskripte versprochen haben. Mehr noch trieb die Jugendlichen die unerklärliche, tiefsitzende Furcht an, in einem Leben zu versumpfen, dass vom spießigen Alltagstrott geprägt ist. Vor allem Protagonist Spencer spricht immer wieder von einer Sehnsucht, an etwas so Einschneidendem, Sensationellem teilzuhaben, das ihr Leben erst zu etwas Außergewöhnlichem und Bedeutsamen machen würde. Dieser Wunsch sollte den leichtsinnigen, aber liebenswerten Halbstarken jedoch noch zum Verhängnis werden.

American Animals ©2018 ASCOT

Auf die Leinwand gebracht wurde diese wahrlich hollywoodreife Geschichte von Regisseur Bart Layton, der kürzlich das Regie-Angebot für den 25. Bondfilm abgelehnt hat. Wie bereits in seinem Doku-Drama Der Blender – The Imposter, zeigt Layton auch hier wieder seine Vorliebe für die Verschmelzung von Doku- und Spielfilm-Elementen. So wechselt der mit Metaspielereien gespickte Film immer zwischen nacherzählter Story und Interviews mit den Realpersonen. Der Regisseur und Drehbuchautor belässt es jedoch nicht dabei und daher kommt es auch gelegentlich zu einem Aufeinandertreffen der Porträtierten mit ihren jungen Counterparts. Mal kann der Zuschauer außerdem eine direkte Ansprache eines Darstellers in die Kamera beobachten, oder wiederum erleben, wie Schauspieler und Interviewte gegenseitig ihre Sätze beenden. Durch eben jene Stilelemente, die einen regelrechten Bruch der vierten Wand verursachen, sprengt Bart Layton förmlich die Grenzen zwischen den dokumentativen und den darstellerischen Aspekten des Films.

Der packende Krimi-Thriller geht der Frage nach, was um alles in der Welt vier intelligente, begabte junge Männer, die zudem auch noch ein priviligiertes Leben führen, zu so einer unbesonnenen, fahrlässigen Tat veranlasst hat. Wer riskiert seine eigene Zukunft für seinen Geltungssucht?

American Animals ist aber keineswegs als Suche nach der absoluten Wahrheit zu verstehen. Vielmehr wird verdeutlicht, dass es sich stets um subjektive, voneinander abweichende Erinnerungen handelt. Die Story wechselt dabei gekonnt vom humorvollen Heist-Movie hin zu fesselndem, bitterernstem Krimi-Thriller. Der Film ist jedoch nicht nur stilistisch eine Offenbarung, sondern überzeugt darüber hinaus mit einem umwerfenden Cast, darunter AHS-Star Evan Peters.

American Animals ©2018 ASCOT. All Rights Reserved.

Unsere Wertung
  • 9.5/10
    Spannung - 9.5/10
  • 7.5/10
    Humor - 7.5/10
  • 9.5/10
    Drama - 9.5/10
  • 10/10
    Originalität - 10/10
  • 9.5/10
    Soundtrack - 9.5/10
9.2/10

Fazit:

Bitte mehr von solchen einfallsreichen Filmen!

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