Hört man sich derzeit unter den Star Wars Fans um, so stellt man verwundert fest, dass viele davon bisher weder ihren Kinobesuch geplant haben, noch wissen, ob sie sich Solo: A Star Wars Story überhaupt im Kino ansehen wollen – gerade für das Star Wars-Franchise ein extrem ungewöhnliches Fan Verhalten. Hier einige Gründe dafür:

Die Nostalgie ist stark, in den neuen Teilen der Macht …

Wer sämtliche Nostalgieverweise einmal persönlich gesehen haben will, der muss Solo: A Star Wars Story zur Vervollständigung sehen. Das dann aber auch eigentlich genau nur einmal. Sprich: Die richtige Handhabung für Episode 1 bis 3 greift auch hier. Generell ist Solo leider zu nahe an diesen Teilen. Das ist zwar wahrscheinlich Absicht (Stichwort: schwarz-roter Teint), aber filmisch eben leider trotzdem blöd. Immerhin kommt kein Jar Jar Binks in Solo: A Star Wars Story vor und die Animationen sind bei Weitem nicht so grausig wie in Episode 1 bis 3. Dafür gibt es allerdings auch keinen sympathischen, neuen Doiden, wie etwa K-2So in Rogue One, dessen Tod ich immer noch nicht ganz verkraftet habe. (Ernsthaft … Tränen … JE-DES-MAL!!!) Aber zumindest eine kleine Roborevolte. Die war ganz nett. Nur eben leider kurz. Ebenfalls gefallen haben mir die Minuten, in welchen der Film in Richtung Star Ship Troopers ging. Und die Beginne der Bromance zwischen Han und Chewie mitzuerleben. Wobei für mich leider Chewbacca auch der alleinige Sympathieträger des Filmes war.

… die Darsteller leider weniger

Zu Beginn des Films erinnert Solo zunächst an ein Theaterstück mit Alden Ehrenreich und Emilia Clarke. Letztere möchte ich im Übrigen künftig außerhalb von Game of Thrones generell einfach nicht mehr sehen. Und selbst dort geht sie mir ab und an ordentlich auf den Keks. Ehrenreich hingegen erinnert mich weniger an einem jungen Harrison Ford als Han Solo, als an einen jungen Ray Liotta in einem Scorsese Film. Generell auch nicht schlecht, aber eben absolut nicht das, was ich bei diesem Kinobesuch wollte. Ganz  davon abgesehen, dass Ehrenreich für mich einfach auf keinen Fall über den Charme eines Harrison Ford verfügt – jung oder alt! Die beiden Hauptdarsteller sind zudem meist mit Grinsen, gemeinsamem Leiden oder unpassendem Schmusen beschäftigt. Woody Harrelson wirkt, als hätte ihn die Kralle aus einem seiner letzten Filme herausgefischt und in Solo hineingeworfen. Er spielt eine seiner typischen Paraderollen. Einzig Donald Glover weiß in Solo mit seinen schauspielerischen Leistungen zu beeindrucken. Als Lando Calrissian rettet er für mich den Film zwar nicht, aber seine Wandlung seit er in der Serie Community die Schulbank drückte, ist wirklich beachtlich.

Der Stil des Films schien, als hätte man sich nicht entscheiden können, in welche Richtung es nun gehen solle. Zu Beginn gibt es dramatischen Herzschmerz fast im Stil eines Stückes, dann ein bisschen Fast and the Furious Sci-Fi, gefolgt von James Bond und Heist-Movie Action – nur um immer mal wieder unnötigerweise durch 50 Shades-artige Liebesbekenntisse unterbrochen zu werden. Leider nicht meins. Zu einem Zeitpunkt während der James Bond Phase war ich mir ganz sicher, gerade einen Blick auf eine geplante Achterbahn in einem Disney Themenpark zu werfen. Ich befürchte, dass mindestens ein Jahr Pause zwischen den großen Star Wars Veröffentlichungen für mich gar nicht mal so übel ist …

Um mein Star Wars Fandom Level* einschätzen zu können, hier mein

Ray Park (rechts) und Greg Grunberg (mitte) auf der Berliner ComiCon 2016 (Foto: Stefanie Bradish)

 

Weitere Meinungen zu Solo: A Star Wars Story

In diesem Beitrag möchte ich noch weitere Stimmen zu Solo: A Star Wars Story sammeln. Ich werde ihn daher in den nächsten Wochen um weitere Meinungen ergänzen – sobald noch weitere Kollegen und Fans im Kino waren. Also: Stay tuned!

Damit Dir die Einschätzung leichter fällt, welche Meinung Deinem eigenen Geschmack am Nähesten kommt, gibt jeder hier Zitierte ebenfalls sein Star Wars Fandom Level und seine alten und neuen Lieblingsteile der Saga an.

*Die fünf Stufen unseres Star Wars Fandom Ratings:
1) Stormtrooper:

Person, die nach dem von ihr geäußerten Satz “Ich habe noch nie einen Star Wars Film gesehen“ keine weitere Sprechrolle hat und deren Schicksal besiegelt ist.

2) Jüngling:

Hat schon einmal irgendeinen Star Wars Film gesehen und fand diesen „ganz nett“.

3) Padavan:

Leute, die die Original Trilogie nostalgisch schätzen und die neuen im Kino und, wenn gut, noch einmal im Heimkino anschauen.

4) Jedi-Ritter:

Leute, die sich mindestens einmal im Jahr mindestens Episode IV, V und VI einmal angucken.

5) Jedi-Meister:

Leute, die auf die Star Wars Celebration fahren, in Clubs sind oder sämliche Schlachtformationen aus dem Gedächtnis wissen.

Dominik Drozdowski, Online-Redakteur bei maxdome (Star Wars-Level: Jedi-Meister):

Schon bei dem Wort „Prequel“ läuft Star Wars Fans ein Schauer über den Rücken, und wo es bei „Rogue One“ danach ein Aufatmen geben konnte, so ist es bei „Solo“ eher ein gleichgültiges Schulterzucken. Zwar ist die Action solide inszeniert und die Story durchaus interessant und ja, Alden Ehrenreich macht seine Sache gut, auch wenn man einfach Harrison Ford nicht aus dem Kopf kriegt. Aber leider ist das Ganze auch furchtbar vorhersehbar, weil nach dem Prinzip des Abarbeitens einer Checkliste aufgebaut. Han muss Chewie treffen? Check. Han muss den Millenium Falken fliegen? Check. Han trifft auf Lando? Check. Das nimmt dem Film leider viel Drive, dass sämtliche neue Figuren aus dem 0815-Charakterbogen eines Star Wars-Rollenspiels zu stammen scheinen, hilft auch nicht gerade.

Alexander Stroh, Senior Quality Assurence Manager bei maxdome (Star Wars-Level: Jedi-Ritter):

Wenn man alles drum herum ausklammert, dann ist der Film gut. Wenn man ihn als „Han Solo ist genau wegen der Ereignisse in Solo so, wie er später in den Filmen ist“ sieht, dann ist er leider nur ok.

Cem Sirin, Praktikant im Bereich Marketing bei maxdome (Star Wars-Level: Jüngling):

Der Film ist definitiv sehenswert. Alden Ehrenreich übernimmt die Rolle von Han Solo sehr überzeugend. Dafür, dass er große Fußstapfen zu füllen hat, wird er den Erwartungen gerecht. Den übrigen Cast fand ich ebenfalls super gewählt. Davon abgesehen hat mir Ron Howards Art Filme zu machen, sowie die wunderbare Filmmusik von John Williams schon immer gefallen. Mich persönlich sprechen die Star Wars Story Filme eher an, als die aktuelle Trilogie von Disney (Episode 7 & 8). Zu bemängeln habe ich nur die vorhersehbare Storyline zum Ende hin. Dennoch taucht für Fans die ein oder andere Überraschung auf.

Fazit
  • 6/10
    Jedi-Meisters Meinung - 6/10
  • 5/10
    Jedi-Ritters Meinung - 5/10
  • 4/10
    Padavans Meinung - 4/10
  • 7/10
    Jünglings Meinung - 7/10
5.5/10

Kurzfassung

Nett, aber so überflüssig wie eine Erklärung, warum Han mit Nachnamen Solo heißt. (Jedi-Meister)

Als einzelner Film gut, als Teil des Ganzen leider nur okay. (Jedi-Ritter)

Wer unbedingt mit eigenen Augen sehen möchte, wie Han Solo zu seinem Namen, Raumschiff und zu seiner Fehde mit Lando Calrissian kam, muss Solo: A Star Wars Story ansehen. Der Rest leider eher nicht. Wobei einmaliges Ansehen für die Nostalgieverweise auch mehr als ausreichend ist. (Padavan)

Ich würde ich jedem eingefleischten Star Wars Fan empfehlen, den Film nicht zu sehr mit den Originalfilmen zu vergleichen. Lehnt euch zurück und genießt die Unterhaltung. (Jüngling)

3 Responses to Die maxdome Filmkritik Solo: A Star Wars Story

  1. Matze sagt:

    Hallo, ich muss mich da mal kurz zu Wort melden. Ich finde das diese Kritik nicht wirklich gut ist. Ich habe das Gefühl, das die Autorin mehr gegen den Film heizt, da es ein Film aus dem „Star Wars“-Franchise ist, als ihn als eigenständig zu sehen. Kommentare wie: „Immerhin kommt kein Jar Jar Binks in Solo: A Star Wars Story vor und die Animationen sind bei Weitem nicht so grausig wie in Episode 1 bis 3.“ Was hat ein Jar Jar Binks mit diesem Film zu tun? Außerdem kann meinen keinen Vergleich aus zu den Animationen der Episoden 1-3 ziehen. Die Episoden 1-3 kamen 1977 bis 1983 ins Kino. Das ist wie also würde man die neuen Teile und deren Animation von 2017 mit den von 1977 vergleichen und sich dann beschweren, warum den die Animationen so bescheiden sind. Der Film erzählt die Geschichte von Han Solo und sollte nicht mit anderen „Star Wars“-Filmen verglichen werden. Auf mich wirkt der Beitrag so, als ob die Autorin generell das „Star Wars“-Franchise nicht mag und und den Film von diesem Aspekt „nicht überragend“ fand, schon bevor Sie ihn überhaupt ansah. Außerdem verstehe ich den Satz zu Emilia Clarke nicht? „Letztere möchte ich im Übrigen künftig außerhalb von Game of Thrones generell einfach nicht mehr sehen.“ Sie hat in diesem Film ebenfalls einen annehmbaren Auftritt hingelegt. Was hat es damit zu tun ob sie in „Game of Thrones“ mitspielt? Für mich klingt dieser Satz so, als ob die Autorin damit sagen möchte, das Sie außerhalb von „Game of Thrones“ kein recht hat in einem anderen Film oder einer Serie mitzuwirken. Aus meiner Sicht ist diese „Kritik“ keine Kritik sondern ein Schuss gegen das „Star Wars“-Franchise und die Hauptdarsteller, die das erste mal in einem so großen Franchise mitgewirkt haben. Meiner Meinung nach, sollte man das nächste mal jemanden in das Kino schicken, der keine Vorurteile gegenüber der Marke „Star Wars“ hat.

    Das hier ist lediglich meine Meinung zu dieser Kritik und ich möchte niemanden persönlich angreifen, zudem möchte ich mitteilen, das ich keinen Groll gegen die Autorin hege, da Sie lediglich ihre Meinung mitgeteilt hat.

    • Stefanie Bradish Stefanie Bradish sagt:

      Hi Matze,

      juhu, eine weitere Meinung. Prima!
      Ich verstehe Deinen Ansatz von wegen „Film eigenständig sehen“ usw., nur: leider hat mir dieser Film das aus den genannten Gründen unmöglich gemacht. Und nein, ich mag das Star Wars Franchise. Sehr sogar. (Das sollte eigentlich durch das Fandom Rating kenntlich werden. Hast Du bis dahin gelesen? Oder wie kann ich das Deiner Meinung nach hier besser verständlich machen?) Aber genau deswegen habe ich auch an Star Wars Filme höhere Ansprüche, als zum Beispiel an eine x-beliebige Action Komödie. Und ebenfalls deswegen, ja, vergleiche ich die Animationen von 2017 und 1977 – und mir gefällt die von 1977 deutlich besser!
      Und zu Emila Clarke: Sie wirkt für mich außerhalt ihrer Paraderolle zu oft wie ein weiblicher Frodo. Gutes Beispiel zum Verständnis wäre evt. dieser Fiilm. https://store.maxdome.de/ein-ganzes-halbes-jahr-16699729.html

      Bin gespannt auf Dein Feedback. Schönen Montag Dir & LG,
      Steffi

  2. Julian sagt:

    Hi Stefanie und maxdome co. xD
    Wollte schon nach mein Kinobesuch hier drauf antworten, aber war vielseitig beschäftigt privat. :’D
    Ich fand den Film klasse 🙂 und muss mein Voredner zustimmen in vielen Punkten. :’D
    Bei Star Wars finde ich alles klasse, auch die Prequels, Rogue One war für mich ein Dorn im Auge, weil sie Kyle Katarn gestrichen haben etc. XD Hinterher finde ich den Film nun auch gut (also Rogue One).
    Selbst die furchtbare Episode 8 kann ich einiges abgewinnen (vor allem für viele den Hasspart „Canto Bight“, welcher zu mein Lieblingsmomenten im Film zählt. :’D).
    Solo fand ich erfrischend und als George Lucas Filmfassungen-Fan auch teilweise doof (Solo schießt als erstes….)
    Die Schauspielerleistung fand ich recht passend, erst dacht ich mir, Ehrenreich wird nicht als Solo überzeugen können, doch ich hab mich geirrt. Vom ersten Moment an war es für mich Han Solo der da ist. :’D Die Liebesgeschichte und den gewaltigen Cliffhanger am Ende gefielen mir auch sehr gut. Das einzige was mir Sorgen macht ist der Nachname von Han, denn dadurch wird versucht „Rey“ aus den neuen Teilen einzurodnen im Sinne von „einfah nur Rey, die sich noch ein Nachnamen ausdenken kann“.
    In der Kritik wird Prequel mit Schauder verbunden, ich verbinde es mit Freude. :’D
    Obi Wan Kenobi, Qui Gonn Jinn, Darth Maul, Count Dooku, Darth Sidious, Senatoren etc. alles wundervolle Charaktere und politische Lage. 🙂
    Zudem wurde auch jetzt The Clone Wars angekündigt die letzte Staffel :D:D:D
    Man könnte was meinen, ich wäre der Meinung wer die Prequels (bzw. dessen Ära) nicht ehrt, ist Star Wars nicht wert. XD

    Kurz gesagt ist Solo ein klasse Spin-off Teil mit Nachfolgerpotenzial (ich will wissen was dieser Rebels-Charakter da macht zu der Zeit, sein eigenes Spin-off kann er ruhig haben, darauf warten seine Fans, genau so wie die Kenobi Fans XD).

    Mit euren Fandom-Einstufung bin ich auch nicht zufrieden, denn nirgendswo werden Episode 1-3, The Clone Wars, Rebels, Spin-offs, Bücher, Comics etc. erwähnt für die „Levelstufe“ xP was bin ich dann, Jedi-Ritter im Rat ala Skywalker? XD

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