Kaum ein Regisseur hat das Blockbusterkino der letzten Jahre so geprägt wie Zack Snyder. Seine Bildsprache hat den Actionfilm auf eine neue Stufe gehoben, dem seitdem viele anderen Filmemacher nacheiferten.

Ein Auge für die besten Bilder wurden Zack Snyder praktisch in die Wiege gelegt, als er am ersten März 1966 in Green Bay, Wisconsin geboren wurde. Denn seine Mutter Marsha Manley war eine Malerin und Lehrerin für Photografie, die auch an der Schule unterrichtete, die Zack besuchte. Nach dem Beenden der High School studierte er dann auch Malerei in England, während er nebenbei bereits anfing, Filme zu drehen.

Vor seinem Durchbruch als Filmregisseur drehte er zunächst jedoch zahlreiche Werbespots sowie Musicvideos für Bands wie „Morrisey“ und „Soul Aslyum“. 2004 folgte dann endlich sein erster Spielfilm, das Remake des Zombie-Klassikers Dawn of the Dead. Zusammen mit 28 Days Later, das zwei Jahre zuvor in die Kinos kam, brachte sein Film das Zombie-Thema einem Mainstream-Publikum nahe und kann heute als Vorläufer von World War Z und The Walking Dead angesehen werden.

Spartanischer Bombast

Noch einflussreicher war jedoch sein zweiter Film 300. Die Comicverfilmung erzeugte zunächst mit einem fulminanten Trailerkampagne Interesse, die geschickt zusammengeschnittene Bilder des Films mit einem passendem Rocksong verband, in diesem Fall von „Nine Inch Nails“. Seitdem ist diese Kombination zum Standard für Blockbuster-Werbung geworden. Auch der Stil des Films selbst hallte lange nach. Mit extrem stilisierten Bildern und durchchoreografierten Actionszenen, die sich oft auch Slow-Motion-Aufnahmen bedienen, inszenierte er die oft extrem brutalen Schlachtszenen als ästhetischer Tanz der Körper. Und das rigorose Trainingsregime der Darsteller läutete eine Ära ein, in der jeder Action-Star auch ein Muskelpaket sein muss. Der Film wurde ein Mega-Hit und der dritterfolgreichste Film aller Zeiten, der ab 18 Jahren freigegeben ist.

Danach bekam er von dem Hollywood-Studio Warner Bros. weitestgehend freie Hand. Dies nutzte er, um sich einer weiteren Comic-Adaption zu zuwenden. Aber nicht irgendeine, sondern eine Verfilmung des Graphic Novels Watchmen von Alan Moore und Steve Gibbons. Dieses gilt als eines der besten Comics überhaupt und wurde sogar als einziges Nicht-Prosawerk in die Liste der 100 beste englischsprachigen Romane aller Zeiten des Time Magazine aufgenommen. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1986 wurden immer wieder Versuche einer Verfilmung unternommen, unter anderem Terry Gilliam (12 Monkeys), Darren Aronofsky (Black Swan) und Paul Greengrass (Die Bourne Identität) bissen sich daran die Zähne aus. Zack Snyder gelang es schließlich, indem er durchsetzte, dass der Film nicht nur eine Altersfreigabe ab 18 in den USA bekam, sondern auch wie das Comic in den 1980ern spielte.

Die etwas anderen Wächter

Zum Kontrast zum brutalen Watchmen verwirklichte Zack Snyder als Nächstes einen Animationsfilm für Kinder. Die Legende der Wächter basierte auf den ersten drei Romanen der gleichnamigen Buchreihe der US-Autorin Kathryn Lasky und erzählt die Geschichte eines Clans von Eulen. Die Produktion dauerte drei Jahre und wurde von dem Animationsstudio verwirklicht, das bereits Happy Feet produziert hatte.

 

Im Anschluss wendete sich Snyder wieder einem Stoff zu, den er bereits 2007 angefangen hatte. Anders als seine bisherigen Filme war es eine komplett neue Story aus seiner eigenen Feder. Mit Sucker Punch legte er einen Film hin, der zumindest im visuellen Bereiche seinesgleichen sucht. Die Kritiken waren allerdings durchwachsen. Während ihn manche als sexistische Gewaltfantasie verteufelten, waren andere ganz im Gegenteil davon überzeugt, dass er sogar eine feministische Botschaft hat.

Zurück zu stählernen Körpern

Mit Man of Steel kehrte Zack Snyder dann wieder in die vertrauten Gefilde der Comicadaptionen zurück. Nichts weniger als dem allerersten Superhelden überhaupt sollte er neues Leben einhauchen. Das schaffte er auch auf beeindruckende Art und Weise und machte nebenbei Henry Cavill zum Superstar. Daraufhin wurde ihm vom Studio Warner Bros. auch die Aufgabe zuteil, für die Superhelden des DC Comicverlags eine ähnliches „Cinematic Universe“ zu erschaffen, wie es Disney und Marvel bereits mit überragendem Erfolg etabliert hatten.

Mehr zum DC Cinematic Universe erfahrt Ihr hier.

Bevor er sich voll und ganz dem DC Universum widmete, schrieb und produzierte er aber noch das Sequel zu 300. Die Regie von 300 – Rise of an Empire gab er allerdings an Noam Murro ab.

Duell der Giganten

Wie bereits bei Watchmen, so war auch das Zusammentreffen der Helden Batman und Superman ein Projekt, dass schon durch andere Hände ging, bevor es auf Snyders Tisch landete. Bereits 2001 sollte Wolfgang Petersen (Troja) einen solchen Film drehen, für die Rolle von Superman war Jude Law im Gespräch und für die des Batman… Christian Bale. Dieser verkörperte sie schließlich tatsächlich in der Dark Knight-Trilogie von Christopher Nolan, lehnte ein erneutes Verkörpern des dunklen Rächers allerdings ab. So übernahm Ben Affleck die Rolle in Snyders Film. Gleichzeitig führt Batman v. Superman aber auch schon die allererste Superheldin überhaupt ein, Wonder Woman. Sie wird verkörpert von Gal Gadot und bekam dieses Jahr ihren eigenen, extrem erfolgreichen Solofilm spendiert.

Die Reihe wird mit Justice League weitergeführt. Darin stoßen noch weitere Helden dazu, um als „Liga der Gerechten“ im Stil der Avengers eine kosmische Bedrohung aufzuhalten. Als der Film bereits zu großen Teilen vollendet war, ereilte Zack Snyder jedoch ein privater Schicksalsschlag. Seine 20-jährige Tochter Autumn beging Selbstmord, was ihn veranlasste, den Film an seinen Kollegen Joss Whedon (Marvels The Avengers) zu übergeben.

Der neue Film von Zack Snyder

Justice League (2017)

Nach dem Tod Supermans arbeiten Wonder Woman und Batman zusammen, um eine Gruppe von Superhelden zu gründen, um Gefahren aus den Tiefen des Alls zu begegnen. Die potentiellen Rekruten sind der Prinz der sieben Weltmeere Aquaman (Jason Momoa, Conan), der blitzschnelle Flash (Ezra Miller, Vielleicht lieber morgen) und der aus außerirdischen Maschinenteilen bestehende Cyborg (Ray Fisher). Ihnen bleibt nicht viel Zeit, um als „Liga der Gerechten“ zusammen zu finden, denn der Alien-Eroberer Steppenwolf (Ciaran Hinds, Game of Thrones) ist mit einer Armada unterwegs zur Erde.

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Dawn of the Dead (2004)

Als die Krankenschwester Ana (Sarah Polley, Splice) eines Morgens erwacht, findet sie sich plötzlich inmitten einer Zombie-Apokalypse wieder und wird von der tollwütigen Nachbarstochter angegriffen. Mit Ach und Krach schafft sie es, sich bis ein nahegelegenes Shoppingcenter durchzuschlagen. Dort schließt sie sich einer Gruppe von Überlebenden an. Zunächst scheint es die perfekte Zuflucht zu sein. Doch können die Türen des Centers dem Ansturm der untoten Horden dauerhaft standhalten? Während die ersten Risse im Glas erscheinen, sucht die Gruppe verzweifelt nach einem Weg, an den Zombies vorbei zu kommen und ein rettendes Boot zu erreichen.

300 (2007)

Im Jahre 480 vor Christus rollt eine riesige Armee des persischen Gottkönigs Xerxes (Rodrigo Santoro, Westworld) auf die Völker Griechenlands zu. Während ein Staat nach dem anderen fällt, weigert sich der König des stolzen Kriegergeschlechts der Spartaner, Leonidas (Gerard Butler), das Knie zu beugen. Doch sein Senat wiederum stimmt gegen ihn, als er die spartanische Armee gegen Xerxes ins Feld führen will. So bleibt ihm nur seine Leibgarde aus 300 Elitekrieger (u.a. Michael Fassbender in seinem Kinodebüt) für den Versuch, die Perser am Gebirgspass der Thermopylen aufzuhalten. Gleichzeitig versucht seine Frau Königin Gorgo (Lena Headey, Game of Thrones), den Senat und vor allem Rädelsführer Theron (Dominic West, The Wire) davon zu überzeugen, Leonidas zur Hilfe zu kommen.

Watchmen – Die Wächter (2009)

In der alternativen Welt der Watchmen gab es Superhelden wirklich – und sie haben die Geschichte geprägt. So wurde der Vietnamkrieg dank des gottgleichen Dr. Manhattan (Billy Crudup, Big Fish) von den USA gewonnen und Nixon ist 1985 immer noch US-Präsident. Doch aufgrund von Polizeistreiks sind die maskierten Rächter inzwischen verboten und haben sich ins Privatleben zurückgezogen. Alle bis auf den kompromisslosen Rorschach (Jackie Earle Haley, A Nightmare on Elm Street), der immer noch Verbrecher krankenhausreif schlägt oder sogar tötet. Als dieser einen Mord untersucht, entdeckt er, dass das Opfer der Held Comedian (Jeffrey Dean Morgan, Desertio) war. Für Rorschach ist sofort klar, dass jemand es auf ehemalige Watchmen abgesehen hat. So versucht er, ehemalige Mitstreiter wie seinen Ex-Partner Nite Owl (Patrick Wilson, Insidious), den für die Regierung arbeitenden Dr. Manhattan und dessen Frau Silk Spectre (Malin Akerman, Nach 7 Tagen – Ausgeflittert) zu warnen.

 

Die Legende der Wächter (2010)

Im Eulenkönigreich Tyto lebt eine Familie von Schleiereulen. Als der junge Soren aus seinem Nest fällt, wird er entführt und in ein mysteriöses Internat der „Reinen“ gebracht. Dort will man ihn zusammen mit anderen Eulenkindern zu gefügigen Kriegern machen. Zusammen mit der Elfenkäuzin Gylfie gelingt ihm die Flucht. Auf der Suche nach Unterstützung gegen die Reinen, welche an einer Superwaffe bauen, macht sich Soren mit seinen Freunden auf den beschwerlichen Weg über das Hoolemeer. Denn jenseits des Wassers sollen die „Wächtereulen von Ga’Hoole“ leben, von dessen Heldentaten Sorens Vater ihm Gutenachtgeschichten erzählt hat.

Sucker Punch (2011)

Nach dem Tod ihrer Mutter muss eine junge Frau (Emily Browning, Sleeping Beauty) sich und ihre kleine Schwester gegen ihren gewalttätigen Stiefvater verteidigen. Als sie ihn in Notwehr versucht, zu erschießen, verfehlt sie ihn und trifft dafür ihre kleine Schwester. Daraufhin erwirkt ihr Stiefvater, dass sie in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wird und dort innerhalb von fünf Tagen lobotomisiert werden soll. In der Anstalt flieht sie in eine Fantasiewelt, in der sie ein Mädchen namens Babydoll ist, dass in einem Bordell gezwungen wird, für die Gäste zu tanzen. Immer wenn sie das tut, fällt sie in eine Trance und kämpft in weiteren Traumwelten gegen Nazizombies, Samuraidämonen und Alienroboter.

Man of Steel (2013)

Weil seine Welt Krypton dem Untergang geweiht ist, schickt der Wissenschaftler Jor-El (Russell Crowe) seinen neugeborenen Sohn Kal-El in einem Raumschiff in Richtung Erde. Kurz darauf wird Jor-El von dem abtrünnigen General Zod (Michael Shannon, Young Ones), der einen Coup inszeniert, getötet. Zod selbst wird jedoch nur wenig später gefangen genommen und zusammen mit seinen Anhängern verbannt, noch bevor Krypton in Flammen aufgeht. Auf der Erde abgestürzt, wird das Kind von Jor-El von den Farmern Martha (Diane Lane, Trumbo) und Jonathan Kent (Kevin Costner) aufgezogen und auf den Namen Clark getauft. Als Erwachsener zieht Clark (Henry Cavill, Codename U.N.C.L.E.) durch das Land und versucht Menschen mit seinen übermenschlichen Kräften zu helfen, ohne seine Identität zu offenbaren. Dabei kommt ihm die Journalistin Lois Lane (Amy Adams) auf die Spur. Als plötzlich Zod mit seiner Armee die Erde erreicht, stellt sich Clark ihm als Superman entgegen – eine epische Schlacht beginnt.

Batman V Superman: Dawn of Justice (2016)

Der erbitterte Kampf von Superman gegen General Zod hat weite Teile von Metropolis in Schutt und Asche gelegt, darunter auch ein Bürogebäude des Milliardärs Bruce Wayne (Ben Affleck). Dieser ist der maskierte Held Batman und schwört sich, einen Weg zu finden, Superman aufzuhalten, den er als Gefahr für die Erde sieht. Gleichzeitig versucht der geniale aber exzentrische Unternehmer Lex Luthor (Jesse Eisenberg) an die Überreste von General Zod zu kommen und gleichzeitig die beiden Helden Batman und Superman gegeneinander auszuspielen. Und tatsächlich scheint er damit erfolgreich zu sein. Ein tödliches Duell bahnt sich an…

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