Das skandinavische Kino ist eines der wichtigsten und interessantesten überhaupt – nicht nur Europas. Egal ob Serien oder Kino-Filme, die Qualität ist sehr hoch und es wird frei und mutig mit verschiedenen Elementen gespielt. Das Genre ist außerdem geprägt von zahlreichen international gefeierten Schauspielern und auch Filmemachern. Sie alle versuchen, in die Fußstapfen der großen Ingrid Bergman und des Überregisseurs Ingmar Bergman, die beide jeweils 3 Oscars gewonnen haben, zu treten.

Einen Überblick und Empfehlungen sollst Du durch unsere Liste der besten skandinavischen Filme bei maxdome bekommen. Wir haben uns dafür auf Filme der letzten 25 Jahre konzentriert, denn alleine mit Bergmans-Filmen könnte man eine eigene Liste füllen. Viel Spaß beim Durchlesen.

Die besten skandinavischen Filme bei maxdome

 

Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Dänemark, Deutschland, Schweden 1996)

Der spannende und kühl inszenierte skandinavische Thriller ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des dänischen Autors Peter Høeg. Regisseur Bille August (Das Geisterhaus) konnte die Verfilmung Fräulein Smillas Gespür für Schnee mit einem internationalen Cast besetzen. Die junge Mathematikern Smilla, die den Tod eines kleinen Inuit-Jungen aufdeckt, wird verkörpert von Julia Ormond (Legenden der Leidenschaft). Daneben sind Gabriel Byrne, Vanessa Redgrave und Mario Adorf zu sehen. Ein wegweisendes Werk, was die Produktion von Thriller/Kriminalfilmen in Skandinavien betrifft.

Das Fest (Dänemark 1998)

Thomas Vinterbergs (Am grünen Rand der Welt) Film Das Fest ist der erste Streifen der Dogma-Bewegung – Lars von Triers Idioten folgte kurze Zeit später. Man mag dieser filmischen Richtung des Naturalismus und Handkameraschwenks positiv oder negativ gegenüberstehen, fest steht aber, dass dieser kleine aber feine skandinavische Film ein herausragendes Beispiel dafür ist, wie man mit geringen Mitteln eine packende Geschichte erzählt. Im Zentrum steht nämlich nur ein großes Familienfest, doch während der Feier werden so einige schockierende Geschehnisse enthüllt.

Bleeder (Dänemark 1999)

Einer der eindrucksvollsten Filme der späten 90er stammt von Regie-Superstar Nicolas Winding Refn. In seinem zweiten Film Bleeder inszeniert der Däne ein verstörendes Gesellschaftsbild. Versteckt hinter halbstarken Gangster-Attitüden befinden sich Angst, Aggression und soziale Unfähigkeit. Darin darf Mads Mikkelsen glänzen, ebenso die schauspielerische Urgewalt Kim Bodnia. Ein intensiver und brutaler Trip, den man auf keinen Fall so schnell vergisst und dessen Entwicklung einen wie ein Schlag ins Gesicht trifft.

Dancer in the Dark (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schweden 2000)

Wenige Regisseure polarisieren so oft und auch so gerne, wie das Regie-Enfant-terrible Lars von Trier. Man kann von Lars von Trier persönlich halten, was man mag, aber eine Liste über skandinavische Filme der letzten Jahrzehnte wäre nicht komplett ohne ihn. Sein umstrittenes Werk – auch hinsichtlich der Missbrauchsvorwürfe seiner Hauptdarstellerin Björk – ist für jeden Cineasten auf jeden Fall empfehlenswert. Hier wurden die dänische Dogma95-Bewegung mit dem Style der 50/60er Jahre US-Musicals gemischt.

Adams Äpfel (Dänemark 2005)

Seit einigen Jahren ist der Autor und Regisseur Anders Thomas Jensen das Aushängeschild für die dänische Filmindustrie. Man kann Adams Äpfel getrost als perfektes Beispiel für die Welt der skurrilen skandinavischen Filmemacher und Drehbuchautoren wählen. Als Pater Ivan hat Mikkelsen es sich zur Aufgabe gemacht, eine Gruppe Straffälliger zu resozialisieren. So bekommt es der Gutmensch mit Kleptomanen, Vergewaltigern und Nazis zu tun. Der Film steht damit perfekt in der Tradition Jensens von In China essen sie Hunde, Dänische Delikatessen, Blinkende Lichter oder später Men & Chicken. Alle ebenfalls absolut sehenswert.

So finster die Nacht (Schweden 2008)

Dass sich das dunkle und kalte Skandinavien perfekt für mystische Krimis, Naturfilme und reichlich skurrile Charaktere eignet, dürfte bekannt sein. Aber auch für das Horror-Genre bzw. den Vampirfilm bieten die Länder eine gruselig-gute Kulisse. Wenn sich zu dieser dann auch noch eine großartige Story und fantastische Schauspieler gesellen, dann bekommt man eben das, was man mit So finster die Nacht hat – einen der besten Vampirfilme überhaupt. Im Mittelpunkt des Dramas stehen die kindliche Vampirin Eli (Lina Leandersson) und der 12-jährige Außenseiter Oskar (Kare Hedebrandt).

Walhalla Rising (Dänemark 2008)

Ein Film der mehr einem psychedelischen Albtraum gleicht, als sonst etwas. Nicolas Winding Refn inszeniert einen Film, den man entweder liebt und als geniales philosophisches Kino versteht oder aber als nervtötendes sperriges Werk, dass nicht wirklich Sinn macht. Beides ist bei dem wilden Wikinger-Trip mit einem, wie immer grandiosen Mads Mikkelsen in der Hauptrolle, möglich. Unser Tipp: Wer auf experimentelle, harte und abgefahrene Filme steht und gerne etwas länger über einen Film nachdenkt, der muss sich Walhalla Rising unbedingt anschauen.

Verblendung / Verdammnis / Vergebung (Schweden 2009)

Natürlich kommt einem beim Thema skandinavische Filme sofort die Verfilmung von Stieg-Larssons Millenium-Trilogie in den Sinn. Die Thriller mit Michael Nyqvist und Noomi Rapace als taffe und undurchsichtige Hackerin Lisbeth Salander haben der europäischen Filmindustrie mal wieder deutlich vor Augen geführt, dass man keine übertriebenen Budgets, sondern einfach nur eine packende Geschichte braucht, um einen erfolgreichen Film zu produzieren. Dennoch ist es interessant, dass das Hollywood-Remake – obgleich sehr nah an der Vorlage – dem Thema noch eine andere Seite abgewinnen konnte.

Helden des Polarkreises (Finnland 2010)

Ein weiteres Highlight aus dem hohen Norden ist dieses abgefahren Road-Movie aus dem finnischen Lappland. Selten wurde eine Story über Verlierer und ihr scheitern lustiger und besser gedreht, als in Helden des Polarkreises. Dabei verkommen die Hauptpersonen jedoch nie zu Witzfiguren, sondern bestechen sogar durch eine beeindruckende Beharrlichkeit. Da der arbeitslose Janne das Geld für den neuen Digital-Receiver mit seinen Freunden versoffen hat, stellt ihm seine Freundin ein Ultimatum: entweder besorgt er in einer bestimmten Zeit einen neuen Receiver oder sie verlässt ihn. Was danach folgt ist eine herrlich wahnsinnige Odyssee. Fazit: Beste Unterhaltung!

Die Nacht der Jäger (Schweden 2011)

Polizeikommissar Erik Bäckström (Rolf Lassgard) wird in sein Heimatdorf geschickt, um dort einen mysteriösen Mordfall aufzuklären. Schon einmal musste er aufgrund seines kriminellen Bruders in den entlegenen Ort zurückkehren, der ihm immer fremder wird. Schnell wird ihm klar, dass der patriarchale Chef der Dorfpolizei (Peter Stormare) mehr weiß, als er zugeben will. Der Film ist ein spannendes und intensives Kräftemessen zwischen zwei großen schwedischen Schauspielern: Rolf Lassgard und Peter Stormare. Dritte Hauptdarsteller dabei sind die kühlen Bilder der verlorenen und einsamen Wildnis Nordschwedens.

Die Jagd (Dänemark 2012)

Thomas Vinterbergs Gesellschafts-Drama ist ein Meisterwerk. Der vielfach preisgekrönte Film hat zudem ein heikles Thema als Inhalt: die fälschliche Behauptung eines 5-jährigen Mädchens, von ihrem Kindergärtner (Mads Mikkelsen) sexuell missbraucht worden zu sein. Was der Film im Weiteren zeigt, ist wie sich daraus eine dorfweite Hetzte entwickelt, bei der Behauptungen deutlich mehr zählen, als Fakten oder Beweise. Gerade im Zeitalter von „Fake-News“ und „Social-Media“ ein erschreckender Film über das menschliche Verhalten. Großartig: Mikkelsen und Thomas Bo Larson

Der Hypnotiseur (Schweden 2012)

Lasse Hallström ist einer der wenigen schwedischen Filmemacher, der eine absolute Weltkarriere hingelegt hat. Seine Hollywood-Werke reichen von Gilbert Grabe – Irgendwo in Iowa, Chocolat bis hin zum Oscar-gekrönten Gottes Werk und Teufels Beitrag. Neben seinen zahlreichen wunderschönen Filmen hat er aber auch harte Thriller gedreht. Einer davon ist Der Hypnotiseur. Schwedens blauäugigster Superstar Mikael Persbrandt muss als Hypnotiseur einen brutalen Fall untersuchen, da die Polizei dort nicht weiterkommt.

Die Königin und der Leibarzt (Dänemark, Deutschland, Tschechische Republik, Schweden 2012)

Im 18. Jahrhundert kommt der deutsche Arzt Johann Friedrich Struensee (Mads Mikkelsen) an den dänischen Königshof. Dort beginnt er eine Affäre mit der unglücklich verheirateten Königin Carolin Mathilde (Alicia Vikander), die am Ende für alle Beteiligten ein tragisches Ende nimmt. Die Romanze zwischen Carolin und Struensee wurde bereits mehrfach verfilmt, die neueste skandinavische Verfilmung begeistert mit herausragenden Darstellern und einem prunkvollen Dekor.

Kon-Tiki (Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Deutschland 2012)

Einer der spektakulärsten und aufwendigsten Filme ist das norwegische Oscar-nominierte Werk Kon-Tiki. Archäologe und Abenteurer Thor Heyerdahl macht sich mit einer kleinen Crew auf, um  zu beweisen, dass Polynesien vor 1500 Jahren von Südamerika besiedelt wurde. Deswegen plant er die Überfahrt auf einem altertümlichen traditionellen Floss. Das Abenteuer beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt das Unternehmen in aufregend gefilmten Bildern, die nicht nur technisch perfekt sind, sondern auch extrem spannend und durchaus Lust auf Abenteuer machen.

Headhunters (Norwegen 2012)

Der erfolgreichste Film Norwegens von Morten Tyldum (The Imitation Game) ist ein atmosphärisch düsterer Hochglanz-Thriller nach Jo Nesbo. Sehr temporeich erzählt er von dem Doppelleben des Kunstdiebes Roger Brown (Aksel Hennie), das immer weiter aus den Fugen gerät. Leider schafft der Film es nicht, das starke Psychogramm der komplexbeladenen Hauptfigur so tiefgehend darzustellen, wie das in der Romanvorlage der Fall ist. Trotzdem ist der Film spannende Thriller-Unterhaltung mit einem tödlichen Nikolaj Coster-Waldau.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Schweden: 2013)

Der schwedische „Forrest Gump“ beruht auf dem gleichnamigen Erfolgsroman, der insbesondere in Deutschland den Zahn der Zeit traf. Aber auch die Verfilmung schafft es den süffisanten Ton der skurrilen und verrückten Geschichte perfekt zu treffen. In verschiedenen Rückblenden wird das ereignisreiche Leben von Allan Karsson (Robert Gustafsson) geschildert, der nicht nur zahlreichen berühmten Persönlichkeiten begegnete, sondern auch den Lauf der Weltgeschichte veränderte.

Ebenfalls bei maxdome zu sehen, die etwas schwächere Fortsetzung: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand (Schweden 2016)

Kill Billy (Norwegen/Schweden 2014)

Die melancholische, aber auch sehr trockene Tragikomödie besticht alleine schon durch ihre geniale Idee: Norweger Harold hat 40 Jahre lang erfolgreich ein Möbelgeschäft geführt, bis eines Tages direkt nebenan eine Filiale des schwedischen Möbelgiganten IKEA eröffnet. Grund genug für Harold den IKEA-Gründer Kamprad zu entführen. Vielen mag das Ende vielleicht etwas zu harmlos sein, aber insgesamt ist Kill Billy eine sehenswerte Tragikomödie, die auch liebevoll mit den Klischees von Schweden und Norwegern übereinander spielt.

Höhere Gewalt (Schweden 2014)

Ist „Mann“ ein Held oder ist „Mann“ keiner? Mit diesem Thema setzt sich der Film Höhere Gewalt von Ruben Östlund auseinander. Während er einerseits mit schwarzem Humor gekonnt das männliche Rollenklischee und das männliche Alpha-Gehabe zerlegt, so zeigt er auf der anderen Seite aber auch eine intelligente und gefühlvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Angst, Selbstwahrnehmung und Realität. Ein großartiger Film, in dem Hauptfigur Tomas während einer vermeintlichen Gefahrensituation Kinder und Frau zurücklässt, nur um sich und sein Smartphone so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Eine Tatsache, die er danach vehement abschreitet.

Zweite Chance (Dänemark 2014)

Die Oscarpreisträgerin und internationale Top-Regisseurin Susanne Bier (The Night Manager) schuf mit Zweite Chance einen der besten und spannendsten europäischen Thriller aller Zeiten. Es ist ein perfides Spiel um Verlust, Trauer, Schuld und Verzweiflung, das die dänische Regisseurin hier entfaltet. Hier gibt es kein wirkliches Gut oder Böse. Die Grenzen verschwimmen und schockierende Wendungen sorgen dafür, dass der Film noch lange an den Nerven zehrt und keine einfache Film-Kost ist. Jamie Lannister-Darsteller (Game of Thrones) Nikolaj Coster-Waldau festigt seinen Anspruch einer der besten europäischen Charakterdarsteller auf dem internationalen Markt zu sein.

The Salvation (Dänemark 2014)

Die Dänen können auch Western. Der Beweis ist das raue und düstere Western-Rache-Epos The Salvation mit Mads Mikkelsen und Mikael Persbrandt in den Hauptrollen. Zwar ist die Story eine klassische Rachegeschichte, allerdings schaffen es die Darsteller, vor allem Mikkelsen, trotzdem einen überzeugenden Western auf die Bildschirme zu zaubern. Staubig, dreckig und tödlich zeigen sich die leicht überzeichneten Charaktere und erfüllen dadurch jeden Westernhelden-Anspruch.

Ein Mann namens Ove (Schweden: 2015)

Ove (Rolf Lassgard) ist inzwischen ein alter grantiger, selbsternannter Blockwart, der seinen Nachbarn in einer Einfamilienhaussiedlung mit seinen penetranten Vorschriften gehörig auf den Geist geht. Erst durch die neuen Nachbarn Patrik und Parvaneh fasst der Witwer neuen Lebensmut. Ein Mann namens Ove ist eine mit viel Gefühl und schwarzem Humor inszenierte Tragikomödie, die von ihren Hauptdarstellern Lassgard und Bahar Pars getragen wird und neben vielen Lachern am Ende dann auch noch sehr berührend wird.

Thelma (Norwegen, Dänemark, Schweden 2017)

Thelma (Ellie Harbour) entdeckt, während sie sich an der Uni in die charismatische Anja (Kaya Wilkins) verliebt, dass sie über starke telekinetische Fähigkeiten verfügt. Die streng-religiöse Erziehung hat sie nicht nur an einem Sozialleben gehindert, sondern auch ihre Kräfte unterdrückt. Jetzt wird es Zeit herauszufinden, wer sie selbst wirklich ist. Der großartige Film ist eine Mischung aus Superhelden-Mystery-Horror-Drama und genau beobachteter Coming-of-Age-Geschichte. Jochen Trier gelang mit Thelma ohne Zweifel einer der interessantesten und aufregendsten Filme der letzten Jahre.

 

*zum Leihen oder Kaufen ohne monatliche Kosten und Vertragsbindung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.