Nach Wonder Woman bekommt jetzt auch der DC-Held Aquaman seinen eigenen Film spendiert. Schafft es die Comic-Verfilmung von James Wan, aus einem Mann, der mit Fischen redet, einen glaubwürdigen Superheld zu machen?

Arthur (Jason Momoa) ist ein Kind zweier Welten, genauer der Sohn des Leuchtturmwärters Thomas (Temuara Morrison) und der atlantischen Königin Atlanna (Nicole Kidman). Schon bald erwachen unglaubliche Kräfte in ihm, wie das Atmen unter Wasser sowie die Fähigkeit, mit Bewohnern der Meere zu kommunizieren. Inzwischen erwachsen, ist er als Aquaman zum Superhelden avanciert, nachdem er zusammen mit der Justice League den galaktischen Bösewicht Steppenwolf besiegt hat.

Hat natürliche Lockenwellen: Aquaman (Jason Momoa)

Ein feuchtes Erbe

Doch obwohl er von seinem atlantischen Erbe nichts wissen will, holt ihn dieses eines schönen Tages ein. Denn sein Halbbruder Prinz Orm (Patrick Wilson), inzwischen der Herrscher von Atlantis, will den Menschen auf dem Festland für ihre Verschmutzung der Ozeane den Krieg erklären. Dies kann Arthur nur verhindern, wenn er als älterer Sohn von Atlanna den Thron für sich beansprucht. Deswegen holt ihn die atlantische Prinzessin Mera (Amber Heard) zurück nach Atlantis. Doch so leicht will Orm seine Krone nicht aufgeben.

Wird oft mit Arielle verwechselt: Prinzessin Mera (Amber Heard)

Wassermann, Wundermann?

In Justice League überraschte Jason Momoa als Aquaman mit rauhbeiniger Coolness, so dass ein Solofilm durchaus als interessant erschien. Umso mehr, als mit James Wan (Conjuring – Die Heimsuchung) ein renommierter Regisseur gefunden wurde und die Besetzung mit Hochkarätern wie Willem Dafoe und Nicole Kidman aufwarten kann. Und schon der Trailer ließ erahnen, dass die Comicverfilmung deutlich bunter und damit vorlagengetreuer sein würde, als die bisherigen düster-realistischen Geschichten aus dem DC-Universum.

Tolle Schuppen: Atlanter gibt es in verschiedenen Unterrassen

H2-wOw!

Tatsächlich fährt der Film Schauwerte auf, die sich gewaschen haben. Regisseur James Wan erschafft eine kunterbunte, detailverliebte Tiefseefantasywelt, die vor allem in 3D zu beeindrucken weiß und bisweilen an Avatar erinnert. Auch die Actionszenen sind abwechslungsreich inszeniert und voller origineller visueller Ideen, so dass sie (fast) nie ermüdend werden. Lediglich die bunten Kostüme lassen den Film stellenweise arg operettenhaft wirken.

Brennt darauf, Aquaman zu töten: Prinz Orm (Patrick Wilson)

Meer ist weniger

Wobei wir auch schon bei den Untiefen des Films wären. Denn so originell er visuell ist, so klischeebeladen und vorhersehbar ist er leider inhaltlich. Vor allem die Dialoge sind unfreiwillig komisch, wenn sie ernst gemeint sind und schmerzhaft unwitzig, wenn sie eigentlich lustig sein sollen. So pendelt auch Aquaman selbst bei allem natürlichen Charme des Darstellers etwas unentschlossen zwischen heroischem Pathos und bierseeligem “Bro”-Gehabe. Aus demselben Grund sind auch Charaktermimen wie Kidman und Dafoe ziemlich verschenkt in ihren Rollen, die beste Figur macht ironischerweise noch 80er-Actionikone Dolph Lundgren. Schließlich kann auch Amber Heard nicht ganz überzeugen, obwohl sie in den Kampfszenen Aquaman fast die Show stiehlt.

Warum auf Seepferdchen reiten, wenn man auch Haie nehmen kann?

Unsere Wertung:
  • 9.5/10
    Action - 9.5/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5.5/10
    Humor - 5.5/10
  • 4/10
    Anspruch - 4/10
  • 10/10
    Effekte - 10/10
  • 8/10
    Geistreiche Fischgespräche - 8/10
7/10

Fazit:

Aquaman hat zwar einen ganzen Ozean voller fantastischer Bildwelten zu bieten, liefert das Ganze aber mit dem Tiefgang einer Pfütze ab.

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