Sie decken unbequeme Wahrheiten auf, sind stets im Einsatz und legen sich mit den größten Gegnern an – in vielen Filmen sind Journalisten die Helden. Und wie sollten sie auch nicht, sie recherchieren, reisen, sind kreativ und immer auf der Suche nach der Wahrheit, wie auch immer diese auch aussehen mag. In Vergangenheit und Gegenwart machten Dramen, Komödien, Thriller und andere Genres den journalistischen Beruf zum Mittelpunkt ihrer Geschichte. Allen voran: Orson Welles‘ Meisterwerk Citizen Kane. Vielschichtig zeichnet Welles das Leben des amerikanischen Zeitungsmoguls Charles Foster Kane (gespielt von Welles selbst) nach. Das Drama revolutionierte das Kino mit etlichen technischen Innovationen und neuen Stilmitteln und gilt nicht umsonst als einer der besten Filme aller Zeiten. Aber auch andere Filme setzen dem Beruf ein würdiges Denkmal – hier findet Ihr die besten Filme über Journalisten auf maxdome aufgelistet nach Erscheinungsjahr:


Die Unbestechlichen
(1976)

 Der Klassiker unter den Journalisten-Filmen: Dustin Hoffman und Robert Redford inmitten eines Weltskandals. Im Juni 1972 brechen fünf Männer in die Parteizentrale der Demokraten, das Watergate-Haus, ein. Sie bringen Wanzen an Telefonen an und fotografieren Dokumente ab, werden dann aber festgenommen. Den Reportern Carl Bernstein und Bob Woodward fallen bei den polizeilichen Untersuchungen Ungereimtheiten auf. Sie glauben nicht mehr an einen „normalen“ Einbruch. Bei ihren Nachforschungen decken sie den größten Politskandal der USA auf, der zum Rücktritt von Präsident Nixon führt.

Die Berichterstattung der Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward in der Washington Post wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Aus den bekannten Details der Watergate-Affäre machte Regisseur Alan J. Pakula einen packenden Politthriller. Die Unbestechlichen war für acht Oscars nominiert von denen der Film vier gewann.

 

Mann beißt Hund (1992)

In der bitterbösen Mockumentary begleitet ein Filmteam den irren Serienmörder Ben für eine Reportage bei seiner Arbeit. Schließlich werden die Reporter selbst zu Mittätern und helfen bei der Beseitigung der Leichen. Der gesamte Film besteht aus den schwarz-weißen und teilweise verwackelten Bildern der Pseudo-Dokumentation. Die schwarzhumorige Reality-TV-Kritik ist oftmals schockierend brutal, doch durch ihre Skurrilität äußerst komisch. Die belgische Low-Budget-Produktion ist mittlerweile ein Kultfilm.

 

 

Schtonk! (1992)

Die Satire von Helmut Dietl auf die gefälschten Hitler-Tagebücher im Stern persifliert die Leichtgläubigkeit im Hamburger Magazin, die zum größten Flop der deutschen Pressegeschichte führte. Im Jahr 1983 hatte das Magazin die Bücher, die sich nur einen Tag nach der Veröffentlichung als Fälschungen entpuppten, für 9,3 Millionen Mark von dem Maler Konrad Kujau gekauft. Im Film sind einige Original-Zitate der damaligen Stern-Chefredaktion um Peter Koch enthalten.

 

 

 

Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (1997)

Wag the Dog ist eine brilliante Satire über die Manipulation der Medien. Um einen Sex-Skandal des US-Präsidenten zu vertuschen, inszeniert sein Spin Doctor Conrad „Mr. Fix-It“ Brean (Robert de Niro) gemeinsam mit dem Filmproduzenten Stanley Motss (Dustin Hoffman) einen Krieg gegen Albanien und lässt diese Meldung in den Nachrichten verbreiten. Den Soundtrack zum Film schrieb der Dire-Straits-Musiker Mark Knopfler.

 

 

 

Almost Famous – Fast berühmt (2000)

San Diego 1973: Der 15-jährige William Miller lebt, fühlt, atmet Rock and Roll. Sein großer Traum: Eines Tages will er ein bedeutender Rockkritiker werden – wie sein Vorbild Lester Bangs. Die Gelegenheit bietet sich schneller als geahnt, denn vom legendären Rolling Stone Magazine erhält er den Auftrag, die Newcomerband Stillwater auf ihrer Amerikatour zu begleiten. Jetzt lernt er nicht nur Sex, Drugs and Rock’n’Roll hautnah kennen, sondern auch die bezaubernde Penny Lane …

 

 

Verblendung (2001)

 Der prominente Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist bekommt einen ungewöhnlichen Auftrag: Henrik Vanger, greiser Patriarch einer einflussreichen Industriellenfamilie, bittet ihn, seine Nichte Harriet zu finden. Diese verschwand vor über 40 Jahren unter mysteriösen Umständen spurlos. Unerwartete Unterstützung bekommt Blomkvist von der ebenso genialen wie kompromisslosen Hackerin Lisbeth. Gemeinsam tauchen die beiden bei ihren Recherchen immer tiefer in die Geschichte der Vanger-Dynastie ein – und stoßen dabei auf Grausames, Erschreckendes, Unerträgliches …

Die Trilogie des schwedischen Autors Stieg Larsson lief so gut, dass sie schnell ein US-Remake mit Daniel Craig in der Hauptrolle mit sich brachte. Im Original spielt noch der kürzlich verstorbene Schauspieler Michael Nyqvist den Journalisten Blomkvist, eine Rolle, die ihn weltweit schlagartig berühmt machte und eine Karriere in Hollywood ermöglichte.

 

Nightcrawler (2014)

 „Wenn man im Lotto gewinnen will, braucht man die Kohle für einen Lottoschein.“ Lou Bloom ist extrem ehrgeizig und schreckt auch vor kleinen Verbrechen nicht zurück, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Trotzdem ist er im Los Angeles nach der Finanzkrise verzweifelt auf der Suche nach einem Job – aber niemand will ihn anstellen. Als er eines Abends fasziniert einen TV-Kameramann dabei beobachtet, wie dieser einen Autounfall filmt, glaubt er seine Bestimmung gefunden zu haben. Kurzerhand gründet er seine eigene Produktionsfirma, bewaffnet sich mit einem Camcorder und beginnt seine Jagd nach der besten Story.

Jake Gyllenhaal (Donnie Darko) brilliert in diesem Thriller, der sich auch mit ernsten Themen wie der Schaulust und dem Sensationsjournalismus auseinandersetzt.

 

Der Moment der Wahrheit (2015)

New York, September 2004. Mary Mapes wird als Produzentin von „60 Minutes“, des erfolgreichsten TV-Nachrichtenmagazins des Landes, allseits respektiert und geschätzt. Während sie im Beruf erfolgreich ist, führt sie privat ein glückliches Leben mit ihrer Familie. Doch als ihrem Team mitten im Präsidentschaftswahlkampf „Bush vs. Kerry“ brisante Informationen zugespielt werden, gerät ihr Leben aus den Fugen.

In diesem Newsroom-Drama nach einer wahren Geschichte geht es um den Hintergrund des investigativen Berichts, der 2004 auf dem US-amerikanischen Sender CBS in der Nachrichtensendung „60 Minutes“ lief: Die Fernsehjournalisten Mary Mapes (gespielt von der wunderbaren Cate Blanchett) und Dan Rather (Robert Redford) enthüllen, wie Präsident George W. Bush vermied, als Soldat nach Vietnam gehen zu müssen, indem er die politischen Verbindungen seines Vaters nutzte – Fakt oder Fake-News? Die Affäre wurde als „Killian Documents Controversy“ oder „Rathergate“ bekannt und kostete die beiden Journalisten ihre Jobs. Wer sich selbst eine Meinung machen möchte: Mary Mapes veröffentlichte ihre Berichte unter dem Titel „Truth and Duty: The Press, the President, and the Privilege of Power“.

 

Spotlight (2015)

Im fensterlosen Keller des Boston Globe arbeitet das Spotlight-Team rund um Chef Walter „Robby“ Robinson (Michael Keaton, Birdman) kompromisslos und in ständiger Bereitschaft an der Aufklärung vergessener Kriminalfälle, Justizfehler, politischen Fehltritten und ähnlichen brisanten Themen. Das Spotlight-Team hat diesmal jedoch einen ganz besonderen Fall aufzurollen: Der neue Chefredakteur (Liev Schreiber, Wolverine) des Boston Globe besteht nämlich darauf, dass Michael (Mark Ruffalo, Avengers) und Sacha (Rachel McAdams, Red Eye) unter Robbys Leitung einem Missbrauchsfall nachgehen, über dessen Artikel sie vor Kurzem gestolpert waren. Nach anfänglichem Widerstand erkennen die talentierten Journalisten schnell, wie hochbrisant und vor allem komplex der angebliche Einzelfall wirklich ist: Mehrere Priester der katholischen Kirche waren in Missbrauchsfälle involviert, ohne sich je dafür vor Gericht verantworten zu müssen. Nach und nach entlarvt das Spotlight-Team das System, in welchem bis zu den höchsten kirchlichen Ämtern Geheimnisse vertuscht werden….

Spotlight gewann zahlreiche Preise, unter anderem verdient den Oscar als „Bester Film“.

 

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