Sage und schreibe 14 Jahre nachdem mit „Die Unglaublichen“ der sechste Pixar-Film die Leinwände eroberte, kommt nun die lange ersehnte Fortsetzung in die deutschen Kinos. maxdome sprach mit Markus Maria Profitlich, der deutschen Stimme von Mr. Incredible sowohl im Original als auch im Sequel.

Wenn man sich den ersten Film anschaut, hat man ja das Gefühl, dass Mr. Incredible eher auf dir basiert als auf Craig T. Nelson, der ihn im Original spricht. Wie hat sich das damals 2004 ergeben?

„Ich denke mal, das haben die Leute bei Disney in Deutschland auch so gesehen. Sie haben mich dann sofort gefragt und ich habe ja gesagt. Das ist ein Glücksgriff gewesen! Wer noch besser getroffen wurde im ersten Film war Herbert Feuerstein. Aber ich bin natürlich sehr froh, dass sie da an mich gedacht hatten.“

Das war ja Deine ersten Synchronrolle überhaupt…

„Ja, die allererste, vor 14 Jahren.“

Wie war das dann, das erste Mal im Tonstudio, war das irgendwie merkwürdig?

„Das war total spannend. Ich glaube, die erste Aufnahme, die wir gemacht haben, haben wir am letzten Tag nochmal komplett neu gemacht. Wenn der Einsatz kommt, dann muss man sofort lossprechen, das ist eine Technik, die muss man sich erstmal aneignen.“

Und wie muss man sich das vorstellen, hat man da irgendwie Möglichkeiten, zu improvisieren oder muss man sich komplett an das Drehbuch halten?

„Man muss sich schon so gut wie’s geht ans Drehbuch halten, aber manchmal passen halt bestimmte Vorgaben nicht, was selten vorkommt. Es sind dann zu wenig Worte oder einfach nur eine Silbe und dann dreht man sich das so hin, dass es dann noch besser passt.“

Man kuckt dann aber den Film schon vorher auf Englisch?

„Ja, ich habe den Film vorher schon gesehen!“ (Lacht)

Versucht man dann den englischen Ton zu treffen oder versucht man für sich selbst zu sagen, wie stelle ich mir jetzt die Figur vor?

„Von der Stimme und der Machart her muss ich meine Stimme nicht groß verstellen, sonst hätte man mich ja nicht ausgesucht. Jetzt bei diesem Film muss ich sie ein bisschen anheben, in den 14 Jahren ist sie doch etwas dunkler geworden. Etwas anderes ist es, wenn etwa Anke Engelke Dori spricht, das ist eine Kunstfigur. Aber hier war es ja so, dass sie mich und meine Stimme dafür haben wollten.“

Was war das jetzt für ein Gefühl nach 14 Jahren wieder genau an der Stelle einzusteigen, denn der Film geht ja direkt nahtlos weiter?

„Ich hatte zwischendurch schon mal so angefragt, ob es vielleicht eventuell und wenn es nicht zu viel Mühe macht, vielleicht einen zweiten Teil…? Und es wurde dann auch das eine oder andere Mal gesagt, ja, da ist vielleicht was in Planung. Aber ich hatte es eigentlich schon abgeschrieben. Und dann kam die Anfrage, und ich habe mich wahnsinnig gefreut!“

Es geht ja in dem Film auch ganz viel um Familie und Familienzusammenhalt, Mr. Incredible ist ein Vater, hattest Du als Vater auch einen Bezug zu dem Thema des Films?

„Ja, klar. Ich habe zwei Töcher, ich habe fünf Geschwister und wir sind schon eine Riesenfamilie und da ist es dann nicht schwer, sich mal vorstellen, wenn die Tochter mal rumzickt oder irgendein Verwandter nicht so spurt, wie man es gern haben möchte. Ist dann eigentlich recht einfach, man muss sich eigentlich nur erinnern. Dann kommt das ganz schnell.“

Es geht ja auch um den überforderten Vater, der sich um alles kümmern muss …

„Das ist ja auch das Schöne, das da auch moderne Themen drin sind, dass die Frau arbeiten geht als Superheldin und er muss zuhause Windeln wechseln.“

Konntest Du da auch aus Erfahrung schöpfen?

„Auch das konnte ich! (Lacht) Das sind genau die Themen, die es bei mir auch waren. Nur bei Mathe bin ich dann sehr schnell ausgestiegen und ich habe dann jemanden geholt.“

Wen?

„Meine Frau!“ (Lacht)

2004 waren Superheldenfilme noch nicht so ein Thema, inzwischen hat man das Gefühl jeder zweite Film im Kino ist einer. Wie stehst du selbst zu dem Genre?

„Also, da ich mit Superman, Batman und Spiderman aufgewachsen bin, ist es für mich schon interessant. Ich finde immer krass, wie sie sich immer mehr einfallen lassen, um es noch interessanter und spektakulärer zu machen. Aber so etwas wie bei Die Unglaublichen kriegen sie natürlich nicht hin.“

Was ist dann der Unterschied zwischen „normalen“ Superheldenfilmen und Die Unglaublichen, was macht das Besondere aus?

„Ich glaube, das Besondere ist, dass es wirklich auch viel um menschliche Sachen geht. Ich denke da an die Szene, wo er versucht, seinen kleinen Sohn ins Bett zu kriegen, dieses Menschliche ist wirklich ganz toll.“

Das ist ja auch schon die dritte Rolle, die du in einem Pixar-Film sprichst, du hattest auch in Wall-E den Kapitän gesprochen. Was ist denn dein Lieblings-Pixarfilm?

„Mein Lieblings-Disney-Film ist und bleibt Das Dschungelbuch, das war der erste Film den ich mit meinem Vater gesehen habe, da waren wir zusammen im Kino und ich saß auf seinem Schoß in den 60er Jahren.“

Wenn du jetzt beim Dschungelbuch eine Rolle sprechen könntest, welche wäre es?

„King Louie würde mich interessieren! Alle würden sagen „Balu!“, ich bin ja auch ein gemütlicher Typ, aber King Louie würde mich auch reizen. Die Schlange? Eher nicht.“

 

Dich hat man ja auch ziemlich lange nicht mehr im Fernsehen gesehen, da hast jetzt eher Stand-Up gemacht, gibt es Pläne oder die Möglichkeit, dass du wieder ins TV zurückkehrst?

„Kann sein, ich bin da jetzt nicht groß hinterher. Ich habe genug zu tun, ich bin auf Tournee mit meinen Live-Programmen. Wenn sich da was ergibt, ist es schön.“

Was ist der Unterschied zwischen Stand-Up und TV.

„Das ist ja kein reines Stand-Up, was ich da mache. Ich springe da auch in verschiedene Rollen. Im Fernsehen kann man viel ausprobieren, mit Kamera und Schnitt. Live auf der Bühne ist wieder was ganz anderes, man muss nicht auf den nächsten Tag warten, ob die Quoten gut sind, das weiß man sofort.“

Wenn du selber eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?

„Fliegen.“

Warum?

„Ja, ich möchte mal vom Boden weg!“ (Lacht)

Vielen Dank für das Interview.

 

Hier könnt ihr Euch das komplette Interview als Video anschauen.

 

Die Unglaublichen und weitere Pixar Filme bei maxdome

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