Mit dem sensationellen Erfolg von Paranormal Activity hätte niemand jemals gerechnet – doch damals fing es für die Sensationsproduktionsfirma Blumhouse Productions an. Etwas über 10 Jahre später gehört die Filmgesellschaft zu den erfolgreichsten überhaupt – mit günstig produzierten Horrorkrachern fahren sie regelmäßig Sensationsgewinne ein – und produzieren gut und gerne einmal im Jahr einen Horrormeilenstein.

Den Anfang markierte eben die Paranormal Activity Reihe, die mit einer grundsoliden Idee und einem Minibudget von 15.000 US-Dollar weltweit über 200 Millionen Dollar einspielte und etlichen eingefleischten Horrorfans den Schock in die Glieder fahren ließ. Regisseur Oren Peli berichtete im Nachhinein davon, wie bei einer Pressevorführung die Zuschauer reihenweise das Kino verließen – aus purem Grauen, nicht weil der Film schlecht war, wie Peli erst später realisierte.

 

Die besten Filme von Blumhouse Productions

 

Paranormal Activity (2007)

Im unsauberen Found-Footage-Hauskamera-Stil wird die minimalistische Geschichte des Pärchens Katie und Micah erzählt, die scheinbar von einer dämonischen Präsenz heimgesucht werden. Mit dem langsamen Aufbau der geisterhaften Atmosphäre und ein paar gekonnt eingesetzten Jump Scares wurde Paranormal Activity ein Welterfolg.

 

 

Paranormal Activity 2 (2010)

Die Geschichte von Micah und Katie wird im Sequel fortgeführt, wobei die Überraschung und die Machart des ersten Teils nicht mehr ganz auf Linie gebracht wurden. Immer noch atmosphärisch, aber wegen des größeren Budgets auch durchaus überladen ist Teil 2 ein solider Gruselfilm geworden – aber nicht mehr.

 

 

Insidious (2010)

Mit Ausnahmetalent James Wan auf dem Regiestuhl kam 2010 Insidious in die Kinos – und überraschte als atmosphärischer, stimmungsvoller und handwerklich top gemachter Geisterfilm. Dank des superben Casts rund um Patrick Wilson und Rose Byrne ist der Film auch schauspielerisch top. Die Prämisse ist dabei so einfach wie wirkungsvoll: Ein kleiner Junge fällt ins Koma, weil er in eine andere Dimension entgleitet ist. Böse Dämonen wollen durch seinen Körper in unsere Welt – und terrorisieren seine Familie.

 

Paranormal Activity 3 (2011)

Teil 3 der Found-Footage-Horrorreihe hat bereits einiges an Kreativität eingebüßt, doch die wenigen Jump-Scares gehen gehörig an die Nieren. Trotz der schwachen Story brach der Film etliche Rekorde: Mit einem Start-Einspielergebnis von 8 Millionen Dollar markierte der dritte Teil den bis dato die höchsten Einspielergebnisse eines Horrorfilms.

 

 

Sinister (2012)

Einen richtigen Hit und einen Ausnahmefilm produzierte Blumhouse mit dem gekonnt inszenierten Gruselfilm Sinister, bei dem Regisseur Scott Derrickson ungleich des maßgeblichen Trends in der Horrorfilmbranche Snuff-Film-Elemente mit einer Krimigeschichte und Dämonenhorror kombiniert. Ethan Hawke als grandios gezeichneter, nicht gerade liebenswürdiger Protagonist, Krimiautor Elliot, ist eine Wucht und macht Sinister trotz der Dämon-befällt-Kinder-Prämisse äußerst glaubhaft.

 

The Purge – Die Säuberung (2013)

Ethan Hawke wird auch im nächsten Projekt von Blumhouse eingesetzt – diesmal aber mit einer kongenialen Prämisse und einer weniger gelungenen Umsetzung kombiniert. The Purge beschreibt 12 Stunden einer Nacht in den USA, in der alles, inklusive Mord, erlaubt ist, und die von einer reichen Familie als Alptraumnacht erlebt wird. Wegen des geringen Budgets spielt Teil 1 in einer Villa und ihrem Vorgarten – wurde aber wegen der wirklich außergewöhnlichen Thematik und der überpräsenten Gesellschaftskritik ein voller Erfolg.

 

Insidious: Chapter 2 (2013)

Megahit Insidious bekam eine Fortsetzung, für die James Wan wieder die Inszenierung übernahm. Etwas weniger gelungen als Teil 1, aber immer noch stimmungsvoll und stellenweise nervenzerfetzend unheimlich räumte auch das Sequel zum Dämonenhorror beim Publikum ab. Die Geschichte rund um die alptraumhafte Geisterdimension wird fortgeführt und hat auch in Teil 2 seine schaurig-schönen Höhepunkte.

 

Paranormal Activity: Die Gezeichneten (2014)

Nach 4 Mega-Erfolgen setzt Teil 5 Die Gezeichneten an einer etwas anderen Stelle ein und stellt einen Ableger der Reihe dar. Inhaltlich ist der Horror also losgelöst, schematisch und stilistisch gehört er aber eindeutig in die Reihe: Wieder treibt etwas Böses sein Unwesen und befällt diesmal einen jungen Mann, der sich nach dem Tod einer alten Dame mit deren Okkultismus-Sammlung beschäftigt hat.

 

The Purge: Anarchy (2014)

Die Purge-Reihe ist wohl die einzige Filmreihe der Welt, deren Filme von Sequel zu Sequel immer besser werden. Schon Teil 2 ist um Welten besser als der erste Home-Invasion-Film, der auf der Säuberungs-Prämisse beruht. The Purge: Anarchy ist ein blutiger, anarchischer, lauter und mitreißender Actionthriller mit ein paar richtig genialen Filmmomenten. Moralische Aspekte und die sozialkritischen Klänge sind dabei nur lobenswerte Nebensache.

 

Ouija (2014)

Mit dem klingenden Untertitel „Spiel nicht mit dem Teufel“ erklärt sich Ouija von selbst: Junge Mädchen beschwören beim Spielen mit einem Ouija-Brett etwas Böses, das sich ihrer bemächtigt und Einlass in die irdische Welt sucht. Der solide Geisterhorror punktet mit einer sich langsam aufbauenden Atmosphäre, verliert sich aber immer wieder in abstrusen Erklärungen und überkandidelten Tötungsszenen.

 

Unknown User (2014)

Und wieder hat Blumhouse einen Meilenstein produziert: Unknown User ist der erste Cyberhorror seiner Art: In Spielfilmlänge folgen die Zuschauer einem Skypegespräch, das sich im Kreise dreht, weil eine Clique sich gegenseitig die Schuld am Tod einer Mitschülerin gibt. Auf unheimliche Art scheint sich ein unbekannter User in den Chat eingehackt zu haben – und komischer Weise weiß dieser User viel mehr, als er eigentlich wissen dürfte.

 

The Boy next Door (2015)

Superstar Jennifer Lopez brilliert in diesem einfachen Thriller als geschiedene Mutter, die sich auf eine Affäre mit einem jüngeren Nachbarn einlässt und wegen diesem die Hölle auf Erden durchlebt. Noah Sandborn ist nämlich alles andere als harmlos und als er sich mit dem Ex-Mann und der Tochter anfreundet und immer öfter als fieser Drahtzieher böser Streiche in Erscheinung tritt, wird klar: Der will nichts Gutes.

 

The Gift (2015)

Einen Überraschungshit produzierten Blumhouse Productions auch mit dem superb inszenierten und grandios gespielten Thriller The Gift. Joel Edgerton spielt einen etwas seltsamen Jugendfreund von Jason Bateman, dessen Frau Rebecca Hall an den Rand des Wahnsinns gerät, weil jemand ihr Haus unerlaubt betritt, ihr unangebrachte Geschenke macht und die Vergangenheit ihres Mannes ausleuchtet. Edgerton führte auch Regie und schrieb das Drehbuch – und beweist damit ein rundum talentierter Filmemacher zu sein.

 

Sinister 2 (2015)

Nach dem Megaerfolg von Sinister dauerte es 3 Jahre bis zur Fortsetzung: Die punktet mit einem ganz neuen Story-Ansatz, neuen erzählerischen Kniffen und der Ausleuchtung der Hintergrundgeschichte des Dämonenspuks. Atmosphärisch und handwerklich kommt er nicht an Teil 1 ran, aber ausgewählte Schockmomente überzeugen dennoch.

 

 

The Visit (2015)

Für seine Rückkehr ins Horrorgeschäft koproduzierte M. Night Shyamalan mit Blumhouse – und präsentierte einen überragenden Found-Footage-Horror mit komödiantischen Elementen. The Visit ist fies, streckenweise total unheimlich und enthält den Shymalan’schen Endtwist, der vielen seiner Filme das Genick gebrochen hat, einige aber, wie The Sixth Sense, zu Meisterwerken machte.

 

Paranormal Activity: Ghost Dimension (2015)

Ghost Dimension wäre nicht der Rede wert, wenn die 3D-Effekte nicht so schaurig-wirkungsvoll gewesen wären. Storytechnisch und auch vom sonstigen Handwerk gibt es nämlich nichts Neues zu sehen: Die Schockeffekte sind aber jedes Mal on Point und die ausgewählten Geistererscheinungen wirklich sehr gelungen.

 

 

The Purge: Election Year (2016)

Teil 3 der Säuberungs-Reihe ist mit Abstand der Beste und darf als Anarchiehorror ruhig als Hit bezeichnet werden. Mit politischem Statement untermalt, einer überzeugenden moralischen Komponente und richtig gut gemachten Action- und Splatterszenen beeindruckt Election Year auf ganzer Linie. Wenn die Steigerung so weitergeht dürfte Teil 4 ein wahres Meisterwerk werden.

 

Split (2016)

Shyamalan blieb bei Blumhouse: Und konnte mit Split endgültig seine Rückkehr ins Meisterfach der Regie feiern. James McAvoy als psychisch kranker Mann mit 23 Persönlichkeiten ist ebenso ein Genuss zum Ansehen wie die überaus talentierte Anya Taylor-Joy (The Witch), die als Missbrauchsopfer einen Ausweg aus dem Keller des Monstrums sucht. Split ist einfach genial und soll bald mit Glass eine opulente Fortsetzung bekommen.

 

 

Get Out (2017)

Mit Get Out dürfte den Produzenten von Blumhouse der am wenigsten erwartete Erfolg gelungen sein. Doch der von Jordan Peele geschriebene und inszenierte Kandidat für den Besten Film bei den Oscars 2018 ist durchaus ein offensichtlicher Bewerber rund um alle möglichen Filmpreise: Mit einer genial angelegten Ausgangsstimmung, einem fantastischen Hauptdarsteller und der Kombination aus Schreckmomenten, unheilvoller Atmosphäre und einer wahrlich gelungenen Prämisse ist Get Out nicht nur ein rares Stück Horrorgeschichte, sondern vor allem eine hochspannende Milieustudie.

 

Happy Deathday (2017)

Eine konventionellere Erzählmethode wird in Happy Deathday verwendet, mit der geschickten Umsetzung aber zu einem sehenswerten Thriller gemacht: Eine junge Frau wird an ihrem Geburtstag getötet – und gerät durch den Mord in eine Art Zeitschleife. Die scheint erst gebrochen zu werden, wenn sie den Mörder entlarvt. So lässt sie sich auf alle erdenklichen Arten töten, um endlich hinter die Maske ihres Peinigers blicken zu können.

 

 

Truth or Dare (2018)

Das Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel wird zum Horrortrip für eine Clique Jugendlicher. Am 10. Mai 2018 läuft der neueste Streich aus den Blumhouse-Studios in den heimischen Kinos an und dürfte wie alle ihrer Produktionen ein weiterer Horrorerfolg werden.

 

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