Eine der faszinierendsten Eigenschaften von Filmen ist es, uns als Zuschauer für zwei Stunden völlig in eine andere Welt abtauchen zu lassen. Je fantastischer diese Welt ist, desto mehr vergessen wir für eine kurze Zeit unseren Alltag und unternehmen einen Ausflug in fremde Gefilde. Hier sind die zehn besten Filme, die fantastische Parallelwelten präsentieren.

Die Zukunft: Das fünfte Element und Valerian

Als er 16 Jahre alt war, erfand der Franzose Luc Besson (Lucy) eine naive Fantasiewelt, um seinem tristen Alltag zu entfliehen. Zwanzig Jahre später war er ein erfolgreicher Regisseur und machte daraus den Sci-Fi-Epos Das fünfte Element. Mit den fantastischen Bildern einer kunterbunten Zukunft, seiner mystischen Story über das Ende der Welt und dank der detailverliebten Ausstattung (designt u.a. von Jean-Paul Gaultier) wurde der Film zum absoluten Superhit. Außerdem startete er die Schauspiel-Karriere des damals 22-jährigen Models Milla Jovovich in ihrer legendären Rolle als Leelo. Ein skurriler Fakt zur Story: Held Corben Dallas (Bruce Willis) und Schurke Zorg (Gary Oldman, Dame, König, Ass, Spion) treffen nie aufeinander.

Exakt zwanzig Jahre später schickt sich Besson erneut an, eine schillernde Zukunftsvision auf die Leinwand zu bannen. Dieses Mal basiert sie auf dem französischen 60er Jahre-Comic „Valerian und Veronique“ und heißt Valerian und die Stadt der tausend Planeten. Darin spielen Dane deHaan (Kill your Darlings) und Cara Delavigne (Suicide Squad) zwei interstellare Agenten im 28ten Jahrhundert, die eine kosmische Bedrohung aufhalten sollen. In einer kleinen Nebenrolle wird außerdem Pop-Star Rihanna zu sehen sein. Für Besson war dies ein Traumprojekt, inspirierte das Original-Comic doch nicht nur die Star Wars-Saga, sondern auch Das fünfte Element. Mit einem Budget von fast 200 Millionen Euro ist Valerian zuerdem der bisher teuerste französische Film aller Zeiten.

Die Welt der Zauberei: Das Harry Potter Universum

 

Kaum zu glauben, aber das erste Buch von Joanne K. Rowlings Zauberlehrlings-Saga hatte zunächst nur eine Auflage von 500 Exemplaren! Inzwischen wurde von der Romanreihe 450 Millionen Bücher weltweit verkauft. Und auch die Verfilmungen gehören zu den erfolgreichsten Film-Franchises aller Zeiten und machten die Kinderdarsteller Emma Watson, Rupert Grint (Into the White) und Daniel Radcliffe zu Superstars. Kein Wunder, denn die Geschichte des Waisenjungen Harry, der an seinem zehnten Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist, bleibt zeitlos und begeistert nicht nur Kinder. Das liegt natürlich auch daran, dass Autorin Joanne K. Rowling eine in sich stimmige Parallelwelt erfand, die mit jedem der Teile komplexer wird.

Auch wenn Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ursprünglich nur ein Sachbuch über allerlei Fabelwesen der Potter-Welt war, machte dessen Verfilmung einfach dessen Autor Newt Scamander zur Hauptfigur und erzählt eine Geschichte, die lange vor Harrys Geburt in der Zaubererwelt des Amerikas der 1920er Jahre stattfindet. Dort muss Scamander nicht nur Fabelwesen wieder einfangen, die aus seinem Zauberkoffer entkommen sind. Zusammen mit der Ex-Aurorin Tina Goldstein (Katherine Waterston, Inherent Vice) kommt er außerdem einer Verschwörung auf die Spur, in die auch der Tinas Vorgesetzter Graves (Colin Farrell) verwickelt ist.

Eine Galaxis weit, weit entfernt: Star Wars

 

 

 

 

 

Als der damals noch recht unbekannte George Lucas 1977 sein fertig gedrehtes Weltraumepos Krieg der Sterne erstmals befreundeten Regisseuren zeigte, waren sie sich fast alle einig: Das kann nur ein Flop werden! Sogar Lucas selbst glaubte nicht mehr an einen Hit, weswegen er lieber mit dem befreundeten Steven Spielberg Urlaub auf Hawaii machte, als zur Premiere zu gehen. Einzig Spielberg war sich sicher, dass Star Wars ein Hit werden würde – und er sollte Recht behalten. Inzwischen ist die märchenhafte Science-Fiction-Welt voller schillernder Außerirdischer, vorlauter Droiden, mächtigen Jediritter und bösartigen Sithkriegern ein Film-Phänomen, dass es inzwischen auf acht Teile geschafft hat, ein Ende nicht in Sicht.

In der Originaltrilogie (Episode 4 – 6) wird der junge Farmer Luke Skywalker (Mark Hamill, Kingsmen – The Secret Service) vom weisen Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi (Alec Guinness, Ladykillers) in die Geheimnisse der Macht eingeweiht und stellt sich schließlich Seite an Seite mit seinen Freunden Han Solo (Harrison Ford) und Prinzessin Leia (Carrie Fisher) dem bösartigen Sithlord Darth Vader (David Prowse).  In der zweiten Trilogie (Episode 1 – 3) wird die Vorgeschichte erzählt und man erfährt, wie aus Luke’s Vater Anakin Skywalker (Hayden Christensen) zunächst ein Jedi-Schüler von Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) wurde und sich in Prinzessin Amidala (Natalie Portman) verliebte, um dann der dunklen Seite der Macht zu verfallen.

Mit Star Wars: Das Erwachen der Macht wird schließlich die Saga fortgesetzt. Darin werden die Müllsammlerin Rey (Daisy Ridley) und der abtrünnige Sturmtruppler Finn (John Boyega) in die epische Schlacht zwischen Gut und Böse verwickelt. Rogue One: A Star Wars Story wiederum spielt kurz vor Krieg der Sterne und erzählt, wie die Rebellin Jyn Erso (Felicity Jones) mit ihrem Team die Pläne des Todesterns des Imperium erbeuten konnten. Weiter geht es am 14.12.2017 mit Star Wars: Die letzten Jedi, der Fortsetzung von Das Erwachen der Macht.

Eine andere Galaxis weit, weit entfernt: Guardians of the Galaxy

Um als Film im MARVEL Superhelden Universum aufzufallen, muss man sich schon anstrengen. Den Guardians of the Galaxy gelingt es in ihrem ersten Film von Regisseur und Drehbuchautor James Gunn mühelos. Kein Wunder, schließlich besteht das Team im Titel aus schrillen kosmischen Antihelden: Dem Menschen Starlord (Chris Pratt, Passengers), der grünen Attentäterin Gamora (Zoe Saldana, Columbiana), dem tätowierten Muskelprotz Drax (Dave Bautista, House of the Rising Sun), dem intelligenten Waschbären Rocket (Stimme: Bradley Cooper, auf deutsch Fahri Yardim) und dem Pflanzenriesen Groot (Stimme: Vin Diesel). Hinzu kommt eine fantastische Reise durch eine verrückte, knallbunte Galaxie, die frischen Wind in das eher erdgebundene Franchise geweht hat. Vom fantastischen Retro-Soundtrack ganz zu schweigen. Und auch die Fortsetzung kann nahtlos daran anknüpfen und punktet sogar mit noch mehr Witz, bunten Bildern, sowie Kultstars wie Kurt Russell (Tango & Cash) und Sylvester Stallone.

Das 42ste Universum von links: Per Anhalter durch die Galaxis

Die Idee für seine satirische Science-Fiction-Saga kam Autor Douglas Addams, als er während einer Europareise in den 70er Jahren betrunken auf einem Feld in Innsbruck lag und die Sterne betrachtete. Ursprünglich eine Radiohörspielreihe der BBC, wurde die schräge Story vor allem in Buchform absoluter Kult. Darin geht es um den Durchschnittsbriten Arthur Dent, der von seinem außerirdischen Freund Ford Prefect von der Erde gerettet wird, kurz bevor diese für den Bau einer intergalaktischen Autobahn in Stück gesprengt wird. Die Kinoverfilmung mit einem Drehbuch, das der 2001 verstorben Addams mitverfasst hatte, fand nach 15 Jahren in verschiedenen Händen mit Musicvideo-Macher Garth Jennings (Sing) endlich einen Regisseur. Die illustre Besetzung besteht unter anderem aus Martin Freeman (Der Hobbit – Eine unerwartete Reise) als Arthur Dent, Mos Def (Abgedreht) als Ford Prefect, Zooey Deschanel (New Girl) als Arthurs Flamme Trillian, Sam Rockwell (Moon) als Präsident der Galaxis Zaphod Beeblebrox und Alan Rickman (Galaxy Quest) als depressiver Roboter Marvin.

Die Reiche von Mittelerde: Der Herr der Ringe

 

 

 

 

 

Ohne die fantastische Mittelalterwelt aus der Feder des Oxford-Professors J.R.R. Tolkien würde das gesamte Genre der Fantasy wahrscheinlich ganz anders aussehen. Dabei begann das Ganze als Gute-Nacht-Geschichte für seine Kinder, die er auf Drängen seiner Freunde 1937 als „Der Hobbit“ veröffentlichte. Es folgte die Trilogie „Der Herr der Ringe“, die sich an eindeutig erwachseneres Publikum richtete. Dieses wurde 2001 von Regisseur Peter Jackson (King Kong) verfilmt. Dabei konnte er das Hollywood-Studio Warner Bros. überzeugen, alle drei Filme an einem Stück in seiner Heimat Neuseeland zu drehen, in einem Zeitraum von acht Jahren. Der Aufwand zahlte sich mehr als aus: Die Trilogie wurde insgesamt mit 17 Oscars ausgezeichnet und spielte weltweit fast drei Milliarden US-Dollar ein. In den Filmen geht es um den Hobbit Frodo (Elijah Wood, Wilfred), der mit seinen Freunden Sam (Sean Astin, Die Goonies), Merry (Dominic Monaghan, Lost) und Pippin (Billy Boyd, Irvine Welsh’s Ectasy) den Ring der Macht tief in das finstere Reich Mordor bringen soll, um ihn im Feuer des Schicksalsbergs zu vernichten, bevor der dunkle Herrscher sich seiner bemächtigen und damit alle Völker Mittelerdes versklaven kann. Hilfe bekommen die Hobbits dabei von dem Zauberer Gandalf (Ian McKellen, X-Men), den Menschen Aragorn (Viggo Mortensen) und Boromir (Sean Bean, Game of Thrones), dem Waldelfen Legolas (Orlando Bloom) und dem Zwerg Gimli (John Rhys-Davies). 2012 bis 2014 folgte eine Filmtrilogie ebenfalls von Peter Jackson, die auf dem Roman „Der Hobbit“ beruht. Darin verkörpert Martin Freeman den Hobbit Bilbo, der den Ring der Macht ursprünglich gefunden hat.

Die Lande von Azeroth: Warcraft

Schon ab 1994 schuf die Videogame-Schmiede Blizzard das Fantasy-Universum von Warcraft in mehreren Echtzeit-Strategiespielen. Erst ab 2004 machten sie daraus jedoch das Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW), das seitdem fast zum Synonym für diese Form von Games geworden ist. Seitdem es das Spiel gibt, haben sich mehr als 100 Millionen Menschen bei WoW angemeldet. Da war eine Hollywood-Verfilmung nur eine Frage der Zeit und 2016 war es dann soweit. Unter dem Titel „Warcraft: The Beginning“ verfilmte Regisseur Duncan Jones (Moon) die Fantasywelt als buntes, episches Actionabenteuer.

Zum Inhalt: Weil ihre Welt Dreanor dem Untergang geweiht ist, machen sich die kriegerischen Clans der Orks, darunter auch Anführer Durotan (Toby Kebell, Fantastic Four) mithilfe der Beschwörungen von Ork-Magier Gul’dan (Daniel Wu, Tai Chi Hero) auf in das Land Azeroth. Dort treffen sie schon bald auf den Ritter Anduin Lothar (Travis Fimmel, Vikings), der die Halborkfrau Garona (Paula Patton, Mission: Impossible – Phantom Protokoll) gefangen nimmt. Er führt sie seinem Schwager König Llane Wrynn (Dominic Cooper, Preacher) vor, um ihn und Magier Medivh (Ben Foster, Kill your Darlings) dazu zu bewegen, den Orks den Krieg zu erklären.

 

Das Universum hinter den Spiegeln: Alice im Wunderland

Eines der ältesten Fantasiewelten ist wohl das des Schriftstellers, Mathematikers und Fotografen Lewis Carrol. 1865 schrieb er das Kinderbuch „Alice im Wunderland“ sowie sechs Jahre später die Fortsetzung „Alice hinter den Spiegeln“. Dank cleverer Anspielungen an mathematische Konzepte und satirische Untertöne wurden die beiden Romane nicht nur bei Kindern schnell beliebt. Unter seinen erwachsenen Fans befanden sich auch ein junger Oscar Wilde und Königin Victoria. Bereits seit der Anfangszeit des Kinos wurde „Alice in Wunderland“ immer wieder verfilmt, am bekanntesten ist ohne Zweifel die Disney-Zeichentrickversion von 1951. Das Hollywoodstudio brachte 2010 eine Realfilmversion ins Kino, mit Tim Burton als Regisseur. Darin wird allerdings eine Fortsetzung der Buchgeschichte erzählt, mit Mia Wasikowska (Crimson Peak) als erwachsene Alice und Johnny Depp als verrückten Hutmacher. 2016 folgte eine Fortsetzung unter der Regie von James Bobin (Die Muppets), u.a. mit Sascha Baron-Cohen (Borat).

Flach mit Niveau: Die Scheibenwelt

Eine fantastische Welt, die von vier riesigen Elefanten getragen wird, die wiederum auf dem Rücken einer gigantischen Schildkröte stehen: Aus dieser absurden Grundidee machte der britische Schriftsteller Terry Pratchett eine schillernde Welt, die in insgesamt 41 Romanen als Handlungsort fungiert. Was anfangs noch als simple Parodie von Fantasy-Klischees begann, wurde mit jedem Buch komplexer und vor allem witziger. Religion, Tod, Finanzwesen, Krieg – der 2015 verstorbene Pratchett verstand es meisterhaft, ernsthafte Themen auf satirische Weise in unglaublich unterhaltsame Geschichten zu kleiden. Davon wurde zunächst der Roman Hogfather in zwei Teilen verfilmt, in welchem der Sensenmann für die Scheibenwelt-Version des Weihnachtsmannes einspringen muss. Es folgte eine Adaption des allerersten Scheibenwelt-Buches Die Farbe der Magie über den unfähigsten Zauberer aller Zeiten, sowie Going Postal, in welcher der Betrüger Moist von Lipwig (Richard Coyle, Coupling) durch Zufall die Briefmarke erfindet.

Das Reich hinter dem Wall: Der Sternwanderer

Auch Pratchett Landsmann Neil Gaiman ist bekannt für ironische Geschichten mit einem mythologischen Twist, tatsächlich haben die beiden sogar schon einen Roman zusammen geschrieben, „Gute Omen“. Aber auch allein beweist Gaiman mit jedem neuen Roman seine schillernde Fantasie und sein Talent, metaphysische Parallelwelten zu erschaffen. So auch in dem Buch „Der Sternwanderer“, das von Matthew Vaughn (Kingsmen – The Secret Service) eindrucksvoll verfilmt wurde. Darin gibt es Adlige, die tatsächlich blaues Blut besitzen, Sterne, welche menschliche Gestalt annehmen und Luftpiraten in fliegenden Schiffen. Und mittendrin der junge Tristan (Charlie Cox, Daredevil), der in der mystischen Welt von Stormhold auf die sprichwörtlich himmlische Yvaine (Claire Daines, Homeland) trifft.

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