Das Bücher-Lesen hat seit der Erfindung des Fernsehens logischerweise immer mehr an Popularität verloren. Jedoch lassen sich Literatur und die neuen Medien ohne Weiteres miteinander verknüpfen. Wenn einem Drehbuch ein guter oder sogar Bestseller-Roman zugrunde liegt, kann eine vielversprechende Vorlage für den nächsten Hollywood-Blockbuster entstehen. Die Werke, die daraus entstehen, verteilen sich auf alle möglichen Genres. So sind darunter sowohl Biografien, die aus den Memoiren berühmter Persönlichkeiten entstanden sind, als auch Kindergeschichten wie Tarzan oder das Dschungelbuch zu finden.
Das größte Problem bei Romanverfilmungen ist wohl die Zeit, die bei Zelluloid ja doch eher begrenzt ist. Einige Bücher würden Material für zehn und mehr Stunden Film bieten, was aber nur sehr selten möglich ist. Daher gewinnen Mehrteiler mit zusammenhängender Handlung immer mehr an Bedeutung. Die Der Herr der Ringe Trilogie und auch die insgesamt sieben Harry Potter Bände sind die bekanntesten Vertreter ihrer Art. Jedoch wird auch in diesen Literaturverfilmungen aufgrund der schieren Fülle an Details und verzweigten Nebenhandlungssträngen auf viele Szenen verzichtet, um den Film auf das Wesentliche zu begrenzen. Dabei nicht auf zu viel zu verzichten, den Film aber trotzdem scheinbar lückenlos fortlaufen zu lassen, ist eine Kunst für sich.

Liste der besten Literaturverfilmungen

Im Anschluss findet ihr eine von mir zusammengestellte Liste, die sehr bekannte Literaturverfilmungen enthält. Darunter sind auch einige meiner persönlichen Lieblingsfilme, was nicht bedeuten muss, dass sie jedem gefallen müssen, aber eventuell ist ja noch für den einen oder anderen etwas neues dabei.

Extrem laut und unglaublich nah

Die neueste Literaturverfilmung aus Hollywood ist der Film Extrem laut und unglaublich nah von Regisseur Stephen Daldry. Basierend auf dem Roman von Autor Jonathan Safran Foer erzählt das Buch die Geschichte eines kleinen Jungen, der bei den Anschlägen des 11. Septembers seinen Vater verliert. Um den Verlust zu verarbeiten, sucht der elfjährige Oskar nach dem Gegenstück zu einem Schlüssel, den er unter den Sachen seines Vaters gefunden hat.
Extrem laut und unglaublich nah drückt gewaltig auf die Tränendrüsen. Leider wird man das Gefühl nicht los, dass der Regisseur mit allen Mitteln versucht, den Zuschauer zum Weinen zu bringen. Auf der anderen Seite lassen die Oskar-Nominierungen für den besten Film und den besten Nebendarsteller (Max von Sydow) auf eine qualitativ hochwertige Vorstellung schließen. Die erfahrenen Hollywood-Choriphäen Tom Hanks und Sandra Bullock mimen die Eltern des elfjährigen Oskar und liefern eine gewohnt erstklassige Vorstellung.

Interview mit einem Vampir

Als einer der in meinen Augen besten Vampirfilme, der je produziert wurde, wurde Interview mit einem Vampir – Aus der Chronik der Vampire für zwei Oskars nominiert. Der Film aus dem Jahr 1994 bietet für damalige Verhältnisse sehr gelungene Effekte und eine schauspielerisch mehr als überzeugende Leistung. Brad Pitt, Tom Cruise und eine sehr junge Kirsten Dunst bilden das Vampir-Trio in den Hauptrollen. Interview mit einem Vampir – Aus der Chronik der Vampire ist eine tragische Geschichte über die Schattenseiten des Vampir-Daseins, gedreht von The Crying Game Macher Neil Jordan nach dem Roman von Anne Rice.
Louis (Pitt) ist ein junger Adliger, der bereits das Anwesen seiner Eltern übernommen hat. Eines Nachts bekommt er Besuch von Lestat (Cruise), einem sehr alten und mächtigen Vampir. Dieser stellt ihn vor die Wahl: Tod oder ewiges Leben. Louis wählt das Leben und begibt sich zusammen mit Lestat auf eine abenteuerliche Reise durch Länder, Zeit und Leute. Jedoch sollte der junge Vampir seine Entscheidung, sich zum Blutsauger machen zu lassen, noch mehr als bereuen.

Der Herr der Ringe

Diese Trilogie nach den Büchern von J.R.R. Tolkien ist die für mich die am eindrucksvollsten gelungene Literaturverfilmung. Regisseur Peter Jackson hat zwar die Romanvorlage an vielen Stellen abgeändert, v.a. was die Charaktere angeht, jedoch wurden die drei Der Herr der Ringe Teile zum bisher gewaltigsten Fantasy-Epos unserer Zeit. Unerreicht bis heute ist die Der Herr der Ringe Romanverfilmung ein Titel, den zumindest ich persönlich gar nicht oft genug sehen kann. Das Abenteuer um den Ring, der Mittelerde in Dunkelheit und Verderben stürzen soll, wird durch die gewaltigen Schauplätze (Neuseeland) und die brutale Soundkulisse so brillant untermalt wie in kaum einem anderen Film. Dass es bereits über zehn Jahre her ist, als der erste Teil, Der Herr der Ringe – Die Gefährten erschien, sieht man den Machwerken nicht an; viel eher können sich sehr viele aktuelle Vertreter des Genres ein Beispiel in Sachen Atmosphäre, Kameraführung und Effekten einige Scheibchen abschneiden.
Natürlich kann man als Regisseur bei der Adaption eines solchen literarischen Meisterwerks nicht alle Details und Feinheiten berücksichtigen, aber dennoch wurde auf keine wesentlichen Bestandteile der Handlung verzichet. Ein Muss für jeden, der gerne Filme schaut.

Der Name der Rose

Der Name der Rose ist die Literaturverfilmung des gleichnamigen Werkes von Umberto Eco aus dem Jahr 1982. Vier Jahre später erschien der Film unter der Regie des Franzosen Jean-Jacques Annaud mit Sean Connery und Christian Slater in den Hauptrollen. Als Franziskaner-Mönch William von Baskerville und seinem Novizen Adson untersuchen die beiden eine Reihe von Morden in einem Kloster des Benediktiner-Ordens. Als Portrait einer Epoche beschreibt die Buchverfilmung, die im Jahr 1327 spielt, auf eine einzigartige Weise die Umstände und Lebensgewohnheiten, die zu der Zeit herrschten. Die Kirche als Allheilmittel und letzte Instanz in allen Belangen, sowie der Teufel als Erklärung für alles Ungewollte und Unerwünschte. Zudem nimmt die Handlung auch Einfluss auf das Verarmen der Bevölkerung und die Inquisition und Hexenverfolgung.
Der Regisseur schuf mit Der Name der Rose eine atmosphärisch sehr gelungene Literaturverfilmung, die bis heute in meinen Augen unerreicht bleibt, was mittelalterliche Kriminalgeschichten angeht. Selbstverständlich sollte jeder für sich selbst entscheiden, aber hierfür gibts eine klare Empfehlung.

Uhrwerk Orange

Uhrwerk Orange (OT: Clockwork Orange) ist Stanley Kubricks Literaturverfilmung des Zunkunftsromans A Clockwork Orange von Anthony Burgess. Der Tod Kubricks bedeutete für die Filmindustrie und auch für seine zahllosen Fans einen herben Verlust. Als Regisseur für mehrere Filme, die heute als Kultfilme gelten, machte er sich vor allem mit Titeln wie 2001: A Space Odyssey, The Shining (in Anlehnung an die Buchvorlage von Stephen King) und dem Antikriegsfilm Full Metal Jacket einen Namen in Hollywood. Er führte zwar nur bei 12 anderen Produktionen Regie, jedoch handelt es sich bei jedem einzelnen um ein Meisterwerk. Seine Devise: Qualität statt Quantität.
In Uhrwerk Orange geht es um den jungen Anführer einer Jugendgang im futuristischen London. Alex führt seine Droogs aus Langeweile von einem Gewaltverbrechen zum nächsten. Als er gefasst wird, behandelt der Film im Zuge der Resozialisierung umstrittene Themen wie z.B. den Holocaust und die allgemein immer gewaltbereiter werdende Welt.
Auch die deutsche Punk-Rock Band Die Toten Hosen ließen es sich nicht nehmen, ein Lied zu diesem Meisterwerk der Filmkunst zu produzieren. Clockwork Orange ist definitiv ein weiterer Meilenstein im Genre der Literaturverfilmungen.

Fight Club

Die Romanverfilmung Fight Club von David Fincher gilt genauso wie Clockwork Orange als Kultfilm. Bei diesem Film stimmt angefangen von schauspielerischer Leistung, Story und Kameraführung bis zur Synchronisation (für Leute, die nicht in englisch gucken) einfach alles. Die Tatsache, dass der Hauptprotagonist im ganzen Film keinen Namen bekommt und allgemein nur als „der Erzähler“ beschrieben wird, fällt nicht auf, da die beeindruckende Persönlichkeit des Tyler Durden einen so dermaßen in den Bann zieht, dass man auf solche Details erst beim dritten oder vierten mal Anschauen aufmerksam wird.
Die Buchvorlage für den Film stammt von Chuck Palahniuk und erschien 1996. Diesem Autor ist die Erschaffung der brillanten Charaktere zu verdanken. Der Erzähler ohne Name, der immer wieder seine Gefühle mit Sätzen wie „Ich bin Jack’s [Organ/Gefühl]“ ausdrückt, vermittelt den Eindruck eines hilflosen kleinen Mannes. Während Tyler Durden vielmehr der charismatische Nihilist ist, dem nach außen alles egal zu sein scheint. Allerdings heckt dieser bereits seit dem Kennenlernen der beiden einen genialen oder auch teuflischen Plan aus, je nachdem wie man es sehen will. Der beste Anarchisten Film, der je gedreht wurde und ganz klar auch eine der besten Literaturverfilmungen.

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