Filme wecken Erinnerungen. Manchen von ihnen erzeugen das Gefühl von Glück, andere bedrücken und einige wirken wie ein Schlag in die Magengrube. Sie überschreiten oft die Grenzen und sorgen ausreichend für Diskussionsstoff – nicht nur in der Filmindustrie. Kontroverse Filme sorgen auch für regelrechte Empörungen auf Filmfestivals: Denn sie sind provokant, skandalös und dennoch durchaus sehenswert.

Wir haben in unserer maxdome Videothek gestöbert und für Euch die 10 besten kontroversen Filme zusammengestellt. Viel Spaß mit unserer Auswahl!

Die besten kontroversen Filme

I Spit on Your Grave (2010)

Nachdem Jennifer (Sarah Butler) gequält und mehrmals vergewaltigt wird, schafft sie es gerade noch zu entkommen und zu überleben. Jennifer und hat nur noch ein Ziel vor Augen: brutale Rache! I Spit on Your Grave ist ein Remake. Regisseur Steven R. Monroe verfilmt die Low-Budget-Produktion Ich spuck auf dein Grab von 1978 erneut, dieses Mal aber mit großem Budget. Das Ergebnis ist ein düsterer, spannender und brutaler Rape-and-Revenge-Film, der mehrere Fortsetzung mit sich zog. Die Darstellung der Foltern von Jennifer werden explizit und detailgetreu dargestellt. Aus der deutschen Version wurden ganze 14 Minuten Tortur herausgeschnitten – trotzdem ist der Film nichts für schwache Nerven!

Antichrist (2009)

Der tödliche Unfall eines Kindes hat zur Folge, dass die Mutter (Charlotte Gainsbourg) kaum ansprechbar ist mit schweren Depressionen kämpft. Ihr Mann (Willem Dafoe), der Psychologe ist, möchte seine Geliebte selbst therapieren. So zieht das Paar aus der Stadt Seattle in den Wald namens Eden. Doch statt einer Verbesserung ihres Zustandes, geraten die Handlungen außer Kontrolle und der eigentliche Albtraum beginnt erst jetzt. Geplagt von Depressionen bezweifelte Regisseur Lars von Trier, dass er jemals wieder in die Filmindustrie zurückkehrt. Doch mit Antichrist serviert er den Zuschauern ein Skandal á la carte. Innerhalb von 40 Tagen wurde das PsychoDrama in Nordrhein-Westfalen gedreht. Auch wer schon bereits Werke des Skandalregisseurs kennt, sollte sich aus etwas gefasst machen: Antichrist ist eine perfide Mischung aus Brutalität, reinem Horror und Grausamkeit.

Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981)

Christiane F. ist 14 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in Berlin. Das Mädchen gerät schnell in die Drogenszene und findet keinen Ausweg mehr. Ihre Sucht kann sie nicht mehr kontrollieren. Um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, beginnt sie mit Straßenprostitution am Bahnhof Zoo. Sie rutscht immer mehr in den Abgrund. Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo basiert auf der gleichnamigen Biografie. Nach einer engen Zusammenarbeit mit zwei Journalisten entstand das Buch und war ein großer Erfolg weltweit. Regisseur Uli Edel griff in seinem Kinodebüt die beeindruckende Geschichte des Teenagers auf. Er hat sich sehr stark an die Buchvorlage orientiert und es gelingt ihm, die damalige Drogenszene in Berlin fast schon dokumentarisch einzufangen. Ein düsteres Leinwandabenteuer und spannend bis zum Schluss!

Mann beißt Hund (1992)

Ben (Benoit Poelvoorde) ist ein Serienkiller von Beruf. Er wird einige Wochen von einem Reporterteam bei seiner Arbeit begleitet. Das Team möchte eine Dokumentation über Ben drehen. Dabei stellt sich heraus, dass der kaltblütige Täter auch eine liebevolle Seite hat. Durch die charismatische Art von Ben werden die Reporter immer mehr in seine Welt involviert. Mann beißt Hund ist eine fiktive Dokumentation über den Alltag eines Serienmörders. Jeden seiner Taten folgen Kommentare über die Methode oder Entsorgung der Leiche – und zwar in einem Tonfall, als würde man zusätzliche Kochtipps zu einem Rezept hinzufügen. Dieses mag vielleicht am Anfang der Satire amüsant sein, aber je mehr der Zuschauer in die Welt von Ben hineingezogen wird, desto öfter überkommt einen das Schaudern.

Oldboy (2003)

Der Geschäftsmann und Familienvater Oh Dae-Su (Choi Min-sik) wird von Unbekannten entführt und für 15 Jahre in ein fensterloses Zimmer gesperrt. In seiner Zelle stehen ein Bett und ein Fernseher. Über diesen erfährt er von der Ermordung seiner Frau und, dass die Täter den Mord ihm in die Schuhe schieben. Plötzlich findet sich Oh Dae-Su in der Freiheit wieder… Regelmäßig werden in Asien großartige Werke produziert, die auch in Europa über große Beliebtheit erfreuen. So auch der PsychoDrama Oldboy vom Regisseur Park Chan-wook. Ihm gelang es, eine interessante und komplexe Geschichte zu kreieren. Oldboy ist ein fesselndes Meisterwerk und wurde 2004 mit dem Großen Preis der Jury in Cannes geehrt.

Uhrwerk Orange (1971)

England: Alex (Malcom McDowell) ist der Gangleader von Droogs. Für die Clique sind Überfälle gegen Wehrlose, brutale Vergewaltigungen und Schlägereien mit verfeindeten Gangs Zeitvertreib. Doch als Alex autoritärer Führungsstil in Frage gestellt wird, verraten ihn seine Leute und er kommt ins Gefängnis. Zwei Jahre später muss er als Versuchsobjekt an einer Therapie teilnehmen, die seine Aggression austreiben soll. Bereits 14 Tage danach wird er entlassen – angeblich geheilt… Uhrwerk Orange ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Anthony Burgess. Die Gesellschaftssatire wurde in den 70er Jahren verfilmt und gilt bis heute als einer den kontroversesten Filmen in der Geschichte. Meisterregisseur Stanley Kubrick war schon 1961 für die skandalträchtige Literaturverfilmung Lolita zuständig. Für Cineasten ein klares Muss!

Saw (2004)

Lawrence (Cary Elwes) und Adam (Leigh Whannell) wachen in einem heruntergekommenen Badezimmer auf. Beide sind mit Handschellen an einer Rohrleitung gefesselt und auf dem Boden liegt die blutüberströmte Leiche eines Mannes. Die Gefangenen sind ahnungslos, wie sie in diese Situation gekommen sind – bis sie Hinweise entdecken, dass sie in der Falle des Serienkillers Jigsaw (Tobin Bell) sind. Saw ist der erste Teil der bekannten Horror-Film-Reihe über den Serienmörder Jigsaw. Regisseur und Drehbuchautor James Wan holte Co-Autor und Hauptdarsteller Leigh Whannell mit an Bord und sie haben das bestmögliche aus dem Low-Budget-Film herausgeholt. Die Kombination aus Spannung, Herzrasen und Ekel ist so gut gelungen, dass Saw zum Horrofilm-Kult geworden ist.

Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte (2011)

Joseph (Peter Mullan) lebt in einem kleinen Ort Englands. Der alleinstehende Mann neigt zu Wutanfällen und schreckt nicht davon ab, einen Konflikt handgreiflich auszutragen. So hat er es auch geschafft, jede Beziehung zu seiner Frau zu zerstören. Als er Hannah (Olivia Colman) kennenlernt, scheint es eine Hoffnung für ihn zu geben. Doch auch sie hütet ein dunkles Geheimnis… Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte erzählt die berührende Geschichte zweier Menschen aus der Arbeiterklasse. Mit diesem englischen Drama hatte der britische Schauspieler Paddy Considine sein Regiedebüt und erzählt die Story furcht- und kompromisslos. Bereits zu Beginn werden die Nerven der Zuschauer auf eine harte Probe gestellt und das üble Gefühl im Magen ist bis zum Ende vorhanden.

Das große Fressen (1974)

Marcello (Marcello Mastroianni), Michel (Michel Piccoli), Ugo (Ugo Tognazzi) und Phillippe (Phillipe Noiret) haben ihre besten Jahre hinter sich. Gelangweilt vom Leben im Überfluss und angeödet vom Mangel an neuen Herausforderungen beschließen sie, sich in einer abgelegenen Villa zu Tode zu fressen. Drei Callgirls und die üppige Lehrerin Andrea (Andrea Ferreol) leisten den Lebensmüden bei ihrem Selbstmord durch orale Genusszuführung Gesellschaft. Fressgier und Sextrieb verschmelzen miteinander und nach und nach ereilt die Männer ihr selbst gewähltes Schicksal. Einer der größten Skandalfilme der 70er mit absoluter Starbesetzung. Die satirische Bloßstellung von Dekadenz und Gier ist auch heute noch genial. Allerdings muss man sich darauf einlassen.

Martyrs (2008)

Der Film von Pascal Laugier ist ganz sicher nicht für jedermann. Martyrs ist ein für die einen sicherlich ein brutales sadistisches Folterwerk, ohne tieferen Sinn. Für die anderen ist es ein philosophische Auseinandersetzung mit der Faszination an Gewalt und deren Darstellung. Doch ist diese polarisierende Wirkung ja typisch für die meisten Filme in dieser Liste. Inhaltlich wollen wir diesbezüglich auch gar nicht zu viel verraten. Es sei nur abschließend gesagt, dass die Kamera hier ein mitleidsloser Beobachter ist, der einem nichts von den brutalen Szenen erspart. Zu recht regte der Film damals zu seinem Kinostart zahlreiche Diskussionen an, inwieweit darf ein Film in seiner Gewaltdarstellung gehen.

Funny Games (1997)

Peter (Frank Giering) klingelt an der Tür von Georges (Ulrich Mühe) und Annas (Susanne Lothars) Ferienhaus, in dem sie mit ihrem Sohn Schorschi angekommen sind. Peter bittet um ein paar frische Eier. Was als nette Nachbarschaftshilfe beginnt, entwickelt sich zum psychotischen Albtraum für die Familie. Peter und sein Freund Paul (Arno Frisch) stellen sich als brutale Sadisten heraus… Michael Hanekes Werk sorgte nicht nur unter Journalisten, sondern auch unter Kollegen für reichlich Diskussionsstoff. Die Art und Weise, wie der Österreicher seinen Film inszeniert sorgte für Aufsehen. Schließlich wird der Zuschauer während des Films zum voyeuristischen Mittäter, den die Täter direkt einbeziehen. Außergewöhnlich und sehenswert ist Funny Games allemal.

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