Nur wenige Genres sind so beliebt wie Gangsterfilme. Und wenn man auf die Karrieren verschiedener Hollywood-Größen wie Robert De Niro oder Al Pacino schaut, so scheint sich das Image des skrupellosen Gangsters bestens zu eignen, um sowohl beim Mainstream als auch beim Arthouse Publikum Punkte zu sammeln. Gleiches gilt natürlich auch für die Regisseure, schließlich haben nicht nur die Oscarpreisträger Martin Scorsese und Quentin Tarantino ihre größten Erfolge kultigen Gangsterfilmen zu verdanken, sondern selbst ein Independent-Regisseur wie David Cronenberg hat in diesem Genre eine unverkennbare Duftmarke hinterlassen. Und das beste an Gangsterfilmen ist, dass diese sehr häufig auf wahren Geschichten beruhen. Von Al Capone über Lucky Luciano bis zu Lefty Rosenthal wurde mittlerweile fast jede Mobster Biografie auf die Leinwand gebracht. Demnächst versucht Sean Penn als Mickey Cohen in Gangster Squad sein Glück. Ein Grund mehr, mal eine Liste der besten Gangsterfilme zu küren.

Liste der besten Gangsterfilme

Scarface (1983, R: Brian De Palma)

Mit der Verkörperung von Tony Montana festigte Al Pacino seinen Ruf als Hollywoods kaltblütigster Darsteller. Der Gangsterfilm von Brian De Palma beruht dabei auf einem Drehbuch des damals noch recht unbekannten Oliver Stone. Eigentlich wollten die Produzenten ein Remake des gleichnamigen Klassikers von 1932 drehen, doch Stone verlagerte die Geschichte, die lose an den Aufstieg und Fall von Al Capone angelehnt war, in das Miami der 80er Jahre. Berühmt geworden ist Scarface nicht nur dank seines sehr expliziten Vokabulars, sondern vor allem auch durch die teils heftige Gewalt. Niemand, der den Film gesehen hat, wird die Duschszene vergessen können. Und auch der Showdown sucht immer noch seinesgleichen.

Der Pate – Teil 2 (1974, R: Francis Ford Coppola)

Ganz knapp auf Platz zwei der besten Gangsterfilme folgt Der Pate Teil 2, ebenfalls mit Al Pacino in der Hauptrolle. Als Michael Corleone hat er bereits in Der Pate Teil 1 das Heft immer mehr in seine Hand genommen, in Teil 2 räumt er dann auf kompromissloseste Art und Weise mit all seinen mafiösen Widersachern auf. Bereits die Parallelmontage zu Anfang des Films, bei der Michael zeitgleich zur Kommunion seines Sohnes mehrere Geschäfte regelt, gehört zu den größten Momenten der Filmgeschichte. In einem weiteren Strang erzählt Regisseur Francis Ford Coppola den Aufstieg von Michaels Vater Vito, der sich als mittelloser Immigrant mit verschiedenen Verbrechen Respekt auf der Straße verschaffen konnte. Dies war Robert De Niros gelungener Einstieg in die Karriere als Film-Mafiosi.

Casino (1996, R: Martin Scorsese)

Auch wenn Casino von Martin Scorsese von fiktiven Personen handelt, erzählt die Geschichte im Kern doch die mehr oder weniger wahre Geschichte von Frank „Lefty“ Rosenthal, der in den 1970er Jahren das legendäre Stardust in Las Vegas geleitet hat. Der Film war Scorseses x-ter Ausflug ins Genre der Gangsterfilme und ebenso seine x-te Zusammenarbeit mit Robert De Niro. Diese blinde Professionalität merkt man dem Film auch zu jeder Zeit an, der trotz seiner beachtlichen Länge ein erzählerisches Tempo drauf hat, dass einem fast schwindelig werden kann.

GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990, R: Martin Scorsese)

In GoodFellas erzählt Martin Scorsese die wahre Geschichte von Henry Hill und dessen Aufstieg und Fall in der Mafia. Hill wird verkörpert von dem damals noch recht unauffälligen Ray Liotta, seinen Mentor spielt abermals Robert De Niro. Besonderen Eindruck hinterlässt jedoch Joe Pesci, der für seine Darstellung zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. GoodFellas darf eigentlich in keiner Filmsammlung fehlen, und eine Liste der besten Gangsterfilme ohne dieses Mafiaepos von Scorsese würde überall auf der Welt nur Spott und Häme ernten.

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (2007, R: David Cronenberg)

Das organisierte Verbrechen existiert logischerweise nicht nur in den USA. Und so widmet sich Autorenfilmer David Cronenberg in Tödliche Versprechen auch dem Wirken der osteuropäischen Mafia. Im Kern handelt es sich um einen Ableger der Diebe im Gesetz in London und den Fahrer Nikolai (Viggo Mortensen), der in der Hierarchie der Organisation aufsteigen möchte. Tödliche Versprechen hat nichts von der Nostalgie der Puzo-Romane, in denen Werte wie Familie, Ehre und Ethik hochgehandelt werden. Dafür ist Cronenbergs Gangsterfilm ein abgeklärter Blick auf die moderne Russen-Szene, der sich durch starke Charaktere und hervorragende Darsteller (u.a. Armin Müller-Stahl, Vincent Cassel, Naomi Watts) auszeichnet.

Departed – Unter Feinden (2006, R: Martin Scorsese)

Ein Gangsterfilm von Martin Scorsese ohne Bobby De Niro? Kann das funktionieren? Ja, es kann. Und zwar so gut, dass der vielfach nominierte Scorsese endlich die beiden wichtigsten Oscars für den Besten Film und die Beste Regie einheimsen konnte. Das Ironische daran ist, dass es sich bei Departed – Unter Feinden um ein ziemlich originalgetreues Remake des Hongkong-Thrillers Infernal Affairs handelt. Scorsese verlagert die Geschichte um einen Polizisten und einen Gangster, die sich jeweils undercover in die gegnerische Organisation einschleusen, nämlich auf ein Terrain, in dem er sich spätestens seit Gangs of New York bestens auskennt: die irischstämmige Bevölkerung Nordamerikas. Neben Leonardo DiCaprio glänzt vor allem Jack Nicholson als Gangsterboss Frank Costello.

Pulp Fiction (1994, R: Quentin Tarantino)

Irgendwie ist zwar jeder Quentin Tarantino Film in seiner Attitüde ein Gangsterfilm, aber in diese Liste möchte ich trotzdem nur Pulp Fiction aufnehmen. Im Gegensatz zu den anderen hier genannten Streifen zeichnet der Film sich durch den besonders ironischen Humor aus, denn so wie in Pulp Fiction hat man Gangster wahrscheinlich noch nie erlebt. Der Umgang mit Blut und Gewalt gehört für diese Gauner mehr oder weniger zum täglich Brot, sodass nebenbei genügend Zeit bleibt, sich mit den wirklich wichtigen Fragen des Lebens zu beschäftigen, zum Beispiel warum der Quarterpounder in Europa Royal TS heißt. Daher gehört dieser Film auch zum ganz seltenen Genre der ernsten Gangsterfilm Komödien.

Ein Prophet (2009, R: Jacques Audiard)

Als der 18-jährige Malik zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt wird, lernt er dort schnell die Strukturen des organisierten Verbrechens kennen. Im Knast kommt er in Kontakt mit der korsischen Mafia und arbeitet sich fortan kontinuierlich in der Hierarchie nach oben. Wie viele vor ihm zeichnet der französische Regisseur Jacques Audiard anhand einer klassischen Aufstieg-und-Fall-Geschichte die Mechanismen der organisierten Kriminalität nach. Ein Prophet zeichnet sich dabei durch den besonderen Realismus in der Darstellung aus und gehört ganz klar zu den besten Gangsterfilmen.

Gomorrha – Reise ins Reich der Camorra (2008, R: Matteo Garrone)

Camorra nennt sich das organisierte Verbrechen in Kampanien rund um Neapel. Der Film Gomorrha beruht dabei auf der gleichnamigen Buchvorlage, die jedoch eher ein detailliert recherchiertes Sachbuch statt eines klassischen Romans ist. Entsprechend beleuchtet dieser Gangsterfilm auf sehr realistische Weise das Wirken und Vorgehen der neapolitanischen Verbrecherorganisation in verschiedenen Episoden. In diesem System spielt der Kleingauner eine ebenso wichtige Rolle wie die Dons der Familien, die heutzutage mit allem Geldverdienen, was legal operierenden Unternehmen untersagt ist. Drogenhandel spielt in diesem weit verzweigten Netz aus Wirtschaftskriminalität aber genauso eine Rolle wie Giftmüllentsorgung.

Bonnie und Clyde (1967, R: Arthur Penn)

In den USA ging es in den 20er und 30er Jahren bekanntermaßen hoch her. Die Weltwirtschaftskrise schüttelte das Land, das organisierte Verbrechen wuchs und wuchs und auch das Dasein als Bankräuber wurde immer populärer. Neben John Dillinger (Public Enemies) genoss hierbei vor allem das Ganovenpärchen Bonnie und Clyde einige Berühmtheit. Zwar hatten die beiden nicht so coole Gangsternamen wie zum Beispiel Pretty Boy Floyd oder Baby Face Nelson, dafür konnten sie aber mit dem Nimbus des unzertrennlichen Liebespaares punkten. Und so besticht auch der Film durch eine etwas romantische Verklärung, weswegen der Streifen zunächst äußerst unerfolgreich war. Erst mit dem Aufkommen des New Hollywood konnte Bonnie und Clyde die verdienten Lorbeeren ernten und zählt heute zurecht als Klassiker unter den Gangsterfilmen.

Dick Tracy (1990, R: Warren Beatty)

Okay, der ein oder andere mag jetzt einwenden, dass Dick Tracy eher zur Kategorie Comicverfilmung gehört als zum echten Gangsterfilm. Was den Film aber trotzdem in diese Liste bringt, sind vor allem die ironisch karikierten Ganoven, die allesamt auf Namen hören wie Big Boy Caprice (Al Pacino), Mumbles (Dustin Hoffmann) oder Breathless Mahoney (Madonna). Stilistisch ist dieser Ganovenstreifen mit den obigen Filmen in keiner Weise zu vergleichen, denn Regisseur Warren Beatty legt keinen Wert auf Realismus, sondern schafft eine Welt, die ganz nah an der Comicvorlage angelehnt ist. Entsprechend wurde der Film auch für Ausstattung und Make Up mit einem Oscar ausgezeichnet.

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