Twillight-Star Robert Pattinson soll die Titelrolle im kommenden Film The Batman übernehmen. Eine Wahl die viele Fans zuerst verschreckte oder zumindest sehr erstaunte. Dass die Rolle aber seit jeher großem Wandel unterzogen ist, zeigt nicht nur ein Blick in die Comic-Vita des Dunklen Ritters.

Es war im Mai 1939, als erstmals ein Comic des von Bob Kane und Bill Finger geschaffenen Superhelden Batman veröffentlicht wurde. Es sollte keine vier Jahre dauern, bis der Dunkle Ritter erstmals verfilmt wurde. Bereits am 15. April 1943 feierte der erste Batman Film unter der Regie von Lambert Hillyer seine Premiere. Die Rolle des Batman wurde damals von Lewis Wilson verkörpert. Vier Jahre nach dem zweiten Weltkrieg konnte man den Superhelden erneut auf der Leinwand sehen.  Am 26. Mai 1949 lief der Film Batman & Robin mit Robert Lowery in der Hauptrolle in den US-Kinos an. Auf diese ersten Gehversuche sollten viele weitere Batman Filme folgen. Wir haben eine Liste der wichtigsten Realverfilmungen für Euch.

Batman hält die Welt in Atem (OT: Batman, USA 1966)

Im grau-blauen Flanell-Strampler, unter dem sich doch das eine oder andere Speckröllchen abzeichnete, kämpfte Adam West in diesem Batman Film mit jeder Menge seltsamer Gimmicks wie dem Anti-Hai-Spray gegen die Bösewichter von Gotham City.  An seiner Seite Burt Ward als Robin, der mit seiner grauen Strumphose aussah, als wäre er direkt dem DDR-Fernsehballett entsprungen. Legendär die berühmten Comiceinblendungen bei Prügeleien wie „KAPOW“, „VRONK“, ZZONK“, „SPLATT“ oder  „CLANK“. Man mag zwar sicherlich bei Batman hält die Welt in Atem in einer gewissen Weise von einem Kultfilm sprechen, aber mit der eigentlich düsteren Comicverlage des Superhelden hatten dieser Batman Film und auch die TV-Serie nicht wirklich viel gemein.

Batman (USA 1989)

Nach der eher komödiantischen Comicverfilmung aus dem Jahr 1966 sollte es fast ein Vierteljahrhundert andauern, bis der Dunkle Ritter wieder über die Kinoleinwand flattern sollte. Erst im Jahr 1989 wagte sich kein geringerer als Starregisseur Tim Burton mit dem Superhelden Film Batman wieder an die Comicvorlage von Bob Cane. Mit Michael Keaton in der Hauptrolle als Batman und Jack Nicholson als Bösewicht Joker verhalf eine namhafte Darstellerriege dem Dunklen Ritter zu einer gelungenen Renaissance. Jack Nicholson zögerte bis zur letzten Sekunde, bis er als Bösewicht zusagte. Für die Figur des  Joker waren auch Tim Curry und Robin Williams im Gespräch.

Batmans Rückkehr (OT: Batman Returns, USA 1992)

Burton nahm auch bei der Superhelden-Fortsetzung auf dem Regiestuhl Platz. Ebenso schlüpfte Michael Keaton ein zweites Mal in den Bat-Anzug. Als Bösewichter standen diesmal Danny DeVito, Christopher Walken und Michelle Pfeiffer vor der Kamera. Nachdem Burgess Meredith (Der Pinguin aus der TV-Serie von 1966) und Dustin Hoffman die Rolle des Pinguin abgelehnt hatten, unterschrieb DeVito den Vertrag. Das sogar ohne vorher das Drehbuch gelesen zu haben. Batmans Rückkehr wurde 1993 in den Kategorien Beste visuelle Effekte und Bestes Make-up jeweils für einen Oscar nominiert.

Batman Forever (USA 1995)

Unter Regisseur Joel Schumacher verkam der einst Dunkle Rächer zu einer bonbonbunten, familiengerechten Actiongroteske. Nachdem Michael Keaton den Fledermaus-Mantel an den Haken hing, übernahm Val Kilmer einmalig die Rolle des Superhelden. Mit Jim Carrey als Riddler und Tommy Lee Jones als Two Face konnten für Batman Forever erneut zwei Topstars als Bösewichter verpflichtet werden. Nachdem sich Burton vehement geweigert hatte, die Rolle des Robin in seine Filme einzubauen, ließ Schumacher Batmans Gehilfen in seinem Film mitspielen, der von Chris O’Donnell verkörpert wurde. Zwar war Batman Forever für drei Oscars nominiert und war mit einem Einspielergebnis von weltweit 336 Millionen US-Dollar erfolgreicher als die beiden Burton-Filme, aber für den wahren Batman-Fan begann mit den Schumacher-Verfilmungen der Untergang der Batman Filme.

Batman & Robin (USA 1997)

In Batman & Robin hat Hollywood-Beau George Clooney seinen ersten und einzigen Auftritt in der Hauptrolle. Als Gegenspieler standen diesmal Arnold Schwarzenegger und Uma Thurman vor der Kamera.  Trotz dieses Staraufgebots avancierte Batman & Robin zum absoluten Flop. Tricktechnisch war dieser Film sicherlich nett anzuschauen, aber zwischen all den quietschebunten Bildchen und Lämpchen ging die eigentliche Story den Bach runter. Besonders enttäuscht waren die Batman-Fans von der Darstellung Banes. In den Comics einer der gefährlichsten Widersacher Batmans, der bei Schumacher aber zu einem tumben Schläger verkommt. Wurden seine Vorgänger hie und da noch mit einer Oscar-Nominierung bedacht,  so gab es für Batman & Robin elf Nominierungen für den Anti-Oscar, die Goldene Himbeere.

Batman Begins (USA 2005)

Acht Jahre nach dem Batman & Robin-Flop beginnt unter der Regie von Christopher Nolan eine neue Batman-Ära. Batman Begins ist keine Fortsetzung der bisherigen Reihe, sondern der Neubeginn einer eigenen, wesentlich düsteren. Mit Christian Bale verkörperte mittlerweile der siebte Darsteller die Rolle von Bruce Wayne, aber keiner vor ihm gab ihm diese glaubwürdige Präsenz und Tiefe. Nolan legte sein Hauptaugenmerk vielmehr auf die charakterliche Darstellung seiner Figuren. So konfrontiert er seinen Protagonisten mit seinen Ängsten und erklärt auf diese Weise den Werdegang des jungen Bruce Wayne zu Batman. Mit Batman Begins gelingt es erstmals einem Regisseur, den Batman-Mythos so realistisch zu gestalten, wie es auch in der Comic-Vorlage der Fall ist.

The Dark Knight (USA 2008)

Nur drei Jahre nachdem Nolan mit Batman Begins den Superhelden neu erfunden hatte, sollte sich der Hype um den Fledermausmann mit The Dark Knight noch steigern. Für besonderes Aufsehen sorgte dabei der leider viel zu früh verstorbene Heath Ledger, der in seiner Verkörperung des Jokers den Auftritt von Jack Nicholson aus dem Jahr 1989 übertraf und die Schau stahl. Posthum, er verstarb am 22. Januar 2008 kurz nach Ende der Dreharbeiten, bekam Ledger für seine Glanzleistung den Oscar als bester Nebendarsteller verliehen. Insgesamt wurde The Dark Knight für über 140!!! Filmpreise (darunter acht Oscars) nominiert und ist mit einem Einspielergebnis von 1 Mrd. US-Dollar der zwölfterfolgreichste Streifen der Filmgeschichte.

The Dark Knight Rises (OT: The Dark Knight Rises, USA 2012)

The Dark Knight Rises ist der krönende Abschluss einer mit viel Ernst und Tiefgang verwirklichten Action-Trilogie. Regisseur Chris Nolan setzte neue Maßstäbe und zeigte, das Comic-Verfilmungen deutlich anspruchsvoller sein können, als bis dato geglaubt. Endlich kam dem Dunklen Ritter wieder die Würde zu, die zuletzt bei den Filmen von Joel Schumacher verloren ging. Waren in  Batman Begins noch Angst und in The Dark Knight Terrorismus das allumfassende Thema, so ist dies in The Dark Knight Rises eine Mischung daraus. Während Batmans Widersacher Bane in Batman & Robin noch eine tumbe Nebenfigur darstellt, schenkt ihm Nolan die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Selten in der Filmgeschichte hat man solch einen angsteinflößenden Bösewicht – furios Tom Hardy – erlebt. Ein actionreicher und spannungsgeladener Film und das würdige Ende einer großen Trilogie.

Batman v Superman – Dawn of Justice (USA 2016)

Nachdem Zack Snynder Superman mit Man of Steel neues Leben einhauchte, lies er es zum Titanentreffen kommen. Batman gegen Superman. Ein Kampf der beiden Helden, der leider einige Mängel aufwies. Trotz zahlreicher guter Ansätze und grandioser Bilder, enttäuschte der Film viele Fans. Insbesondere der fatale „Martha-Moment“ konnte nicht überzeugen. Dennoch ist vor allem der Extended Cut deutlich besser als der Ruf des Films. In der Rolle eines verbitterten und zornigen Bruce Waynes begeistert Ben Affleck. Das große Problem dieses Films ist jedoch, dass er mindestens 5 Jahre zu früh kam. Das ganze Vorhaben wirkte unausgegoren und überstrapaziert, nur um schnellstmöglich an den Erfolg des Verlagskonkurrenten Marvel anzuknüpfen. Die düstere Richtung, in die Snyder sein Projekt bringen wollte war an sich jedoch eine gute Idee. Allerdings scheiterte diese spätestens mit Justice League (2017) komplett.

Justice League (USA 2017)

Erstmalig zeigt sich Batman als Teamspieler und vermeintlicher Anführer der Justice League. Dass der Film eine mittlere Katastrophe ist, liegt daran, dass man sich während des Drehs entschied etwas völlig anderes zu machen, als geplant. Regisseur Snyder musste seinen Platz räumen, da ihn eine persönliche Tragödie ereilte und es zu Unstimmigkeiten mit den Produzenten kam. Danach veränderte sich mit Joss Whedon die Tonart des Films immer mehr. Der Mix aus düsterer Ernsthaftigkeit wurde mit humorvollen Elementen durchbrochen. Das klappt nur leider einfach nicht. Justice League ist ein wilder Mix aus unterschiedlichen Filme, der DC zu einer kompletten Neuausrichtung zwang.

 

 

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2 Responses to Die Batman-Filme – Werdegang eines düsteren Superhelden

  1. Avatar Michael Boese sagt:

    Schade, das die Zeichentrickfilme nirgends erwähnt werden:
    Batman…
    & das Phantom
    Dark Knight returns 1
    Dark Knight returns 2
    Under the red Hood
    LEGO
    Public Enemies
    Apocalypse

    und und und….

  2. Sehr interessant und ausführlich geschildert.

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