Eine neuartige Idee ist der Kern eines jeden innovativen Science Fiction Films. Mehr als in jedem anderen Genre geht es um die Visionen der Filmemacher: Ob Utopie, Dystopie, Alieninvasion oder Maschinenherrschaft – den gedanklichen Rahmenbedingungen sind kaum Grenzen gesetzt. Das aktuellste Beispiel ist der SciFi-Blockbuster In Time – Deine Zeit läuft ab, in dem Geld als Währung durch Lebenszeit ersetzt wurde.

Doch gerade im Zeitalter der Computertechnik ist die Versuchung groß, zu sehr auf bombastische Effekte zu setzen und dabei Story oder Tiefgang zu vergessen. Ungeachtet eventueller Mängel bei der Handlung oder der Zeichnung der Charaktere soll es in diesem Artikel eher um besondere Ideen gehen, denn jeder der folgenden Werke hat etwas etwas, das es zum Erscheinungszeitpunkt so noch nicht gegeben hat.

Hier ist also im Hinblick auf den Innovationsgrad meine Top 16 der besten Science Fiction Filme aller Zeiten.

 

Platz 16: In Time – Deine Zeit läuft ab (2011)

Zeit ist Geld – das ist im aktuellen Science Fiction Blockbuster In Time – Deine Zeit läuft ab sogar wörtlich zu nehmen. Zukunftswerke haben ja schon häufig neue Währungen hervorgebracht: Credits, Spacedollar, Kronkorken, Spice. Die Idee, mit seiner Lebenszeit zu bezahlen, ist allerdings neu. Leider bietet In Time neben dieser Idee wenig Innovatives. Gerade im Hinblick auf seinen hochkarätigen Cast bleibt der Film weit unter seinen Möglichkeiten, denn z.B. das Talent eines Cillian Murphy haben andere Drehbücher weit besser ausgenutzt. Stattdessen verbrät Regisseur und Autor Andrew Niccol, der immerhin auch hervorragende Filme wie Gattaca oder Terminal hervor brachte, altbekannte Muster und Klischees. Dennoch ist der Grundgedanke für Science Fiction Fans einen Blick und knapp zwei Stunden Lebenszeit wert.

 

Platz 15: Idiocracy (2006)

Zu Unrecht ist Idiocracy etwas untergegangen. Der Film zeigt, was passieren könnte, wenn der gesellschaftliche Trend von kinderlosen Akademikern und sich schnell vermehrender Unterschicht bestehen bleibt. Was einigen Gesellschaftsforschern heutzutage Kopfzerbrechen bereitet, wird in Idiocracy auf überspitze Weise satirisch dargestellt. Damit erwartet den Zuschauer weniger eine düstere Dystopie als eher eine unterhaltsame Science Fiction Komödie. Der ein oder andere dürfte aber mit Erschrecken feststellen, dass einiges gar nicht so abwegig ist. Vielleicht ist die Herrschaft der Dummen näher als gedacht…

 

Platz 14: Sky Captain and the World of Tomorrow (2004)

Eine einzigartige Mischung aus unterschiedlichsten Elementen findet man in Sky Captain and the World of Tomorrow vor. Anders als der Titel vermuten lässt, spielt der Science Fiction Film nicht in der Zukunft, sondern in einer alternativen Realität der 1930er Jahre. Riesige Roboter legen ganze Städte in Schutt und Asche und der heldenhafte Propellerpilot Sky Captain versucht hinter das Geheimnis der mysteriösen Angriffe zu kommen. Gedreht wurde ausschließlich vor dem Blue Screen. Sämtliche Kulissen wurden im Nachhinein digital eingefügt und mit dem Filmlook der 30er Jahre versehen. Wie so oft ist es hier überwiegend die außergewöhnliche Optik, die den Film sehenswert macht. Ein bisschen mehr Charaktertiefe und eine weniger oberflächliche Handlung hätten aus Sky Captain and the World of Tomorrow einen echten Kultfilm machen können.

 

Platz 13: Cloverfield (2008)

Eine Alieninvasion auf der Erde – kenn ich schon. Aber das Ganze kombiniert mit einer wackeligen Handkamera (die ja ebenfalls schon aus Blair Witch Project bekannt war) gibt ein völlig neues Kinoerlebnis. Cloverfield kann man mögen oder hassen, eine Zwischenstufe gibt es fast nicht. Letztendlich geht es in der Mockumentary um nichts weniger als das nackte Überleben – und der Zuschauer ist mitten im hektischen Geschehen und flieht vor den fiesen Alien-Invasoren. Eine besondere Erwähnung verdient hier noch das außerordentlich gelungene Sounddesign, das für eine zusätzliche Portion Realismus sorgt.

 

Platz 12: Renaissance (2006)

Hier sind weder Geschichte noch Figuren besonders innovativ. Das Spezielle liegt am visuellen Stil. Renaissance ist nämlich komplett in Schwarz-Weiß gehalten und ist damit zunächst einmal anstrengend anzuschauen. Der dystopische Krimi wurde im Motion-Capture-Verfahren gedreht und kann namhafte Stars wie Daniel Craig oder Ian Holm vorweisen. Lässt man sich auf das ungewöhnliche Design ein, erwartet den Zuschauer ein einzigartiges Filmereignis, dem man gerne auch die ein oder andere Story-Schwäche verzeiht.

 

Platz 11: Cube (1997)

Über Cube lässt sich sicher nicht nur Gutes sagen: Die Schauspieler haben sich sichtbar Mühe gegeben und auch das Drehbuch ist nicht gerade oscarreif. Doch hier steckt eine grandiose, neue Idee dahinter. Sieben Menschen, die einander nicht kennen, wachen in einem würfelförmigen Raum auf. An allen sechs Seiten befinden sich Luken, die in weitere Räume führen. Viele davon sind sicher, in einigen lauern tödliche Fallen. Während ihrer verzweifelten Suche nach dem Ausgang beginnen sie allmählich ein System zu erkennen. Zu Cube wurden ein Prequel (Cube Zero) und ein Sequel (Cube 2 – Hypercube) produziert, die allerdings inhaltlich komplett versagen. Auch der Reiz des Kerngedanken konnte hier nichts mehr retten.

 

Platz 10: Tron (1982)

Heutzutage würden sich die meisten wohl fragen, was an Tron so neu und revolutionär sein soll, denn für heutige Verhältnisse wirken Machart und Story des Films altbacken und beinahe lächerlich. Im Computer-Zeitalter, wo Smartphones und Tablets allgegenwärtig sind, könnten wahrscheinlich nicht wenige am heimischen Rechner besser aussehende Computerwelten schaffen, als es das ganze Team von Special Effects Künstlern im Jahr 1982 bei Tron vollbracht hat. Doch zu der Zeit als gerade die ersten Heimcomputer auf den Markt kamen, war ein Film über das vermeintliche Innenleben dieser Maschinen geradezu revolutionär. Da aber noch nicht viele überhaupt etwas mit PCs anfangen konnten, floppte der Tron in den Kinos. Erst später mit der weiteren Verbreitung der Heimcomputer war der Cyber-Pionierfilm wieder gefragt – und wurde sogar zum Kult unter den Computer-Nerds. Die Fortsetzung Tron: Legacy konnte 2010 zwar mit deutlich besseren Special Effects aufwarten, allerdings litt darunter – wie so oft – die Qualität des Drehbuchs.

 

Platz 9: The Fountain (2006)

Was für ein Film! Visuell herausragend wird The Fountain auf einzigartige Weise in drei miteinander verwobenen Zeitaltern erzählt. Die Geschichte dreht sich um ein Liebespaar (Hugh Jackman und Rachel Weisz) und die Suche nach der Quelle des ewigen Lebens. Black Swan Regisseur Darren Aronofsky ist ja bereits bekannt dafür, dass seine Filme nicht der breiten Masse gefallen wollen. Auch The Fountain ist kein Film für jedermann. Man muss schon Geduld mitbringen, um die gemächlich erzählte Geschichte durchzustehen. Am besten lässt man sich von den berauschenden Bildern tragen und lässt dieses ungewöhnliche Science Fiction Drama in aller Ruhe auf sich wirken. Es lohnt sich!

 

Platz 8: Blade Runner (1982)

Philip K. Dicks Roman „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ ist die Vorlage für diesen Parade Film Noir von Ridley Scott. Die Blade Runner sind eine Elite-Einheit, die Replikanten – künstlichen Menschen – auf der Erde aufspüren und exekutieren. Einer von ihnen ist Rick Deckard, der sich im Laufe einer Ermittlung in eine Replikantin verliebt und an seinem Auftrag zu zweifeln beginnt. Bemerkenswert ist hier, dass die Kinoversion von 1982 weitaus schlechter ist, als der viel später erschienene Final Cut. Dieser nähert sich deutlich stärker an die ursprüngliche Intention von Ridley Scott an und hat zudem anstatt eines amerikanisierten Happy End eine angemessene Schlussszene. Der unverwechselbare Look des Science Fiction Films gilt als Vorbild für viele zukünftige Werke wie Batman oder Terminator.

 

Platz 7: Terminator (1984)

In einer postapokalyptischen Zukunft wird ein Cyborg zurück ins Jahr 1984 geschickt, um die Mutter des Anführers des Widerstandes gegen die Maschinen zu töten, bevor sie ihren Sohn zur Welt bringt. Klar soweit? Der Widerstandsanführer schickt seinerseits seinen zukünftigen bzw. vergangenen Vater zurück in der Zeit um seine Mutter vor dem Cyborg zu schützen und um ihn, den Anführer, zu zeugen. So könnte man die Grundidee von Terminator wohl in aller Kürze beschreiben. Klingt verwirrend, ist aber eigentlich ganz einfach und war damals trotzdem ganz neu. Außerdem verhalf diese Idee James Cameron zum Durchbruch. Wer weiß, ob es ohne Schwarzenegger solch erfolgreiche Filme wie Titanic oder Avatar gegeben hätte…

 

Platz 6: Planet der Affen (1968)

Einer der großen Klassiker des Science Fiction Films ist Planet der Affen. Doch der Film ist nur vordergründig ein Abenteuer in ferner Zukunft, die Hintergründe sind damals ganz aktuell: Krieg, Diskriminierung und Machtmissbrauch. Planet der Affen hält der amerikanischen Gesellschaft schamlos den Spiegel vor. Dem ersten Teil folgten noch vier Fortsetzungen, die aber allesamt nicht an das Original heranreichten. 2001 erschien ein Remake von Tim Burton und mit Mark Wahlberg und 2011 wurde mit dem Prequel Planet der Affen: Prevolution die Reihe neugestartet.

 

Platz 5: Inception (2010)

Was ist Traum, was Realität? Inception vollbringt die Gratwanderung zwischen unterhaltsamem Popcorn-Blockbuster und ausgefeilter Story. Besonders gelungen ist die bis ins kleinste Detail durchdachte Logik der verschachtelten Traumebenen, die gleichzeitig auch das Innovative des Films ausmacht. Spätestens mit Inception hat sich Christopher Nolan für Hollywoods Riege der Top-Regisseure empfohlen. Noch dieses Jahr erwartet uns das große Finale seiner Batman-Trilogie. 2013 wird er als Drehbuchautor und Produzent zusammen mit Regisseur Zack Snyder Man of Steel, einen Reboot der Superman-Comics, verfilmen.

 

Platz 4: 2001 – Odyssee im Weltraum (1968)

In keiner Auflistung über revolutionäre Science Fiction Filme darf Stanley Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum fehlen. Exzessiv lange Szenen ohne Handlung oder Dialoge, Untermalung mit klassischer Musik und die philosophischen Grundgedanken von Friedrich Nietzsche ließen ein einzigartiges Werk entstehen. Irgendwo zwischen Langeweile und Meisterwerk findet sich in 2001 – Odyssee im Weltraum mit HAL 9000 noch die erste Künstliche Intelligenz der Filmgeschichte – Jahrzehnte vor Skynet und Agent Smith. Wie auch immer man zu Kubriks visionärem Werk stehen mag, eines kann man nicht bestreiten: Sein Science Fiction Film in Reinform beeinflusste noch Jahrzehnte lang die Filmwelt.

 

Platz 3: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Lt. Ellen Ripley war war die erste wahre Action-Heldin und ist bis heute für mich die unerreichte weibliche Hauptrolle in einem Science Fiction Film. Gleichzeitig ist sie wohl das Vorbild für viele weitere weibliche Filmhelden. Die Theaterschauspielerin Sigourney Weaver hat es selbst dann noch geschafft, Ripley glaubhaft und überzeugend darzustellen, als von einem guten Drehbuch und würdigen Fortsetzungen nicht mehr die Rede sein konnte. Denn so herausragend die Teile 1 und 2 der Alien Quadrilogie sind, so enttäuschend waren Teil 3 und 4 auch. Ich freue mich schon auf den 9. August, wenn eine weitere starke Frau – nämlich Noomi Rapace (bekannt aus der schwedischen Millennium-Trilogie) – im Prequel der Alien Reihe zu sehen sein wird. Prometheus gehört für mich auf jeden Fall zu den absoluten Must See Movies dieses Jahr.

 

Platz 2: Matrix (1999)

Eine düstere, von Maschinen kontrollierte Zukunft ist nun wahrlich nichts Neues. Ungewöhnlich ist aber die Idee, dass die Menschen den Maschinen als Energiequelle dienen und deshalb in der künstlich erschaffenen Matrix bei Laune gehalten werden müssen. Zumindest der erste Teil der Trilogie besticht zudem durch eine feingefeilte Logik und ein bis ins kleinste Detail ausgearbeitetes Gesamtkonzept. Schade, dass die beiden Sequels große Teile davon mit sinn- und inhaltslosen, übertrieben hochgestochenen Dialogen kaputt gemacht haben. Dennoch bleibt der erste Teil ein Meisterwerk der Geschwister Andy und Larry/Lana Wachowski, der bis heute zwar oft kopiert (z.B. im schweizerischen Sci-Fi-Thriller Cargo), aber nie erreicht wurde.

 

Platz 1: Krieg der Sterne (1977)

… oder Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung, wie es seit dem Erscheinen von Episode 1-3 heißt. Eine Gesellschaft, in der Menschen nur eine weitere Rasse von Aliens sind, die Idee Schwerter gegen Pistolen einzusetzen, die Macht, über die alles miteinander in Verbindung steht – lange muss man 1977 nicht nach Dingen suchen, die man noch nie gesehen hatte. George Lucas erschafft mit Star Wars ein Universum von unerreichter Größe und Tiefe. Noch 35 Jahre später kann er damit Jung und Alt begeistern, hat eine treue Gemeinschaft von Fanboys, die sogar in Star Wars Kostümen herumlaufen. Das Star Wars Franchise ist mit Real- und Animationsfilmen, einer Serie, etlichen Computerspielen, Büchern, Lexika, Spielfiguren und vielem mehr eine schier unerschöpfliche Geld- und Ideenquelle.

 

Science Fiction Filme online schauen

Bei maxdome könnt ihr viele dieser Top 16 der besten Science Fiction Filme online schauen. Und natürlich findet ihr unter dem Genre SciFi noch etliche weitere sehenswerte Werke.

6 Responses to Die 16 besten Science Fiction Filme aller Zeiten

  1. Hendrik sagt:

    Super Liste. Speziell Idiocracy hatte ich total aus dem Auge verloren. Grandioser Film. Ich finde aber das Der Omega Mann ( http://www.maxdome.de/der-omega-mann-146911.html ) als echter Klassiker auf jeden Fall einen Platz in dieser Liste finden sollte 🙂 – Ach ja, Planet der Affen original und nicht die Neuverfilmung zu nehmen war eine super Entscheidung 🙂

  2. Felix sagt:

    Ich würde The Fountain nicht darunter zählen, ist es doch eigentlich in keiner Weise SciFi, von dem allegorischen Ende mal abgesehen, das aber mehr als Metapher denn als wirklcihe SciFi-Anspielung gedacht sein dürfte.

  3. JK sagt:

    …bei dieser Liste fehlen mir zu viele herausragende Filme wie bspw. DAS SCHWARZE LOCH ! Im Gegenzug sind zu viele „teilweise recht banale“ Filmchen (Tron) dabei…

  4. Aigi sagt:

    Warum ist hier Star Trek nicht vertreten?

  5. Johnny sagt:

    Star Wars auf Platz 1 einer Sci-Fi-Bestenliste, in der sich 2001 UND Blade Runner auch finden??? Haarsträubend…tut mir echt leid, aber als Sci-Fi-Fan krieg ich echt Gänsehaut, wenn Star Wars als Sci-Fi-Märchen den tatsächlich wichtigen Sci-Fi-Werken wie o.g. oder Moon, Solaris, Metropolis usw…

    Der Rest der Liste ist wirklich gut, aber DAS??

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