Daniel César Martin Brühl González Domingo gehört zu den wenigen deutschen Schauspielern, die es auch in Hollywood geschafft haben. Seine Rolle als Kriegsheld in dem Film Inglourious Basterds an der Seite von Brad Pitt und Christoph Waltz machte ihn schlagartig bekannt. Auch in Das Bourne Ultimatum mit Matt Damon ergatterte er eine Nebenrolle. In dem Drama Rush – Alles für den Sieg spielte er zusammen mit Chris Hemsworth (Thor, The Cabin in the Woods). In Deutschland kennt man ihn schon lange neben den ganz Großen, wie etwa mit Ulrich Tukur (Das weisse Band, Unsere Erde) in John Rabe.

Geboren ist Daniel Brühl 1978 in Barcelona. Sein Vater Hanno Brühl ist Regisseur und die spanische Mutter Lehrerin. Seine Kindheit verbrachte er daher auch abwechselnd in Spanien und Deutschland. Als Achtjähriger gewann er einen Vorlesewettbewerb und überzeugte dabei so sehr, dass der WDR auf ihn aufmerksam wurde. Er wurde als Hörspiel- und Synchronsprecher engagiert. Neben Deutsch spricht Brühl auch noch fließend Englisch, Spanisch, Französisch und Katalanisch.

Seine Karriere als Schauspieler startete Daniel Brühl 1994 in der Fernsehproduktion Svens Geheimnis. Da war Brühl gerade erst 16 Jahre alt. Für einige Folgen trat er in der ARD-Soap Verbotene Liebe auf. Mit Das weisse Rauschen von Hans Weingartner (Regisseur, Free Rainer – Dein Fernseher lügt, Die Summe meiner einzelnen Teile) sah man Brühl das erste Mal auf der Kinoleinwand. Für seine Rolle als psychotischer Student erhielt er unter anderem den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller.

Obwohl ihn zu dieser Zeit schon Kritiker mit Lob überhäuften, war er dem großen Publikum noch eher unbekannt. Das änderte sich schlagartig mit der Hauptrolle in der Tragikomödie Good bye Lenin! Mehr als sechs Millionen Zuschauern lockte der Film weltweit in die Kinos und Daniel Brühl wurde zum Star. Auch in seiner zweiten Heimat Spanien wirkte er an verschiedenen Produktionen mit und ist dort ebenfalls ein gefeierter Schauspieler. Nominierungen für international große Auszeichnungen hat Brühl bereits. Fehlt nur noch eine Oscarnominierung.

 

Die besten Daniel Brühl Filme

Rush – Alles für den Sieg (2013)

Niki Lauda (Daniel Brühl, Der Duft von Lavendel, Good bye Lenin!) und James Hunt (Chris Hemsworth, Thor – The Dark Kingdom, Snow White and the Huntsman) schenken sich nichts auf der Rennstrecke. Die beiden Formel 1-Piloten sind Rivalen und könnten auch charakterlich nicht unterschiedlicher sein: Hunt ein Lebemann mit Playboy-Attitüde, liiert mit dem bekannten Model Suzy Miller (Olivia Wilde, Cowboys & Aliens, Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade), und Lauda der technische Perfektionist. In den 70er Jahren liefern sie sich hart umkämpfte Siege. Beim Großen Preis von Deutschland auf der Nordschleife des Nürburgrings kommt es dann zur Katastrophe.

Einen Sportfilm mit viel Leidenschaft und Spannung präsentieren Drehbuchautor Peter Morgan (Frost/Nixon, Die Queen) und Regisseur Ron Howard (The Da Vinci Code – Sakrileg, Der Grinch) mit Rush – Alles für den Sieg. Wer eine Dokumentation erwartet, der sollte allerdings nicht einschalten. Trotz realer Vorlage werden viele Handlungen überspitzt dargestellt, um ganz einfach den Spannungsbogen zu halten. Auch wer sich nicht mit der Formel 1 anfreunden kann, kann beruhigt einschalten. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen der Charaktere zueinander, die in diesem schön inszenierten Film gut zur Geltung kommen.

 

Good bye Lenin! (2003)

Oktober 1989. Christiane Kerner (Katrin Sass, Das letzte Schweigen, Meine verrückte türkische Hochzeit), eine selbstbewusste Frau der DDR, erleidet einen Herzinfarkt und fällt ins Koma. Als sie nach acht Monaten wieder erwacht, hat sie den Mauerfall verschlafen. Sohn Alex (Daniel Brühl, John Rabe, Inglourious Basterds) versucht für die kranke Mutter die DDR wieder zum Leben zu erwecken, denn jede kleinste Aufregung könnte ihr Herz nicht überstehen. Doch leichter gesagt als getan. West-Autos, Fast Food-Ketten und Coca Cola haben bereits den Siegeszug angetreten. Alex muss versuchen auf 79 Quadratmetern Plattenbau die DDR wieder zum Leben zu erwecken.

Ein Film, der in keinem Deutschunterricht fehlen darf! Besser und unterhaltsamer hätte Regisseur Wolfgang Becker (Das Leben ist eine Baustelle) den Fall der Mauer nicht erzählen können. Zwischen Spreewaldgurken und Coca Cola glänzt Daniel Brühl mit seiner schauspielerischen Leistung. Er erhielt dafür den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller.

 

Ein Freund von mir (2006)

Karl (Daniel Brühl, Die Gräfin, Merry Christmas) ist erfolgreicher Mitarbeiter in einer Versicherungsfirma. Aus Gründen der „Marktbeobachtung“ kommt er zu einem Autovermietungsunternehmen. Dort lernt er den stets gutgelaunten Karl (Jürgen Vogel, Die Welle, Hotel Lux) kennen. Karl und Hans freunden sich miteinander an, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Karl der strenge, erfolgreiche Einzelgänger und Hans der Optimist, der redet wie ihm die Schnauze gewachsen ist. Doch die Freundschaft der beiden wird bald auf eine harte Probe gestellt, als sich Karl in Hans Freundin Stelle (Sabine Timoteo, Homevideo, Wie man seinen Ex verlässt) verguckt.

Ein Freund von mir versprüht besonderen Charme. Es ist schön Daniel Brühl und Jürgen Vogel zuzusehen. Treffen ihre Charaktere Karl und Hans aufeinander kommt es zu genialen Gesprächen. Dabei stiehlt Jürgen Vogel seinem Kollegen ganz klar die Show. Er ist die perfekte Besetzung für Hans, dem einfach nichts zu peinlich ist. Daniel Brühl bleibt als ständiger Nörgler eher blass.

 

Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt (2013)

Julian Assange (Benedict Cumberbatch, Sherlock, Third Star) und Daniel Domscheit-Berg (Daniel Brühl, 2 Tage Paris, Was nützt die Liebe in Gedanken) entwickeln gemeinsam die Internetseite Wikileaks. Anonyme Quellen können dort ihre Informationen veröffentlichen und für alle zugänglich machen. Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Korruption soll somit aufgedeckt werden. Über Nacht werden Assange und Domscheit-Berg damit zu Helden und geraten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Zwischen den beiden kommt es zum Bruch, als sie sich über die Art der Veröffentlichung ihres wohl brisantesten Materials nicht einigen können.

Der Film erzählt in chronologischer Form die Etappen der beiden Wikileaks-Gründer. Ein durchaus spannendes Kapitel des digitalen Zeitalters. Benedict Cumberbatch und Daniel Brühl sind eine gute Besetzung. Jedoch gelingt es Regisseur Bill Condon (Dreamgirls) nicht die ganze Bandbreite von Charakteren und Wikileaks zu erzählen. Der Film wirkt teilweise viel zu oberflächlich.

Der ganz grosse Traum (2010)

Mit seinen unkonventionellen Unterrichtsmethoden macht Konrad Koch (Daniel Brühl, Cargo, 2 Tage New York) im Jahr 1874 schnell auf sich aufmerksam. Als neuer Lehrer am angesehenen Martino-Katharineum Gymnasium soll er den Schülern Englisch beibringen. Leiter Gustav Merfeld (Burghart Klaußner, Alter und Schönheit, Requiem) versucht mit Koch frischen Wind in die sonst so eingefahrenen Lehrmethoden zu bringen. Mit Hilfe eines Lederballs möchte er den Kindern die Englische Sprache näher bringen und holt so den Fussball nach Deutschland. Bei den Kollegen regt sich schon bald Widerstand über die unkonventionelle Lehrmethode von Koch.

Der große Traum orientiert sich an historischen Ereignissen. Den Lehrer Konrad Koch gab es wirklich und ihm wird nachgesagt, dass er den Fussball nach Deutschland brachte. Alle anderen Ereignisse wurden spielfilmtauglich umgesetzt. Wer einen reinen Fussballfilm erwartet, der wird hier enttäuscht. Vielmehr wird wert auf Kameradschaft und Zusammenhalt gesetzt. Trotz einiger Längen und viel Pathos ist der Film sehr sehenswert.

 

Lila, Lila (2010)

David Kern (Daniel Brühl, Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus, 7 Tage in Havanna) ist ein unscheinbarer Kellner. Er verliebt sich in die Literaturstudentin Marie (Hannah Herzsprung, Ludwig II, Schutzengel) doch die steht laut eigener Aussage nur auf Schriftsteller. Als David in einem am Flohmarkt gekauften Nachttisch ein Manuskript findet, tippt er es am Computer ein und präsentiert es Marie als sein eigenes. Die ist von dem Roman begeistert und reicht ihn in einem Verlag ein. Prompt wird Davids „Werk“ veröffentlicht. Nun reißen sich Kritiker und Fernsehsender um ihn und feiern ihn als neues Genie am Literaturhimmel. Doch eines Tages taucht Jacky (Henry Hübchen, Da geht noch was, Jesus liebt mich) auf und behauptet der rechtmäßige Autor zu sein.

Regisseur Alain Gsponer (Das wahre Leben) zeigt in Lila, Lila, wie schnell einem Ruhm zuteil werden kann. Mit vielen unterhaltsamen Momenten und kritischen Untertönen lässt er Daniel Brühl von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern. Das Zuschauen macht sichtlich Spaß und man fühlt sich bestens unterhalten.

 

Die fetten Jahre sind vorbei (2004)

Jan (Daniel Brühl, Elefantenherz, Das Lager – Wir gingen durch die Hölle) und Peter (Stipe Erceg, Im Sog der Nacht, Jagd nach Gerechtigkeit – Hunt for Justice) finden die Güter auf der Welt ungerecht verteilt. Deshalb brechen sie nachts in Villen ein. Allerdings nicht, um zu stehlen, sondern um die Möbel der reichen Bewohner umzustellen. Dabei hinterlassen sie jedes Mal eine Nachricht: „Die fetten Jahre sind vorbei“ oder „Sie haben zu viel Geld“, unterzeichnet mit „Die Erziehungsberechtigten“. Als Peters Freundin Jule (Julia Jentsch, Tannöd, Effi Briest) sich in Jan verliebt und die beiden bei einem Einbruch entdeckt werden, ist das Chaos perfekt.

Die Grundidee des Films ist spannend und wird mit dem jungen deutschen Darsteller-Ensemble sehr gut umgesetzt. Dabei wird von Regisseur Hans Weingartner kritisch die heutige Gesellschaft hinterfragt. Ein interessanter Film, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.

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