Ganze 35 Jahre, nachdem Ridley Scott mit Blade Runner den Science-Fiction-Film revolutionierte, versucht sich Denis Villeneuve an einer Fortsetzung. Wir haben uns das Zukunftsepos angeschaut.

Wie der Titel Blade Runner 2049 bereits andeutet, so spielt die Fortsetzung 30 Jahre nach der Geschichte des Originalfilms, der die düstere Zukunftswelt im Jahr 2019 ansiedelte. Diese hat sich jedoch nicht wirklich verändert. Noch immer ist der Handlungsort der überfüllte Moloch von Los Angeles, in dem künstliche Menschen, sogenannte Replikanten, die Drecksarbeit machen. Und nach wie vor gibt es die Blade Runner – Polizisten, welche die Replikanten jagen, sobald diese versuchen, sich von ihrem Joch zu befreien oder zu rebellieren.

Der Polizist „K“ (Ryan Gosling) ist ein solcher Blade Runner. Bei einem Routineeinsatz entdeckt er die Knochen einer toten Replikantin, deren Körper jedoch Spuren einer Geburt aufweisen. Doch das sollte eigentlich unmöglich sein. Seine Vorgesetzte (Robin Wright) beauftragt ihn daraufhin, herauszufinden, ob das Kind die Geburt überlebt hat und wenn ja, dieses „aus dem Verkehr zu ziehen“. Die Spur führt zu dem ehemaligen Blade Runner Dekkard (Harrison Ford), der vor 30 Jahren spurlos verschwunden ist. Zeitgleich hat jedoch auch der Industrielle Niander Wallace (Jared Leto), welcher die Replikanten herstellt, Wind davon bekommen und setzt seine skrupellose Assistentin Luv (Sylvia Hoeks) auf den Fall an.

Zurück in die düstere Zukunft

Bereits mit Arrival hat Regisseur Denis Villeneuve bewiesen, dass er ein Händchen für visuell beeindruckendes und trotzdem hochintelligentes Science-Fiction-Kino hat. Kein Wunder, dass er also mit Blade Runner 2049 einen heiligen Gral des Genres neues Leben einhauchen darf. Und das gelingt ihm tatsächlich großartig. Ohne die visuelle Handschrift Ridley Scotts, der hier auch als Produzent agierte, plump zu kopieren, schafft es Villeneuve trotzdem die düstere und gleichzeitig schillernde Welt von Blade Runner ins 21. Jahrhundert zu überführen.

Neben den bahnbrechenden Bildern ist es auch die Musik von Vangelis, welche den Originalfilm unsterblich machte. In der Fortsetzung übernahm der deutsche Komponist Hans Zimmer zusammen mit dem Briten Benjamin Wallfisch die musikalische Untermalung. Diese ist zwar weniger märchenhaft und bedrohlicher, passt aber perfekt zu den atmosphärischen Bildern.

Großes Kino mit Überlänge

Ryan Gosling zeigte schon in Drive, dass er auch ohne viele Worte schauspielerisch überzeugt. Auch hier kann er dies erneut unter Beweis stellen, wenn sich hinter seiner scheinbar stoischen Miene innere Konflikte abspielen. Zusätzlich darf Harrison Ford erneut in eine der Rollen schlüpfen, die ihm in Hollywood den Durchbruch beschert haben und zeigt einmal mehr, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Trotz des ganzen Lobes verlangt Blade Runner 2049 dem Zuschauer auch einiges ab – vor allem Sitzfleisch. Denn mit 160 Minuten Laufzeit weist der Film eine deutliche Überlänge auf. Gefüllt wird dieses Zeit mit zahlreichen langsamen Momenten, in denen vor allem die hypnotischen Bilder zur Geltung kommen können. Ob sich der Film als genauso bahnbrechend und zeitlos herausstellen wird wie das Original, bleibt abzuwarten. Grandioses und intelligentes Science-Fiction-Kino ist es aber allemal.

 

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