Der Antiheld – ein auf Rache sinnender Profi-Killer oder tragischer Außenseiter? Eines ist sicher: Der tugendhafte Superheld im glänzenden Anzug mit wehendem Umhang sieht definitiv anders aus. Trotz oder gerade wegen ihrer Schwächen schaffen die Antihelden jedoch eine Aura um ihre Figur, die den Zuschauer in ihren Bann zieht. Doch nicht nur in Superhelden-Filmen ist die Figur oft anzufinden, auch in Action-Filmen oder Western spielen Antihelden als Protagonisten eine große Rolle. Gute Beispiele: Rambo, Stirb langsam, Für eine Hand voll Dollar, Django, Dirty Harry, O Brother, Where Art Thou und viele mehr.

Es gilt jedoch verschiedene Typen von Antihelden zu unterscheiden. Auf der einen Seite gibt es den melancholischen, oft unfreiwillig komischen Außenseitertypen, der einfach in ein Schlamassel hineingezogen wird. Bestes Beispiel dafür ist die Kultfigur des Dudes (The Big Lebowsky). Auf der anderen Seite steht der raue, gnadenlose Antiheld, der gegen das bestehende Regime oder Unrecht, mit mehr oder weniger lauteren Mitteln, ankämpft und sich keinen Regeln unterwirft – außer seinen eigenen.

Wir haben einen facettenreichen Mix von Filmen mit einigen der sehenswertesten Antihelden-Filmen der letzten Jahre zusammengestellt.

Liste der besten Antihelden-Filme

 

Dredd (2012)

Dredd ist die neue Adaption der britischen Comic-Reihe Judge Dredd, bei der die Fans des Originals nicht enttäuscht werden. Anders als sein Vorgänger mit Sylvester Stallone, dessen Darstellung wenig mit der Figur des gnadenlosen Rächers des Originals zu tun hatte, wird Dredd dem nihilistischen Comic-Antihelden filmisch gerecht. Pete Travis‘ Dredd zeigt den grimmig-brutalen Straßenrichter in einer Non-Stop-Action-Orgie bestückt mit gewaltigen Zeitlupenbildern. Karl Urban überzeugt als gewalttätiger Richter und Henker, der sich zwar im Rahmen des Gesetzes bewegt, aber nach unserem Standard dennoch alles andere als ein glänzender Held ist.

 

Riddick (2013)

Einer der bekanntesten Antihelden ist Vin Diesel als verurteilter Mörder Richard Riddick. Schon in den ersten beiden Teilen der Science-Fiction Reihe, Pitch Black – Planet der Finsternis (2000) und Riddick: Chroniken eines Kriegers (2003) sorgt Riddick für reichlich Action und Probleme. Dass hinter dem einschüchternden Äußeren allerdings noch viel mehr steckt, wurde in beiden Teilen schon deutlich. Im dritten Teil muss der kompromisslose Riddick sich gegen eine feindselige Umwelt und gierige Kopfgeldjäger behaupten und ums Überleben kämpfen. Erinnerungen an Rambo – First Blood kommen hier auf.

 

Sin City – A Dame to Kill for (2014)

In der Stadt der Sünden wimmelt es nur so von Antihelden und zwielichtigen Gestalten. Nach dem wegweisenden ersten Teil Sin City (2005) dürfen sich einige der bekannten Personen auch im zweiten Teil gewalttätig ausleben. Insbesondere Mickey Rourke als Marv ist einer der härtesten und verrücktesten Antihelden der Filmgeschichte. Auch Bruce Willis und Jessica Alba sind wieder mit dabei. Zuwachs bekam der großartige Cast mit Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt und Eva Green, die hier die umtriebige „Dame to Kill for“ darstellt. Zwar erreicht der zweite Teil nie ganz die Brillanz des ersten Teils, dennoch ist Sin City – A Dame to Kill for ein spannender und visuell herausragender Antihelden-Film par excellence.

 

St. Vincent (2014)

Vincent (Bill Murray) ist grantig, spielsüchtig, trinkt viel und bevorzugt die Gesellschaft von Prostituierten. Insgesamt also nicht unbedingt die Sorte Mensch, die man als seinen „Babysitter“ einstellen würde. Der alleinerziehenden Mutter Maggie (Mellissa McCarthy) bleibt jedoch nichts anderes übrig, als ihren zwölfjährigen Sohn bei dem übellaunigen Nachbarn abzugeben. Dabei entwickelt sich eine eigenartige Freundschaft zwischen den beiden. St. Vincent lebt von seinem Hauptcharakter (fantastisch Bill Murray) und seiner gefühlvollen und humorvollen Darstellung und zeigt, dass oftmals Antihelden die wahren und besseren Helden sind.

 

Nightcrawler (2014)

Dass Antihelden auch durchgehend unsympathisch sein können, wird meisterhaft am Beispiel von Lou Bloom (Jake Gyllenhall) gezeigt. Der überaus ehrgeizige Sensations-Paparazzi schreckt für die perfekte Story vor nichts zurück. Er geht sogar soweit, dass er Tatorte verändert und Menschen in Not nicht zur Hilfe kommt. Eine erschreckend zynische Medien-Satire, die ein genaues Bild des soziopathischen Protagonisten aufzeigt. Gyllenhall ist hier in einer seiner besten Rollen zu sehen und begeistert durch sein intensives und eindringliches Spiel.

 

Mad Max: Fury Road (2015)

Mad Max: Fury Road ist ein wahnwitziger Adrenalin-Trip durch einen staubigen Wüstenplaneten mit einem der größten Antihelden der Action-Filmgeschichte: Max Rockatansky alias Mad Max. Ende der 70er hatte die Titelfigur ihren ersten Auftritt auf der großen Leinwand. Damals, wie auch in den darauffolgenden Teilen zwei und drei, wurde er Mel Gibson verkörpert. Im Reboot darf sich Superstar Tom Hardy an der Hauptrolle versuchen – und wie. Sein Max ist ebenso zornig wie wahnsinnig und hat dennoch moralische Richtlinien, an die er sich hält – nicht nur einer der besten Filme des Jahres, sondern einer der besten Antihelden-Filme aller Zeiten.

 

Logan (2016)

Wolverine ist nach wie vor einer der beliebtesten Antihelden der Kinogeschichte. Hugh Jackman verleiht dem raubeinigen Mutanten seit dem ersten X-Men Film einen unvergleichlichen Charme. Dass die Figur nicht nur in der Superhelden-Reihe (alle Filme hier) funktioniert, zeigte nach zwei mäßigen Solo-Auftritten der großartige Super-Antihelden-Western Logan von James Mangold. Ein letztes Mal wird Logan gezwungen die Heldenrolle zu übernehmen, in der er sich eigentlich so fremd fühlt und die ihm mehr Schmerz als Genugtuung gebracht hat. Der krönende Abschluss einer „Antihelden-Legende“ und einer der besten Filme des Genres.

 

Hell or High Water (2017)

Eine der klassischsten Antihelden-Figuren der letzten Jahre ist der verarmte Farmer Toby Howard (Chris Pine). Um seinen beiden Söhnen ein besseres Leben zu ermöglichen, macht sich Toby mit seinem kriminellen Bruder Tanner (Ben Foster) daran Banken zu überfallen. Ziel ist es, die hochverschuldete Familienfarm auslösen zu können, damit diese nicht von der Bank übernommen wird. Bald ist ihnen jedoch der erfahrene Texas Ranger Marcus Williams (Jeff Bridges) auf den Fersen. Fazit: Intelligent, großartig geschrieben, gefilmt und gespielt, atemberaubende Kulisse und Kamera.

 

Sicario 2 – Day of the Soldato (2018)

Ein großartiges Gespür für interessante Charaktere und Antihelden hat einfach Drehbuchautor Tayler Sheridan. Sei es in dem sensationellem Neo-Western Hell or High Water (siehe zuvor) oder dem atmosphärischen Thriller Wind River – seine Protagonisten sind herausragend geschrieben. So auch in den genialen Sicario-Filmen. Steht im ersten Teil noch Emily Blunt als moralischer Kompass im Mittelpunkt, so sind es im zweiten die eiskalten Regierungsagenten und Killer Alejandro Gillick (Benicio del Toro) und Matt Graver (Josh Brolin). Beide führen ihren Auftrag nach ihren eigenen Richtlinien aus und finden dadurch zu etwas Menschlichkeit zurück.

 

Deadpool 2 (2018)

Wade Wilson (Ryan Reynolds) ist zwar alles andere als ein klassischer Superheld, aber dennoch oder vielleicht deswegen, der wahrscheinlich lustigste Comic-Superhelden-Charakter überhaupt. In den garantiert nicht jugendfreien Deadpool-Filmen persiflieren Ryan Reynolds und Co. nicht nur alles, was mit dem Superhelden-Genre zu tun hat, sondern auch sich selbst und die gesamte Popkultur. Das Deadpool dabei mehrmals die Züge eines soziopathischen Ganster-Serien-Killers aufweist, unterstreicht den herrlich böse-zynischen Unterton der Filme. Übrigens: Es gibt die für Kinder geeignete Märchenversion Es war einmal ein Deadpool.

 

Venom (2018)

Ein weiterer „Super-Antiheld“ ist das Comic-Wesen Venom: ein fressgieriger außerirdischer Parasit, der sich in dem Journalisten Eddie Brock (Tom Hardy) manifestiert und personalisiert. Von da an entwickelt sich zwischen den Beiden eine ganz besondere Beziehung. Der menschliche Teil versucht dabei dem außerirdischen Teil so etwas wie moralische Vorstellungen und ein Verständnis von Recht und Unrecht beizubringen. Tom Hardy macht die Zwiegespräche zu einem wahren Vergnügen und liefert damit auch den Hauptgrund, diesen Action-Kracher anzuschauen.

 

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