Im Leben und im Film kommt es oft auf das Alter an. So erregt etwa auch heutzutage noch häufig der Altersunterschied zwischen zwei Liebenden die Gemüter. Prominentestes Beispiel hierfür ist die Beziehung zwischen Michael (David Kross und Ralph Fiennes) und Hanna (Kate Winslet) im Oscar-prämierten Drama Der Vorleser. Dieser Beitrag jedoch widmet sich den Schauspielern, die dank ihrem Aussehen (und eventuell Photoshop) altersunabhängig in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen konnten.

Ganz klassisch kann man die Darsteller und die dazugehörigen Filmfiguren, in zwei Gruppen aufteilen – zum einen in diejenige, die wesentlich jünger als ihre Charaktere sind und zum anderen in diejenigen, die scheinbar einen Weg zur ewigen Jugend gefunden haben. Zunächst aber zum populärsten Tanzfilm der 80er Jahre: Dirty Dancing. Frances „Baby“ Housman (Jennifer Grey, Dirty Dancing) und Johnny (Patrick Swayze, George und das Ei des Drachen) sorgten beim Tanzen für knisternde Luft. Bei aller anfänglichen Tollpatschigkeit fiel dabei gar nicht auf, dass die 17-jährige Baby von der 10 Jahre älteren Jennifer Grey dargestellt wurde – und ihr reihen sich zahlreiche weitere Schauspieler an. Dave Franco spielte in 21 Jump Street den 18-jährigen Eric Mosson. Allerdings war Franco beim Dreh bereits 27 und damit neun Jahre älter als seine Filmfigur. Mit 12 und 14 Jahren Unterschied toppen dies Minka Kelley (Zorniges Land) und Audrey Hepburn (Wie klaut man eine Millionen). Kelley (zum Drehzeitpunkt 31) stellte im Film The Roommate die 19-jährige Sara Matthewes dar, die auf dem College in Rebecca (Leighton Meester, Hangman’s Curse – Der Fluch des Henkers) eine vermeintlich neue Freundin findet und ging dabei allemal als Erstsemester durch. Weniger gruselig frühstückt dagegen Audrey Hepburn als Holly Golishty (18) in Frühstück bei Tiffany, wobei es bei ihrer Schönheit nicht überraschte, dass sie mit 32 Jahren authentisch eine Jugendliche darstellen konnte.

Doch nun zur anderen Seite, also diejenigen, die nicht das Glück hatten in einen Jungbrunnen hüpfen zu dürfen. Indiana Jones (Harrison Ford) erlebte mit seinem Vater, Dr. Henry Jones (66) (Sean Connery), so manche Abenteuer und dieser wirkte bei Verfolgungsjagden als Copilot im Seitenwagen meist noch erstaunlich agil. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Sean Connery zum Zeitpunkt des Drehs sieben Jahre jünger war, als seine Filmfigur – übrigens ist auch sein Filmsohn nicht wesentlich jünger, zwischen den beiden liegen nämlich nur 12 Jahre. Auch die Darstellerin der ewigen Jugendliebe von Forrest Gump (Tom Hanks), Jenny Curren (37) (Robin Wright, Im Bann des Terrors), wurde von einer wesentlich jüngeren Darstellerin verkörpert, denn Robin Wright war bei den Filmarbeiten erst 28. „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“ Allein dieser Satz intensiviert die düstere, bedrohliche Stimmung und lässt Marlon Brando (Der Besessene) um 12 Jahre altern. Denn der Schauspieler, der zum Drehzeitpunkt erst 48 Jahre alt war, verkörperte im ersten Teil der Trilogie Der Pate, den sechzigjährigen Don Vito Corleone höchstpersönlich.

Zwei Schauspieler übertrumpfen jedoch alle – und sie stammen beide aus den Jugendbuchverfilmungen rund um Harry Potter. Shirley Henderson (Harry Potter und die Kammer des Schreckens) spielte im zweiten Teil der Reihe, Harry Potter und die Kammer des Schreckens, eine ganze besondere Schülerin. Als Maulende Myrte (14) spukt die Darstellerin durch die Toiletten von Hogwarts. Was dabei die wenigsten wissen: Henderson ist zum damaligen Zeitpunkt bereits 37 Jahre alt und stellt damit eine 23 Jahre jüngere Figur dar. Zweiter Harry Potter-Charakter und absoluter Spitzenreiter in Sachen „jünger wirken“ ist Alan Rickman. Der mittlerweile leider verstorbene Schauspieler spielte von 2001 bis 2011 den mysteriösen Professor Severus Snape (38). Bei aller Dunkelheit fiel auch hier nie auf, dass Rickman zu Beginn seiner Karriere als Magier ganze 27 Jahre älter war als seine Filmfigur.

Natürlich hatten all diese Schauspieler Hilfestellung durch Maske, Kostüm und Filmatmosphäre – dennoch beweisen sie, dass das Alter nicht immer eine große Rolle spielen muss.

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