Kino ohne Kabel – Das WLAN voll im Griff! Teil 2

20.02.2013 von Schlagwörter: , , ,

So finden Sie immer den richtigen Kanal! Im letzten Teil haben wir uns mit dem optimalen Aufstellort der WLAN-Basisstation beschäftigt. Ich hoffe, Sie haben bereits den besten Ort entdeckt. Heute möchte ich mich mit einem der wichtigsten Themen im Bereich WLAN beschäftigen, dem Finden des optimalen Kanals (Channel).

Einführung: Die WLAN-Kanäle

Wie fast jedes Funknetzwerk ist auch das WLAN-Netzwerk in Kanäle unterteilt. Das ist nötig, damit mehrere WLAN-Netzwerke nebeneinander funktionieren können, ohne sich gegenseitig zu stören.  Moderne WLAN-Netzwerke im 2,4 GHz-Bereich verfügen über 13 Kanäle.  Um einen störungsfreien Empfang gewährleisten zu können, benötigt der optimale Kanal mind. 4 Kanäle (20 Hz) Abstand zum nächsten belegten Kanal. Ansonsten kommt es zu einer Überlappung. Also können theoretisch nur noch die Kanäle 1, 5, 9 und 13 genutzt werden. Stellen Sie sich jetzt ein Mehrfamilienhaus mit 20 Parteien vor, da wird es schnell eng mit freien Kanälen. Da WLAN mittlerweile standardmäßig von allen Providern mitverkauft wird, sind hier schnell alle Kanäle voll belegt. Haben Sie nun mehrere WLAN-Netzwerke in der Umgebung und funken auf demselben oder überlappenden Kanal, müssen Sie sich die verfügbare Bandbreite mit dem anderen Netz theoretisch teilen. In der Praxis ist der Bandbreitenverlust sogar höher, da beide Basisstationen einen kleinen Kampf um die Bandbreite führen. Das führt dazu, dass viele Netzwerkpakete mehrfach versendet werden müssen, bevor sie fehlerfrei ankommen. Deshalb wurde eine zweite Frequenz für WLAN freigegeben, das sog. 5 GHz -Netz. Das 5 GHz-Netz verfügt über  19 überlappungsfreie Kanäle (36, 40, 44, 48, 52, 60, 64 und 100, 104, 108, 112, 116, 120, 124, 128, 132, 136). Sie sehen also, der Kanal sollte mit Bedacht ausgewählt werden.

  • Laden Sie sich das Tool inSSIDer herunter und installieren Sie es auf einem PC oder Laptop, der mit WLAN an ihr Netzwerk angebunden ist. Für ein Smartphone (Android) kann die App Wifi-Analyser genutzt werden. Dieses kann ganz einfach über Google Play installiert werden. Mit diesen Tools haben Sie die Möglichkeit, sich einfach alle in der Nähe befindlichen WLAN Netze inkl. Kanalangaben anzeigen zu lassen. In manchen moderneren Routern und WLAN Accesspoints wie z.B. einer Fritz!Box sind bereits solche Tools integriert.fritz_box_monitor
  • Aktivieren Sie ggf. Ihre WLAN-Verbindung und starten das Programm inSSIDer.
    Nach dem Starten öffnen Sie den Tab 2,4 GHz Channels oder, sollten Sie es denn Nutzen, den Tab 5 GHz Channels. Anhand der unten gezeigten Grafik kann man sehr schnell erkennen, welcher Kanal sich am besten eignet.inSSIDerIn diesem Fall bietet sich der Kanal 13 an, weil auf diesem Kanal noch niemand ein Netz betreibt. Da noch 4 Kanäle frei sind bis zum Nächsten  kommt es nicht zu Überlappungen mit anderen Netzten. Im 5 GHz-Bereich sind bereits alle Kanäle überlappungsfrei und es werden höchstwahrscheinlich nur sehr wenige solcher Netze in Ihrer Umgebung betrieben werden.
  • Sollte kein Kanal mehr überlappungsfrei zur Verfügung stehen, wählen Sie den Kanal mit den wenigsten Netzwerken. In diesem Fall könnte man auch über eine Umstellung auf ein 5-GHz  nachdenken. Allerdings wird dieser Standard vor allem von etwas älteren Netzwerkgeräten nicht unterstützt. Moderne Router haben mittlerweile 2 WLAN-Schnittstellen und können  sowohl ein 2,4 GHz als auch ein 5 GHz Netzwerk simultan betreiben z.B. der Linksys EA 4500 Smart Router. Das hat den Vorteil, dass man die alten Geräte auf dem langsameren 2,4 GHz-Netzwerk betreiben kann. Gleichzeitig können die Neuen,  die eine konstant hohe Bandbreite benötigen z.B. ein Samsung SMART-TV, auf dem 5 GHz-Netzwerk betrieben werden.
  • Nun stellen Sie den neuen Kanal in Ihrem Router ein. Eine Anleitung finden Sie mit hoher Sicherheit im Benutzerhandbuch Ihres Routers. Ein kleiner Tipp: Evtl. ist es notwendig die WLAN-Verbindung älterer Geräte auf den neuen Kanal einzustellen, da manche dieser Geräte das nicht automatisch tun. Hier eine beispielhafte Einstellung einer Fritz!Box.fritz_box_kanal

Testen Sie doch gleich Ihren neu eingestellten Kanal! Sie werden feststellen, dass Störungen und Einbrüche der Bandbreite, die durch das WLAN bedingt waren, nun der Vergangenheit angehören.

Noch ein Tipp von mir persönlich. Haben Sie viele WLAN-Netzwerke in der Umgebung, kein 5 GHz-Netzwerk und möchten keine neuen Kabel verlegen, dann probieren Sie einfach mal den sog. DLAN (PowerLAN)-Adapter aus. Mit diesen Adaptern kann das  hauseigene Stromnetz als Netzwerkverbindung genutzt werden.  In der Regel sind diese Verbindungen performanter und stabiler.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Finden Ihres optimalen Kanals! Gerne stehen mein Team und ich Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

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