Mit Kassenerfolgen und Kritikerlieblingen wie Conjuring, Evil Dead und Paranormal Activity hat das Horrorkino eine Art Renaissance erfahren. Doch auch die Serienlandschaft hat sich zurückerinnert an die glorreichen Zeiten des simplen Spuks, der Splattereffekte und Jump-Scares.

So dürfen nicht nur massenweise Zombies zurück auf die Fernsehbildschirme (wie in The Walking Dead), auch Vampire erobern sich die Nacht zurück (The Strain) und Hexen, bösartige Clowns und Geister treiben wieder ihr Umwesen (AHS). Doch nicht erst seit die Beißer in The Walking Dead auf eine Restzivilsation losgelassen wurden, erfreut sich das Horrorgenre im Serienbereich großer Anhängerschaften – schon Akte X, Supernatural und die berüchtigte Horrorreihe Masters of Horror mit prominenter Besatzung auf den Regiestühlen ließen die Zuschauer Staffel für Staffel atemlos und schaudernd vor Fernsehbildschirmen zurück. Mit dem Start der neuen Horrorserie Preacher gibt es einen Anlass, die 10 besten Horrorserien zu würdigen – in einem schaurigen Ranking. Viel Spaß damit!

 

Platz 10

Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (1993 – 2002, 2016)

Die Krimiserie mit einer Mischung aus Sci-Fi, Mystery und Horrorelementen erzählt von den FBI-Agenten Fox Mulder (David Duchovny, Phantom) und Dana Scully (Gillian Anderson). Die beiden Partner könnten unterschiedlicher nicht sein: Während der spiritistisch eingestellte Mulder an Paranormales und Außerirdische glaubt, ist Scully eine sehr rationale und korrekte Person, die nicht besonders davon angetan ist, mit Mulder an der Aufklärung der X-Akten zu arbeiten – jenen Fällen, die unaufgeklärt blieben und mit übernatürlichen Phänomenen in Verbindung gebracht werden.

Bei ihrer Arbeit müssen die beiden feststellen, dass Mulder mit seiner Vermutung, seine Schwester sei von Aliens entführt worden und die Regierung der Vereinigten Staaten wisse schon lange von der Existenz der Außerirdischen, gar nicht so falschliegt. Immer mysteriöse Fälle müssen aufgeklärt werden und die beiden FBI-Agenten werden mit der Tatsache konfrontiert, dass es eine gigantische Verschwörung gibt – die bis in die höchsten Positionen von FBI, Regierung und Staat geheimgehalten wurde…

 

Platz 9

Supernatural (seit 2005)

Die Brüder Dean Winchester (Jensen Ackles) und Sam Winchester (Jared Padalecki, House of Wax) werden von ihrem Vater John (Jeffrey Dean Morgan, The Resident) zu Dämonologen ausgebildet. Ihre Mutter wurde vor vielen Jahren von einem Dämon getötet und der nie über den Schmerz hinweg gekommene Vater hat den finsteren Gestalten den Kampf angesagt. Doch während sein Sohn Dean mit ihm auf Monsterjagd geht und liebendgern Dämonen, Geistern und anderen Höllengeschöpfen den Garaus macht, beschließt Sam für sich, dass er lieber ein normales Leben führen möchte.

Eines Tages steht Dean jedoch auf Sams Fußmatte und bittet um Hilfe: Ihr Vater John ist spurlos verschwunden und Dean hat schwer dunkle Mächte im Verdacht, die es auf John abgesehen haben. Sam entschließt sich widerwillig dazu, sich auf den Kampf gegen das Böse einzulassen und gemeinsam mit seinem Bruder macht er sich nicht nur auf die Suche nach seinem Vater, sondern will auch den mysteriösen Dämon zur Strecke bringen, der ihre Mutter einst getötet hat. Dieser Weg erweist sich leider als dunkler und gefährlicher als angenommen.

 

Platz 8

From Dusk Till Dawn (seit 2014)

Wie das Original von 1996 hat auch die gleichnamige Serienadaption Robert Rodriguez (Sin City) entwickelt. Damals noch mit Regie-Visionär Tarantino, diesmal alleine. Erzählt wird die Geschichte von den Gecko-Brüdern, Seth (D. J. Cotrona) und RichardRichie„(Zane Holtz), welche nach einem gefährlichen Bankraub vor dem FBI über die mexikanische Grenze flüchten wollen. Hinter ihnen her sind die texanischen Ranger Earl McGraw (Don Johnson, Django Unchained) und Freddie Gonzalez (Jessie García), die nichts unversucht lassen, um die beiden flüchtigen Verbrecher zu fassen. Die kidnappen während ihrer wilden Verfolgungsjagd den ehemaligen Pastor Fuller (Robert Patrick, Terminator 2) und seine Familie in ihrem eigenen Wohnmobil und machen auch noch einen Abstecher in einen ortsansässigen Stripclub namens „Titty Twister“. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen soll: In dem Club wimmelt es vor blutrünstigen Vampiren, die sich sehr über den Besuch freuen…

 

Platz 7

Salem (seit 2014)

Vor dem Hintergrund der historischen Hexenverfolgungen und -Prozesse im Salem des 17. Jahrhunderts treiben in der gleichnamigen Serie echte Hexen ihr Umwesen. Die Angst der menschlichen Bevölkerung ist also nicht unergründet, denn die Hexen sind mächtige und oft blutrünstige Frauen. Eine von ihnen ist Mary (Janet Montgomery, Wrong Turn 3: Left for Dead), die ihre große Liebe (Shane West, Die Echelon-Verschwörung) verliert und Racheverlangen und Machtgier Stadtradt George Sibley (Michael Mulheren) heiratet – über ihn erhofft sie sich an Beziehungen, Posten und vor allem Einfluss zu kommen. Während ihr gesellschaftlicher und politischer Einfluss wächst, wachsen auch ihre Kräfte, sie trifft auf durchtriebene und gefährliche Gegner, und dann kommt jemand zurück, von dem sie vor sehr langer Zeit angenommen hatte, dass er tot sei – all ihre Pläne scheinen vernichtet, denn sie muss Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen sie nicht abzusehen vermag.

 

Platz 6

Masters of Horror (2005 – 2006)

Masters of Horror vereint in einstündigen Episoden die bekanntesten Horrorregisseure in einer Box. Mit Episoden von Tobe Hooper (Texas Chainsaw Massacre, Poltergeist), John Carpenter (Halloween) oder Joe Dante (Gremlins – Kleine Monster) werden Genrefans voll auf ihre Kosten kommen. Die verschiedenen Folgen reichen von typischen Gruselschockern über exzessiven Torture-Porn bis zu kaum ertragbare Splatter- und Gore-Einlagen. So findet jeder eingefleischte Horrorfan seinen Geschmack und kann auch Nicht-Horror-Fans zu einer kurzen Schockerstunde überzeugen: Mit knapp 60 Minuten Laufzeit sind die Folgen für Serienverhältnisse lang, für Filmliebhaber aber wahrscheinlich eh zu kurz. Eine tolle Serie für Genreliebhaber und solche, die es noch werden wollen.

 

Platz 5

Fear the Walking Dead (seit 2015)

Das Spin-Off zum AMC-Hit The Walking Dead erzählt die Vorgeschichte zur großen Zombie-Apocalypse: Viele Wochen bevor die Handlung in TWD einsetzt, gibt es weltweit nur sehr vereinzelt Beißerattacken, die schnell als Schnupfen abgetan werden.

Während diese ersten Angriffe passieren, werden Ereignisse in L.A. beleuchtet. Dort sieht der Sohn der beiden High-School-Lehrer Travis Manawa (Cliff Curtis, Colombiana) und Madison Clark (Kim Dickens, Gone Girl), Nick (Frank Dillane) in einem Drogenrausch wie eine entstellte Freundin über frisch Gestorbene herfällt. Keiner scheint ihm zu glauben – doch ein Junge erkennt die Vorzeichen der drohenden Katastrophe. Als nun die Angriffe und Attacken immer häufiger werden und selbst Politik und Medien den Umstand nicht mehr leugnen können, ist es schon zu spät. Ein Virus rafft die Menschheit dahin und verwandelt selbst friedliebende Nachbarn in reißende Fressmaschinen. Travis und Madison müssen ihre Familie um sich scharen und einen Ausweg finden.

 

Platz 4

Preacher (seit 2016)

Jesse Custer (Dominic Cooper, Need for Speed) ist ein Prediger, der aus Texas‘ Westen stammt. Der junge Mann ist von einem mysteriösen Wesen besessen, das ihm scheinbar nichts Böses will – und ihm übernatürliche und mächtige Kräfte verleiht. Die schöne Tulip (Ruth Negga, Warcraft: The Beginning) ist Jesses taffe, knallharte Exfreundin, die mit ihm gemeinsam auf den irischen Vagabunden Cassidy (Joseph Gilgun) trifft – und herausfindet, dass dieser ein Vampir ist. Doch Vampire sind neben Jesses merkwürdigem, spirituellen Parasiten nicht das Einzige, was übernatürlich ist auf unserer Welt; Engel, offene Durchgangsschleusen, Kirchenmassaker… irgendetwas scheint nicht ganz in Ordnung zu sein, auf der Erde. Alles, was zwischen Himmel und Hölle keinen Platz gefunden hat, tummelt sich nun und so trifft Jesse auf allerlei sonderbare Gestalten, während er im wahrsten Sinne des Wortes auf der Suche nach Gott ist…

 

Platz 3

The Strain

Meisterregisseur Guillermo del Toro (Pacific Rim) zeigt sich verantwortlich für die extra für eine Adaption angelegte Romantrilogie und die Inszenierung der ersten Folgen dieser visionären Horror-Serie: Der Untergang der Welt wird eingeleitet, als Dr. Ephraim Goodweather (Corey Stoll, House of Cards) zum John F. Kennedy Airport zitiert wird. Der hochintelligente Epidemiologe und sein Team sollen ein Flugzeug untersuchen, das dort seit Stunden bewegungslos und ohne Lebenszeichen steht. Abgeschaltete Scheinwerfer, stillgelegter Funkverkehr und verriegelte Türen lassen auf einen biologischen Anschlag vermuten – das in Berlin gestartete Flugzeug scheint von einer seltsamen Seuche heimgesucht worden sein. Tatsächlich finden Dr. Goodweather und seine Partnerin Nora Martinez (Mía Maestro, Savages) 206 Leichen und vier Überlebende, die sich an nichts erinnern und sofort unter Quarantäne gestellt werden.

Doch der vermeintliche Terroranschlag hat keinen politischen Hintergrund, sondern ist der Anfang von etwas viel Größerem, Gefährlicherem – und Älterem. Die ersten Anzeichen sind die 206 vermeintlich Toten, die als sabbernde Fressmaschinen Jagd auf ihre Angehörigen machen. Ephraim Goodweather schart seine Vertrauten um sich und versucht mit dem armenischen Professor Abraham Setrakian (David Bradley) das Unvermeidbare aufzuhalten: Der weiß nämlich, dass sich ein uralter Vampir erhoben hat, um die Weltherrschaft an sich zu reißen…

 

Platz 2

American Horror Story (seit 2011)

Das große Merkmal von AHS ist ihre Anthologie, was bedeutet, dass die Staffeln untereinander in keinem Zusammenhang stehen, völlig neue Geschichten erzählen und sogar Schauspieler in neuen Rollen besetzt werden. 6 Staffeln wurden bisher von den Kreativköpfen Ryan Murphy und Brad Falchuk (Glee) kreiert – und ein Ende ist nicht in sich.

Erzählt werden die verschiedensten Geschichten: Die von einem mysteriösen Haus in dem Tote als greifbare Geister herumspuken und menschliche Abgründe sich auftun (Staffel 1: Murder House); dann gibt es eine Psychiatrie in den 60er Jahren, die von einer bitterbösen Nonne geführt wird, und in der Exorzismen, Besuche aus fremden Galaxien, Mord, Totschlag und Folter an der Tagesordnung stehen (Staffel 2: Asylum). Auf die vom Teufel besessene Nonne folgt eine Schule für junge Hexen, in der diese und ihre magischen Fähigkeiten ausgebildet werden; dort wird mit dem Tod verhandelt, Sklaventreiberinnen erwachen wieder zum Leben und gefährliche Voodoo-Priesterinnen treiben ihren Schabernack (Staffel 3: Coven). Nach dem Hexenhaus kommt die Freak Show: Fräulein Elsa nutzt allerhand missgestaltete, deformierte und andersartige Geschöpfe um mit ihnen in ihrem Zirkus Profit zu machen; blöd nur, dass auch mordende Clowns, rachebesessene Geister und das FBI ihr Umwesen treiben (Staffel 4: Freak Show). Und dann, zu guter Letzt, fährt man in den wohlverdienten Urlaub: Lady Gaga als Hotelinhaberin lädt ein in ihr durchaus beseeltes Haus und freut sich auf das ein oder andere Massaker… (Staffel 5: Hotel) Mit Jessica Lange (Tootsie), Kathy Bates (Titanic), Sarah Paulson (Carol), Emma Roberts, Evan Peters (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit), Lily Rabe, Angela Basset (Waiting to Exhale) u.v.a.

 

Platz 1

The Walking Dead (seit 2010)

Kaum eine Serie polarisiert so stark wie The Walking Dead. Seit nunmehr 6 Staffeln verfolgen Zuschauer auf der ganzen Welt, wie es mit den Überlebenden der Zombie-Apokalypse im Gebiet um Atlanta weitergeht. Nicht nur die Auseinandersetzungen mit den gefährlichen Untoten, den so genannten Beißern machen die Serie so unvergleichlich spannend, sondern vor allem die menschlichen Abgründe, die sich auftun, wenn Gesellschaft, Zivilsation, Normen und Konventionen abgeschafft sind und es ums blanke Überleben geht. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Sheriff Rick Grimes (Andrew Lincoln, Tatsächlich Liebe), der nach einem Arbeitsunfall aus dem Koma erwacht – und seine Welt nicht mehr erkennt (kennen wir allerdings irgendwo her – ging doch auch Cillian Murphy mal so ähnlich). Abertausende Leiche säumen die Straßen seiner Heimatstadt, und das Schlimmste: Viele davon sind nicht so tot, wie es den Anschein hat. Und sie haben Hunger auf frisches Menschenfleisch. Während Rick sich verzweifelt auf die Suche nach seiner Frau Lory (Sarah Wayne Callies, Storm Hunters) und seinem Sohn Carl (Chandler Riggs) macht, befinden die beiden sich in einem Camp mit anderen Überlebenden. Immer wieder werden die Verbliebenen von Beißerhorden überrannt; sie hungern und brauchen Medikamente und Waffen. Doch viel schlimmer noch als die Beißer sind andere Überlebende: Nie kann man wissen, wer Freund und wer Feind ist, wem zu trauen ist und wer nur hinter den eigenen Vorräten und Munition her ist. Rick Grimes und seine Freunde Daryl Dixon (Norman Reedus, AIR), Glenn (Steven Yeun) und Maggie (Lauren Cohan, The Boy), und andere, die sich seiner Gruppe angeschlossen haben, müssen versuchen eine neue Ordnung aufzubauen – und wieder ein menschliches Leben zu führen.

 

 

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