Unser maxperte Tristan war zu Besuch im Atelier von Ralph Ruthe. Wie der Cartoonist so tickt, warum seine Figuren so große Nasen haben und wie er mit seinen Zeichnungen Bekanntheit erlangte, erfahrt Ihr in diesem Interview!

Zur Person: Ralph Ruthe ist seit über 30 Jahren als Cartoonist tätig und arbeitet auch als Musiker und Filmemacher. Außerdem tourt er mit seiner eigenen Multimedia-Comedy-Show durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Seine Cartoonserie „SHIT HAPPENS!“ erhielt viermal in Folge den Sondermann-Preis der Frankfurter Buchmesse.

Ruthe ist seit kurzem bei maxdome Gastredakteur und stellt bei uns seine Lieblingsfilme und -serien vor.

„Ich arbeite täglich daran, mich zu verbessern“

Tristan: Hallo Ralph! Schön, dass wir Dich seit Neuestem als Gastredakteur für maxdome gewinnen konnten. Kannst du Dich an einen Trickfilm erinnern, der dich in Deiner Kindheit begeistert hat?

Ralph Ruthe: Ganz klar, Das Dschungelbuch! Den habe ich damals sogar im Kino gesehen und war fasziniert. Wenn man Das Dschungelbuch mit heutigen Animationsfilmen vergleicht, wie beispielsweise Pets oder Zoomania, dann wird einem bewusst, wie sehr sich die Animation und auch Erzählung weiterentwickelt haben.

Tristan: Definitiv! Aber jede Zeichtrickfigur ist auch anders … Wieso haben Deine Figuren eigentlich häufig so große Nasen?

Ralph Ruthe: Hmm … das hat sich einfach so entwickelt. Wenn ich Dir meine Cartoons von vor 30 Jahren zeigen würde, dann würdest Du sehen, dass sie völlig anders aussehen. So ein Zeichenstil ist ja nie fertig und ausgereift. Im Gegenteil: Ich denke, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Ich arbeite schließlich täglich daran, mich zu verbessern.

Tristan: Du bist Cartoonist, das bedeutet, dass Du sowohl Zeichner als auch Autor bist. Wie bist Du denn in die Szene eingestiegen?

Ralph Ruthe: Mein professioneller Einstieg in das Cartoon-Geschäft war tatsächlich als Autor. Mit 14 Jahren habe ich angefangen, mir Geschichten für Comics auszudenken. Ich habe, hartnäckig wie ich bin, an sämtliche Comicmagazine meine Storys geschickt. Zum Großteil wurde mir natürlich der Vogel gezeigt, aber einige wenige haben Talent in meiner Arbeit gesehen und ich durfte fortan im Auftrag von Comiczeichnern arbeiten. Und irgendwann konnte ich selbst meine Zeichnungen dazusteuern und hatte den Fuß in der Tür.

Tristan: Du hast bereits bei Fernsehproduktionen mitgearbeitet, dann aber gemerkt, dass es nicht das Richtige für Dich ist. Nun gibt es aber große Veränderungen in dem TV-Bereich. Video-on-Demand, also orts-und zeitunabhängiges Fernsehen, erobert den Markt. Wie stehst Du der Entwicklung gegenüber? Könnte das für Dich interessant sein?

Ralph Ruthe: Auf jeden Fall. Die Veränderungen bringen, und das ist für mich entscheidend, neue Distributionskanäle mit sich. Youtube beispielsweise nutze ich gerne für meine Arbeit, weil ich dort viele meiner Konsumenten antreffe. Aber ich hätte auch Interesse, mal eine längere Produktion zu machen und da trete ich bei Youtube visuell und akustisch an Grenzen. Ich bin Video-on-Demand Projekten also aufgeschlossen gegenüber.

Tristan: Gut zu wissen! Woraus beziehst Du eigentlich Deine Inspirationen? Machst Du Dich aktiv auf die Suche oder nimmst Du die Popkultur auf wie sie auf Dich einströmt?

Ralph Ruthe: Ich bin viel im Internet unterwegs. Schließlich ist das Netz eine gute Möglichkeit, sich mit neuen Bewegungen und Themen zu versorgen. Manchmal ist es aber auch so, dass ich Dinge aus meiner Umwelt aufnehme. Wenn ich zum Beispiel in der Straßenbahn sitze und mich umschaue, dann kommen mir plötzlich Ideen und so kommt eines zum anderen.

Tristan: Ich habe in einem Artikel gelesen, dass Dich jemand als „Ur-Influencer“ bezeichnet hat. Wie würdest Du den Einfluss Deiner Person auf Social Media bezeichnen und umgekehrt?

Ralph Ruthe: Extrem! Die Bekanntheit meiner Person ist durch die sozialen Medien total gestiegen. Insbesondere das Medium Film wäre für mich ohne Youtube nicht zu erschließen gewesen. Es ist aber immer noch großartig, ein Buch über die eigene Arbeit in den Händen zu halten.

Was ich außerdem noch festgestellt habe, ist, dass Leute nun an meiner Person interessiert sind. Sie wollen wissen, wer die Person hinter ihren Lieblingscomics ist. Social Media bietet da natürlich die Rückmeldemöglichkeit und vernetzt mich mit meinen Zuschauern und Lesern. Daher würde ich behaupten, dass die Sozialen Medien auch meine Arbeit beeinflusst haben.

Tristan: Ein letzte Frage (oder eher Bitte): Würdest Du uns spontan ein Cartoon zu dem Motto „Filmhelden im Alltag“ zeichnen?  🙂

Zum dem Ergebnis sagen wir: Wow! und Danke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier geht es zu einem Video, in dem Ihr sehen könnt, wie das Cartoon entstanden ist!

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