5 Remakes, die besser sind als das Original

22.08.2016 von Birgit Buchart Schlagwörter: , ,

 

Mit Ghost Busters und Ben Hur kommen wieder einmal neue Remakes von alten Klassikern auf uns zu und wie so oft mischt sich zur Vorfreude auch ein wenig Skepsis. Vor allem, wenn das Original bereits ein voller Erfolg war, kommen Fans oft schwer damit zurecht, sich auf eine Neuverfilmung einzulassen und nicht selten bestätigt sich die befürchtete Enttäuschung. Trotzdem sollte man sich doch immer eine gewisse Offenheit bewahren und sich auch bei Remakes unvoreingenommen in den Kinosessel fallen lassen. Tatsächlich gibt es eine Handvoll Neuverfilmungen, die ihren Vorgängern in Nichts nachstehen oder sie sogar übertrumpfen. Wir haben uns mal durch die Filmgeschichte gewühlt und die unsere Lieblings-Remakes rausgesucht, die tatsächlich besser sind als die Originale:

 

imageId-34866Ocean’s 11

Wenn 1960 jemand Frank Sinatra erzählt hätte, dass es irgendwann einen modernisierten Abklatsch von Frankie und die Spießgesellen geben würde, hätte er sich wahrscheinlich an die Stirn gefasst. Und auch heute möchte man bei Blick auf die ursprüngliche Besetzung ja eigentlich an die Einzigartigkeit und Unnahbarkeit des Klassikers glauben. Trotzdem musste man 2001 wohl oder übel zugeben, dass das Remake von Steven Soderbergh seine Vorlage geschickt in den Schatten stellt. Während das Original mit Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Joey Bishop und Peter Lawford zwar im Kern Star-besetzt war, fährt das Remake gleich mit 11 Top-Schauspielern auf. Hinzukommt, dass die Charaktere rund um George Clooney weitaus ausgefeilter und stärker wirken und zudem die Handlung um einiges schneller und spannender vorangetrieben wird. Ein gutes Beispiel, dass Mut zu einem Remake eines bereits sehr gut gemachten und erfolgreichen Films, eben doch manchmal noch belohnt wird.

 

imageId-302196Departed – Unter Feinden

Zugegeben, Departed liefert sich hier ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem chinesischen Original Internal Affairs von 2002 und eigentlich sind es nur Kleinigkeiten, die Martin Scorseses Remake am Ende überlegen machen. Mit 150 Minuten ist die Hollywood-Version fast eine ganze Stunde länger und nimmt sich Zeit, um die Handlung auszufeilen, während Internal Affairs trotz zahlreicher Flashbacks in hoher Geschwindigkeit über die Leinwand sprintet und sogar eine Zehn-Jahres-Ellipse in Kauf nimmt. Was die Stimmung des Films betrifft teilen sich die beiden Versionen das Podest: Internal Affairs überzeugt mit Low-Key Belichtung, Departed hingegen mit dem besseren Soundtrack. Am Ende hat das Remake aber doch mehr richtig gemacht: Es wurde nicht nur der Autor des Original-Drehbuchsn Alan Mak ins Boot geholt, sondern mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon und Jack Nicholson eben auch eine Besetzung der Extraklasse.

 

imageId-1878146Verblendung

Dass sich David Fincher mit Romanvorlagen anlegen darf und bitte auch weiterhin sollte, hat er mit Fight Club eindeutig klar gestellt. 2011 ging er dann noch einen Schritt weiter und wollte nicht nur einen Bestseller auf die Leinwand bringen, sondern auch noch dessen erfolgreiche Verfilmung übertrumpfen. Und Regisseur Niels Arden Oplev hat bereits gut vorgelegt. Die Geschichte von Stieg Larsson im Medium Film zu erzählen ist eigentlich schon Herausforderung genug und das Schwedische Werk hat dafür zu Recht nichts als Lob geerntet. Finchers Remake kann hinsichtlich der Story nicht mehr viel drauflegen, ist dafür aber in Sachen Ästhetik von der Fernsehfilm-Optik des Originals Lichtjahre entfernt. Fincher verzichtet auf krasse oder schockierende Szenen, die man eigentlich von ihm gewohnt ist, und überzeugt stattdessen mit einer überraschend stillen aber unglaublich atmosphärischen Bildsprache. Der Punkt geht an Hollywood.

 

imageId-1065527True Grit

Zur Abwechslung scheint sich die Menschheit in Bezug auf True Grit tatsächlich einig zu sein: Das Remake ist besser. Obwohl Ethan und Joel Coen immer darauf bestanden haben, ihr Werk auf keinen Fall als Remake zu bezeichnen, lässt sich ein Vergleich mit der Erstverfilmung wie auch dem Roman natürlich nur schwer verhindern. Zu einem Großteil haben sie es Jeff Bridges zu verdanken, dass diese Gegenüberstellung zu ihren Gunsten ausfallen. In der Rolle des Ruben „Rooster“ Cogburn legte er für die Brüder wieder einmal eine grandiose Leistung hin, die John Waynes Oscar für die Rolle ein wenig in Frage stellt. Aber die Coens dürfen sich auch gegenseitig auf die Schultern klopfen – wie gewohnt schafften sie auch mit True Grit die perfekte Balance zwischen Arthouse und Mainstream und haben mit dem Remake eines Erfolgsfilm selbst auch noch einmal true grit (echten Mut) bewiesen.

 

imageId-1448971Die Fliege

Die Fliege von 1958 mit Vincent Price ist zwar ein B-Movie Klassiker, doch dem Remake von 1986 in fast allen Punkten unterlegen. Die Neufassung wurde nämlich von Regie-Legende David Cronenberg genial in Szene gesetzt und erzählt die Geschichte des Wissenschaftlers, dessen Gene sich mit denen einer Stubenfliege vermischen, als düstere Parabel auf das qualvolle Siechtum eines Menschen mit einer tödlichen Krankheit. Als tragischer Erfinder Seth Brundle verleiht Jeff Goldblum der Figur die nötige Tiefe und wirkt auch als Monster nie unglaubwürdig. Unvergesslich sind auch die heftigen Special Effects, die in ihrer absurden Ekligkeit bis heute ihresgleichen suchen.

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