Schätze suchen, über die Sieben Weltmeere segeln und die Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuern – das zeichnet den Piratenfilm aus, der sicherlich zu den traditionsreichsten Vertretern der Filmproduktionen zählt und Vieles mit seinem großen Bruder, dem Abenteuerfilm, gemeinsam hat. Während seine Blütezeit wohl die 40er Jahre waren, darbte der Piratenfilm anschließend jahrzehntelang auf dem Meeresgrund vor sich hin. Erst seit der effektgeladenen Fluch der Karibik-Reihe ist der Piratenfilm heutzutage wieder en vogue. Deshalb ist es auch gar nicht so einfach, eine Liste über die besten Piratenfilme zu machen. Unzählige Stummfilm-Klassiker stehen neben den bekanntesten Verfilmungen des Piratenstoffs zur Auswahl. Dazu gesellen sich noch die Piratenfilme aus dem 80er und 90er Jahren, die dem Genre neues Leben einzuhauchen versuchten. Dennoch habe ich einen Versuch gewagt, der eine chronologische Reihenfolge aufweist und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Wer spinnt also das beste Seemansgarn?
Liste der besten Piratenfilme
Die Schatzinsel (USA, 1934)
Zugegeben – von den Literaturverfilmungen des Romans von Robert Louis Stevenson existieren mittlerweile zig Versionen. Disney hat sich des Stoffes um den vergrabenen Piratenschatz angenommen, in Japan existiert eine Animeserie zu Die Schatzinsel und auch ProSieben hat 2007 einen Zweiteiler ausgestrahlt. Ich habe aber bewusst mit dem Enterhaken den Klassiker von 1934 rausgepickt, gilt er doch als die erste Tonfilm-Version von Die Schatzinsel. Da der Roman seinen Platz in der ewigen Klassikerliste sicher hat, dürfte auch dieser Piratenfilm den Cineasten erfreuen!
Unter Piratenflagge (USA, 1935)
Im Film wird die Geschichte des jungen britischen Arztes Peter Blood erzählt, der wegen Rebellion als Sklave dienen muss. In den Kriegswirren kann er entkommen, ein Schiff kapern und macht anschließend die Karibik als Freibeuter unsicher. Der Klassiker machte Errol Flynn endgültig zum Star und läutete das goldene Zeitalter des Piratenfilms ein. An der Seite von Errol Flynn spielt übrigens der berühmte Sherlock Holmes Darsteller Basil Rathbone den Piratenkapitän Levasseur. Ein romantisches Abenteuer auf hoher See, das damals für sechs Oscars nominiert wurde.
Der Herr der sieben Meere (USA, 1940)
Ein weiterer Piratenfilm mit Errol Flynn, der sehr aufwändig inszeniert wurde. Es geht um das Ringen der damaligen Seemächte England und Spanien in der Zeit von Elizabeth I. Der Freibeuter Geoffrey Thorpe legt sich mit der spanischen Armada an, verliebt sich nebenbei in die Nichte des spanischen Botschafters und muss auch noch als Galeerensträfling dienen. Der Herr der sieben Meere beruht lose auf der historischen Person des englischen Seefahrers Sir Francis Drake.
Der rote Korsar (USA, 1952)
In Der rote Korsar verkörpert Hollywood-Schwergewicht Burt Lancaster den Seeräuber Vallo, der sich in die Karibik-Politik der Spanier einmischt, in dem er erstmal in den Dienst der spanischen Krone tritt, um gegen Rebellen zu kämpfen. Nur verguckt er sich in die hübsche Tochter des Rebellenführer El Libre und kämpft daraufhin auf Seiten der Rebellen. Im Gegensatz zu den anderen Piratenfilmen seiner Zeit lässt es Regisseur Robert Siodmak in Der Rote Korsar weniger dramatisch zugehen. Der Film wirkt teilweise unfreiwillig komisch und spinnt daher ein ganz eigenes Seemannsgarn, da er es auch mit den historischen Begebenheiten nicht so genau nimmt.
Dotterbart (GB, 1983)
Auch wenn er nicht offiziell zu den Monty Python Filmen zählt, da nur die halbe Belegschaft mitgewirkt hat: Dotterbart ist wohl die zotigste und skurrilste Piratenfilm-Persiflage, die fast schon an Wahnsinn grenzt. Mit Cheech & Chong wurde auch ein angemessener Ersatz für die fehlenden Monty Python-Mitglieder gefunden. Der Humor ist sicher nicht jedermanns Sache, dennoch hat der Dotterbart Film seinen Platz in der Liste der besten Piratenfilme sicher!
Hook (USA, 1991)
Steven Spielbergs Adaption des Peter Pan Stoffes ist zwar eher ein familiengerechter Fantasyfilm, doch im Hook Film dreht es sich in erster Linie um Piraten. Wie der Titel es schon erahnen lässt, ist die eigentliche Hauptperson der bösartige Captain Hook, der die Kinder des mittlerweile erwachsenen Peter Pan nach Nimmerland entführt. Um sie zu retten, muss Peter Pan sich erinnern, wer er einmal gewesen ist. Das Piratenmärchen wartet mit einer Star-Riege auf (u.a. Dustin Hoffman, Robin Williams und Julia Roberts) und gilt wegen seiner schönen Inszenierung als Paradebeispiel des Piratenfilmgenres, das in den 90er Jahren eigentlich als tot galt.
Fluch der Karibik (USA, 2003-2011)
Wie war das noch? Totgesagte leben länger – dieses Sprichwort gilt für die Fluch der Karibik-Reihe allemal. 2003 schaffte es Regisseur Gore Verbinski mit seiner prächtigen Verfilmung den Piratenfilm wieder seetüchtig zu machen. Anschließend kamen noch weitere Fortsetzungen, die zwar nicht mehr den Witz des ersten Teils innehatten, dafür aber umso effektgeladener waren. Und Johnny Depp in seiner Rolle als Captain Jack Sparrow kann man sich eigentlich immer wieder reinziehen.
Die Piraten! Ein Haufen merkwürdiger Typen (USA/GB, 2012)
Der jüngste Vertreter des Piratenfilms ist sicherlich Die Piraten! Ein Haufen merkwürdiger Typen. Der liebevoll animierte Knetfigur-Streifen aus der berühmten Aardman-Schmiede (Chicken Run, Wallace & Gromit) erzählt die Geschichte eines namenlosen Piratenkapitäns, der nur einen Wunsch hat: endlich mal den Pirate of the Year Award zu gewinnen! Skurrile Charaktere, eine detailverliebte Inszenierung und ein toller Soundtrack machen Die Piraten! Ein Haufen merkwürdiger Typen zu einem grandiosen Spaß!

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