Vom Graphic Novel zum Blockbuster

27.01.2014 von Daniela Barth Schlagwörter: , , ,

Was sind denn eigentlich Graphic Novels? Kurz gesagt sind es gezeichnete Romane und nicht, wie viele denken, ein Genre. Der Begriff stammt aus den USA und ist eine schlichte Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich aufgrund komplexer Geschichten und literarischem Aufbau von normalen Heftcomics unterscheiden. Im Deutschen wird ein Graphic Novel auch häufig als Bildroman bezeichnet, die ausschließlich in Buchläden verkauft werden. Die Wurzeln dieses Formates stammen vor allem von Künstlern wie Frans Masereel, Otto Nückel und Lynd Ward, die in ihren Büchern thematisch anspruchsvolle Geschichten ohne Worte erzählt haben. Der Begriff Graphic Novel stammt allerdings von Will Eisner, der in seinem Buch „Ein Vertrag mit Gott“ die erzählerische Möglichkeiten des Comics in reflektierter Form nutzt und dieses Buch auch auf dem Titelblatt und im Vorwort als Graphic Novel bezeichnet.

Für viele legendäre Filme wurden Graphic Novels als Vorlage zum Drehbuch zur Hand genommen. Da der Begriff Graphic Novel fälschlicherweise auch häufig für normale Comics benutzt wird, fällt es schwer diese von normalen Comicverfilmungen zu unterscheiden. Aus diesem Grund haben wir euch eine kleine Liste mit echten Graphic Novel Verfilmungen zusammengestellt.

 

Die Besten Graphic Novel Verfilmungen

 

2 Guns2 Guns (2013) nach Steven Grant

Als Lethal Weapon Fan wird man an dieser furiose Buddy-Action-Komödie von Regisseur Baltasar Kormákur (Contraband) Gefallen finden, denn Denzel Washington (Mann unter Feuer) und Mark Wahlberg (Pain & Gain) geben ein ähnlich cooles Paar ab wie Mel Gibson (Der Patriot) und Danny Glover (Silverado). DEA Agent Bobby Trench und U.S. Naval Intelligence Officer Michael Stigman wurden Undercover in ein Drogen Kartell eingeschleust. Um den Drogenboss festzunageln müssen sie in eine Bank einbrechen um Millionen von Dollar sicherzustellen. Keiner der beiden traut dem jeweils anderen, aber als der Raub schief geht, werden sie von ihren Vorgesetzten fallen gelassen und können sich nun nur noch aufeinander verlassen. Wilde Schießereien, coole Sprüche und Klischees machen diesen Film einfach nur sehenswert.

 

Sin CitySin City (2005) nach Frank Miller

Die Stadt der Sünde besteht aus einer Mischung perverser und pädophiler Politiker, korrupter Polizisten und schießwütiger Nutten. Alles zusammen angereichert mit Kannibalismus, Masochismus und Zynismus. Im Grunde geht es in dem Film um drei ineinander verschachtelte, aber trotzdem voneinander unabhängige Geschichten. Zum einen gibt es da Hartigan (Bruce Willis), ein anständiger Cop, der einem Kinderschänder auf den Färsen ist. Dann ist da noch Marv (Mickey Rourke), ein Bär von Mann mit einem weichen Herzen, wenn es um Goldi (Jaime King) geht. Dann gibt es noch Dwight (Clive Owen), den wohl letzten Gentleman der Stadt, der die Kellnerin Shellie (Brittany Murphy) vor einem korrupten Cop (Benicio Del Toro) beschützt. Regisseur Robert Rodriguez (Machete) schafft es durch extreme Perspektivenwechsel nicht nur die düstere Stimmung des Graphic Novels in seine Bilder zu packen, sondern auch das Gefühl zu vermitteln, man würde beim Durchblättern eines leinwandgroßen Comics zuschauen.

 

Watchmen - Die Wächter (Cover)Watchmen (2009) nach Alan Moore

Nicht nur ein legendärer Graphic Novel, sondern auch, dank Regisseur Zack Snyder (Man of Steel) ein opulenter Film mit viel Liebe zum Detail. Die Superheldengruppe Watchmen ist nach dem Sieg der USA über den Vietnam in Rente gegangen. Als einer der Helden (Jeffrey Dean Morgan) ermordet wird, beginnt der entschlossene Rorschach (Jackie Earle Haley) mit den Ermittlungen. Er kommt einem Plan auf die Spur ,der vorsieht alle ehemaligen Superhelden zu zerstören. Er verbündet sich daraufhin noch einmal mit ein paar Mitgliedern der Watchmen und versucht mit ihrer Hilfe die Verschwörung aufzudecken…

 

300 (Cover)300 (2007) nach Frank Miller

Die Geschichte um die Schlacht bei den Thermopylen wird von Dilios (David Wenham), einem Soldaten aus Sparta erzählt. Der persische Großkönig Xerxes (Rodrigo Santoro) marschiert mit seiner gigantischen Armee in Griechenland ein. Die einzigen, die vor ihm nicht bedingungslos kapitulieren sind die Spartaner, ein Volk bestehend aus gnadenlosen Kriegern. 300 von ihnen, darunter der furchtlose Leonidas – König von Sparta (Gerard Butler), stellen sich der Armee in den Weg. Ein gnadenloser Kampf um die Freiheit Spartas beginnt. Der Film von Regisseur Zack Snyder (Dawn of the Dead) ist ein gigantisches Schlachtgemälde, ein Blutrausch der Spannung, irgendwo zwischen Monumentalepos und Heroismus.

 

v wie vendettaV wie Vendetta (2006) nach Alan Moore

London in der Zukunft: V (Hugo Weaving) ist ein maskierter Freiheitskämpfer, der getrieben von Blutrache mit gezielten Anschlägen die tyrannische Führungsriege zur Strecke bringen will. Er hat sein Leben der Befreiung seiner Mitbürger verschrieben und rettet unter anderem auch Evey (Natalie Portman) aus einer lebensbedrohlichen Situation. Vielleicht hat er mit ihr eine Verbündete im Kampf á la Guy Fawkes „Gunpowder Plot“ gefunden mit dem Ziel in der durch Grausamkeit und Korruption unterdrückte Gesellschaft für Gerechtigkeit zu sorgen. Ein tiefgründiger Film von Regisseur James McTeigue (Invasion), der einen mit unbändiger Spannung emotional mitreist. Am Ende möchte man selbst mit einer Guy-Fawke-Maske losziehen und das Unrecht in der Welt bekämpfen.

 

From HellFrom Hell (2001) nach Alan Moore

London, 1888. Eine Mordreihe an Prostituierten versetzt die Bürger im Armenviertel Whitechapel in Angst und Schrecken. Inspektor Abbeline (Johnny Depp) und sein Assistent Godley (Robbie Coltrane) stehen vor der unlösbar scheinenden Aufgabe den kaltblütigen Verbrecher zu fassen. Der Mörder ist lautlos, präzise und nennt sich selbst Jack the Ripper. Abbeline und Godley kommen schnell zu der Erkenntnis, dass der Wahnsinnige mit Methode mordet, was sie auf ein dunkles Geheimnis stoßen lässt… Eine gelungene Graphic Novel Verfilmung der Hughes-Brüder (The Book of Eli) mit überzeugenden Darstellern, grandioser Gestaltung der düsteren Stimmung und kraftvoller Spannung.

 

Kick AssKick Ass (2010) nach Mark Millar

Wer hat nicht schon mal davon geträumt als Superheld den Bösewichten in den Arsch zu treten? Dieser Film von Regisseur Matthew Vaughn (Der Sternwanderer) zeigt uns, dass man dafür nicht unbedingt Superkräfte braucht. Dave Lizewski (Aaron Johnson) ist ein schwächlicher High-School-Schüler, der beschließt – in einem wirklich sehr unmodischen Kostüm – auf Verbrecherjagt zu gehen. Als er sich mit dem Mafiaboss Frank (Mark Strong) anlegt, ist allerdings Schluss mit lustig. Gut, dass ihn die Helden Ex-Cop Damon (Nicolas Cage) und dessen Tochter Hit Girl (Chloe Moretz) unterstützen.

 

A History of ViolenceA History of Violence (2005) nach John Wagner

Ein grotesk-komischer Schocker von Regisseur David Cronenberg (Die Fliege) mit Intelligenz, Witz und dem Gedanken, dass Gewalt existiert und Gewalt eine Geschichte hat. Restaurantbesitzer Tom Stall (Viggo Mortensen) wird eines Abends von zwei brutalen Räubern überfallen. In Notwehr erschießt er die beiden bereits wegen Mord gesuchten Verbrecher. In den Medien wird Tom plötzlich als Held gefeiert und auch seine Frau (Maria Bello) findet ihn so sexy wie nie zuvor. Es scheint wie ein Happy End, bis der geheimnisvolle Carl (Ed Harris) vor der Tür steht…

 

scott pilgrimScott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2008) nach Bryan Lee O’Malley

Scott (Michael Cera) ist ein gewöhnlicher Teenager, der als Bassist in einer kleinen Rockband spielt um damit seinen Coolness-Faktor zu steigern. Eines Tages läuft er Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) über den Weg, in die er sich sofort verliebt. Sein Interesse wird erwidert und um das Herzen des Mädchens endgültig zu erobern, muss er nur noch mit ihrer Beziehungsvergangenheit der besonderen Art klar kommen. Der Kampf gegen die Exfreunde möge beginnen. Ein gigantisches Nerd-Computerspiel-Actionspektakel mit einer anrührenden Lovestory von Regisseur Edgar Wright (The World’s End).

 

Immer Drama um Tamara CoverImmer Drama um Tamara (2010) nach Posy Simmonds

Tamara Drewe (Gemma Arterton) kehrt nach einiger Zeit in London wieder zurück in ihr Provinznest in Südengland, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Sie beendet dort schlagartig das friedlich ländliche Leben und beginnt eine Affäre nach der anderen. Nur von ihrer Jugendliebe Andy (Luke Evans) bleibt sie unbeachtet. Als das ganze Dorf allmählich in ein großes Beziehungschaos fällt, scheint sich die unbekümmerte Lebenseinstellung von Tamara auf einmal zu verändern… Eine charmante Komödie von Regisseur Stephen Frears (Die Queen), die durch freche Dialoge und tolle Nebendarsteller wirklich Spaß macht.

 

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