Sofia Coppola – Die Meisterin der Monotonie

Sofia Coppola liegt das Filmemachen nicht nur sprichwörtlich im Blut, sondern tatsächlich. Sie kam 1971 als Kind von Regie-Legende Francis Ford Coppola (Der Pate, Apocalypse Now) auf die Welt, auch ihre Mutter Eleanor ist Filmemacherin. Die Schauspieler Nicolas Cage (Leaving Las Vegas, The Rock – Fels der Entscheidung) und Jason Schwartzman (Rushmore, Shopgirl) sind ihre Cousins. So viele „Hollywood-Gene“, da ist es kein Wunder dass Sofia Coppola schon als Baby mit dem Film-Business in Berührung kam: Sie spielte wenige Wochen nach ihrer Geburt in einer Taufszene von Der Pate mit. In ihrer weiteren Kindheit begleitete sie ihren berühmten Vater häufig zu seiner Arbeit, so war die kleine Sofia etwa beim Filmset von Apocalypse Now dabei. 1990 wollte ihr Vater sie dann wieder in einem seiner Filme dabei haben, für den dritten Teil des Paten übernahm Sofia Coppola die Rolle von Winona Ryder (Edward mit den Scherenhänden, Durchgeknallt), die kurzfristig abgesagt hatte. Doch ihre erste große Filmrolle wurde zum Desaster! Sofia Coppola wurde für ihren Auftritt als Mary Corleone gar mit zwei Goldenen Himbeeren abgestraft.

Nach diesem Fiasko hatte Sofia Coppola genug von der Schauspielerei. Und das ist gut so. Hinter der Kamera ist die heute 42-Jährige eindeutig besser aufgehoben, sie gehört zu den interessantesten Regisseuren überhaupt. Zudem ist sie ein echtes Multitalent – für alle ihre fünf großen Filme schrieb sie auch das Drehbuch. Anders als ihr Vater interessiert Sofia Coppola nicht das große Spektakel, sondern die einzelnen Charaktere und sie bringt viele Aspekte ihres Lebens in ihre Filme mit ein. Mit ihrem Kinodebüt The Virgin Suicides (1999) hat sie nach eigenen Angaben den frühen Tod ihres Bruders Gian-Carlo verarbeitet, mit Lost in Translation ihre gescheiterte Ehe. Das Meisterwerk aus dem Jahr 2003 war Sofia Coppolas großer Durchbruch in Hollywood, sie bekam für ihr Drehbuch einen Oscar und wurde als dritte Frau überhaupt für den Regie-Oscar nominiert. Wie auch in ihren folgenden Filmen Marie Antoinette und Somewhere beschäftigt sich die Regisseurin dabei mit Figuren, die sich in einer Übergangsphase ihres Lebens befinden, einsam sind und sich in Frage stellen. In ihrem neuesten Film The Bling Ring nimmt Sofia Coppola die oberflächliche Scheinwelt Hollywoods ins Visier – die Welt, in der sie aufwuchs.

Die besten Sofia Coppola Filme

The Virgin Suicides

The Virgin SuicidesLux Lisbon (Kirsten Dunst) lebt in den Siebzigern zusammen mit ihren vier Schwestern in einer amerikanischen Kleinstadt. Die Geschwister leiden unter dem Regiment ihrer strengen Mutter (Kathleen Turner), ihr Vater (James Woods) ist sehr zurückhaltend. Eines Tages bringt sich die jüngste der Schwestern um, und das soll nicht der letzte Selbstmord gewesen sein… Der ruhige und mit eindrucksvollen Bildern untermalte Film nimmt ähnlich wie American Beauty das amerikanische Kleinbürgertum auf die Schippe und überzeugt mit seiner zart humorigen, zugleich schwermütigen Atmosphäre. The Virgin Suicides heimste überwiegend gute Kritiken ein, für Sofia Coppola war der Film nach ihrem desaströsen Schauspiel-Intermezzo ein Neustart in Hollywood.

 

Lost in Translation

Lost in Translation Film online schauen bei maxdome - Video on DemandDer endgültige Durchbruch als Regisseurin gelang Sofia Coppola vier Jahre nach The Virgin Suicides mit Lost in Translation. In dem Film trifft der ehemalige US-Fernsehstar Bob Harris (Bill Murray) in einer Hotelbar in Tokio auf die deutlich jüngere Charlotte (Scarlett Johansson). Die beiden sind mit ihren Ehen und der Einsamkeit im fremden Japan unglücklich und verstehen sich auf Anhieb blendend. Gemeinsam starten sie eine Entdeckungsreise durch das nächtliche Tokio. Die herrlich anzusehende Tragikomödie wurde völlig überraschend zum Welterfolg und Sofia Coppola neben dem Drehbuch-Oscar und der Regie-Nominierung mit zahlreichen weiteren Filmpreisen überhäuft. Scarlett Johansson, deren Rolle laut Coppola die autobiografischste in ihren Filmen war, wurde durch Lost in Translation zum Star.

Der Film ist ein Paradebeispiel für Sofia Coppolas künstlerische Art Regie zu führen. Sie kommt wie in den meisten ihrer anderen Werke ohne eine spannende Handlung aus, verzaubert ihre Zuschauer aber mit eindrucksvollen Bildern und faszinierenden Dialogen. Coppola verzichtet dabei auf gängige Hollywood-Klischees und –Konventionen und vermittelt so eine ganz spezielle Stimmung. Durch diese Herangehensweise polarisiert die Regisseurin allerdings auch, für manche Kritiker verkörpern ihre Filme einen neuen Zeitgeist, anderen fehlt einfach eine spannende Handlung.

Marie Antoinette

Marie Antoinette Film online schauen bei maxdome - Video on DemandAuch mit ihrem dritten Film sorgte Sofia Coppola für Kontroversen. Die Geschichte der französischen Königin Marie Antoinette, die die Regisseurin mit Kirsten Dunst mit einer alten Bekannten besetzt, sorgte vor allem in Frankreich für Aufregung und bei der Uraufführung in Cannes sogar für Buhrufe. Coppolas Film widmet sich auf für Historienfilme ungewöhnliche Art und Weise dem Leben der Thronfolgerin, die bereits im Alter von 14 Jahren ihre Heimat Österreich verließ und zu ihrem Verlobten Ludwig XVI. (gespielt von Coppolas Cousin Jason Schwartzman) ins pompöse Versailles zog. Da ihr Ehemann keinerlei Interesse an ihr zeigte, litt die junge Marie Antoinette sehr unter ihrer Einsamkeit und lenkte sich mit extravaganten Partys und anderen Verschwendungs-Exzessen ab.

Coppola erzählte diese Story in ihrem Film aus sehr subjektiver Sicht der Hauptfigur und ließ dabei die historischen Umwälzungen in Frankreich weitgehend außen vor, was ihr viele Kritiker anschließend zum Vorwurf machten. Doch Marie Antoinette ist nun mal ein Coppola-Film und beschäftigt sich deshalb einmal mehr besonders mit den einzelnen Charakteren und ihren inneren Konflikten. Rein optisch ist der an Originalschauplätzen gedrehte Film mit all seiner Farbenvielfalt und seinen tollen Kostümen sowieso eine Augenweide.

Somewhere

Somwhere Film online schauen bei maxdome - Video on DemandJohnny Marco (Stephen Dorff) ist eigentlich zu beneiden. Der angesagte Filmstar lebt in einem Hotel in Los Angeles mit viel Luxus, Partys, Sex-Abenteuern und schönen Autos. Glücklich ist Marco mit seinem Leben aber nicht, er langweilt sich zu Tode. Als er ein paar Tage auf seine elfjährige Tochter Cleo (Elle Fanning) aufpassen muss, weckt ihn diese aus seiner Lethargie.
Typisch für Sofia Coppolas Filme hat auch Somewhere eigentlich kaum Handlung, ist aber dennoch unterhaltsam. Die Regisseurin fokussiert sich erneut auf die Probleme und die innere Zerrissenheit und Einsamkeit einer Einzelperson und wirft dabei einen herrlich ironischen Blick hinter die Kulissen Hollywoods. Der Film gewann mit dem Goldenen Löwen den Hauptpreis des Film-Festivals in Venedig.

The Bling Ring

The Bling Ring Film online schauen bei maxdome - Video on DemandWie in Somewhere beschäftigt sich auch Sofia Coppolas neuester Film The Bling Ring mit der Glitzerwelt Hollywoods. Diesmal wählt die Regisseurin allerdings nicht die Star-Perspektive, sondern die der Fans, bzw. einer Gruppe von oberflächlichen Teenagern aus gutem Hause (u.a. Emma Watson), die unbedingt so wie die Celebrities der Traumfabrik leben wollen. Um sich ihren Traum von Luxus und Ruhm zu erfüllen, schreckt die Jugendgang vor nichts zurück und begeht mehrere Einbrüche bei ihren Idolen, um dort Schmuck und weitere Luxusartikel zu erbeuten.

Mit The Bling Ring hat Sofia Coppola die wahre Geschichte einer Teenie-Clique verfilmt, die die Villen von Hollywood-Stars wie Orlando Bloom und Paris Hilton ausraubte, um sich einen ähnlichen Lifestyle wie die Stars leisten zu können. Sie zeigt in ihrem Film die bizarren Auswüchse und Folgen der Celebritiy-Kultur Hollywoods, in der nicht zählt was man kann, sondern wie man sich stylt und selbst inszeniert. Eine Welt, in der Sofia Coppola zwar aufgewachsen ist, mit der sie sich aber selbst nicht identifiziert.

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