Schnelle Bälle und fliegende Fäuste: Die besten Sportfilme

20.06.2012 von André Wagner Schlagwörter: , , ,

Das Jahr 2012 ist eindeutig ein Jahr des Sports. Egal ob Bundesliga, Formel-1-WM, Euro 2012 oder Olympische Sommerspiele; es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo irgendeine wichtige Sportentscheidung getroffen wird. Den Filmemachern ist die Faszination des Sports schon lange bekannt, daher greift man gerne auf die körperliche Ertüchtigung zurück. Kaum eine Sportart, die nicht schon einmal für einen Streifen Pate stand. Beruhen die Stories dann auch noch auf einer wahren Begebenheit, steht einem Erfolg an der Kinokasse fast nichts mehr im Weg.

Die Sommerspiele in London vor der Haustür, bin ich mal so in mich gegangen, um einige, meiner Meinung nach, sehenswerter Sportfilme zusammenzustellen.

Meine Liste der besten Sportfilme

Die Kunst zu gewinnen – Moneyball (USA 2011)

Moneyball - Die Kunst zu gewinnen

Moneyball ist ein hervorragender Sportfilm, der sich weniger mit der Sportart Baseball an sich beschäftigt, als vielmehr hinter die Kulissen des Millionengeschäfts Baseball wirft. Doch die Mechanismen hinter den Kulissen sind denen anderer Vereinsportarten ganz ähnlich.  Es ist vor allem ein packendes Porträt des Team-Managers Billy Beane, der allen Widerstände zum Trotz an seiner neuartigen Idee festhält, alles auf eine Karte setzt und am Ende für seinen Mut belohnt wird. Wie viele Sportfilme beruht der Film auf der wahren Geschichte der sogenannten Moneyball Years der Oakland A’s, bei denen Billy Beane sein Team mit unterschätzen Jungtalenten bestückte. Trotz lukrativer Jobangebote größerer Klubs, z.B. den Boston Red Sox, ist Beane den Athletics bis heute treu geblieben.

Invictus – Unbezwungen (USA 2009)

Invictus - UnbezwingbarSüdafrika 1995: Nach jahrzehntelanger Haft während der Apartheid, sieht der frischgewählte Präsident Nelson Mandela den Kampf gegen die Rassentrennung als sein höchstes Ziel an. Im Sport sieht er die große Chance, das geteilte und wirtschaftlich gebeutelte Volk endlich zu vereinen. Man mag es als Wink des Schicksals sehen, dass gerade jetzt die Rugby-Weltmeisterschaft in Südafrika stattfinden soll. Mit allen Mitteln unterstützt Mandela die, hauptsächlich mit weißen Spielern bestückte, südafrikanische Mannschaft der Springboks um Kapitän Francois Pienaar. Sein Auftrag: Das Team soll den Weltmeistertitel holen und sich gemeinsam für mehr Solidarität in ihrem Heimatland einsetzen. Nach Gran Torino widmet sich Regisseur Clint Eastwood mit diesem Sportfilm erneut dem Thema Rassismus und der völkerverbindenden Kraft, welche der Sport besitzen kann. In den Hauptrollen brillieren Morgan Freeman als Nelson Mandela und Matt Damon als Rugbyspieler Pienaar.

The Fighter (USA 2010)

The FighterDicky Ward hätte ein ganz Großer im Boxring werden können, doch nach einem verlorenen Titelkampf geht es für den Jungen aus dem Arbeiterstädtchen Lowell nur noch abwärts. Er hat mit seiner Drogensucht zu kämpfen und landet sogar im Gefängnis. Sein jüngerer Bruder Micky möchte in Dickys Fußstapfen treten, verliert aber jeden seiner Kämpfe. Erst als er sich von seiner unerbittlichen Mutter und seinem kaputten Bruder lossagt, kommt Schwung in seine Box-Karriere. Von vielen Fachmedien wurde The Fighter als bester Sportfilm des Jahrzehnts tituliert,  denn Regisseur David O. Russell zeigt nicht einfach nur Typen, die sich gegenseitig auf die Fresse hauen, er beleuchtet vielmehr die Herkunft der Boxer aus ihren ärmlichen Verhältnissen und zerrütteten Familien. Mark Wahlberg und Christian Bale liefern in diesem Sportfilm als Brüderpaar eine grandiose Darbietung ab, für die Letzterer zu Recht mit dem Golden Globe und dem Oscar als bester Nebendarsteller belohnt wurde. Das biographische Sport-Drama beruht übrigens  auf dem Leben des ehemaligen Box-Weltmeisters Micky Ward.

Warrior (USA 2011)

Mixed-Martial-Arts ist die unkonventionelle Mischung aus Boxen, Kickboxen, Ringen und Muay Thai. Die vor allem durch die Ultimate Fighting Championship bekannt gewordene Sportart wird immer populärer. Warrior ist nun der erste Film, der MMA in eine ernstere Geschichte packt und nicht gleichzusetzen ist mit all den Michael Dudikoff Trashfilmen aus den 80ern. Beachtlich ist vor allem die Performance von Shooting-Star Tom Hardy, der nach Bronson schon wieder mit seiner erstaunlichen Physis beeindruckt. Zwar funktioniert die Geschichte zweier verfeindeter Brüder nach klassischem Schema wie die meisten Boxer-Dramen, trotzdem ist Warrior ein sehr gelungener Vertreter der Sportfilme – nicht nur wegen des denkwürdigen Auftritts von Nick Nolte.

Tin Cup (USA 1996)

Golf ist eine faszinierende Sportart, doch nur wenige Sportfilme schaffen es, diese Faszination auch auf die Kinoleinwand rüberzubringen. In Tin Cup gelingt dies den Hauptdarstellern Kevin Costner und Rene Russo auf äußerst sympathische Art und Weise. Einen nicht minder bedeutenden Anteil an dem Erfolg des Films hat aber natürlich auch Regisseur Ron Shelton, der zuvor schon die beiden kultigen Sportfilme Weiße Jungs bringens nicht und Annies Männer inszeniert hat.

 

Rocky (USA 1976)

RockyWer denkt beim Thema Sportfilme nicht direkt an Rocky, der den Hauptdarsteller Sylvester Stallone über Nacht vom verarmten Schauspieler zum Star katapultierte?  Die Geschichte vom zweitklassigen Boxer Rocky Balboa, der durch Zufall die Chance bekommt, gegen den Champion zu kämpfen und den Fight seines Lebens liefert, dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Für gerade einmal eine Millionen Dollar gedreht, avancierte das Boxer-Epos zum weltweiten Kinohit, welches fünf weitere Teile nach sich zog. Für den bis dahin völlig unbekannten Sylvester Stallone war Rocky der Start einer großartigen Karriere. Rocky war aber nicht nur finanziell ein erfolgreicher Film, auch bei der Oscar-Verleihung 1977 war er mit insgesamt zehn Nominierungen ganz vorne dabei. Das goldene Männchen gab es schließlich für den besten Film, die beste Regie und den besten Schnitt. Sylvester Stallone war zu diesem Zeitpunkt übrigens erst der dritte Filmschaffende der sowohl als Hauptdarsteller als auch für das beste Original-Drehbuch nominiert wurde.

The Wrestler (USA 2008)

The WrestlerRandy „The Ram“ Robinson war einst eine Legende im Wrestling-Ring, doch mittlerweile hat er seine besten Tage weit hinter sich und verdient mit zweitklassigen Kämpfen in kleinen Gemeindehallen gerade genug zum Leben. Als er bei einem bedeutungslosen Fight einen Herzinfarkt erleidet, warnt ihn sein Arzt davor, weiter in den Ring zu steigen oder sein nächster Kampf könnte sein letzter sein. Blut, Schweiß, Tränen und abgesprochene Kämpfe; Regisseur Darren Aronosky bietet einen eindrucksvollen Einblick hinter die Kulissen der so gar nicht schillernden Wrestling-Welt, in der es mehr Schein als Sein gibt. Mit dem schonungslosen Porträt eines abgehalfterten Ex-Stars zeigt Mickey Rourke die wahrscheinlich beste schauspielerische Leitung seines Lebens, mit der ihm das Comeback des Jahres gelang. The Wrestler ist nicht einfach ein Haudrauf-Film, sondern gehört in die Arthouse-Fraktion der Sportfilme, dem man sich auch als Nicht-Wrestling-Fan kaum entziehen kann.

Million Dollar Baby (USA 2004)

Million Dollar Baby war so etwas wie Clint Eastwoods großes Comeback nach einigen schwächeren Filmen im Laufe der 90er Jahre. Wie viele Sportfilme dreht sich dieses Drama um das Schicksal im Boxring. Dieses Mal steht zur Abwechslung allerdings eine Boxerin im Mittelpunkt des Geschehens. Doch anders als bei den meisten Vertretern dieses Genres steuert die Story nicht schnurgerade auf ein Happy End zu, sondern verhält sich eher wie eine niederschmetternder Kinnhaken, der einen völlig unerwartet trifft. Gleich vier der wichtigsten Oscars (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller) konnte das Sportdrama einfahren.

 Noch mehr Sportfilme auf dem Fußball-Feld

Der ein oder andere wird nun sicherlich die guten Fußball- oder Footballfilme vermissen. Aber keine Sorge, die wurden natürlich nicht vergessen! Da es von denen so zahlreiche gute Streifen gibt, wurden diesen beiden Sportarten ihre eigenen Artikel gewidmet, die ihr unter folgenden Links finden könnt:

Hier gehts zu den Fußballfilmen

Hier gehts zu den Footballfilmen

 

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