Roland Emmerich (10.11.1955) sorgt mit seinen 60 Jahren immer noch für ordentlich Action auf der Kinoleinwand. Der deutschstämmige Regisseur wurde durch Blockbuster wie Independence Day, The Day After Tomorrow und Godzilla weltweit berühmt. Nun bringt er mit Stonewall einen etwas tiefgründigeren Film in die Kinos.

Bereits in Emmerichs erstem eigenständigen Regiewerk – davor war er Co-Regisseur zweier kleiner deutscher Filmproduktionen – ist seine Vorliebe für Science-Fiction-Geschichten und Weltuntergangsszenarien erkennbar. In Das Arche Noah Prinzip geht es um eine futuristische Raumstation, die unter militärische Kontrolle gebracht und als Waffe eingesetzt wird. Mit einem Budget von nur ca. 1,2 Millionen D-Mark hat Emmerich 1984 ein ordentliches Regiedebüt abgegeben.

Nach den beiden Fantasywerken Joey (1985) und Hollywood-Monster (1987) folgte 1990 schließlich Moon 44, wiederum ein futuristischer Sci-Fi-Film, der sich an amerikanischen Vorbildern orientiert und mit bekannten Darstellern wie Michael Paré (Das Philadelphia Experiment) und Malcolm McDowell (Uhrwerk Orange) aufwarten kann. Moon 44 war auch der letzte Roland Emmerich Film, der in seiner schwäbischen Heimat Sindelfingen gedreht wurde.

Wir wünschen dem Meister des Weltuntergangs alles Gute zum 60. Geburtstag und freuen uns nicht nur auf Stonewall, sondern auch auf noch viele weitere Filme von ihm!

 

Der neueste Film von Roland Emmerich

Stonewall (Ab 19.11.2015 im Kino)

Danny Winters (Jeremy Irvine, The Railway Man) wurde von seinen Eltern verstoßen, weil er schwul ist. Ohne seine Freunde und seine Schwester Phoebe (Joey King, Conjuring – Die Heimsuchung) macht er sich auf den Weg nach New York. Zunächst ganz auf sich alleine gestellt, lebt er als Obdachloser auf der Straße bis er sich mit einer Gruppe Jugendlicher anfreundet, die ihn mit in das Stonewall Inn nehmen. Eine Kneipe und ein Treffpunkt der LGTB-Szene, in der Danny auf viele andere trifft, die wie er nicht die heterosexuelle Norm erfüllen. Der Manager der Bar ist der Mafioso Ed Murphy (Ron Perlman, Pacific Rim), der mit korrupten Polizisten gemeinsame Sache macht. Als dann eine Razzia im Stonewall stattfindet und die Polizei mit gnadenloser Brutalität vorgeht, wollen Trevor Nichols (Jonathan Rhys Meyers, Match Point) und Danny Winters für ihre Rechte kämpfen…

Regisseur Roland Emmerich ist eher bekannt dafür, mit vielen Explosionen und viel Action für Unterhaltung, bzw. dem Ende der Welt, zu sorgen. Als Homosexueller widmete er sich diesem Filmprojekt vielleicht auch aus privaten Gründen, denn es handelt sich um die wahre Geschichte des Stonewall-Aufstands von 1969. Schon allein diese Tatsache sorgt für ordentlich Gänsehaut und natürlich kommt auch die Action nicht zu kurz!

 

Die besten Filme von Roland Emmerich

Independence Day (1996)

Mit einem Einspielergebnis von über 800 Millionen Dollar war Independence Day Roland Emmerichs erster Megablockbuster. Die Welt steht vor ihrer totalen Vernichtung, als wie aus dem Nichts Alien-Raumschiffe über den Großstädten der Erde auftauchen. Nachdem so ein Großteil der Bevölkerung ausgelöscht wurde, liegt es an einigen wenigen Helden, die Erde vor der Eroberung zu bewahren. Militärpilot Steven Hiller (Will Smith, Focus), Fernsehtechniker David Levinson (Jeff Goldblum, Mortdercai) und der Präsident der Vereinigten Staaten höchstpersönlich (Bill Pullman, You kill me) entscheiden über das Schicksal der gesamten Menschheit.

Neben den oscarprämierten Spezialeffekten kam gerade beim amerikanischen Publikum die sehr patriotische und pathetische Handlung gut an, führte zu einem enorm hohen Box Office und ebnete Roland Emmerichs Weg zu noch höheren Budgets und größeren Produktionen.

 

Godzilla (1998)

Nach dem japanischem Vorbild inszeniert Roland Emmerich 1998 den Monsterklassiker Godzilla neu. Mit respektablen Stars wie Jean Reno (Die purpurnen Flüsse) und Matthew Broderick (In Sachen Liebe) geht es diesmal der Stadt New York an den Kragen. Die durch Atombombentests mutierte Riesenechse Godzilla hat sich in der Millionenmetropole eingenistet, um dort Eier zu legen. Während sich das amerikanische Militär ganz auf den Kampf gegen das Monster konzentriert, suchen der französische Geheimdienstler Philippe Roache und der Nuklearwissenschaftler Nick Tatopoulus nach einer Möglichkeit, alle gelegten Eier zu vernichten.

Godzilla konnte trotz eines höheren Budgets nicht an den Erfolg von Independence Day anknüpfen, spielte aber dennoch das Dreifache seiner Kosten wieder ein. Eine Fortsetzung war ebenfalls in Planung, wurde aber nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 wieder auf Eis gelegt.

 

Der Patriot (2000)

Wahrscheinlich war es Emmerichs Zuneigung zu Amerika, die ihm den Regiestuhl für Der Patriot bescherte. Das Actiondrama spielt zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, erzählt die Geschichte aber aus Sicht der Familie Martin. Benjamin Martin lebt mit seinen sieben Kindern auf einer Plantage in South Carolina. Während er selbst gegen den Krieg mit England ist, zieht es seinen ältesten Sohn Gabriel zu den Truppen. Als der Krieg schließlich Opfer aus Benjamins Familie fordert, sieht er sich trotz aller Bedenken gezwungen, gegen die Kolonialmacht ins Feld zu ziehen.

Emmerich konnte für seinen Historienfilm eine beeindruckende Riege von Hollywoodgrößen verpflichten. Neben dem Hauptdarsteller Mel Gibson (Lethal Weapon) haben auch Stars wie Jason Isaacs (Dragonheart), Tchéky Karyo (James Bond: Goldeneye, Bad Boys – Harte Jungs) und Tom Wilkinson (Sinn und Sinnlichkeit, Shakespeare in Love) mitgewirkt. Außerdem sind die Jungstars Heath Ledger (The Dark Knight, Ritter aus Leidenschaft) und Logan Lerman (Die drei Musketiere) zu sehen.

 

The Day After Tomorrow (2004)

Mit seinem Katastrophenthriller The Day After Tomorrow schafft Roland Emmerich zwar nicht den wissenschaftlich korrektesten Film aller Zeiten, verdient aber erneut ein großes Lob für die Umsetzung. Und neben den beeindruckenden Eis-und-Schnee-Landschaften, die bis auf die höchsten Ebenen der New Yorker Wolkenkratzer reichen, sind es vor allem die schauspielerischen Leistungen von Dennis Quaid (Footloose) und Jake Gyllenhaal (Nightcrawler), die dem Film Spannung und Tiefe verleihen.

Nachdem eine riesige Eisscholle aus dem antarktischen Schelf losbricht und auf den Golfstrom zutreibt, droht ein rapider Klimawandel in Form einer neuen Eiszeit. Während die Welt von Tornados und Hagelstürmen heimgesucht wird, versucht der Paläoklimatologe Jack Hall (Dennis Quaid) seinen Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) zu erreichen. Dieser befindet sich in akuter Lebensgefahr, als eine riesige Flutwelle über New York hereinbricht.

 

10.000 BC (2008)

Roland Emmerich betritt mit dem Steinzeitabenteuer 10.000 BC beinahe schon das Märchengenre. Viele Elemente, wie z.B. der Erzähler aus dem Off, eine märchentypische Liebesgeschichte und die Quest, die den Protagonisten auf eine gefährliche Reise in unbekanntes Gebiet führt, erinnern an klassische Fabelgeschichten.

D’leh (Steven Strait, Der Pakt – The Covenant) lebt in einem primitiven Bergstamm aus Jägern und Sammlern. Als eines Tages das blauäugige Mädchen Evolet (Camilla Belle, Push) gefunden wird, prophezeit die Schamanin einen Lebenswandel, der den gesamten Stamm vor dem Aussterben bewahren wird. Während der kommenden Jahre wächst die Liebe zwischen D’leh und Evolet. Als seine Gefährtin eines Tages von einer fortschrittlicheren Kriegerkultur entführt wird, macht sich D’leh mit einer kleinen Gruppe auf den Weg, um seine Liebe und die Heilsbringerin seines Stammes zu retten.

 

2012 (2009)

Wir waren gewarnt! Die Maya wussten bereits vor vielen Jahrhunderten, dass im Jahr 2012 die Welt untergehen würde. Nun haben Wissenschaftler eine erhöhte Sonnenstrahlung festgestellt, die die Erdkruste zum Schmelzen bringt und letztendlich zum Brechen der tektonischen Platten führt. In Folge dessen kommt es auf der ganzen Erde zu Mega-Tsunamis, Vulkanausbrüchen und Erdbeben – der Kataklysmus ist unabwendbar. Inmitten des Chaos unternimmt der erfolglose Schriftsteller Jackson Curtis (John Cusack, The Player) alles menschenmögliche, um seine Ex-Frau (Amanda Peet, Voll abgezockt) und seine beiden Kinder vor der Katastrophe zu retten. Die einzige Hoffnung sind vier riesige Archen, in denen der Fortbestand von Menschen und Tierarten gesichert werden soll.

Nach The Day After Tomorrow ist 2012 Roland Emmerichs zweiter Naturkatastrophenfilm. Doch anders als damals fliegt in 2012 wirklich nur alles Erdenkliche in die Luft, wird von strömenden Wassermassen zerborsten oder versinkt in gigantischen Rissen unter der Erde. Das hat selbst Michael Bay noch nicht geschafft.

 

Universal Soldier (1992)

In seinem Hollywood-Debüt Universal Soldier stand Roland Emmerich ein Budget von 23 Millionen Dollar zur Verfügung. Jean-Claude Van Damme (The Shepherd) und Dolph Lundgren (Skin Trade) verkörpern zwei genetisch verbesserte Supersoldaten, die eigentlich keinen eigenen Willen haben sollten. Genau das nutzt Emmerich auch aus und lässt anstelle tiefgängiger Dialoge lieber die Waffen sprechen. Genrefans danken es ihm, denn Universal Soldier wurde ein kompromissloses Action- und Special-Effects-Feuerwerk, das auch an den Kinokassen Erfolg hatte. Mit Universal Soldier 2 – Brüder unter Waffen, Universal Soldier 3 – Blutiges Geschäft, Universal Soldier – Die Rückkehr und Universal Soldier: Regeneration wurde aus Emmerichs Film eine ganze Reihe, in der er aber den Regiestuhl abgab. Für dieses Jahr wird der sechste Teil der Reihe Universal Soldier: A New Dimension erwartet – wieder mit Van Damme und Lundgren, aber ohne Roland Emmerich.

 

Stargate (1994)

Die zweite Hollywood-Station auf dem Weg zu größerem Budget und höherem Einspielergebnis ist das Science-Fiction-Abenteuer Stargate. Wie in vielen seiner Filme hat auch hier Roland Emmerich sowohl Regie geführt, als auch am Drehbuch mitgewirkt.

Archäologen finden in Ägypten ein fremdartiges Gerät, mit dessen Hilfe die Reise zu einem entfernten Planeten möglich ist. Der Soldat Jack O’Neil (Kurt Russell, Die Klapperschlange) und der Wissenschaftler Daniel Jackson (James Spader, The Blacklist) finden dort eine primitive Bevölkerung vor, die von einer überlegenen außerirdischen Rasse unterdrückt wird, die sich ihnen als ägyptische Götter zeigen.

Ähnlich wie Universal Soldier wurde auch Stargate später fortgesetzt. 1997 erschien die Fernsehserie Stargate, von der ganze zehn Staffeln produziert wurden. Später folgten noch Stargate: Atlantis (2004-2009) und Stargate Universe (ab 2009).

 

Anonymus (2011)

In Anonymus widmet sich Roland Emmerich der provokanten Oxford-Theorie, wonach die Werke von William Shakespeare eigentlich von Edward De Vere, einem Angehörigen des britischen Adels, stammen.

Am Hof von Königin Elizabeth I. herrscht Intriganz und Habgier vor. Den Machtspielen der königlichen Beraterschar kann sich auch Edward De Vere, 17. Earl of Oxford, nicht entziehen. Und obwohl er ein begnadeter Schriftsteller ist, kann er seine kritischen Werke nicht veröffentlichen, ohne seine Stellung zu verlieren. So kommt es, dass der einfältige Theaterschauspieler William Shakespeare die Lorbeeren für De Veres Bühnenstücke einheimst und so zu Weltruhm gelangt.

Anonymus ist ein erfrischend anderer Emmerich-Film: kein Science-Fiction, kein Weltuntergang, kein Amerika. Stattdessen wagt sich der renommierte Regisseur auf neues Terrain und schafft ein spannendes Politdrama im England des 16. Jahrhunderts. An den Kinokassen konnte Anonymus seine Produktionskosten von nur 30 Millionen Dollar nicht wieder einspielen und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich Emmerich vorerst wieder seinen erfolgreichen Actionproduktionen widmet. Schade, denn er hat hier gute Arbeit geleistet!

 

White House Down (2013)

Roland Emmerich sorgt mit White House Down für ordentlichen Bums im Wohnzimmer. Der Ex-Cop und Sicherheits-Profi John Cale (Channing Tatum, Magic Mike) bewirbt sich, seiner Tochter zu Liebe, beim Secret Service um den US-Präsidenten zu beschützen. Sein Vorstellungsgespräch bei der Chefin des Secret Service (Maggie Gyllenhaal, Donnie Darko) missglückt jedoch. Nun will er nach seinem missglückten Vorstellungsgespräch den Tag noch nutzenm, um mit seiner Tochter an einer Führung durch´s Weiße Haus in Washington DCs teilzunehmen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Plötzlich bricht die Hölle los, Terroristen stürmen das Weiße Haus und nehmen dies unter ihre Kontrolle. Ihre einzige Chance zur Rettung des Präsidenten ist der als Tourist getarnet John Cale. Gelingt es ihm den Präsidenten und die gesamten Nation zu retten?

Der Film White House Down steht in direkter Konkurrenz zum Action Film Olympus has fallen, der fast zeitgleich in den deutschen Kinos angelaufen ist. Das Wetterennen in Bezug auf den Kinostart hat zwar Olympus has fallen eindeutig für sich entschieden, dafür kann White House Down jedoch mit Inhalt, harmonierenden Hauptdarstellern und einer angemessenen Portion Humor auftrumpfem. White House Down überzeugt mit einer hervorragenden Mischung aus spannender Action, einigen Emotionen und einer überzeugenden Story.

 

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Mitarbeit: Christian Walther

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