Er zählt zu den Urgesteinen Hollywoods und beherrscht es wie kein Anderer, die Sympathien des Publikums zu gewinnen: Morgan Freeman. Doch bevor Freeman den Weg einschlug, der ihm eigentlich bestimmt war, machte er etwas, dass so gar nichts mit Schauspielerei zu tun hatte. Nach seinem Schulabschluss verpflichtete er sich bei der US-Luftwaffe und war dann vier Jahre als Mechaniker tätig. Erst danach kehrte er wieder auf die Bretter die die Welt bedeuten zurück, doch zunächst nur in kleineren Theaterstücken. Erst später nahm Freeman parallel zu seiner Theaterarbeit kleine Nebenrollen in Hollywoodfilme an. In den 70ern Jahren wurde er durch das Kinder-TV-Format „The Electric Company“ bei einem breiteren Publikum bekannt. Seinen endgültigen Durchbruch hatte er als Chauffeur Hoke Colburn in der Verfilmung von Miss Daisy und ihr Chauffeur. Im Laufe seiner Karriere konnte Freeman diverse Preise und Nominierungen verzeichnen. Die Rolle des alternden, müde gewordenen Profi ist ihm bis heute wie auf den Leib geschneidert. Dabei spielt es keine Rolle ob er ein „Böser“ oder ein „Guter“ ist. Wie kein anderer tänzelt er zwischen gütig-warmherziger und eiskalten Ausstrahlung und überzeugt dadurch in allen Genres: ob als alternder Cop in Sieben, Genie in Hard Rain oder als Zuchthäusler in Die Verurteilten, Morgan Freeman erfüllt die Erwartungen des Publikums immer bis ins letzte Detail.

Sieben Sieben Cover(1995)

Detective William Somerset (Morgan Freeman) steht kurz vor seiner Pensionierung. Er blickt auf eine Menge gelöster Fälle und einen reichen Erfahrungsschatz zurück. Als er und sein Nachfolger, der übermotivierte David Mills (Brad Pitt), auf einen seltsamen Fall angesetzt werden, sieht er die Chance seiner Karriere einen gebührenden Abschluss zu setzen: ein übergewichtiger Mann wurde gefesselt und musste sich scheinbar zu Tode essen. Schnell wird klar, hier handelt es sich nicht um einen „normalen“ Serienkiller. Der Mörder bestraft die sieben Totsünden Maßlosigkeit, Habsucht, Trägheit, Zorn, Wollust, Neid und Völlerei. Die bestialischen Gewalttaten lassen selbst den erfahrenen Somerset nicht kalt. Auf nicht ganz legalem Wege kommen die beiden grundverschiedenen Cops dem Killer gefährlich nahe und scheinen die Oberhand zu gewinnen. „Sieben“ ist ein intelligent aufgebauter Thriller, der durch seine gewaltigen Bilder einen apokalyptischen Albtraum über einen Serienkiller lebendig werden lässt. In einer seiner ersten großen Blockbuster zeigt Brad Pitt (Oceans Eleven) wie er eine solche Rolle zum Leben erweckt und bildet den idealen Gegenpart zum ausgeglichenen Morgan Freeman, der hier wie in vielen seiner Filme einen Ruhepol bildet.  Ein fesselndes Kinoerlebnis, aber definitiv nichts für Zartbesaitete!

Unleashed - Entfesselt (Cover)Unleashed (2004)

Sagt das Herrchen sitz, macht er sitz. Lautet der Befehl töte, dann tötet er. Danny (Jet Li) wird wie ein Hund gehalten, der geschlagen und getreten wird. Freundschaft und Menschlichkeit sind Danny nicht bekannt. Sein „Besitzer“, der Geldeintreiber Bart (Bob Hoskins), hat ihn so gut dressiert, dass er ihm nur sein Halsband abnehmen muss und die Bestie ist entfesselt. Nach einem Unfall fällt Bart ins Koma und Danny kann entkommen. Durch einen glücklichen Zufall lernt Danny den blinden Klavierstimmer Sam (Morgan Freeman) kennen und sucht bei diesem und dessen Tochter Victoria (Kerry Condon) Unterschlupf. Aus dem introvertierten und verstockten Danny wird im Laufe der Zeit ein normaler junger Mann und ein Teil von Sams und Victorias kleiner Familie. Je wohler er sich fühlt umso mehr Erinnerungen kommen in ihm hoch und so wird schnell klar, dass er mit seinem Herrchen noch eine Rechnung offen hat. Doch wie sagt man so schön: Hunde die bellen, beißen nicht. Was für ein Pech für Bart, dass Danny eher ein schweigsamer Typ ist… Das Drehbuch dieser hochkarätigen Hollywood Story wurde von keinem geringeren als Luc Besson geschrieben. Auch wenn die Story recht simpel erscheint, ist Jet Li (The One) die ideale Besetzung um den Kampfszenen den nötigen Hauch Authentizität zu verleihen. Die Sympathiepunkte gehen, wie auch nicht anders zu erwarten, an Morgan Freeman, der Sam mit einer solchen Hingabe spielt, dass man sich zu ihm an das Klavier setzten möchte um ihm stundenlang zu lauschen.

Million Dollar Baby (Cover)Million Dollar Baby (2004)

Er war einer der besten Boxer-Coaches seiner Generation. Doch nun ist Frankie Dunn (Clint Eastwood) ein gebrochener Mann. Seit einer seiner besten Schützlinge, der Boxer Eddie „Scarp-Iron“ Dupris (Morgan Freeman) mit 37 Jahren bei einem Kampf sein Augenlicht auf einem Auge verlor, lebt er Tag ein Tag aus mit Selbstvorwürfen. Seit diesem Kampf ist nichts mehr so wie es war. Auch das Verhältnis zu seiner Tochter ist alles andere als gut: Jeder Brief den er ihr schreibt kommt ungeöffnet zurück.  Als eines Tages die Kellnerin Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) in seiner Boxschule auftaucht und sich von ihm zur Profiboxerin ausbilden lassen will, lehnt er dankend ab. Doch die dickköpfige Maggie lässt sich nicht unterkriegen und so nimmt sie die Hilfe von Eddie an und beginnt zu trainieren. Nach einiger Zeit sieht Frankie, dass Talent in der jungen Frau steckt und nimmt sich ihrer an. Schnell verhilft er Maggie in den Box-Olymp, mit dem Vorsatz, dies Mal alles besser zu machen. Doch während ihres größten Kampfs kommt es zu einer unerwarteten Wendung. Auch wenn der Titel vermuten lässt, dass es sich bei Million Dollar Baby nur um das große Geld dreht, steht eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen im Mittelpunkt, die den amerikanischen Traum mit Hilfe ihrer zwei Fäuste verwirklichen will. Morgan Freeman übernimmt in diesem Film die Rolle des Erzählers und übernahm einen Großteil des Storytellings als Offsprecher. Hilary Swank (P.S. Ich liebe Dich) bereitete sich mit intensivem Boxtraining auf diese Rolle vor.

Lucky Number Slevin (Cover)Lucky Number Slevin (2005)

Wenn alle nach links schauen, gehst du nach rechts! Das ist der Kansas City Shuffle. Der junge Slevin Kelevra, gespielt von Black Hawk Down-Star Josh Hartnett wollte eigentlich nur seinen Freund Nick Fisher besuchen, der leider bei allen wichtigen Gangsterbossen auf dem Schuldenzettel zu stehen scheint. Deren Handlager scheint es auch nicht wirklich zu interessieren, dass Slevin nicht Nick ist, als sie diesen in Nicks Wohnung vorfinden. So gerät Slevin durch eine lapidare Verwechslung in das Fadenkreuz der Gangsterbosse der Boss (Morgen Freeman) und der Rabbi, gespielt von Ben Kingsley bekannt u.a. für seine Darstellungen in You kill me oder Shutter Island. Zudem trifft Slevin auf den Auftragskiller Goodkat (Bruce Willis), dem man von Anfang an nicht so recht trauen mag. Aber trauen sollte man bei diesem super spannenden, intelligent gestricktem Thriller Lucky Number Slevin sowieso niemandem. Am Ende bleibt nur eine Frage offen: Warum hat es dieser herausragende Gangster-Film von Sherlock Regisseur Paul McGuigan nicht in die deutschen Kinos geschafft, obwohl er doch alle Qualitäten hat, die es zu einem mitreißendem Thriller benötigt?

Batman Begins ohne BrandingBatman Begins (2005)

Die Geschichte des Dark Knights geht nicht in die nächste Runde sondern wird von Anfang an erzählt: der millionenschwere Junggeselle Bruce Wayne (Christian Bale) hat den Tod seiner Eltern immer noch nicht überwunden. Um vor diesem traumatischen Erlebnis zu fliehen reist er durch die ganze Welt. Auf der Suche nach Antworten strandet er schließlich in Tibet im Tempel von Ra’s Al Ghul (Ken Watanabe), wo er von  Henri Ducard (Liam Neeson) zu einem Krieger der League of Shadow ausgebildet wird. Als er in seine Heimatstadt Gotham zurückkehrt, setzt er es sich als Ziel, das Verbrechen selbst zu bekämpfen. Die Höhle unter dem Anwesen der Familie Wayne wird zu Bat-Höhle und der dunkle Ritter rüstet sich mit High-Tech-Waffen aus der Firma seines Vaters aus. Unterstützt wird er hier von dem fürsorglichen Familien Butler Alfred (Michael Caine) und Lucius Fox (Morgan Freeman), einem Waffen-Experten aus der Belegschaft seines Vaters. Auch in dem Polizisten Jim Gordon (Gary Oldman) findet die Fledermaus einen Verbündeten im Kampf gegen Bösewichte wie Carmine Falcone (Tom Wilkinson) oder Scarecrow (Cillian Murphy). Batman Begins überzeugt besonders durch ein gutes Maß an Realismus. Die Kampfszenen wirken nie übertrieben oder künstlich und lassen selbst die opulentesten Kampfszenen lebensnah wirken. Neben dem großartigen Christian Bale (Public Enemies) bestechen besonders Gary Oldman (Dame, König, As, Spion), Katie Holms (Ein Date mit Hindernissen), die als Bruce‘ Jugendliebe einen Hauch Romantik mit sich bringt, und Morgan Freeman, als strategischer Partner an der Seite von Batman.

Das Beste kommt zum Schluss (Cover)Das  Beste kommt zum Schluss (2007)

„Oh Gott, bin ich schon im Leichenschauhaus?!“ Das ist die erste Reaktion von Großunternehmer Edward Cole, gespielt von Hollywood-Griesgram Jack Nicholson, als er nach einem Hustenanfall in eines seiner Krankenhäuser eingeliefert wird und auf seinen Bettnachbaren, den Automechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman), trifft. So grundverschieden die beiden Oldies auch sein mögen, das Schicksal schweißt sie letztlich doch zusammen. Beide leiden an einer schweren Krebserkrankung und werden nicht mehr lange zu leben haben. Doch auch beide sehen es gar nicht ein, sich ihrem Siechtum hinzugeben. Sie wollen ihre letzten Tage auf Erden noch so gut es geht nutzen und erstellen eine Liste der Dinge, die sie noch machen wollen, bevor sie den Löffel abgeben – die Löffelliste. So beginnt für die beiden betagten Herren ein Abenteuertrip, auf dem sie nicht nur die Welt entdecken, sondern auch sehr viel über sich erfahren, selbst auf ihre alten Tage.

Regisseur Rob Reiner schuf bereits mit Harry und Sally ein absolutes Kultpaar. Auch in der Renter-Komödie Das Beste kommt zum Schluss führt er mit Jack Nicholson und Morgan Freeman zwei hochkarätige Schauspieler zusammen, die der herzerwärmenden Geschichte ein unvergessliches Gesicht geben.

The MAGIC of BELLE ISLE - Ein verzauberter SommerThe Magic of Belle Isle – Ein verzauberter Sommer (2012)

Den gefeierten Westernroman Autor Monte Wildhorn (Morgan Freeman) verlassen nach dem Tod seiner Frau die Lebensgeister. Er ertränkt seine Sorgen in diversen Alkoholika und versinkt in seinem Rollstuhl, auf den er seit Jahrzehnten angewiesen ist, immer tiefer im Selbstmitleid. Als sein Neffe Henry (Kenan Thompson) sich das Elend nicht länger ansehen kann verordnet er dem in die Jahre gekommenen Schriftsteller einen Erholungsurlaub auf dem Land. Es soll ein Haus wie aus dem Bilderbuch sein: idyllisch gelegen am Rande eines Sees soll Monte den Sommer über Henrys Hof, Haus und Hund hüten. Henry hofft, dass Monte an diesem ruhigen Ort seine Kreativität und die Freude am Schreiben wieder findet. Der griesgrämige Monte, der dem Tapetenwechsel zunächst überhaupt nichts abgewinnen kann, willigt dennoch ein. In seinem neuen Feriendomizil angekommen findet er bald eine verwandte Seele mit einem ähnlichen Schicksal: Charlotte O’Neil (Virginia Madsen) ist nach ihrer Scheidung mit ihren drei Töchtern von New York in ihre Heimatstadt zurückgezogen. Mit der Zeit findet Monte mehr als nur seine Lebensfreude in der Kleinstadt. Der Oscar-Regisseur Rob Reiner (Stand by me) hat mir der Starbesetzung Morgan Freeman und Virgina Madsen (Number 23) einen erstklassigen Deal gemacht. Mit „Das Beste kommt zum Schluss“ hatten Reiner und Freeman schon einen großen Erfolg. The Magic of Belle Isle kann an diesen Erflog zwar nicht anknüpfen, aber erfüllt dennoch die Kriterien für einen 1a Kinoabend.

OblivionOblivion (2013)

Die Erde im Jahr 2077: der Planet ist nahezu unbewohnbar, nachdem Mutter Natur von urgewaltigen Naturkatastrophen und dem Einsatz von Nuklearwaffen geschändet wurde. Mit der Zerstörung des Mondes begann eine verheerende Alien-Invasion und versetzte die Welt in einen Zustand wie kurz nach dem Urknall. Die Überlebenden leben zurückgezogen auf einer Raumstation und eine neue Heimat gibt es auch schon: ein Mond des Saturns soll als neuer Planet dienen. Um einen reibungslosen Ablauf der Übersiedlung zu gewährleisten sind der Techniker Jack Harper (Tom Cruise) und seine Supervisorin Victoria (Andrea Riseborough) zurückgeblieben um die Wasserrestbestände gegen die übriggebliebenen Aliens zu verteidigen. Die gewaltigen Filtertürme werden von schwer bewaffneten Drohnen verteidigt, die Jack in regelmäßigen Abständen wartet. Als mitten bei einer Wartung eine Raumkapsel abstürzt und Jack in ihnen Überlebende bergen kann, die nicht auf der Raumstation leben, beginnt er, sich an alte Zeiten zu erinnern. Unter den Überlebenden ist auch Julia (Olga Kurylenko) zu der Jack von Beginn an eine starke Bindung hat. Der Widerstand, der sich im Schatten der Raumstation gebildet hat, wird angeführt von Malcolm Beech (Morgan Freeman), der Jack schließlich die Augen öffnet und das, was er für die Wahrheit hielt, in sich zusammen fallen lässt. Oblivion entführt die Zuschauer in eine detailreiche SciFi-Welt. Tom Cruise (Mission Impossible III), Olga Kurylenko (Die Logan Verschwörung) und Morgan Freeman bewegen die Zuschauer dazu, sich einmal mehr Gedanken über die Zukunft des Planeten zu machen, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Für einen spannenden Samstagabend ist Oblivion ideal geeignet.

The Code (2008)
Dreamcatcher (2003) Die Verurteilten (1994)

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