In der Filmbranche gehört es ja mittlerweile ja zum guten Ton, seinen Film mit am Computer erstellten Inhalten aufzupeppen oder, wenn man so richtig ein Fass aufmachen will, den ganzen Streifen auch noch in 3D aufzumotzen. Das mag für das Auge sicherlich eine feine Sache sein und bei einigen wenigen Filmen ist es auch eine Bereicherung, ich denke da nur an die Herr der Ringe-Trilogie oder auch an Planet der Affen: PREvolution, doch nach meiner bescheidenen Meinung ist dieses ganze CGI-Zeugs (Computer Generated Imagery) oftmals nur ein unnötiger Kostenverursacher und ein Indiz dafür, dass es mit der Story und vor allem der Spannung eines Filmes dann nicht so wirklich weit hin ist.

Ich will die Zuhilfenahme neuester technischer Hilfsmittel um Gottes Willen nicht verteufeln, aber ich muss gestehen, dass ich mit den alten schwarz-weiß (ja, es gab auch mal eine Zeit vor Farbfernsehen und HD) Krimiklassikern wesentlich mehr anfangen kann, denn damals standen die Künstler noch vor der Kamera und nicht hinter irgendwelchen Computermonitoren und Spannung wurde noch großgeschrieben.

Meine  absoluten Lieblinge sind dabei die guten alten Agatha Christie Verfilmungen von Miss Marple aus den 60er-Jahren. Sicherlich wurde die, von Agatha Christie erfundene, Amateur Detektivin auch später noch öfters verfilmt, aber mal Hand aufs Herz, unter Cineasten gibt es nur EINE Miss Marple und das ist und bleibt Margaret Rutherford. Niemand verkörperte die resolute und schrullige Hobby Detektivin so genial und amüsant wie die Rutherford. Spannung gepaart mit Humor und mysteriösen Momenten. Schon alleine beim Erklingen der berühmten Miss Marple Melodie von Komponist Ron Goodwin bekomme ich schon wieder Lust auf die Agatha Christie Verfilmungen mit der Rutherford in der Hauptrolle.

Viermal verkörperte die Schauspielerin die Miss Marple und, wenn es nach mir gegangen wäre, hätten es gerne auch noch ein paar Filme mehr sein dürfen. Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert und die Produktionen waren auch einige Jahre vor meiner Geburt, daher blieb es leider nur bei vier Streifen, die ich im Folgenden kurz vorstellen möchte, sei es zur Erinnerungsauffrischung oder als Appetithäppchen für die Nichtkenner.

Hier meine Liste der besten Miss Marple Filme:

16 Uhr 50 ab Paddington (OT: Murder She Said, 1961)

Während einer Zugfahrt beobachtet Miss Marple, wie in einem Abteil  eines vorbeifahrenden Zuges eine junge Frau von einer männlichen Person, dessen Gesicht sie nicht erkennen kann, erwürgt wird. Natürlich meldet sie sich gleich bei der Polizei, doch Inspektor Craddock muss Miss Marple mitteilen, dass nirgendwo eine Leiche aufgetaucht sei und man ihre Beobachtung daher eher für ein Hirngespinst halte. So einfach lässt sich Miss Marple aber nicht abweisen und stellt alsbald, unterstützt vom Bibliothekar Mr. Stringer, ihre eigenen Recherchen an.

Tatsächlich entdeckt sie entlang der Eisenbahnlinie Spuren, die an der Mauer des Landsitzes der Familie Ackenthorpe enden. Um möglichst unauffällig auf dem Grundstück nach weiteren Spuren suchen zu können, lässt sich Miss Marple über eine Arbeitsvermittlung als Hauswirtschafterin bei der Familie anstellen. Es dauert nicht lange, da entdeckt Miss Marple in einer Scheune die Leiche der Frau, die im Zug erwürgt wurde.

„Anonym“ bekommt die Polizei einen Hinweis. Nach der Untersuchung der Leiche weist der Hausarzt der Familie Ackenthorpe, Dr. Quimper, Inspektor Craddock darauf hin, dass die Kleidung der Toten aus Frankreich stamme. Evelyn Ackenthorpe erinnert sich nun an den Brief einer Französin Martine, die behauptete, mit Evelyn s im Krieg gefallenen Bruder Edmond verheiratet  gewesen zu sein und die Familie nun in England besuchen wolle. Mit dieser Tatsache konfrontiert, geraten natürlich die erbberechtigten Familienmitglieder, die sich zur Tatzeit auch alle auf dem Landsitz befanden, unter Mordverdacht.

Die tote Frau soll aber nicht das letzte Opfer des Mörders bleiben. Ein Familienmitglied stirbt an einer Arsenvergiftung, ein weiteres wird bei einem Spaziergang erschossen. Nachdem Miss Marple genug Indizien gesammelt hat, stellt sie sich als Lockvogel zur Verfügung, um dem Mörder eine Falle zu stellen.

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Der Wachsblumenstrauß (OT: Murder at the Gallop, 1963)

Miss Marple und Mr. Stringer sammeln Geld für einen guten Zweck. Dabei suchen sie auch den schwerreichen aber neurotischen Mr. Enderby auf, der seit Jahren sein Haus nicht mehr verlassen hat. Als Miss Marple und Mr. Stringer das Gebäude betreten, sehen sie, wie der völlig verängstigte Mr. Enderby die Treppe hinunterstürzt und stirbt. Bei der Leiche findet Miss Marple den Lehmabdruck eines Reitstiefels. Zudem entdecken die beiden eine Katze im Haus…erstaunlich, da der alte Mr. Enderby eine Todesangst vor Katzen hatte.

Nachdem die Polizei die Mordtheorie von Miss Marple mal wieder nicht teilen will, geht diese erneut alleine auf Verbrecherjagd.  Heimlich belauscht sie die Testamentseröffnung, die nicht nur ein Mordmotiv, das reichhaltige Erbe, zum Vorschein bringt, sondern auch die Vermutung von Cora Lancscenet, der Schwester des Toten, dass ihr Bruder ermordet wurde. Miss Marple sucht Cora auf, doch sie kann nur noch die Leiche der Frau vorfinden, die, diesmal nachweislich, ermordet wurde.

Obwohl Inspektor Craddock nun die Ermittlungen aufgenommen hat, bleibt Miss Marple am Ball und bucht, unter dem Vorwand einen Reiturlaub zu machen, ein Zimmer im Reithotel „Gallop“. Dessen Eigentümer Hector Enderby ist einer der Hinterbliebenen. Aufgrund des ersten Todesfalls halten sich alle Erbberechtigten und damit auch Verdächtigen im „Gallop“ auf. Dort geschieht ein weiterer grausamer Mord. Nach weiteren Recherchen kann Miss Marple alle drei Morde aufklären und den Mörder stellen, begibt sich dabei aber in Lebensgefahr.

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Vier Frauen und ein Mord (OT: Murder Must Foul,  1964)

Die ehemalige Schauspielerin Margaret McGinty wird erhängt in ihrer Wohnung aufgefunden und der vermeintliche Täter James Bentley wird scheinbar auf frischer Tat ertappt.

Klingt nach einem klaren Fall, doch Miss Marple, eine der Geschworenen, ist als Einzige von Bentleys Unschuld überzeugt.  Sie beginnt wieder, auf eigene Faust zu recherchieren, und die Spuren führen die Hobby-Detektivin zur Theatergruppe von Driffold Cosgood, die durch die Dörfer tingelt.

Um im Umfeld ermitteln zu können, tritt Miss Marple der Theatergruppe bei. Prompt werden zwei Mitglieder der Gruppe ermordet,  eines davon tappte in eine tödliche Falle, die eigentlich für Miss Marple gedacht war.

Mit Hilfe von Mr. Stringer hat Miss Marple bald genug Material zur Hand, um den Mörder zu entlarven. Während der Aufführung eines Theaterstücks stellt sie dem Täter eine Falle.

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Mörder ahoi! (OT: Murder Ahoy, 1964)

Miss Marple erbt von ihrem verstorbenen Onkel dessen Mandat in einer wohltätigen Stiftung. Bei ihrer ersten Sitzung will das  Vorstandsmitglied Ffolly-Hardwicke unbedingt wichtige Neuigkeiten loswerden. Als er endlich zu Wort kommt, nimmt er sich kurz vorher eine Prise Schnupftabak und stirbt dann an plötzlichem Herzversagen.

Die Polizei glaubt nicht an ein Verbrechen, doch Miss Marple fällt auf, dass der Schnupftabak mittlerweile aus der Dose gestohlen wurde. Nur eine kleine Menge blieb auf dem Tisch zurück. Ausreichend genug für Miss Marple , um nach einer Reihe chemischer Experimente Spuren des Giftes Strychnin im Tabak zu finden.

Da Ffolly-Hardwicke kurz vor dem Mord dem stiftungseigenen Segelschiff, der H.M.S. Battledore, einen Besuch abstattete, beginnt Miss Marple mit ihren Recherchen an Bord. Schnell findet sie heraus, dass sich auf dem Schiff eine Diebesbande befindet, doch dann geschehen zwei weitere Morde.

Miss Marple tappt eine Weile im Dunkeln und nur durch Zufall entdeckt sie das Motiv für den ersten Mord und kann daraufhin den Mörder in eine Falle locken, welche Miss Marple um ein Haar selbst das Leben gekostet hätte.

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Randnotizen zu den Miss Marple Filmen:

Nur der erste Film 16 Uhr 50 ab Paddington hat einen Miss Marple Roman von Agatha Christie als Vorbild. Der zweite und dritte Teil stammen zwar auch aus der Feder von Agatha Christie, doch war in der Romanvorlage Hercule Poirot der Detektiv und nicht Miss Marple. Der Film Mörder ahoi! basiert ganz lose auf einem Roman von Agatha Christie.

Mit der Besetzung von Miss Marple mit der Schauspielerin Margaret Rutherford war Agatha Christie zunächst nicht einverstanden, da sie nur wenig Ähnlichkeit mit der Romanvorgabe hatte. Nach einem Besuch von Christie bei Dreharbeiten lernte sie Rutherford persönlich kennen und die beiden wurden sehr gute Freundinnen. Nachdem Agatha Christie erkannte, wie beliebt Margaret Rutherford die Romanfigur Miss Marple in den Filmen machte, widmete die Krimi-Autorin der Schauspielerin den Band „Mord im Spiegel“.

Die Rolle des Mr. Stringer existiert in den Romanen nicht. Da aber der Darsteller Stringer Davis mit Margaret Rutherford verheiratet war und die darauf bestand, dass ihr Ehemann in den Filmen mitspielt, wurde die Rolle des Bibliothekars Mr. Stringer nachträglich ins Skript reingeschrieben, was wiederum  Agatha Christie nicht gut gefiel.

Margaret Rutherford bestand darauf, in den Filmen ihre eigenen Kleider zu tragen.

In einigen Film Szenen sind Bücher zu sehen, die gar nicht existieren. Auch deren Autoren sind frei erfunden.

Laut einer UNESCO-Erhebung über die meist gelesenen Bücher der Welt steht Agatha Christie hinter der Bibel und William Shakespeare an dritter Stelle.  Ihre Romane wurden in 109 Sprachen übersetzt.

 

Miss Marple Filme online schauen

Natürlich könnt ihr bei maxdome alle vier oben angesprochenen Miss Marple Filme online schauen:

16 Uhr 50 ab Paddington
Der Wachsblumenstrauß
Vier Frauen und ein Mord
Mörder ahoi!

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