Man of Steel – Kritik zum neuen Superman Film

25.06.2013 von Ferdinand Schmitt Schlagwörter: , ,

Comicfans warten schon seit 2006 darauf: Superman kommt zurück! In Man of Steel muss sich Clark Kent aka Kal-El wieder dem Bösen stellen. Allerdings spielt der Film chronologisch gesehen vor dem Inhalt der bisherigen Filme Superman (1978) bzw. Superman returns (2006). Ein großes Thema in Man of Steel ist die Herkunft und Jugend von Clark Kent und der innere Konflikt, dem er sich immer wieder stellen muss: Aus großer Kraft folgt bekanntlich große Verantwortung und der junge Superman, der sich im Alltag oft in Versuchung sieht seine Superkräfte zu missbrauchen, muss standhaft bleiben. Auch die Probleme, die ein Superheld mit seinem Dasein hat und die belastende soziale Sonderstellung werden im Film beleuchtet. Doch die Ratschläge des menschlichen Adoptiv-Vaters (Kevin Costner) helfen Clark Kent bzw. Superman sehr. Alles in allem erlebt man Henry Cavill in seiner Rolle des Superman als zwar sehr selbstbewussten, aber dafür zunehmend kontrollierten und verantwortungsbewussten Mann, der seiner Superheldenrolle durchaus gerecht wird.

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Man of Steel Kritik

Natürlich wäre ein Superheld kein Superheld, wenn er nicht die Menschheit vor einem Bösewicht retten müsste. In Man of Steel ist das der finstere General Zod, der vom gleichen Planet wie Superman kommt und versucht die menschliche Weltbevölkerung zu vernichten, um selbst auf den Trümmern der Erde einen neuen Heimatplaneten für sein Volk zu erschaffen. Die Figur des General Zod wird an mehreren Stellen im Film von Selbstzweifeln heimgesucht und sieht sich einer evolutionstheoretischen Problemstellung gegenüber: Er kann den Fortbestand seines Volkes der Kryptonier nur sichern, wenn er eine andere Planetenbevölkerung auslöscht. Die Darstellung dieses Charakters gelingt Michael Shannon exzellent.

Starregisseur Christopher Nolan, der durch seine ernsten Comic-Adaptionen von Batman (Batman begins, The Dark Knight & The Dark Knight Rises) die Comicverfilmung an sich gesellschaftsfähig gemacht hat, arbeitete gemeinsam mit David S. Goyer das Drehbuch zu Man of Steel aus, verzichtete dann aber auf die Regie und nahm stattdessen die Produzentenrolle ein. Auf seinen Einfluss sind wohl die düstere Anmutung des Films und die streckenweise Ernsthaftigkeit bei der Umsetzung zurückzuführen.
Die oft selbstironischen Passagen und die opulente Aufmachung im Man of Steel Film hingegen lassen auf Regisseur Zack Snyder schließen, der schon in den Filmen Watchmen und 300 seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat. Gerade optisch ist der Film ein Hochgenuss, vor allem bei der imposanten Eröffnung des Films auf Krypton, dem Heimatplaneten von Superman.

Besondere Erwähnung muss bei Man of Steel auch noch die bombastische Filmmusik finden, welche kein anderer als Branchenprimus Hans Zimmer (Der Gladiator, König der Löwen) komponiert hat. Nicht ohne Grund ist der deutsche Komponist sowohl Preisträger des Oscars, als auch mehrerer Golden Globe und Grammy Awards. Von der ursprünglichen Titelmelodie aus dem Supermanfilm von 1978 hat man sich bei Man of Steel bewusst verabschiedet, um sich stärker von den bisherigen filmischen Umsetzungen abzusetzen. Allein bei den Percussions setzte Hans Zimmer auf 15 Schlagzeuger, die im Studio synchron den Score einspielten.

Fazit

Alles in allem ist Man of Steel ein Stück Hollywood, das im Action- und Animationsbereich alle Register zieht und im Jahr 2013 definitiv nach seinesgleichen sucht. Und auch wenn grundsätzlich der Dresscode von Superman mit hautengem Overall und rotem Cape vielleicht nicht dem modischen Ton von 2013 entspricht, das Filmerlebnis tut es in jedem Fall.

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