Ein „Miststück“ mit Säure als Blut und zwei Paar Zähnen und ein unsichtbarer, „abgrundtief hässlicher“ Jäger mit Schulterkanone: Zwei der ikonischsten Monster der Filmgeschichte sind ohne Zweifel das Alien und der Predator. In zahlreichen Filmen konnte sie nicht nur massenweise Menschen um die Ecke bringen, sondern trafen sogar schon aufeinander. Wir werfen einen Blick auf das gemeinsame Film-Universum von Alien und Predator.

Das Alien und Predator Film-Universum

Im Jahr 1979, nur zwei Jahre, nachdem George Lucas mit dem Krieg der Sterne eine kunterbunte Weltraumsaga erschuf, erschien Alien in den Kinos und präsentierte den düsteren Gegenentwurf. Bereits mit seinem ersten Hollywood-Projekt konnte sich der Engländer Ridley Scott (Der Marsianer – Rettet Mark Watney), der zuvor vor allem Werbeclips gedreht hatte, als visionärer Filmemacher etablieren. Neben seinen atmosphärischen Bildern bleibt vor allem das geniale Monsterdesign des außerirdischen Wesens im Gedächtnis. Dafür war der Schweizer Künstler und Bildhauer H.R. Giger verantwortlich. Die Wirkung seines einmaligen Designs ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass das Alien nur ganze vier Minuten zu sehen ist! Darüber hinaus erschuf der Film mit Ellen Ripley, perfekt verkörpert von Sigourney Weaver, eine weibliche Action-Ikone, die im ersten Drehbuch-Entwurf noch als Mann angelegt war.

Sequel mit „S“

Für die Fortsetzung wurde ebenfalls ein aufstrebender Jungregisseur verpflichtet: James Cameron. Er nahm die lediglich angedeutete Mythologie des Alien und dachte sie in Aliens – Die Rückkehr konsequent weiter. Heraus kam ein Sci-Fi-Horror-Action-Meisterwerk, das viele weitere Elemente des Alien-Universums etablierte. Ripley, nach über 50 Jahren aus dem Kälteschlaf erwacht, kehrt mit einem Trupp Marines zu dem Planeten zurück, auf dem die Nostromo das abgestürzte Raumschiff entdeckt hat. Inzwischen ist dies eine Kolonie, deren Einwohner sich jedoch nicht mehr melden… Geschickt schraubt Cameron die Spannungskurve nach oben, nur um dann auch noch eine nervenzerfetzende Szene nach der nächsten zu präsentieren – bis zum legendären Duell von Ripley mit der monströsen Alien-Königin.

Debüt mit Teil 3

Wie schon beim Original, so wurde auch beim dritten Teil ein ehemaliger Videoclip-Regisseur verpflichtet, der damit sein Spielfilmdebüt feierte: David Fincher (Gone Girl). Weil sich die Produzenten einmischten, während er schon filmte und das Drehbuch mehrmals umgeschrieben wurde, war er selbst nie mit dem finalen Ergebnis zufrieden. Trotzdem ist Alien 3 ein klaustrophobischer, beklemmender Alptraum, der wieder zu den Wurzeln des ersten Films zurückkehrt. Als einzige Überlebende der Ereignisse aus dem letzten Film stürzt Ripley auf einem Gefängnisplaneten ab, der von Mördern und Vergewaltigern bewohnt wird. Als wäre sie als einzige Frau dort nicht schon genug in Gefahr, dauert es nicht lange, bis ein ihr nur allzu vertrautes Monster die düsteren Gänge unsicher macht…

Aller guten Dinge sind vier

Im vierten Film Alien: Die Wiedergeburt übernahm dann der Franzose Jean-Pierre Jeunet (Die fabelhafte Welt der Amelie) die Regie. Das Drehbuch stammte darüber hinaus aus der Feder von niemand Geringerem als Joss Whedon (Marvel’s The Avengers). Auch wenn der Film als der schwächste der Reihe gilt, ist er immer noch sehr sehenswert. Nicht zuletzt, weil man zum letzten Mal Sigourney Weaver in der ikonischen Rolle als Ripley sehen kann. Wie das sein kann, wenn sie am Ende des vorigen Films gestorben ist? Ganz einfach: Diese Ripley ist ein Klon des Originals, die auch ein paar Gene des Aliens in sich trägt. In einem geheimen Forschungsschiff wird sie genauso wie einige Aliens gefangen gehalten und Experimenten unterzogen. Dass das nicht lange gut gehen kann, liegt auf der Hand.

Das andere Weltraummonster

1987, ein Jahr nach Aliens: Die Rückkehr, machte ein weiteres Monster aus den Weiten des Alls von sich reden. Wie in Camerons Fortsetzung war auch Predator vor allem ein Actionfilm mit einem Sci-Fi-Twist. Kein Wunder, schließlich wurden die beiden Drehbuchautoren Jim und John Thomas durch Aliens inspiriert. Regisseur John McTiernan (Stirb Langsam) war vor allem als Spezialist für brachiale Kracher bekannt und in der Hauptrolle durfte Actionikone Arnold Schwarzenegger seine Muskeln spielen lassen. Als Dutch Jäger führt er eine Einheit von Elitesoldaten tief in den Dschungel und trifft dort neben Guerillas auf einen Feind, der nicht von dieser Welt ist… Der Film ist ein Sci-Fi-Klassiker – nicht zuletzt, weil er auch als überraschend kluge Parabel auf den Vietnam-Krieg funktioniert. Letzten Endes war es aber vor allem das titelgebende Monster, das unsterblich wurde. Dabei stand das Design bis zum Schluß nicht fest und wurde schließlich in Rekordzeit von Effektlegende Stan Winston realisiert. Etwas Hilfe bekam er dabei von James Cameron, für den Winston bereits die Alien-Königin entwarf.

Die Verbindung zwischen Aliens und Predator wurde in der Fortsetzung von 1990 noch deutlicher gemacht. Darin kämpft John Glover (2012) als Polizist in L.A. gegen den interstellaren Jäger im Großstadtdschungel. Am Ende findet er sich sogar im Raumschiff des Außerirdischen wieder – und an dessen Trophäenwand kann man deutlich den langgezogenen Schädel eines Aliens sehen.

Das Treffen der Bestien

Die Grundidee, beide Wesen aufeinander treffen zu lassen, war also bereits gegeben. Trotzdem sollte es erst über einen Umweg auf die Leinwand finden. So gab es zunächst eine erfolgreiche Comicreihe, die in einem nicht minder populären Videospiel umgesetzt wurde. 2004 war es dann soweit, und Alien vs. Predator zeigt den Showdown der Leinwandmonster in seiner ganzen Pracht. Actionspezialist Paul W.S. Anderson (Resident Evil) setzt dabei allerdings mehr auf Schauwerte als auf Horror. Dabei wird in der Antarktis eine mysteriöse Wärmequelle unter der Millionen Jahre alten Eisschicht entdeckt. Der Milliardär Charles Bishop Weyland (Lance Henricksen, der bereits in Aliens: Die Rückkehr den Androiden Bishop spielte) begibt sich mit einer Gruppe Forscher zur Ursache der seltsamen Messwerte – einer uralten Pyramide. Darin finden sie eine Reihe von fiesen Fallen und jede Menge Alieneier. Und weil ihr Betreten ein Signal zur Welt der Predatoren gesendet hat, welche die Pyramide gebaut haben, werden die Menschen schon bald gleich von zwei verschiedenen Monstergattungen gejagt.

Das Kind der Bestien

Die Fortsetzung Aliens vs. Predator 2 antwortete dann noch eine Frage, die sich Fans der beiden Monstren schon lange gestellt haben: Was kommt eigentlich dabei raus, wenn ein Alien seine Larve in einen Predator einpflanzt? Die Antwort: das noch tödlichere Predalien. Nachdem das Raumschiff des toten Predators in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt abstürzt, müssen sich seine Bewohner mit dem Predalien, zusätzlichen Aliens und auch noch mit Predator herumschlagen, der die Spuren der Invasion beseitigen will – inklusive aller Zeugen! War Alien vs. Predator vergleichsweise blutarm, ist die Fortsetzung das genaue Gegenteil. So kehrt der Film von den gefragten Hollwood-Trickspezialisten Colin und Greg Strause (Skyline) zu den Horrorwurzeln der Scif-Fi-Monster zurück – auch wenn sie es mit der Düsterheit bisweilen etwas übertreiben.

Der Schöpfer kehrt zum Monster zurück

Bereits 2002 begann Ridley Scott einen Film zu entwickeln, mit dem er zum Alien-Universum zurückkehren sollte. Auch James Cameron war zunächst in dem Projekt involviert. Als jedoch 2004 Alien vs. Predator in die Kinos kam, wurde das Projekt erst einmal auf Eis gelegt. 2009 ging es dann weiter – inzwischen war daraus das Prequel geworden. Dieses sollte weniger auf die Aliens eingehen, sondern die Herkunft des sogenannten „Jockeys“ – des riesigen Außerirdischen, dessen mumifizierte Form die Crew der Nostromo findet, enthüllen. Trotzdem hat der fertige Film noch jede Menge Alien-DNA – im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht zuletzt dank Noomi Rapace als Shaw, die wie schon Sigourney Weaver die Rolle als taffe Heldin übernimmt. Shaw ist eine Forscherin, die bei Ausgrabungen Höhlenmalereien findet, die in die Tiefen des Alls weisen. Als Mitglied eines Teams von Wissenschaftlern an Bord des Forschungsschiffs Prometheus folgt sie den Hinweisen zu ihrem Ursprung – und entdeckt das pure Grauen.

Die Brücke zum Anfang

Erneut noch vor den Ereignissen des ersten Alien Teils soll auch die Fortsetzung Alien: Covenant spielen. Wieder übernimmt Ridley Scott die Regie. Darin geht es um die Crew des Raumschiffes Covenant, in dem sich mehrere Paare befinden, die einen neuen Planeten besiedeln wollen. Tatsächlich finden sie einen Himmelkörper, der dafür perfekt erscheint. Dumm nur, dass es sich allem Anschein nach um den Heimatplaneten der Konstrukteure zu handeln scheint – also genau dem Planet, auf dessen Suche sich Shaw am Ende von Prometheus begeben hatte. Es dauert nicht lange, bis die Kolonisten Spuren finden, die darauf hindeuten, dass eine tödliche Gefahr den Himmelskörper heimgesucht hat…

Ein Predator kommt selten allein

Auch der interstellare Jäger durfte nach AvP 2 noch einmal ran. In Predators von Regisseur Nimród Antal (Motel) werden eine Gruppe der gefährlichsten Söldner und Mörder von den Predatoren entführt und im Dschungel ausgesetzt. Als unfreiwilliger Anführer der zusammengewürfelten Truppe agiert Adrian Brody (Darjeeling Limited) in der Rolle des Söldners Royce. Sonst eher als feingliederiger Charakterdarsteller bekannt, trainierte sich Brody eine ordentliche Portion Muckis an – auch wenn er neben Schwarzenegger immer noch wie ein Hänfling wirken dürfte. Der Film nach einem Drehbuch von Robert Rodriguez (From Dusk Till Dawn) wirkt fast wie ein Remake des Originals und zitiert einige Momente des Klassikers. Gleichzeitig kann die Story aber auch mit genug Neuem aufwarten, um auch als allein stehendes Action-Abenteuer zu funktionieren.

2018 soll mit The Predator erneut ein Sequel ins Kino kommen, dass jedoch nicht die Geschichte von Predators weiterführt. Die Regie übernimmt Shane Black (Iron Man 3), der sich mit dem Monster bestens auskennt. Schließlich war er bereits an dem Originalfilm beteiligt, da jedoch noch als Schauspieler in der Rolle des Soldaten Hawkins. Unter anderem Thomas Jane (Hung), Alfie Allen (Game of Thrones) und Olivia Munn (The Newsroom) werden in dem Film zu sehen sein. Über die Story ist noch nichts bekannt, außer dass sie wie in der erste Fortsetzung wieder im Großstadtdschungel spielen wird.

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