George Clooney – Sein unwiderstehlicher Charme und sein sympathischer Hang zur Selbstironie sind legendär. Doch seit 2014 ist der Dauerjunggeselle und Frauenschwarm unter der Haube. Seine Ehefrau ist die Menschenrechtsanwältin Amal Alamuddin, die nach der Traumhochzeit in Venedig den Namen ihres Gatten annahm.

Aber der zweifache „Sexiest Man Alive“ ist mehr als ein hübsches Gesicht mit einem charmanten Grinsen. Clooney hat eine beeindruckende Schauspielkarriere mit über 70 Filmen vorzuweisen, gekrönt von den wichtigsten Preisen der Filmbranche. So erhielt George Clooney 2006 einen Oscar als Bester Nebendarsteller für seine Leistung in dem Film Syriana. Doch nicht nur als Schauspieler ist 55-Jährige erfolgreich, auch als Regisseur und Produzent konnte Clooney sein Talent und Kreativität unter Beweis stellen. Als Regisseur von Good Night, and Good Luck. (2006) wurde er mit großem Lob von Kritikern und einer Oscar – und Golden Globe Nominierung belohnt. Und seinen zweiten Oscar bekam er als Produzent des Films Argo (2012).

So fing alles an

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten kam Clooneys Schauspielkarriere erst mit Anfang 30 durch seine Rolle in Emergency Room – Die Notaufnahme so richtig in Gang. Die Arztserie, die von 1994 bis 2008 ausgestrahlt wurde, war nicht nur in den USA ein Riesenerfolg, auch hier in Deutschland erreichte sie schnell Kultstatus. Von da an wurde auch Hollywood auf den schönen Kinderarztdarsteller aufmerksam. Mit Robert Rodriguez‘ Horror-Kultfilm From Dusk till Dawn konnte Clooney an der Seite von Quentin Tarantino und Salma Hayek (Bandidas) zeigen, dass er auch alles andere als charmant sein kann.

Von Dieb bis Astronaut

Mit Filmen wie Three Kings, O Brother, Where are Thou, Safecrackers  und der Ocean’s Trilogie (Ocean’s Eleven, Ocean’s Twelve, Ocean’s Thirteen), avancierte der Schauspieler zur ersten Wahl des sogenannten „Heist Movie“ Genres. Insgesamt kann man ihm jedoch kaum Einseitigkeit vorwerfen. Egal ob Comicverfilmung (Batman & Robin), fulminantes Weltraumdrama (Gravity) oder sensibler Arthousefilm (Up in the Air): Clooney hat schon alles ausprobiert. Mit seiner zunehmenden Arbeit hinter der Kamera haben sich zudem immer mehr politische Töne in sein Gesamtwerk gemischt (Syriana, The Ides of March und Good Night, and Good Luck.).

Die besten Filme mit George Clooney

 

Hail, Caesar! (2015)

1951, Hollywood: Baird Whitlock (George Clooney), der Star des neuen Hollywoodfilm „Hail Caesar!“, wurde entführt! Da es sich um einen höchst brisanten Fall handelt, setzt der gewiefte Film-Produzent Eddie Mannix (Josh Brolin, True Grit) alle Hebel in Bewegung, um ihn zu finden. Die Ermittlungen führen Eddie zu einer geheimen Organisation, die sich Die Zukunft nennt …

Die Komödie der Coen Brüder (No Country For Old Men) nimmt die Goldene Ära von Hollywood aufs Korn und überzeugt durch einen eindrucksvollen Cast. Neben Clooney tauchen unter anderem Scarlett Johansson, Ralph Fiennes, Tilda Swinton (The Beach), Channing Tatum und Joel Coens Ehefrau Frances McDormand auf. Für sein detailverliebtes Szenenbild wird der Film für einen Oscar nominiert.

 

A World Beyond (2015)

Casey Newton (Britt Robertson, Triple Dog) strotzt nur so vor wissenschaftlicher Neugier. Sie bittet den Erfinder Frank Walker (George Clooney) um Hilfe, denn sie hat wiederkehrende Träume von einem glitzernden Parallel-Universum – das Tomorrowland. Walter kennt diesen Ort, er selbst hat dort einige Jahre verbracht. Seit Frank den Ort viele Jahre zuvor verlassen musste, hat dort David Nix (Hugh Laurie, Stuart Little) die Herrschaft übernommen und die fantastische Welt in einen tiefen Abgrund gestürzt. Gemeinsam wollen die beiden nach Tomorrowland zurückkehren und den Untergang der Menschheit abwenden – denn alles, was dort geschieht, hat auch Auswirkung auf die reale Welt …

Eine abenteuerliche Reise durch eine beeindruckende Welt von Regisseur Brad Bird (Ratatouille), die wie bei Fluch der Karibik durch eine Attraktion des Disneyland Vergnügungsparks inspiriert wurde. Der Science-Fiction Film mit Tiefgang und fesselnden Charakteren, vermittelt in großartigen Bildern die Botschaft, dass die Zukunft nichts aussichtslos ist. Zwar nicht der beste Film mit Clooney, aber mit seiner typischen honigsüß-naiven Disneyart macht er richtig Spaß.

 

Gravity (2013)

Die medizinische Ingenieurin Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) lernt gleich bei ihrer ersten Weltraum-Mission auf die harte Tour, wie lebensgefährlich die unendlichen Weiten des Weltalls sind. Während der Wartungsarbeiten an der Außenhülle ihres Spaceshuttles werden sie und der erfahrene Astronaut Matt Kowalski (George Clooney) von einem Trümmerregen überrascht und treiben daraufhin nur durch ein Verbindungskabel zusammengehalten und ohne Aussicht auf Rettung durch den Weltraum. Die letzte Hoffnung besteht darin, die Rettungskapseln der ISS zu erreichen. Doch der Sauerstoff wird langsam knapp und ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.

Gravity fasziniert durch atemberaubende Aufnahmen der überwältigenden Weite des Alls und verlässt sich ganz auf die beiden hervorragenden Hauptdarsteller. Während Dr. Stone mit menschlichen Grundempfindungen wie Einsamkeit, Verzweiflung und Angst kämpft, bleibt George Clooneys Rolle erstaunlich cool und wird bald zu einer Art Mentor für den Weltraum-Neuling. In der aufwendigen Produktion von Gravity stecken ganze viereinhalb Jahre Arbeit und es musste eigens eine Technik entwickelt werden, um Schwerelosigkeit realistisch darzustellen. Regisseur Alfonso Cuarón (Children of Men) strebte laut eigener Aussage danach, pures Kino zu schaffen, das seine Wirkung auch stumm entfalten kann.

 

Männer, die auf Ziegen starren (2009)

Bob Wilton (Ewan McGregor, Der Ghostwriter) versucht nach gescheiterter Ehe seine Männlichkeit als Kriegsreporter zu beweisen und stolpert Hals über Kopf in ein verrücktes Abenteuer. Alles beginnt damit, dass er den Berufssoldaten Lyn Cassady (George Clooney) kennenlernt. Der behauptet steif und fest, Mitglied einer geheimen Militäreinheit mit paranormalen Fähigkeiten zu sein. Dazu gehört nicht zuletzt, besagte Ziegen mit bloßen Blicken töten zu können. Die beiden freunden sich an und ein paar unglückliche Zufälle später finden sie sich auf der Flucht in einer irakischen Sandwüste wieder.

Männer, die auf Ziegen starren geizt nicht mit einer ordentlichen Portion Zynismus und Kritik, was die US-amerikanische Regierung angeht. Das wird dem Zuschauer allerdings in solch einer humorvollen Art und Weise präsentiert, dass man auch auf seine Kosten kommt, wenn man kein begeisterter US-Kritiker ist. Wer die feinen Nuancen der Satire nicht mitbekommt, der sieht nichtsdestotrotz eine witzige und geistreiche Buddy-Komödie, die nicht zuletzt aufgrund der Chemie zwischen Clooney und Ewan McGregor bestes Kino liefert. Auch Jeff Bridges (True Grit) begeistert in einer Nebenrolle als Hippie-Ausbilder Bill Django, der nach einer Nahtod-Erfahrung eine friedfertigere Art der Kriegsführung anstrebt. Übrigens: Bei aller Skurrilität basiert der Film dennoch auf einer wahren Geschichte.

 

Syriana (2005)

CIA-Agent Bob Barnes (George Clooney) wird nach Beirut geschickt, um Prinz Nasir (Alexander Siddig, Die letzte Legion), einen Terroristen und potenziellen Nachfolger des mächtigen Öl-Emirs, zu eliminieren. Ein ganz anderes Bild bietet sich dem Finanzexperten Bryan Woodman (Matt Damon): Er stellt bald fest, dass Nasir im Gegensatz zu seinem profitgierigen Bruder großangelegte liberale Reformen für sein Land plant und lediglich wegen seiner US-kritischen Einstellung den Unmut des CIA auf sich gezogen hat. Die Situation in Beirut spitzt sich zunehmend zu …

In diesem komplexen Politthriller dreht sich alles um Korruption in der Ölindustrie. Regisseur Stephen Gaghan, der bereits das oscarprämierte Drehbuch für Traffic – Macht des Kartells schrieb, packt erneut ein hochaktuelles Thema an und scheut sich nicht, die amerikanische Außenpolitik im Nahen Osten in Frage zu stellen. Syriana basiert außerdem teilweise auf dem Bestseller See no Evil, in der Robert Baer seine Erfahrungen als CIA-Agent dokumentiert. Der Titel des Films stammt aus dem amerikanischen Politikjargon und beschreibt eine hypothetische Umstrukturierung des Nahen Ostens nach westlichen Vorstellungen. Syriana ist ohne Frage nicht gerade entspanntes Unterhaltungskino und will es auch gar nicht sein. Clooney war bereits am Entstehungsprozess des Films beteiligt und zeigte auch körperlich vollen Einsatz. Für die Rolle futterte er sich in nur 30 Tagen fast 16 kg an, schreckte vor harten Folterszenen nicht zurück und verletzte sich bei einem Stunt so schwer am Rücken, dass er sogar operiert werden musste.

Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind (2002)

Das ohnehin chaotische Leben von TV-Produzent und Frauenheld Chuck Barris (Sam Rockwell, 7 Psychos) wird komplett auf den Kopf gestellt, als ihn der CIA-Agent Jim Byrd (George Clooney) als Auftragsmörder rekrutiert. Fortan führt Chuck ein Doppelleben, von dem nicht einmal seine Freundin Penny (Drew Barrymore, 50 erste Dates) etwas ahnt. Doch je erfolgreicher die trashigen TV-Formate von Chuck Barris werden, desto schwieriger wird es, seinen Beruf mit dem unkonventionellen Nebenjob als Auftragskiller zu vereinbaren.

Man glaubt es kaum: Diese bizarre Geschichte beruht tatsächlich auf der Autobiografie des exzentrischen Entertainers Chuck Barris aus dem Jahr 1984. Die CIA fühlte sich sogar genötigt zu dementieren, dass Barris je für sie gearbeitet habe. Barris blieb jedoch bei seiner haarsträubenden Geschichte und bis heute ist umstritten, wie viel Wahrheit sie enthält. George Clooney wagte sich für sein Regiedebüt mit einem Drehbuch von Charlie Kaufman (Being John Malkovich) an die bizarre Story über das Doppelleben eines Entertainers und holte sich dafür echte Hollywoodgrößen wie Brad Pitt, Matt Damon, Julia Roberts und dem wahren Chuck Barris mit ins Boot.

Der Sturm (2000)

Oktober 1991: Eine ungünstige Kombination verschiedener Wetterbedingungen formt sich zu einem gigantischen Sturm auf dem nördlichen Atlantik zusammen. Entgegen aller Warnungen macht sich Billy Tyne (George Clooney) mit seinem Fischerboot Andrea Gail auf, um noch vor der Konkurrenz auszulaufen und möglichst viele Schwertfische zu fangen. Begleitet wird Billy von einer Crew von fünf Männern – darunter sein bester Freund Bobby Shatford (Mark Wahlberg). Voller Enthusiasmus über ihre ersten Fangerfolge,  ignoriert die Crew alle Anzeichen des nahenden Sturms. Dieser Sturm wird als „Halloween Storm“ in die Geschichte eingehen.

Der Film erzählt die Geschichte eines gebrochenen Mannes, der nicht mehr viel hat, für das es sich zu leben lohnt. Alles, was ihm bleibt, sind sein Boot, seine Engstirnigkeit und sein Wille. Neben George Clooney und Mark Wahlberg, kann der Cast mit Schauspielgrößen wie Diane Lane (Man of Steel) und John C. Reilly (Gangs of New York) punkten. Der eigentliche Star des dramatischen Katastrophenfilms ist jedoch der titelgebende Sturm. Der erfolgreiche Action-Regisseur Wolfgang Petersen (Das Boot) inszenierte den Sturm mit seinerzeit beeindruckenden Effekten.

Ocean’s Eleven (2000)

Elf Gauner, ein Ziel. Als Danny Ocean (George Clooney) aus dem Knast kommt, plant er bereits den nächsten großen Coup. Und da Danny Herausforderungen liebt, stehen gleich drei Casinos auf seiner Wunschliste, die allesamt simultan ausgeraubt werden sollen. Zusammen mit elf mehr oder weniger befreundeten Ganoven und Experten in ihrem Feld des professionellen Diebstahls, macht Danny sich auf, einen der größten „Heists“ in der Geschichte Las Vegas durchzuziehen. Doch der Millionär Terry Benedict (Andy Garcia, Open Road), zu dessen stolzem Eigentum die drei Zielobjekte zählen, scheint bereits Verdacht zu schöpfen.

Als der erste von drei erfolgreichen Kultfilmen und Remake des Originals von 1960 (Ocean’s Eleven: Frankie und seine Spießgesellen), bietet Ocean’s Eleven einen Auflauf der obersten Hollywood-Garde:  George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon oder auch Julia Roberts. Fast hätte dieser Film hier gar nicht auftauchen dürfen, die erste Wahl für Danny Ocean fiel nämlich auf Bruce Willis, der zur Drehzeit allerdings bereits anderweitig gebucht war. Erfolgsregisseur Steven Soderbergh (Che) führte bei allen drei Filmen der Ocean’s Trilogie Regie und versuchte sich mit den ultracoolen Gangsterfilmen an für ihn eher ungewöhnlich entspannter Unterhaltungskost.

From Dusk Till Dawn (1996)

Als einer der Klassiker in George Clooneys Filmrepertoire stellt From Dusk Till Dawn eine krasse Ausnahme zu heutigen Projekten des Schauspielers dar. Zusammen mit seinem Filmbruder Quentin Tarantino kidnappt er nach einem blutigen Bankraub eine Pastorenfamilie samt Wohnmobil, um sich über die mexikanische Grenze zu retten. Was sich zuerst wie ein typisches Gangsterdrama anhört, entpuppt sich bald als wahnwitziger Vampirsplatter. Das müssen auch die Protagonisten spätestens dann feststellen, wenn die Tänzerin Salma Hayek (Desperado) versucht, ihnen das Blut auszusaugen. Für Fans von klamaukigem Horrorspaß mit Kultfaktor ein unbedingtes Muss!

George Clooneys bekannter One-Liner „Nein danke, ich war schon mal verheiratet“ als Antwort auf Santanicos Einladung in die Sklaverei, war eigentlich ein komplett improvisierter Outtake und schaffte es nur in den Film, weil die Szene im Trailer vorkam. Quentin Tarantino schrieb übrigens auch das Drehbuch für den Film. Um sich ganz auf seine Schauspielrolle konzentrieren zu können, entschied er sich jedoch, die Regie an Robert Rodriguez (Sin City) abzugeben.

Weitere George Clooney Filme:

 

Michael Clayton

(1996)

Der schmale Grat

(1998)

Solaris

(2002)

Up in the Air

(2009)

The Descendants

(2011)

Dieser Blogartikel ist in Zusammenarbeit mit Bettina Schott und Vanessa Esletzbichler entstanden.

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