Zukunft, aber alles andere als strahlend – so lässt sich das Genre “Cyberpunk” zusammenfassen. Es zeigt eine futuristische, hochtechnische Welt, die jedoch trotzdem immer noch mit Problemen wie Armut, Hunger und Krieg zu kämpfen hat. Oft spielt dabei auch die allgegenwärtige Vernetzung eine große Rolle. Seit den 1980ern kann man in Büchern, Comics und auch in Filmen zahlreiche spannende Cyberpunk-Stories finden.

Als Pionier des Genres gilt der Schriftsteller William Gibson mit seiner „Neuromancer“-Trilogie. Darin benutzt er das erste Mal überhaupt den Begriff „Cyberspace“ – im Jahr 1984! Zwei Jahre früher schuf Regisseur Ridley Scott (Der Marsianer) einen frühen Meilenstein des Genres mit Blade Runner. In selben Jahr erschien außerdem Tron – der nicht nur bahnbrechende CGI-Effekte präsentierte, sondern auch eine von Computern geprägte Welt, die ihrer Zeit weit voraus war.

Die Blütezeit von Cyberpunk begann jedoch erst in den 1990er Jahren, als Computer anfingen, auch in privaten Haushalten immer mehr Einzug zu halten. Einer der einflussreichsten Filme des Genres ist der japanische Anime Ghost in the Shell nach den Mangas von Masumane Shirow. Selbst teilweise von Blade Runner inspiriert, beeinflusste er wiederum das Wachowski Regieduo bei ihrem wegweisenden Sci-Fi-Film The Matrix.

Spätestens damit war Cyberpunk im Mainstream angekommen – egal, ob mit neuen Stories wie Looper oder Remakes und Fortsetzungen wie Total Recall oder Ghost in the Shell. Sogar über ein Reboot von The Matrix wird bereits gemunkelt! So haben zumindest Cyberpunk-Filme eine strahlende Zukunft.

Die besten Cyberpunk-Filme bei maxdome

Tron (1982) & Tron Legacy (2010)

Der geniale Programmierer Kevin Flynn (Jeff Bridges, True Grit) bricht bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Ed Dillinger (David Warner, Flucht in die Zukunft) ein, um zu beweisen, dass dieser ihm zahlreiche Videospiel-Hits gestohlen hat. Dillinger versucht Flynn zu töten, indem er mit einem experimentellen Laser auf ihn schießt. Statt zu sterben, wird Flynn jedoch digitalisiert und findet sich in ein er virtuellen Welt wieder. Diese besteht aus seinen eigenen Spielen und wird von Dillingers Master Control Program (MCP) kontrolliert – dieses verhindert, dass Flynn in die Realität zurückkehren kann. Weil er ein „User“ ist, verfügt er jedoch über ungewöhnliche Kräfte in dieser Welt. Er nutzt sie, um Tron (Bruce Boxleitner, Babylon 5) zu finden –  ein Programm, dass er in der Lage ist, die Herrschaft des MCP zu beenden.

Fast dreißig Jahre später ist Flynn verschwunden. Doch dann erhält sein erwachsener Sohn Sam (Garrett Hedlund, Country Strong) eine mysteriöse Nachricht von ihm. Als er ihr nachgeht, wird er wie schon sein Vater digitalisiert und landet in einer virtuellen Welt. Diese wird jedoch inzwischen vom bösartigen Programm Clu beherrscht – einer digitale Kopie seines Vaters. Auf der Flucht vor Clu und seinen Schergen erhält Sam Hilfe von der Rebellin Quorra (Olivia Wilde).

Die Fortsetzung ist zwar nicht so bahnbrechend wie das Original, aber hat spektakuläre Bilder von Regie-Neuling Joseph Kosinski (Oblivion) zu bieten, sowie einen der besten Film-Soundtracks aller Zeiten, komponiert vom Elektro-DJ Duo Daft Punk.

Blade Runner (1982)

Vier Replikanten, angeführt von dem enigmatischen Roy Batty (Rutger Hauer, Der Tag des Falken), entkommen einem abgestürzten Raumschiff. In seiner Aufgabe als „Blade Runner“ soll der Polizist Rick Deckard (Harrison Ford) die täuschend menschenähnlichen Androiden finden und zur Strecke bringen. Die Spur führt unter anderem auch zum Schöpfer der Replikanten, Dr. Eldon Tyrell (Joe Turkel, Shining) und seiner schönen Assistentin Rachael (Sean Young, Dune – Der Wüstenplanet).

Mit seinem dritten Spielfilm gelang Regisseur Ridley Scott ein Science-Fiction Meisterwerk, das bis heute das Genre maßgeblich prägte. Die beeindruckenden Special Effects sind auch im Zeitalter von allgegenwärtiger Computertricks immer noch beeindruckend, der Soundtrack von Vangelis ist legendär und die Geschichte fasziniert mit philosophischen Untertönen. Am 5.10. kommt mit Blade Runner 2049 eine Fortsetzung ins Kino, erneut mit Harrison Ford und Ryan Gosling, Regie führt Denis Villeneuve (Arrival).

Total Recall (1990 & 2012)

Der Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) sehnt sich nach Abenteuern. Genau das bietet die Firma “Recall” an – in Form künstlicher Erinnerungen. Doch als diese ihm eingepflanzt werden sollen, erwachen in ihm die Instinkte eines Killers. Ist er in Wirklichkeit ein Geheimagent, dem das Gedächtnis gelöscht wurde – oder ist alles nur ein Teil der Illusion von „Recall“?

Dieselbe Story, anderer Handlungsort: Spielte der Kultfilm von Paul Verhoeven (Black Book) nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick noch in einer Marskolonie mit mutierter Unterschicht, verlegt das Remake von Len Wiseman (Underworld) das Ganze auf eine Cyberpunk-Erde mit Zwei-Klassen-Gesellschaft und Colin Farrell (7 Psychos) in der Hauptrolle. Sehenswert sind beide Versionen.

Ghost in the Shell (1995 & 2017)

In einer Welt, in der kybernetische Implantate zum Alltag gehören, ist sie trotzdem einzigartig: Major (Scarlett Johansson) besitzt einen komplett künstlichen Körper, nur ihr Gehirn ist noch menschlich. Als Agentin der geheimen Polizeieinheit Section 9 kämpft sie mit ihrem Partner Batou (Pilou Asbæk, Game of Thrones) gegen Cyberterroristen. Als sie auf den übermächtigen Hacker Kuze (Michael Pitt, Boardwalk Empire) trifft, muss Major nicht nur bis an ihre Grenzen gehen, sondern wird auch mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Was die Bilder angeht, bedient sich Rupert Sanders (Snow White & the Huntsman) zwar großzügig bei dem bahnbrechenden Original-Anime, dank einer eigenen Geschichte sowie der richtigen Mischung aus Tiefgang und Action funktioniert der Film jedoch auch als eigenständiger Cyberpunk-Thriller.

Im ursprünglichen Anime von 1995 kämpft der Major und Section 9 gegen den Puppetmaster, einen Hacker, der sowohl mit kybernetischen Implantaten ausgestattete Menschen als auch Androiden übernehmen und für seine Zwecke einspannen kann. In der Anime-Fortsetzung Ghost in the Shell: Innocence geht es dann gegen mörderische Roboter-Geishas.

Virtuosity (1995)

In der Zukunft wird ein virtueller Serienkiller erschaffen, der die schlimmsten Eigenschaften der größten Mörder der Geschichte in einer Person vereint. Er soll Polizisten dabei helfen, extreme Serientäter dingfest zu machen. Doch das Wesen namens Sid 6.7 (Russell Crowe, A Beautiful Mind) schafft es, sich vom Cyberspace in die reale Welt zu übertragen. Der Polizist Barnes (Denzel Washington) soll ihn aufhalten. Ein tödliches Katz- und Maus-Spiel beginnt…

Der spannende Cyberpunk-Thriller hat nicht nur eine originelle Grundidee – sondern ist auch eine frühe Hauptrolle von Superstar Russell Crowe als diabolischer Killer!

Die Matrix Saga (1999 – 2003)

 

Wenn es einen Film gibt, von dem man sagen kann, dass er das 21. Jahrhundert eingeläutet hat, dann ist es wohl The Matrix. Die bahnbrechende Mischung aus furios gefilmter Martial Arts Action, bahnbrechender Kamera- und Computertricks und einer philosophischen Sci-Fi-Story wurde danach oft kopiert, jedoch nie erreicht. Bis heute hat das Meisterwerk des Wachowski Regieduos das Actionkino nachhaltig geprägt und machte Keanu Reeves endgültig zum Megastar.

Auch wenn die Fortsetzungen nie ganz an die Einzigartigkeit des ersten Films anknüpfen konnten, so erzählen The Matrix Reloaded und The Matrix Revolutions die Geschichte dennoch spannend und logisch weiter und bringen sie zu einem fulminanten Abschluss, der in einem der wohl spektakulärsten Actionszenen aller Zeiten gipfelt.

Zusätzlich werden in Animatrix verschiedene Geschichten aus dem Universum der Filme in Form von Animes erzählt – in „Die Zweite Renaissance“ erfährt man zum Beispiel, wie es überhaupt zum Krieg zwischen Menschen und Maschinen und der Verwüstung der Erde gekommen ist. Und „Der letzte Flug der Osiris“ erzählt die direkte Vorgeschichte von Matrix Reloaded.

Minority Report (2002)

Washington D.C. im Jahr 2054: Mit Hilfe dreier autistischer Mutanten, den sogenannten Precogs, die in die Zukunft sehen können, wurde eine neue Polizeieinheit namens „Precrime“ geschaffen. Ihr Leiter Captain John Anderton (Tom Cruise) verhaftet mit seinem Team Menschen, bevor sie überhaupt ein Gewaltverbrechen begehen können – die Mordrate sinkt binnen kürzester Zeit auf Null. Das System scheint perfekt. Bis die Precogs plötzlich voraussagen, dass der nächste Mörder John Anderton heißt! John gelingt es zu fliehen und er versucht, verzweifelt seine Unschuld zu beweisen, während der ehrgeizige Polizist Danny Witwer (Colin Farrell) ihn verfolgt. Unterdessen rückt der Moment, in dem er einen Mord begehen soll, immer näher…

Der packende Sci-Fi-Thriller von Steven Spielberg nach einer Kurzgeschichte von Kultautor Philip K. Dick ist selbst prophetisch. Vor allem die darin gezeigte Gestensteuerung war ein Vorbild für heutige Touchscreens von Smartphones und Tablets.

Dredd (2012)

Von wegen „great again“ – Das USA der Zukunft ist eine verstrahlte Wüstenlandschaft. In dem Moloch von Mega City One tummeln sich 800 Millionen Menschen, viele von ihnen in riesige Betonwolkenkratzer eingepfercht. Um der Kriminalität Herr zu werden, führte die Regierung die „Judges“ ein. Die gepanzerten, schwerbewaffneten Gesetzeshüter agieren fortan als Polizei, Richter und Henker in Personalunion. Auf der Suche nach dem Ursprung einer neuen Designerdroge führen der erfahrene, kompromisslose Judge Dredd (Karl Urban, Star Trek) und sein Schützling, die frischgebackene Judge Anderson (Olivia ThirlbyVersuchung – Kannst du widerstehen?) eine Razzia in einem Wohnblock durch. Doch dann riegelt die Gangsterbossin Ma-Ma (Lena Headey, Game of Thrones) das Gebäude hermetisch ab. Nun müssen sich die beiden Judges durch 200 Stockwerke und unzählige Schergen von Ma-Ma kämpfen, um zu entkommen.

War die Verfilmung des britischen Kult-Comics Judge Dredd mit Sylvester Stallone noch vergleichsweise bunt und ironisch, so ist diese Adaption genauso kompromisslos und brutal wie die Vorlage.

Looper (2012)

Dreißig Jahre in der Zukunft schickt die Mafia ihre Opfer zurück in die Zeit, damit sie in der Vergangenheit getötet werden, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Auftragskiller, welche diesen blutigen Job ausüben, werden Looper genannt. Der letzte Auftrag eines jeden Looper vor dem vorzeitigen Ruhestand: Die zukünftige Version seiner selbst aus der Zukunft zu töten! Als der Looper Joe (Joseph Gordon-Levitt, Don Jon) sich selbst in dreißig Jahren (Bruce Willis) gegenüber steht, zögert er – und der alte Joe kann entkommen…

Die schräge Zeitreise-Story von Rain Johnson (Brick) verblüfft nicht nur mit überraschenden Wendungen – sondern auch mit dem Make-Up, mit welchem Joseph Gordon-Levitt in einen jungen Bruce Willis verwandelt wurde.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.