Die Osterzeit naht und damit die große Ostereiersuche. Auch in Filmen und Serien gibt es versteckte Ostereier – allerdings nicht im klassischen Sinne. So genannte „Easter Eggs“ sind kleine Hinweise auf andere Filme oder versteckte Zusatzinformationen. Ursprünglich kam die Idee der Easter Eggs aus der Gamebranche, wo Geheimlevel oder Gagscreens in Computerspielen versteckt sind. Der Name geht wahrscheinlich zurück auf die Fabergé-Eier, kunstvoll verzierte Prunkeier aus dem Russland der vorletzten Jahrhundertwende. In der Filmbranche finden sich auf vielen DVDs Easter Eggs – Videos die sich abspielen, wenn man versehentlich einen unsichtbaren Menüpunkt aufruft. Aber auch in der Handlung der Filme sind oft Easter Eggs versteckt. Ein paar davon möchte ich Euch hier vorstellen:

In How I Met Your Mother kann man gleich mehrere Easter-Eggs finden. In Staffel vier, Episode 15, lernen die Zuschauer Barney Stinsons Fake-Familie kennen. Barney beschwert sich, dass der Darsteller seines Sohnes ein pathetischer Schauspieler sei und dass Kinderschauspieler in den 80er Jahren sowieso viel besser gewesen wären. Wieso das ein Easter Egg ist? Ganz einfach: Schauspieler Neil Patrick Harris war selbst Kinderschauspieler in den 80ern – als Wunderkind in der Serie Doogie Howser M.D.!

Des Weiteren tauchen die tatsächlichen Partner der Schauspieler auch immer wieder in der Serie auf. Der Lebenspartner von Colbie Smulders (Robin) spielt einen wütenden Angestellten (Taran Killam)der Goliath National Bank, der Ehemann von Allison Hannigan (Lily) war regelmäßig als TV-Moderator (Alex Denisof, linkes Bild) zu sehen und der Ehemann von Neil Patrick Harris (Barney) spielte Lilys Ex-Flamme Scooter (David Burtka, rechtes Bild).

 

In der Sitcom The Big Bang Theory, welche sich rund um unsere Lieblingsnerds dreht, wird oft mit Zahlen in Rückbezug auf andere, vor allem Science-Fiction-Filme, gespielt. Wil Wheaton, der in der Serie sich selbst spielt, war als Jugendlicher Teil der Star Trek Crew. Seine Hausnummer in The Big Bang Theory ist 1701 – welche auch die Registriernummer der USS Enterprise ist. Und auch hinter Amys Appartement 314 versteckt sich ein Easter-Egg: Es sind die ersten drei Ziffern der Kreiszahl Pi. Ein ganz besonderes „Osterei“ verbindet die Serie mit der Superheldenserie The Flash. Während Sheldon am liebsten ein rotes Flash-T-Shirt trägt, trägt er dortige Tech-Geek Cisco immer wieder T-Shirts, auf denen die kultigen Sprüche von Sheldon abgebildet sind.

Aber auch in Filmen werden gerne Easter-Eggs versteckt. Im Film Watchmen – Die Wächter (2009) wird beispielsweise klar auf das Batman-Universum hingewiesen. In den Opening Credits sieht man, wie der Superheld Nite Owl den Kriminellen Joe Chill schlägt. Dieser ist der Mörder von Batmans Eltern. Das Pärchen, welches in dieser Szene im Hintergrund steht sind dabei die Eltern von Batman und man erkennt den Schriftzug „Gotham City Opera“ – sowie einige Plakate für die Operette „Die Fledermaus“. Na, wenn das keine Hinweise sind! Darüber hinaus spielt den Vater von Bruce Wayne in Batman v Superman von Watchmen-Regisseur Zack Snyder niemand Geringerer als Jeffrey Dean Morgan (The Walking Dead), der hier den Comedian mimt.

Auch im Marvel Universum sind immer wieder Easter Eggs eingebaut. In Iron Man  (2008) hat Robert Downey Jr. sein ganz persönliches Easter Egg eingebaut: Als Tony Stark nach seiner gelungenen Flucht vor den Terroristen, die ihn gefangen hielten, einen Cheeseburger zu sich nimmt, denkt er über sein Leben nach und fasst den Entschluss einiges zu ändern. Wer die Geschichte von Robert Downey Jr. kennt, weiß, dass er früher große Drogenprobleme hatte. Laut eigenen Aussagen brachte ihn ein Hamburger von Burger King zum Nachdenken. Daraufhin krempelte er sein Leben um und bestand darauf, die Szene in Iron Man (2008) unterzubringen. Inzwischen schon mehr Running Gag als Easter Egg ist außerdem der Gastauftritt von Marvel-Legende Stan Lee in jedem Film.

Easter Eggs sind aber bei weitem keine neue Erscheinung, denn bereits im zweiten Indiana Jones Film von 1984 trifft sich Indy mit dem Gangster Boss Lao Che im Nachtclub „Club Obi Wan“ – ein offensichtlicher Hinweis auf Obi Wan Kenobi aus Star Wars. Kaum verwunderlich, stammen doch beide Drehbücher aus der Feder von George Lucas.

Das Star Wars Universum ist ebenfalls mit einigen Easter Eggs bespickt. Regisseur George Lucas hatte schon oft mit Steven Spielberg gearbeitet und beide sind Fans von Crossover Momenten. Deshalb ist es gar nicht so verwunderlich, dass in Episode I (1999) während einer galaktischen Anhörung einige Politiker von E.T.s Heimatplaneten zu sehen sind.

Disney’s Pixarfilme treiben das Spiel mit den Easter Eggs noch auf die Spitze: In Findet Dorie (2016) sieht man das Mädchen Riley aus Alles steht Kopf (2015). In Alles steht Kopf erinnert sich Riley an einen Besuch im Dinosaurierpark – womit die Verbindung zu Arlo & Spot (2015) geknüpft wird. Eine Figur des Dinos Arlo liegt im Kinderzimmer der Monster AG Uni  (2013) auf dem Boden. Das große blaue Monster aus eben diesem Film ist bei Merida (2012) auf einem Holzstich zu sehen. Merida taucht auf einem Bild in Cars (2006) auf und Lighting McQueen ist ein Spielzeug aus Toy Story (1995) – dieses Schema lässt sich immer weiter spinnen.

Und auch die erfolgreiche Zombie-Serie The Walking Dead verbirgt einige Easter-Eggs mit Hinweisen auf die Serie Breaking Bad, welche auf demselben Network-Sender ihren Sendeplatz hatte. Die Connection bildet sich gleich an zwei Stellen: In beiden Serien kommt ein roter Dodge Challenger mit schwarzen Streifen vor.

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