Fast 10 Jahre ist es her, dass der letzte Band um Zauberlehrling Harry Potter erschien, fünf Jahre seit der letzte Film (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2) in den Kinos anlief. Und noch immer verzaubert der Waisenjunge mit der Blitznarbe auf der Stirn Abermillionen von lese- und filmsüchtigen Fans.

Harry Potter Spin-Off als Film

Nachdem Anfang 2015 erstmals verkündet wurde, dass eine Art Spin-Off der Harry-Potter-Geschichte im Spätherbst 2016 anlaufen würde, waren die Fans außer Rand und Band. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, ein pseudorealistisches Buch aus der eigentlichen Buchserie über einen englischen Zauberer, der in den Golden Twenties nach Amerika reist, um „phantastische Tierwesen“ zu erforschen, wird von Harry-Potter-Altmeister David Yates (State of Play) inszeniert. Die heiß begehrte und von den Fans sehr kritisch betrachtete Hauptrolle ging an Oscargewinner Eddie Redmayne , weitere Rollen wurden mit Jon Voight (Der Staatsfeind Nummer 1) , Ron Perlman (Outlander) und Katherine Waterston (Das Verschwinden der Eleanor Rigby) besetzt.

Harry Potter-Universum findet im Internet statt

Das Internet ist voll von Harry-Potter-Memes, riesige Fangemeinschaften tummeln sich auf allen Social-Media-Kanälen, Fanfiction überrollt alle gängigen Write-Yourself-Pages wie WattPad. J. K. Rowling selbst, die bei der Veröffentlichung des letzten Bandes lautstark betonte, Harry Potter sei abgeschlossen, schreibt auf ihrer für Fans angelegten Website (POTTERMORE) Vorgeschichten, erklärende Biografien und interessante Informationen zu gewissen Gegebenheiten. Damit erfüllt sie immer wieder die Sehnsuchtswünsche Millionen lesehungriger Fans.

Die Magie beginnt

J. K. Rowling, eine britische Lehrerin aus der unteren englischen Mittelschicht, hatte während einer langen Zugfahrt die Idee zu einem Siebenteiler, indem ein jugendlicher Zauberer die Hauptrolle spielen sollte. Die Details zur Geschichte rund um einen Waisenjungen mit Zauberkräften und dessen Bedeutung in einem großen, magischen Krieg skizzierend, zog es die studierte Lehrerin nach Portugal. Dort vollendete sie den ersten Teil der Heptalogie. Von Sozialhilfe lebend schloss sie nach der Rückkehr nach England einen Vertrag mit einem Literaturagenten ab – doch kein Verlag wollte das Buch kaufen. Als schließlich Bloomsbury Publishing auf den Fantasyroman aufmerksam wurde, arbeitete Rowling wieder als Lehrerin, da sie nicht glaubte, von den Bucheinnahmen leben zu können. Außerdem hatte sie wenig Glauben an den Feminismus der Engländer; sie kürzte ihren Namen mit J.K. ab, weil sie Angst hatte, dass von einer Frau geschriebene Fantasybücher keine Leserschaft fänden.

Mit dem dritten Teil kam der endgültige Durchbruch 

Zu Anfang wurden nur 500 Exemplare des Buches veröffentlicht, doch dann kaufte ein amerikanischer Verlag die US-Rechte; und wegen der hohen Summe, die bezahlt wurde und dadurch suggerierte, dass Rowlings Buch Erfolg versprach, erwarben viele ausländische Verleger die Rechte für die jeweiligen Länder, so zum Beispiel Carlsen für Deutschland. Rowling konnte endlich von den Einnahmen leben (und zwar ziemlich gut sogar) und als der dritte Teil der Reihe mit einer Startauflage von einer Million Bücher in die Regale gebracht wurde, avancierte sie endgültig zur gefeierten Erfolgsschriftstellerin, deren Namen auf der ganzen Welt bekannt wurde. Bis heute gehört die Harry-Potter-Reihe zu den meistverkauften und meistgelesenen Büchern der Welt.

Der Startschuss für die acht Harry-Potter-Filme fiel dann um die Jahrtausendwende. Rowling verkaufte die Vermarktungsrechte inklusive der Filmrechte an die Warner Bros. Company, behielt jedoch die Verlagsrechte und ein Mitspracherecht bei den Verfilmungen. Ihr ist es zu verdanken, dass aus Harry Potter kein Zeichentrickfilm wurde und der Cast größtenteils aus britischen Schauspielern besteht.

 J.K. Rowling gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern aller Zeiten – ihre Bücher wurden in mehr als 70 verschiedene Sprachen übersetzt, ein Vermögen von etwas weniger als einer Milliarde Dollars wird ihr nachgesagt und es wurden in etwa 460 Millionen Exemplare von Harry Potter verkauft – bis jetzt.

Vom Zauber des Buches zur Magie des Films

Als im Jahr 2000 die Verfilmungsrechte von Harry Potter an Warner gingen und Rowling verkündete, dass der Film fast ausschließlich mit britischen Darstellern besetzt würde, fragte sich die eingeschworene Fangemeinschaft der Bücher und auch jeder Filmkritiker sowie interessierter Kinogänger dieser Welt: Wer würde die Hauptrolle spielen?

Mehr als 40.000 Jungen bewarben sich für die Rolle des Harry Potter. Nach dem überragenden Erfolg der Bücher war es klar, dass demjenigen, der die Rolle ergatterte, eine steile Karriere blühte – oder der absolute und unwiderrufliche Rutsch in die Versenkung.

Newcomer und namhafte Schauspieler

Mit Ronald Weasley und Hermine Granger mussten zwei weitere Kinderhauptrollen besetzt werden. Und wenn man aus heutiger Sicht zurückschaut, waren die drei Auserwählten die beste Wahl überhaupt: Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint. Neben diesen Newcomern wurden namhafte Theater- und Filmgrößen für die Rollen der erwachsenen Zauberer und Hexen besetzt, so etwa Richard Harris und Michael Gambon nach dessen Tod als Schulleiter, Professor Dumbledore, Dame Maggie Smith als Professor McGonagall, Robbie Coltrane als Harrys lieber Freund Hagrid und Alan Rickman (der dieses Jahr tragischer Weise seinem Krebsleiden erlag) als Harrys verhasster Professor der Zaubertränke, Severus Snape.

Der zauberhafte Stab

Chris Columbus (Seite an Seite) übernahm die Regie des ersten Teils und war auch für die restlichen Teile des Siebenteilers vorgesehen. Doch nachdem er mit Teil 2 einen noch erfolgreicheren, aber von den Fans zurückgewiesenen in die Kinos brachte, hatte er erstmal genug von der Magie in Hogwarts. Er überließ seinen Regiestuhl dem mexikanischen Visionär Alfonso Cuarón (Gravity), der mit Der Gefangene von Askaban den am meisten von der Kritik gelobten Teil der Reihe schuf; ganz nah am Buch und trotzdem auf hohem filmischen Niveau präsentierte Cuarón einen eigenwilligen, jugendlichen und ganz anderen Harry-Potter-Teil, der eine neue Ära der Filme einleitete: Es wurde düsterer, unheimlicher, magischer. Zudem verpflichtete er mit Gary Oldman (Dame, König, As, Spion) als Harrys Patenonkel Sirius Black und Emma Thompson (Saving Mr. Banks) als schrullige Wahrsage-Professorin zwei weitere namhafte britische Charakterdarsteller.

Nach Cuarón erschien Mike Newell (Donnie Brasco, Mona Lisas Lächeln) auf der Bildfläche und inszenierte Teil 4 der Fantasysaga; ein großes, gewagtes Unterfangen, denn Teil 4 gilt bis heute als der am schwersten zu verfilmende Teil. Doch Newell meisterte seine Aufgabe mit Bravour und obwohl er die von Fans heißersehnte Quidditch-Weltmeisterschaft nicht in den Film einbaute, konnte er mit der Inszenierung des Trimagischen Turniers und der Rückkehr Lord Voldemorts (mit einem grandiosen Ralph Fiennes als Er, dessen Name nicht genannt werden darf) auf ganzer Linie überzeugen.

Für die restlichen Filme zeigte sich der britische TV-Regisseur David Yates verantwortlich. Vom Orden des Phönix bis zum zweiten Teil von Die Heiligtümer des Todes saß er auf dem Regiestuhl und visualisierte und inszenierte die letzten beiden Schuljahre sowie das bombastische Finale der Reihe. Auch beim kommenden Spin-Off (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) wird er Regie führen.

Die Titelmusik zu Harry Potter kam von Oscarpreisträger John Williams (Star Wars), der ein einprägsames Theme schuf, welches auf der ganzen Welt den meisten Menschen bekannt sein dürfte. Nach Teil 3 folgten ihm andere Komponisten, doch seine thematische Grunduntermalung blieb beibehalten. Für die musikalische Vertonung der letzten beiden Filme zeigte sich Alexander Desplat verantwortlich, der zu den erfolgreichsten Filmkomponisten der heutigen Zeit zählt (The Imitation Game, Godzilla).

 

Die Magie geht weiter…

2016 wird ein großes Jahr für alle Harry-Potter-Fans dieser Welt: Denn J. K. Rowlings magische Welt wird zurück auf die Leinwand gebracht! Diesmal ist es allerdings nicht Harry, der in der Zaubererwelt für Furore sorgt, sondern ein junger Mann namens Newt Scamander, der fleißigen Lesern ein Begriff sein dürfte: Er ist der Autor des Schulbuches „Phantastische Wesen und wo sie zu finden sind„, was auch der Titel des Films ist. Erzählt wird die Geschichte des jungen, englischen Zauberers Newt, der mit einem Koffer voller magischer Tierwesen in die USA reist, um seine Forschungsreise zu beenden. Aus Versehen entkommen einige magische Wesen aus seinem Koffer und verursachen ein großes Chaos, was durch die Bedrohung durch eine mysteriöse Macht komplettiert wird.

Neben Eddie Redmayne und Colin Farrell sind auch Katherine Waterston, Dan Fogler, Jon Voight, Ezra Miller und Samantha Morton zu sehen. Das Drehbuch zum Spin-Off schrieb J. K. Rowling selbst, die vor Kurzem erst verkündete, dass auf diesen Film noch weitere vier Filme folgen sollen. Unter anderem wird Hollywood-Star Johnny Depp eine sehr wichtige, den Fans heilige Rolle übernehmen: Die des dunklen Magiers Grindelwald, der in den Vierzigern mit keinem geringeren als Albus Dumbledore persönlich eines der berühmtesten Zaubererduelle der Welt ausfocht. Wir freuen uns schon sehr auf das große Spin-Off und hoffen, dass es genauso spannend, zauberhaft und magisch wird, wie wir es uns vorstellen. Wir dürfen gespannt sein, wie die Zaubererwelt in Amerika aussieht, welche außergewöhnlichen Wesen und Geschöpfe in Newts Koffer hausen und welche großartigen Easter-Eggs und Anspielungen auf die uns bekannte Welt eingebaut werden. Der Trailer sieht zumindest schon einmal vielversprechend aus!

 

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