Musicalfilme sind wie After-Eight oder Taylor Swift: Entweder man liebt sie – oder man hasst sie.

Doch auch Filmfans, die schon beim Gedanken an ein singendes Schauspielensemble den Würgereiz unterdrücken müssen, kommen an einigen Filmperlen nicht vorbei. Seit den Anfängen des Tonfilms ist die gesungene Sprache im Film ebenso präsent wie Tanzeinlagen oder Flash-Mobs.

Neben den Adaptionen großartiger Bühnenhits wie West Side Story, Evita oder Phantom der Oper gibt es auch Musicals, die erst als Film realisiert wurden und im Anschluss daran für die Bühne adaptiert. Inbesondere große Zeichentrick-Klassiker aus dem Hause Disney werden dann in den Musicalmetropolen der Welt (Hamburg, Sydney, London, New York, Wien) inszeniert. Welterfolge wie König der Löwen, Aladdin oder Tarzan haben ihren Erfolg nicht zuletzt ihrer grandiosen Musik und den eingängigen Liedern zu verdanken. Kein Wunder also, dass man die singenden und tanzenden Charaktere auch auf der großen Bühne bestaunen will.

Musicalfilme gibt es in allen möglichen Genres, in allen Jahrzehnten der Filmgeschichte und in den unterschiedlichsten Inszenierungen. Oftmals werden für dafür große Stars verpflichtet (Rock of Ages) oder sogar ganze Superstar-Ensembles engagiert (Into the Woods). Erfolgreiche Regisseure wie Tim Burton (Sweeney Todd) oder Sam Raimi (Die fantastische Welt von Oz) trauen sich an die Musikspektakel heran und nicht selten sind Musicalfilme die Abräumer bei den großen Filmpreisen der Welt. Das beste Beispiel hierfür ist der 2017 gestartete Film La La Land mit Emma Stone und Ryan Gosling in den Hauptrollen, der für die Oscars 2017 in ganzen 14 Kategorien nominiert wurde, davon zweimal für den Besten Filmsong. Auch Les Misérables (2012) wurde achtfach nominiert und Nebendarstellerin Anne Hathaway konnte für ihre Performance von I dreamed a dream die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen.

Insgesamt ist die Liste der erfolgreichen, prämierten und geliebten Musicalfilme sehr lang. Wir präsentieren euch unsere TOP 10 und eine Auswahl weiterer, großartiger Musicalfilme, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Aber Vorsicht: Ohrwurm-Alarm!

 

 

PLATZ 1: La La Land

Die ehrgeizige Mia (Emma Stone), die unbedingt Schauspielerin werden will, trifft den melancholischen Ausnahmepianisten Sebastian (Ryan Gosling), der seinen eigenen Jazzclub eröffnen möchte. Beide stehen an Wendepunkten in ihrem Leben und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Um über Wasser zu bleiben, nimmt Seb einen Job als Pianist einer Band an, deren Leadsänger er nicht sonderlich mag und Mia muss einsehen, dass sie von Casting zu Casting hüpft, ohne einen Job zu bekommen. Das Leben holt die beiden ein und droht, ihre endlos geglaubte Liebe und Zuneigung zu trüben.

Nominiert für 14 Oscars (!), davon gleich zwei für den Besten Filmsong. Regisseur Damien Chazelles zweiter Film nach Whiplash schafft das, was vor ihm erst Titanic und Alles über Eva gelang.

 

 

PLATZ 2: Les Misérables

Als Jean Valjean (Hugh Jackman) aus dem Zuchthaus entlassen wird, spürt er endlich die Freiheit, die ihm 19 Jahre lang geraubt worden war. Geraubt, weil er für seine hungernde Familie Brot gestohlen hatte. Ein Inspektor namens Javert (Russell Crowe) bleibt Valjean auf den Fersen, um ihn beim nächsten Gesetzesverstoß wieder einzubuchten. Doch er verliert die Spur und Valjean baut sich ein geheimes Leben als Bürgermeister einer Stadt auf. Dort begegnet er der jungen, mittellosen Fantine (Anne Hathaway), die in seinem Beisein stirbt und ihn bittet, ihr uneheliches Kind Cosette (Amanda Seyfried) zu beschützen. Valjean nimmt Cosette zu sich und lebt fortan in Paris. Die dunklen Geheimnisse seiner Vergangenheit, insbesondere die Jahre im Gefängnis, lässt Valjean unerwähnt, doch sie fressen ihn innerlich auf. Bald soll ihn seine Vergangenheit einholen und ihn ein für alle Mal mit seinen Geheimnissen und Träumen konfrontieren.

Les Misérables punktet nicht nur mit einem Hammer-Cast und eindrucksvollen Gesangseinlagen, sondern vor allem mit einer stimmigen Inszenierung und einem grandios getakteten Ensemble.

 

PLATZ 3: Moulin Rouge

Als Christian (Ewan McGregor) und Satine (Nicole Kidman) sich im Frankreich des beginnenden 20. Jahrhundert ineinander verlieben, steht ihre Liebe von Anfang an vor einem dunklen Abgrund. Er, ein mittelloser Schriftsteller, ist nach Paris gekommen um im Moulin Rouge, einem legendären verruchten Nachtclub Arbeit zu finden. Sie ist der Star dieses Nachtclubs, eine frivole, laszive und wunderschöne Kurtisane mit dem innigen Wunsch, Schauspielerin zu werden. Christian verliebt sich sofort in die mysteriöse Schönheit, doch ihre Liebe darf nicht sein: Satine muss den schmierigen Duke of Worchester verführen, der eine Theaterinszenierung finanzieren soll. Genau für diese Inszenierung schreibt Christian als Autor. Als auch Satine sich in ihn verliebt, ist es eigentlich schon zu spät für die beiden. Ihr Leben hängt am seidenen Faden, denn der Duke ist schrecklich eifersüchtig – und Gnade kennt er nicht…

Eine bittersüße Liebesgeschichte, die im Bombast und Dreck des Paris‘ der Jahrhundertwende angesiedelt ist – mit unvergesslicher Musik und einer unvergleichlichen Nicole Kidman.

 

PLATZ 4: Chicago

Im Chicago der 20er Jahre versucht die junge ambitionierte Roxie Hart (Renee Zellweger) Fuß im Showbusiness zu fassen. Nach einer durchzechten Nacht mit ihrem Liebhaber erschießt die verheiratete Roxie ihn, als er sie beschimpft und beleidigt. Im Gefängnis trifft sie auf Velma Kelly (Catherine Zeta-Jones), eine berühmte Showsängerin und Roxies großes Vorbild. Velma sitzt, weil sie ihre Mutter und ihre Schwester ermordet hat. Neben Velma hat Roxie auch Kontakt zur Gefängniswärterin Matron „Mama“ Morton (Queen Latifah), für gegen Bezahlung vieles möglich macht. Mit ihrer Hilfe schafft Roxie es, Billy Flynn (Richard Gere), einen erfolgreichen und schier unbezahlbaren Anwalt für sich zu gewinnen. Er vertritt Roxie bei einem spektakulären Prozess und versucht sie, mit der Inszenierung eines gigantischen Medientamtams freizubekommen.

Chicago gehört zu den mitreißendsten Filmmusicals aller Zeiten und konnte 2003 dreizehn Oscarnominierungen verbuchen. Catherine Zeta-Jones erhielt einen als Beste Nebendarstellerin.

 

PLATZ 5: Grease

Die junge Sandy (Olivia Newton-John) verliebt sich während ihres Urlaubs in den süßen Danny (John Travolta). Die beiden erleben eine schöne Sommerromanze, doch der Herbst kommt und Sandy muss zurück nach Australien. Genau jetzt wollen ihre Eltern umziehen – in die USA – und Sandy landet ausgerechnet in Dannys High School. Dort ist er jedoch ein beliebter und begehrter Schwerenöter mit fraglichem Ruf. Er gehört den T-Birds an, während Sandy sich mit den Pink Ladies anfreundet. Anfänglich versuchen die beiden, die noch füreinander schwärmen, ihre Romanze wieder aufleben zu lassen, doch die Umstände in der Schule, ihre Freundeskreise und eine rivalisierende Gang funken ihnen immer wieder dazwischen. Danny bricht Sandy das Herz und sie möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Die beiden müssen erst lernen, worauf es wirklich ankommt – erst wenn sie das tun, kann Sandy Danny verzeihen und er wirklich und ehrlich zu ihr stehen.

Grease war ein überragender Erfolg und machte seinen ohnehin schon aufstrebenden Hauptdarsteller zum absoluten Weltstar. „You’re the one that I want“ oder „Summer Nights“ werden heute noch im Radio auf und ab gespielt.

 

PLATZ 6: Into the Woods

In einer fantastischen Welt passieren viele fantastische Dinge, doch manchmal auch unheimliche, mitunter sogar beängstigende. Das müssen die Bäckersfrau (Emily Blunt) und ihr geliebter Mann, der Bäcker (James Corden) schmerzhaft lernen, als sie von der Hexe (Meryl Streep) einen Wunsch erbeten, diese aber dafür vier magische Gegenstände verlangt, deren Beschaffung unmöglich scheint. Doch das Bäckerpaar will es versuchen und macht sich auf die Suche nach den Gegenständen. Dabei begegnen sie Aschenputtel (Anna Kendrick), die sich Prinz Charming verliebt (Chris Pine), dem bösen Wolf (Johnny Depp), dem kleinen Rotkäppchen und dem jungen Hans, der einen der Gegenstände an der Leine spazieren führt. Zu allem Überfluss gelangen böse Riesen ins Land der Bäckersleute, über eine magische Bohnenranke, und drohen das Königreich zu vernichten.

Into the Woods als Filmadaption auf die große Leinwand zu bringen, war Rob Marshalls Wunsch, seit er 2002 Chicago verfilmt hatte. Meryl Streep wurde für ihre Rolle als Hexe für den Oscar nominiert (wieder einmal).

 

 

PLATZ 7: Mary Poppins

Mr. und Mrs. Banks leben ein frohes Leben mit ihren beiden Kindern Jane und Michael. Doch die beiden Kinder sind ein wenig überdreht und oft ein bisschen frech, was ihrem Vater, der ein stolzer und ehrgeiziger Banker ist, nicht behagt. Nachdem sie wieder einmal ein Kindermädchen vergrault haben und Mrs. Banks mehr mit ihren Frauchenrechtlerinnen als den Kindern beschäftigt ist, erscheint Mary Poppins (Julie Andrews) auf der Bildfläche: Sie ist ein kluges, wundersames und ganz und gar einzigartiges Kindermädchen, das ihre Schützlinge auf die außergewöhnlichsten Abenteuer mitnimmt und dabei stets darauf achtet, dass sie etwas lernen. Bald schließen Jane und Michael ihre neue Nanny in ihr Herz und können kaum auf die nächsten Abenteuer warten. Doch Mary Poppins kann nur solange bleiben, bis der Wind sich dreht.

Der zeitlose Disney-Klassiker ist heute wie damals ein musikalisches Meisterwerk mit einer grandiosen Julie Andrews in der Titelrolle.

 

PLATZ 8: Mamma Mia!

Die junge Sophie (Amanda Seyfried) ist glücklich verlobt und lebt mit ihrer Mutter (Meryl Streep), ihrem Bald-Ehemann und ihren Freundinnen auf einer wunderschönen griechischen Insel. Doch zu ihrem Glück fehlt Sophie eins: Sie weiß nicht wer ihr Vater ist. Deshalb lässt sie drei Männer anreisen, unter dem Vorwand, ihre Mutter würde sie sehen wollen. Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) waren alle zur etwa gleichen Zeit mit Donna, Sophies Mum, zusammen und sind deshalb Sophies potenzielle Väter. Donna weiß nichts vom Plan ihrer Tochter und wird dementsprechend von ihrer Ankunft überrumpelt. Im Gefühlschaos flüchtet sie vor ihren Gefühlen und ihrer Vergangenheit. Doch lange kann sie sich nicht verstecken, denn erstens lebt sie auf einer kleinen Insel und zweitens steht ein Hochzeitsfest auf dem Programm!

Meryl Streep brilliert in der Filmadaption des ABBA-Musicals als hinreißende, singende und tanzende Donna.

 

 

PLATZ 9: The Rocky Horror Picture Show

Als Janet (Susan Sarandon) und ihr Verlobter Brad nach einer Autopanne ein entlegenes Schloss entdecken, erhoffen sie sich dort Hilfe. Statt Überbrückungskabel bekommen sie jedoch Einblick in die schrillste und skurrilste Party der Welt: Schlossher Frank N. Furter (Tim Curry) trägt Strapsen, singt ständig und tanzt umher. Seine Partygesellschaft besteht aus absolut sonderbaren Gestalten und auch sonst ist einiges merkwürdig in diesem Anwesen. Obwohl Janet so schnell wie möglich verschwinden will, lädt Frank N. Furter das Pärchen zu einem Rundgang durch sein Heim ein – und präsentiert die schrägste, abgefahrenste und unvergesslichste Feier des Jahrtausends.

Der zeitlose Klassiker wird seit über 30 Jahren in den Lichtspielhäusern dieser Welt aufgeführt und ist ein Garant für volle Zuschauerreihen. Auch der Film ist ohne Frage eines der skurrilsten, lustigsten und überragendsten Filmmusicals überhaupt.

 

 

PLATZ 10: Rock of Ages

Es ist 1987 und die junge Sherrie Christian (Julianne Hough, Bourlesque) ist auf dem Weg nach Los Angeles. Bei sich hat sie nichts außer einem Koffer voller Platten und dem großen Traum, eine berühmte Sängerin zu werden. Im berüchtigten „Bourbon Room“ Club heuert sie als Kellnerin an und lernt den Amateuer-Musiker Drew (Diego Boneta) kennen. Vor allem ihre Liebe zum Rock’n Roll und ihre Bewunderung für den legendären Rockstar Stacee Jaxx (Tom Cruise) verbindet die beiden. Als Paar verbringen sie eine wundervolle Zeit zusammen, doch schon bald bahnt sich Ärger an. Die Politiker-Ehefrau Patricia Whitman (Catherine Zeta-Jones) will den „Bourbon Room“ schließen lassen und als Sherrie und Drew sich wegen eines Missverständnisses trennen, muss sie in einer Table Dance-Bar anfangen.

Mit Songs von Foreigner, Poison oder Def Leppard lässt einen dieses Rock’N’Roll-Spektakel nicht still auf dem Sofa sitzen. Ein besonderes Highlight ist Tom Cruises Auftritt als dauerdichter Rockstar mit Schoßaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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