Ihre Gesichter kennt man nicht, sie sind nicht auf den Roten Teppichen dieser Welt unterwegs und ihre Namen weiß man nur, wenn man Vor- oder Abspann aufmerksam liest. Doch ihre Werke haben Filmgeschichte geschrieben und sind so unvergesslich wie die Filme selbst: Filmkomponisten.

Wer kann sie nicht nachsummen oder –pfeifen, die großen Melodien aus den Klassikern: Die Themes aus Star Wars, Indiana Jones, aus Forrest Gump, Harry Potter, Fluch der Karibik oder James Bond?

Kein guter Film ohne gute Filmmusik

Die Musik des Films hat Kontrolle über Emotion und Gefühlswelt des Zuschauers, kann ihn in eine Richtung lenken oder ihn von einer Ahnung abbringen; ihn von einer Tatsache überzeugen oder ihm etwas vormachen. Die Melodien gehören zu den Figuren, zu den Schauplätzen, zu den Ereignissen, die erzählt werden. Mit ihnen steht und fällt ein Film.

Die größten Filmkomponisten aller Zeiten vereint vor allem ihre Vielbeschäftigung: Durchschnittlich schaffen sie 2 bis 3, manchmal sogar 4 oder 5 Filme im Jahr. Trilogien und Franchises bleiben sie treu und meistens auch den Regisseuren, für die sie komponieren.

Das Filmkomponisten-Ranking

maxdome hat die 15 erfolgreichsten, am meisten prämierten und bekanntesten Filmkomponisten in einem Ranking zusammengestellt. Natürlich mit ihren besten Filmen und den schönsten Tracks aus ihren Soundtracks.

15. Carter Burwell *1955

Der amerikanische Dirigent und Orchestrator ist vor allem durch seine intensive Zusammenarbeit mit den Coen-Brüdern bekannt geworden. Für sie vertonte er Filme wie The Big Lebowski oder No Country for Old Men. Eine junge Generation verehrt ihn für die Musik zu den Twilight-Filmen. Sein Klavierstück „Bella’s Lullaby“ aus Teil 1 wurde als Single ausgekoppelt und landete sogar in den amerikanischen Billboard-Charts. Burwell ist auch Sänger und absolvierte eine Ausbildung zum Architekten an der Harvard University.

 

14. Alan Silvresti *1950

Alan Silvestri gehört zu den gefragtesten Komponisten der Filmbranche, und obwohl kaum einer seinen Namen kennt, so sind deine Filmthemes doch fast jedem bekannt. Der New Yorker studierte am Musikcollege in Boston und lebt heute in Kalifornien. Vielfach wurde er von Regisseur Robert Zemeckis engagiert, für den er auch die weltberühmte Filmmusik zum Oscarprämierten Drama Forrest Gump komponierte. Weitere große Musiken schrieb er zu den Filmen Contact, Die Mumie, Lara Croft, Van Helsing und Nachts im Museum.

Zuletzt arbeitete er für Disney an verschiedenen Marvel-Produktionen, wie Captain America und The Avengers. Silvresti ist auch weiterhin der Standardkomponist von Robert Zemeckis und kann in seiner Laufbahn bereits zwei Oscarnominierungen und mehrere Grammys vorweisen.

 

13. Bernard Herrmann (*1911 † 1975)

Bereits im Alter von 12 schrieb Herrmann sein erstes Lied und gewann ein Jahr später in einem Wettbewerb 100 Dollar. Daraufhin beschloss er, die Musik zu seinem Beruf zu machen und wurde Dirigent. Später arbeitete er als Komponist beim Sender CBS und traf dort den jungen Orson Welles. Der Regisseure verpflichtete Herrmann als musikalischen Leiter bei seinem Hörspiel Krieg der Welten. Als Welles dann zum Film ging, blieb Herrmann ihm als Musischer Leiter treu; er vertonte seine Filme Citizen Kane und Der Glanz des Hauses Amberson. Neben Orson Welles war auch Alfred Hitchcock ein Regisseur, mit dem Bernard Herrmann gerne arbeitete. Er komponierte die Musiken zu dessen Filmen Vertigo, Der unsichtbare Dritte, Immer Ärger mit Harry und Marnie. Die berühmteste HitchcockHerrmann-Zusammenarbeit war jedoch Psycho. Der Horrorfilm, der in die Geschichte einging, wurde nicht zuletzt dank der nervenaufreibenden Orchestermusik Bernard Herrmann ein zeitloses Gruselmeisterwerk. Die Duschszene mit den fiependen Violinklängen bleibt unvergessen.

Bernard Herrmann starb 1975, einen Tag nach der Fertigstellung der Musik zu Martin Scorseses Taxi Driver. Herrmann erlebte die Filmpremiere nicht mehr.

 

12. Randy Newman (*1943)

Der in L.A. geborene Sänger, Songwriter, Pianist und Komponist Randy Newman wurde als Kind einer sehr musikalischen Familie geboren. Der Musiker kam schon früh in Kontakt mit dem Showbusiness und lernte die richtigen Leute kennen. Er machte sich einen Namen mit den Kompositionen für große Pixar-Werke. So war er verantwortlich für die musikalische Vertonung von Toy Story, Das große Krabbeln, Die Monster AG oder Cars.

Nach 16 Oscarnominierungen bekam er 2002 die Goldstatue für „If I didn’t have you“ überreicht – einem Song aus dem Animationshit Die Monster AG. Danach wurde er weitere dreimal nominiert und gewann seinen zweiten Oscar für „We Belong Together“ aus Toy Story 3. Somit gehört Newman zu den am häufigsten nominierten Filmschaffenden in der Geschichte der Academy Awards.

 

11. Carmine Coppola (*1919 † 1991)

Carmine Coppola ist der Sohn italienischer Einwanderer, die sich in New York niederließen. Dort studierte er Musik, spielte Flöte und wurde Arrangeur am Broadway.

Sein Sohn ist Regisseur Francis Ford Coppola, dessen Mafia-Epos Der Pate ihn zum Regiestar machte. Carmine Coppola komponierte für alle drei Teile die (hochgelobte) Filmmusik, und auch für weitere Filme seines Sohnes, wie etwa Apocalypse Now.

1975 erhielt Coppola für Der Pate II den Oscar für die Beste Filmmusik.

 

10.  Danny Elfman (* 1953)

Der amerikanische Filmkomponist Danny Elfman komponierte die Titelmelodie zur Serie Die Simpsons, die in über 120 Ländern der Welt läuft oder lief und mit 600 Episoden die am längsten laufende Serie der Welt ist. Daneben ist Elfman vor allem für die preisgekrönte Zusammenarbeit mit Regisseur Tim Burton bekannt, dessen skurill-fantastische Filme er regelmäßig musikalisch untermalt.

Außerdem war Danny Elfman langjährig der Filmkomponist erster Wahl von Spider-Man-Regisseur Sam Raimi, mit dem er sich 2007 allerdings überwarf. Bisher war Danny Elfman viermal für den Oscar nominiert, darunter für Men in Black und Big Fish.

 

09. Howard Shore (*1946)

Howard Shore gehört zu den vielseitigsten Filmkomponisten unserer Zeit. Das mag zuletzt auch daran liegen, dass er nicht ausschließlich Filmmusiken komponiert, sondern auch als Konzert- und Kammermusikkomponist tätig ist. Nach seinem Musikstudium an der University of Boston war er musikalischer Leiter der Band in der NBC-Show Saturday Night Live und auch deren Mitbegründer.

Zu seinen sehr vielschichtigen und sehr unterschiedlichen Filmsoundtracks gehören jene zu den Filmen Das Schweigen der Lämmer, Philadelphia, Sieben oder Panic Room. Howard Shore wurde auch durch die mehrmalige Zusammenarbeit mit Regisseur David Cronenberg bekannt; er vertonte dessen Filme Die Fliege, A History of Violence und Spider. Weltweite Bekanntheit und Ruhm erlangte Shore schließlich mit der musikalischen Untermalung aller 6 Mittelerde-Filme von Peter Jackson; die Filmmusik zur Herr-der-Ringe-Trilogie wurde nicht nur mehrfach ausgezeichnet und millionenfach verkauft, sondern zählt zu den bekanntesten, beliebtesten und meistgelobten Soundtracks aller Zeiten.

 

08. Max Steiner (*1888 † 1971)

Max Steiner ist einer der erfolgreichsten österreichischen Filmschaffenden aller Zeiten. Er wird als „Vater der Filmmusik“ beschrieben und erhielt insgesamt 24 Oscarnominierungen. Dreimal durfte er die höchste Auszeichnung für einen Filmemacher mit nach Hause nehmen.

Steiner wuchs in Wien auf, wo er mehrere Instrumente erlernte und von seinem Taufpaten, Richard Strauss, unterrichtet wurde. Danach ging er nach Großbritannien, um als Arrangeur und Dirigent zu arbeiten. Er wechselte im Anschluss daran an den Broadway und komponierte 1916 die erste Filmmusik zu einem Stummfilm. 1929, am Anfang der Ära des Tonfilms, ging Steiner nach Hollywood und machte sich einen Namen als Filmkomponist. Filme wie King Kong und die weiße Frau, Pioniere des Wilden Westens oder Die Verräter gehörten zu seinen Arbeiten.

Seine erfolgreichsten und bekanntesten Soundtracks waren jene zu Vom Winde verweht und Casablanca; noch heute gilt Steiner als Pionier im Filmmusikgeschäft.

 

07. Alexandre Desplat (*1961)

Alexandre Desplat ist ein französischer Komponist und Musiker, der 2003 durch seine Arbeit an Das Mädchen mit dem Perlenohrring internationale Bekanntheit erlangte. Danach komponierte er für über 100 verschiedene Filme Filmmusik, die immer wieder ausgezeichnet wird.

Neben seiner tatkräftigen Arbeit im Filmbusiness doziert Desplat am Royal College of Music in London und inspiriert junge Komponisten dazu, im Filmgewerbe Fuß zu fassen. Nach sieben Oscarnominierungen (u.a. für The King’s Speech, Argo und The Imitation Game) gewann Desplat 2015 endlich den Oscar für Die Beste Filmmusik für Grand Budapest Hotel.

 

06. James Newton Howard (*1951)

James Newton Howard ist ein amerikanischer Komponist und Musikproduzent, der vor allem durch seine Arbeit mit M. Night Shyamalan bekannt wurde. Einen Namen hat sich Howard vor allem mit seiner Vielschichtigkeit gemacht; er komponiert sowohl für Actionfilme (Vertical Limit) und Thriller (Die Dolmetscherin) als auch für ernste Dramen (Concussion), Fantasyfilme (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) und Science-Fiction (I am Legend).

Mit Hans Zimmer zusammen arbeitete James Newton Howard 2005 an Christopher Nolans Batman-Trilogie, da Hans Zimmer eine Unterstützung brauchte. Er sähe sich nicht imstande, die helle Seite des Dunklen Ritters, also Bruce Wayne, zu untermalen. Dies übernahm deshalb Howard. Bis jetzt war James Newton Howard achtmal für den Oscar nominiert und gewann bereits einen Grammy und einen Emmy.

 

05. Clint Mansell (1963)

Der Brite Clint Mansell ist Teil der neuen, jungen Generation von Filmkomponisten, was man an seinem oft unkonventionellen Kompositionsstil erkennt. Er kombiniert klassische Elemente mit harten Elektrosounds und Einflüssen der Neumoderne.

Mansell kam zum Film über seinen Freund Darren Aronofsky, dem britischen Regisseur. Die beiden arbeiteten an Aronofskys Debütfilm Pi zusammen, nach dem Erfolg des Films auch an Requiem for a Dream. Der Drogenfilm machte nicht nur wegen der Story und der Inszenierung Furore, sondern vor allem wegen seines bombastischen Soundtracks. Der Track „Lux Aeterna“ wurde von Warner Bros. für die Vertonung des Trailers zu Der Herr der Ringe – Die zwei Türme verwendet und machte Mansell damit zum Star unter den Filmkomponisten. Lux Aeterna gehört heute zu den am meisten verwendeten und replizierten Filmtracks aller Zeiten und war auch bei den Trailern zu Sakrileg, Babylon A.D. und Sunshine zu hören.

 

04. James Horner (*1953 † 2015)

James Horner war ein herausragender Filmkomponist, dessen Kompositionen nicht nur von Kritiker gelobt, sondern auch vom Publikum regelrecht verehrt wurden. Sein Soundtrack zu Titanic ist der meistverkaufte, ausschließlich orchestrale Filmscore der Geschichte – mit über 13 Millionen verkauften Exemplaren. Horners Werke haben einen ihm eigenen, erkennbaren Stil; sie ähneln einander in Tonalität und Aufbau, sind aber komplett eigenständige Kompositionen.

2015 verstarb Horner bei einem Absturz seines Kleinflugzeugs in Südkalifornien. Er war alleiniger Passagier und gleichzeitig Pilot. Er hinterlässt eine großartige Sammlung überragender Kompositionen und sein frühes Ableben war vor allem für seinen langjährigen Freund, den Regisseur James Cameron, ein herber Verlust.

James Horner wurde zehnmal für den Oscar nominiert, gewann jedoch nur zweimal: Titanic verschaffte ihm den Oscar für die Beste Filmmusik und den Oscar für den Besten Filmsong („My heart will go on„).

 

03. Ennio Morricone (*1928)

Geboren 1928 in Rom ist der Italiener Ennio Morricone einer der ältesten, noch aktiven Filmkomponisten. Er arbeitete Zeit seines Lebens an über 500 Filmen mit und komponierte die Soundtracks zu großen Klassikern wie Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod oder Cinema Paradiso.

Obwohl bereits fünf Mal nominiert, konnte Morricone erst 2016 den Oscar für die Beste Filmmusik gewinnen, für seinen Soundtrack zu Quentin Tarantinos The Hateful Eight. Fast 10 Jahre zuvor, im Jahr 2007, erhielt der Musiker und Komponist den Ehreoscar für sein Lebenswerk, das maßgeblich die Geschichte der Filmmelodien geprägt hat. Den Ehrenoscar bekam Morricone von seinem alten Freund Clint Eastwood überreicht. Morricone gehört zu den kreativsten, einflussreichsten und erfolgreichsten Komponisten aller Zeiten. Er schuf eigenwillige Melodien mit Wiedererkennungswert, die von vielen Filmemachern auch Jahre später noch in ihre Filme eingebaut wurden (wie von Tarantino bei Kill Bill oder Inglourious Basterds).

 

02. Hans Zimmer (*1957)

Hans Zimmer ist nicht nur einer der bekanntesten und erfolgreichsten Filmkomponisten, sondern auch einfach einer der Coolsten. Der in die USA emigrierte Deutsche lernte früh das Musizieren und kam über Jobs in England und den USA zu seiner Berufung. Ende der 80er machte er sich mit seinem Arrangement zu Rain Man auf sich aufmerksam. Danach ging es steil bergauf.

Neben der großartigen Zusammenarbeit mit Elton John für Disney’s König der Löwen, dessen Musik auch für die Bühne adaptiert wurde, war Zimmer auch Schöpfer zahlreicher Leitmotiv-Melodien bei Franchises wie The Dark Knight, Fluch der Karibik oder Kung Fu Panda. Neben oftmaliger Zusammenarbeit mit Regisseur Ridley Scott hat Hans Zimmer sich auch als Christopher Nolan’s Filmkomponist etabliert. Auch für Ron Howard schreibt Zimmer regelmäßig die Kompositionen.

Zimmer ist einer der wenigen Filmkomponisten, die regelmäßig auf Tour gehen und in ausverkauften Hallen rund um den Globus seine Arrangements mit einem Orchester aufführt. Hans Zimmer ist 10-fach Oscarnominiert und gewann die begehrte Trophäe bereits 1995 für König der Löwen.

 

 

01. John Williams (*1932)

John Williams ist der ungeschlagene Sieger im Ranking um Platz 1 der größten Filmkomponisten. Er komponierte nicht nur Ohrwürmer am fließenden Band, sondern verlieh Filmfiguren einen unvergesslichen musikalischen Beiklang und machte große Werke zu Meisterwerken. Über viele Jahre arbeitete er mit Regie-Genie Steven Spielberg zusammen und komponierte die unnachahmlichen Melodien zu Jurassic Park, Der weiße Hai, Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan und Indiana Jones.

Des Weiteren war er Stammkomponist von Star-Wars-Erfinder George Lucas, für den er nicht nur die Filme musikalisch untermalte, sondern dessen Figuren er auch unvergessen machte: Wer kennt nicht den „Imperial March„, der Darth Vaders Ankunft andeutet, oder Luke Skywalkers Theme. Auch in seiner späteren Karriere, Jahre nach Star Wars und den Spielberg-Erfolgen, schuf Williams Klassiker der Filmmusik: Seine Kompositionen zu Harry Potter legten den Grundstein für einen der schönsten Soundtracks aller Zeiten. Bis heute arbeitet Williams mit Spielberg und Lucas zusammen (zuletzt an BFG und Star Wars VII). Er gewann fünf Oscars und war weitere 10 weitere Male nominiert. Bei den diesjährigen Grammy-Verleihung konnte er außerdem den größten amerikanischen Musikpreis zum fünften Mal mit nach Hause nehmen. Damit gehört John Williams zu den am häufigsten ausgezeichneten Künstlern der Filmgeschichte.

 

 

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