Die besten Feel-Good Movies bei maxdome

22.10.2015 von Maximilian Benedikt Kaack Schlagwörter: , ,

Filme haben großen Einfluss auf unsere Stimmung. Wer „The Social Network“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht daran, damals nach dem Film dynamisch aus dem Kino marschiert zu sein, mit dem festen Vorhaben ein Milliarden Start-Up auf den Weg zu bringen. Nach „Inception“ oder „Matrix“ ist man sich nicht ganz sicher, ob die Welt, die man kennt, wirklich real ist, und nach einem guten Horrorfilm brauchen viele erst einmal ein paar harmlose Folgen „Big Bang Theory“, um den Schock aus den Knochen zu schütteln.

An manchen Tagen möchte man gefordert, oder schockiert werden – Es gibt aber auch Tage, an denen man sich einfach wohlfühlen und an die Dinge denken will, die das Leben lebenswert machen. Wer also mal wieder harmoniebedürftig ist und nach genießerischen Yolo-Momenten dürstet, sollte sich die folgenden Feel-Good Movies auf der Zunge zergehen lassen.

 

Kiss the Cook

imageId 12790458Carl (Jon Favreau), ein leidenschaftlicher Koch mit Künstlerseele, kündigt seinen Job in einem Restaurant in LA, da dessen Besitzer (Dustin Hoffman, Das Urteil) Carls kreative Schöpfungen nicht zu würdigen weiß. Nachdem dann auch noch ein exzentrischer Restaurantkritiker sein Schaffen in einem Zeitungsartikel auf spektakuläre Weise verreißt, entscheidet sich Carl zu einem mutigen Schritt: Zusammen mit seiner Ex-Frau Inez, seinem Kollegen Martin (John Leguizamo) und seinem Sohn Percy (Emjay Anthony) stellt er ein Foodtruck-Business auf die Beine, das ihm endlich die Freiheit bietet, seine Kreativität vollends auszuleben. Die Foodtruck-Crew stürzt sich mit voller Leidenschaft in das Projekt, denn sie hat Großes vor…

Kritik

Jon Favreau kehrt mit Kiss the Cook wieder zurück vor die Kamera, nachdem er sich zuletzt hauptsächlich als Regisseur verdient gemacht hatte (Iron Man 1,2). Auch bei Kiss the Cook führte Favreau Regie und das Drehbuch stammt ebenfalls von ihm.
Kiss the Cook liefert leichte Kost, ohne dabei in flache oder langweilige Gefilde abzurutschen. Die Komödie wirkt angenehm ehrlich und wie aus dem Leben gegriffen – ein gutes Beispiel dafür ist die Art, wie Carl mit seinem Sohn umgeht. Er möchte ihm nahe bringen, was ihn an der Kochkunst fasziniert, was herzerwärmend, aber zu keinem Zeitpunkt kitschig oder zu gewollt wirkt. Die kubanischen Klänge im Soundtrack und die freundlichen Bilder der Umgebung tun ihr Übriges um Kiss the Cook zu einem runden, kulinarischen Wohlfühlerlebnis zu machen.

 

Und täglich grüßt das Murmeltier

imageId 100212Am 2. Februar wird im verschlafen kleinen Provinzstädtchen Punxsutawney der jährliche  „Murmeltiertag“ gefeiert. Anlass für die Festlichkeiten ist ein skurriles Wettervorhersage-Ritual von und mit Murmeltier „Punxsutawney Phil“. Für eine Reportage über das wenig spektakuläre Event werden Moderator Phil (Bill Murray, Ghost Busters) und seine Kollegen Rita (Andy MacDowell, Footloose) und Larry (Chris Elliot) in das Städtchen entsandt. Ein weiterer ganz normaler Tag im Leben des sarkastischen, ewig mies gelaunten Phil Connors nimmt seinen Lauf: Er berichtet von der Wettervorhersage seines pelzigen Namensvetters, flirtet etwas halbherzig mit Produzentin Rita und grummelt sich gewohnt zynisch durch den Tag.
Als Phil jedoch tags darauf aufwacht, ist wieder der 2. Februar, Murmeltiertag und niemand außer ihm scheint das Phänomen zu bemerken. Bald muss Phil erkennen, dass er in einer Zeitschleife gefangen ist, und den 2. Februar immer und immer wieder durchleben muss. Zuerst ist er sehr beunruhigt darüber, am vermeintlich furchtbarsten aller Tage gefangen zu sein. Nachdem er aber den ersten Schock verdaut hat, fängt er an den ewigen Murmeltiertag mit einer für ihn ungewöhnlich optimistischen Haltung anzugehen. Nach und nach gewinnt er so Ritas Herz, doch für wie lange? Bis morgen?

Kritik

Und täglich grüßt das Murmeltier ist eine charmante, unbeschwerte und tiefsinnige Komödie mit viel Herz. Im Zentrum steht Phils allmählicher Wandel vom mürrischen Pessimisten zum pragmatischen, offenherzigen Optimisten. Die Zeitschleife, in der er gefangen ist, zwingt ihn zu reflektieren und sein Leben in neue Bahnen zu lenken.
Die Geschichte transportiert eine unschuldige, beinahe märchenhafte Art von Komik, wie sie einem nur selten begegnet. Als Und täglich grüßt das Murmeltier 1993 in die Kinos kam, wurde er hoch gelobt und mit Preisen, wie z.B. dem British Comedy Award, ausgezeichnet. Auch noch heute erfüllt er Filmfans mit Nostalgie und Herzenswärme – vornehmlich zur Winterzeit.

 

Ganz weit hinten

imageId 7002297Duncan (Liam James) und sein Stiefvater Trent (Steve Carrell, Date Night) sind sich nicht besonders grün. Duncans Mutter Pam (Toni Collette) möchte die Patchwork-Familie näher zusammenbringen, und so beschließt man, den Sommer in Trents Ferienhaus in Küstennähe zu verbringen. Der pubertäre Duncan fühlt sich haltlos und ist desorientiert, da Trent nicht wirklich als ein Vorbild dienen kann, und auch die anderen Erwachsenen im Strandhaus sich eher benehmen wie Teenager zum Spring Break. So ist es eine glückliche Fügung, dass er Owen (Sam Rockwell, Moon), den lässig lockeren Manager eines Wasserparks kennenlernt. Duncan bekommt einen Sommer-Job im Park und findet im unbeschwerten Owen und den anderen Mitgliedern des Water Wizz Parks eine zweite Familie. Owen bringt mit seiner unverkrampften Art den introvertierte Jungen mehr und mehr dazu aufzutauen und er selbst zu sein.

Kritik

Eine leicht skurrile Personenkonstellation, fein ausgearbeitete Charaktere und ein Teenie Protagonist, in dessen sorgenvollem Gesichtsausdruck der Zuschauer die ganze Palette an Teenager Problemen ablesen kann, machen den besonderen Charme von Ganz weit hinten aus. Durch die Augen von Duncan sieht man, wie sich die Erwachsenen um ihn herum oft kindischer benehmen als er und wird daran erinnert, wie es war, diese schwierige Lebensphase zu meistern. Die Ersatzvaterfigur Owen sorgt immer wieder für amüsante Momente und ist alles andere als flach – eine intelligente Sommerkomödie mit hohem Feel-Good Faktor!

 

Little Miss Sunshine

imageId 336648Die unscheinbare, liebenswerte Olive (Abigail Breslin) möchte unbedingt Schönheitskönigin werden. Mit ihren großen Brillengläsern und einem wohl genährten Bäuchlein entspricht sie zwar nicht dem gängigen Schönheitsideal, dem auf solchen Veranstaltungen nachgeeifert wird, jedoch hindert das ihre völlig skurrile Familie nicht daran, die Kleine in ihrem Vorhaben zu ermutigen, und mit ihr einen abenteuerlichen Road Trip zur „Little Miss Sunshine“ – Wahl zu machen. Mit im Boot sind ihr verzweifelter Vater (Greg Kinnear), ihre gestresste Mutter (Toni Collette, Hostages), ihr Drogen süchtiger Hallodri-Großvater (Alan Arkin), der depressive Bruder mit Schweigegelübde (Paul Dano) und der suizidgefährdete Onkel (Steve Carrell). Die Reise bringt einige überraschende Wendungen mit sich und mündet in einem grandiosen Auftritt beim „Little Miss Sunshine“ Wettbewerb.

Kritik

Little Miss Sunshine“ ist eine durchweg amüsante Komödie, bei der jeder Gag sitzt. Die skurrilen Charaktere sind trotz ihrer extremen Unzulänglichkeiten nicht überzeichnet, und Sorgen immer wieder für unterhaltsame Überraschungsmomente. Die kleine Olive bringt mit ihrer liebenswerten, unschuldigen Art auch den zynischsten Zuschauer zum Schmelzen und ist so oder so als „Little Miss Sunshine“ außer Konkurrenz.

 

Crazy Stupid Love

imageId 1578333Crazy Stupid Love nimmt sich dem Thema an, das eben so schön wie grausam sein kann: Der Liebe. Cal (Steve Carrell), ein biederer Familienvater mittleren Alters, sieht sein Leben in geregelten Bahnen verlaufen, bis ihm seine Frau einen Seitensprung gesteht und die Scheidung will. Schwer getroffen und desillusioniert krallt sich Cal in einer Bar am Tresen fest, wo er seine Sorgen ertränkt und in Selbstmitleid versinkt. Jacob (Ryan Gosling, Das perfekte Verbrechen), ein charismatischer Womanizer, in dessen Jagdrevier Cal sich selbst beweint, möchte sich das Trauerspiel nicht länger mit ansehen, und nimmt sich seiner an. Jacob entpuppt sich als genialer Dating Coach und Cal entwickelt sich unter seinem neuen Mentor zum Frauenhelden. Auf einen One Night Stand folgt der nächste, doch letztlich wird klar, dass Cal nichts anderes möchte, als seine große Liebe zurückzuerobern. In parallelen Erzählsträngen geht es um das Liebesleben der frisch verliebten Hanna (Emma Stone, Einfach zu haben), Cals Tochter, und um die unerfüllte Liebe von Hannas Bruder, dessen Gefühlswelt nicht weniger durcheinander gewirbelt wird. All diese Liebschaften sind turbulent und kompliziert, doch unterm Strich bleibt die Gewissheit, dass die Liebe dennoch alle vorstellbaren Strapazen wert ist.

Kritik

Crazy Stupid Love ist eine Komödie mit viel Herz. Anhand der turbulenten Liebesgeschichten des lange verheirateten Ehepaares, des distanzierten Aufreißers, des pubertären Sohnes, und der unglücklich verliebten Babysitterin zeigt der Film viele verschiedene Facetten der Liebe.
Trotzdem kommt der komödiantische Teil nicht zu kurz –  die Gags sitzen, wobei die Macher stets das richtige Maß an Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit bewahren – eine der besten Komödien seit Jahren, und was gibt schon ein besseres Gefühl im Bauch als eine clevere Liebeskomödie?

 

Lost in Translation

imageId 2776Bob Harris (Bill Murray), ein Filmstar fortgeschrittenen Alters, hält sich gerade in Tokyo auf, um für eine japanische Whiskey Firma einen Werbespot zu drehen. Er steckt bis zum Hals in einer klassischen Midlifecrisis,  und bringt die anstrengenden Dreharbeiten nur sehr lethargisch hinter sich. An der Hotelbar lernt er eines Abends Charlotte (Scarlett Johansson, Match Point) kennen, die unzufrieden mit ihrer Ehe ist, und ebenfalls in einer Lebenskrise steckt. Die beiden teilen sowohl eine Sinnkrise, als auch das Gefühl völlig fremd in Tokyo und dessen Kultur zu sein, was sie von Anfang an verbindet. Sie verbringen viel Zeit miteinander, und entwickeln trotz des Altersunterschiedes gewisse Gefühle für einander.

Kritik

Lost in Translation erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier ungleicher Figuren, die unter speziellen Umständen zu einander finden. Das Touristenpaar bricht im bunten, fremdartigen Tokyo aus dem Alltag aus, und vergisst eine Zeit lang die Umstände, die ihr Leben sonst so problematisch machen. Unbeschwert von Alltagssorgen genießen die Protagonisten die Gesellschaft von einander, und schaffen es auf dieser fremden Insel das Leben für einen Moment vollends zu genießen.
Lost in Translation ist kein reiner Feel-Good Film, da er einerseits sehr schön, andererseits aber auch aufwühlend ist. Die Beziehung zwischen Charlotte und Phil wirft einige Fragen auf, die letztlich nicht beantwortet werden können. Dennoch bleibt letzten Endes die Erkenntnis, dass es trotz all der Ernsthaftigkeiten und Banalitäten mit denen man sich im Alltag konfrontiert sieht, darum geht, das Leben in Gesellschaft von geliebten Menschen zu genießen.

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