Die Batman-Filme – Werdegang eines düsteren Superhelden

17.07.2012 von André Wagner Schlagwörter: , ,

Es war im Mai 1939, als erstmals ein Comic des von Bob Kane und Bill Finger geschaffenen Superhelden Batman veröffentlicht wurde. Es sollte keine vier Jahre dauern, bis der Dunkle Ritter erstmals verfilmt wurde. Bereits am 15. April 1943 feierte der erste Batman Film unter der Regie von Lambert Hillyer seine Premiere. Die Rolle des Batman wurde damals von Lewis Wilson verkörpert. Vier Jahre nach dem zweiten Weltkrieg konnte man den Superhelden erneut auf der Leinwand sehen.  Am 26. Mai 1949 lief der Film Batman & Robin mit Robert Lowery in der Hauptrolle in den US-Kinos an. Auf diese ersten Gehversuche sollten viele weitere Batman Filme folgen.

In Deutschland war Batman zu dem Zeitpunkt noch nahezu unbekannt. Erst 1954 gab es hierzulande den ersten Batman-Comic zu sehen. Aber bereits nach der zweiten Geschichte verschwand der Dunkle Rächer erst einmal wieder in der Versenkung. Im Gegenzug dazu erfreute sich der Superheld in den USA immer größerer Beliebtheit, was zur Folge hatte, dass von 1966 bis 1968 eine TV-Serie mit insgesamt 120 Folgen produziert wurde. 1966  wurde nach 17 Jahren auch wieder ein Batman-Film mit der Originalbesetzung der Serie gedreht. Bis zu den Batman Filmen von Christopher Nolan war es freilich noch ein weiter Weg. Doch der Reihe nach. In der folgenden Liste der Batman Filme findet ihr alle Infos in chronologischer Reihenfolge.

Liste der besten Batman Filme

Batman hält die Welt in Atem (OT: Batman, USA 1966)

Batman hält die Welt in Atem (1966)Im grau-blauen Flanell-Strampler, unter dem sich doch das eine oder andere Speckröllchen abzeichnete, kämpfte Adam West in diesem Batman Film mit jeder Menge seltsamer Gimmicks wie dem Anti-Hai-Spray gegen die Bösewichter von Gotham City.  An seiner Seite Burt Ward als Robin, der mit seiner grauen Strumphose aussah, als wäre er direkt dem DDR-Fernsehballett entsprungen. Legendär die berühmten Comiceinblendungen bei Prügeleien wie „KAPOW“, „VRONK“, ZZONK“, „SPLATT“ oder  „CLANK“. Man mag zwar sicherlich bei Batman hält die Welt in Atem in einer gewissen Weise von einem Kultfilm sprechen, aber mit der eigentlich düsteren Comicverlage des Superhelden hatten dieser Batman Film und auch die TV-Serie nicht wirklich viel gemein.

 Die Darsteller der Batman Filme

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Batman (USA 1989)

Batman (1989)Nach der eher komödiantischen Comicverfilmung aus dem Jahr 1966 sollte es fast ein Vierteljahrhundert andauern, bis der Dunkle Ritter wieder über die Kinoleinwand flattern sollte. Erst im Jahr 1989 wagte sich kein geringerer als Starregisseur Tim Burton mit dem Superhelden Film Batman wieder an die Comicvorlage von Bob Cane. Mit Michael Keaton in der Hauptrolle als Batman und Jack Nicholson als Bösewicht Joker verhalf eine namhafte Darstellerriege dem Dunklen Ritter zu einer gelungenen Renaissance. Bereits 1985 gab es eine erste Kinofassung mit Billy Murray in der Titelrolle, doch ständige personelle Veränderungen ließen die Beendigung der Produktion im Sande verlaufen. Jack Nicholson zögerte bis zur letzten Sekunde, bis er als Bösewicht zusagte und dafür, Gerüchten zufolge, 60 Millionen US-Dollar kassierte.  Für die Figur des  Joker waren auch Tim Curry und Robin Williams im Gespräch. Michael Keaton war Burtons Favorit auf die Titelrolle, der Beetlejuice-Darsteller sollte die Rolle jedoch erst bekommen, nachdem Pierce Brosnan und Mel Gibson ablehnten. Auch interessant: Für die Filmmusik war zunächst Michael Jackson verpflichtet worden. Nachdem der jedoch seine „Bad“-Welttournee verlängerte, wurde Jackson Konkurrent Prince mit dem Soundtrack beauftragt.

Batmans Rückkehr (OT: Batman Returns, USA 1992)

Batmans RückkehrNachdem Tim Burton Batman nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wieder Leben eingehaucht hatte (obwohl er selbst seinen Film als misslungen erachtete) und das Drehbuch grundlegend geändert wurde, nahm Burton auch bei der Superhelden-Fortsetzung  wieder auf dem Regiestuhl Platz. Auch Michael Keaton (10 Millionen Gage und eine Beteiligung an den Einspielergebnissen waren sicherlich hilfreich bei der Entscheidungsfindung) schlüpfte ein zweites Mal in das Batman-Suit. Als Bösewichter standen diesmal Danny DeVito und Michelle Pfeiffer vor der Kamera. Nachdem Burgess Meredith (Der Pinguin aus der TV-Serie von 1966) und Dustin Hoffman die Rolle des Pinguin abgelehnt hatten, unterschrieb DeVito den Vertrag, ohne vorher das Drehbuch gelesen zu haben. Auch Michelle Pfeiffer war als Catwoman nur fünfte Wahl, Burtons Favoritinnen waren eigentlich Winona Ryder oder Lena Olin. Burtons zweiter Batman Film wurde 1993 in den Kategorien Beste visuelle Effekte und Bestes Make-up jeweils für einen Oscar nominiert.

Die Bösewichte der Batman Filme

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Batman Forever (USA 1995)

Batman Forever (1995)Da man in Hollywood von Erfolg bekanntlich nie genug haben kann, stand nur drei Jahre später der nächste Batman Film auf dem Programm. Doch unter Regisseur Joel Schumacher verkam der einst Dunkle Rächer zu einer bonbonbunten, familiengerechten Actiongroteske, die sich eher der MTV-Generation anbiedern wollte, als dem wahren Batman-Fan zu gefallen. Nachdem Michael Keaton den Batman-Mantel an den Haken hing, übernahm Val Kilmer einmalig die Rolle des Superhelden. Mit Jim Carrey als Riddler und Tommy Lee Jones als Two Face konnten für Batman Forever erneut zwei Topstars als Bösewichter verpflichtet werden.  Nachdem sich Burton vehement geweigert hatte, die Rolle des Robin in seine Filme einzubauen, ließ Schumacher Batmans Gehilfen in seinem Film mitspielen, der von Chris O’Donnell verkörpert wurde. Zwar wurde Batman Forever für drei Oscars nominiert und war mit einem Einspielergebnis von weltweit 336 Millionen US-Dollar erfolgreicher als die beiden Burton-Filme, aber für den wahren Batman-Fan begann mit den Schumacher-Verfilmungen der Untergang der Batman Filme.

Batman & Robin (USA 1997)

Batman & RobinDa es in Hollywood wohl total angesagt war, in einem Batman Film mitzuspielen, tummeln sich auch  in Schumachers zweitem Superhelden-Streifen um den Dunklen Ritter wieder zahlreiche Superstars.  In Batman & Robin hat Hollywood-Beau George Clooney seinen ersten und einzigen Auftritt in der Hauptrolle. Als Gegenspieler standen diesmal Arnold Schwarzenegger und Uma Thurman vor der Kamera.  Trotz dieses Staraufgebots avancierte Batman & Robin zum absoluten Flop. Tricktechnisch war der Batman Film sicherlich nett anzuschauen, aber zwischen all den quietschebunten Bildchen und Lämpchen ging die eigentliche Story den Bach runter. Besonders enttäuscht waren die Batman-Fans von der Darstellung des Bane, in den Comics einer der gefährlichsten Widersacher Batmans, der bei Schumacher aber zu einem tumben Schläger verkommt. Wurden seine Vorgänger hie und da noch mit einer Oscar-Nominierung bedacht,  so gab es für Batman & Robin elf Nominierungen für den Anti-Oscar, die Goldene Himbeere. Mit lediglich 238 Millionen Dollar Einspielergebnis ist Batman & Robin bis heute der schlechteste Batman Film an den Kinokassen.

Die Fahrzeuge der Batman Filme

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Batman Begins (USA 2005)

Batman Begins (2005)Acht Jahre nach dem Batman & Robin-Flop beginnt unter der Regie von Christopher Nolan eine neue Batman-Ära. Batman Begins ist keine Fortsetzung der bisherigen Reihe, sondern der Neubeginn einer eigenen, wesentlich düsteren und actionreicheren. Mit Christian Bale verkörperte mittlerweile der siebte Darsteller die Rolle des Batman, aber keiner vor ihm gab ihm diese glaubwürdige Präsenz und Tiefe. Zwar griff auch Nolan, bzw. seine Computer- und Design-Experten, ganz tief in die Trickkiste, aber im Vergleich zu den Schumacher-Werken waren sie bei Nolan das, was sie sein sollen, nämlich ein ansehnliches Beiwerk.  Der Batman Regisseur legte sein Hauptaugenmerk vielmehr auf die charakterliche Darstellung seiner Figuren. So konfrontiert Nolan seinen Protagonisten mit seinen Ängsten und erklärt auf diese Weise den Werdegang des jungen Bruce Wayne zu Batman. Mit Batman Begins gelingt es erstmals einem Regisseur, den Batman-Mythos so realistisch zu gestalten, wie es auch in der Comic-Vorlage der Fall ist. Das Kinopublikum dankte es mit einem Einspielergebnis von 372 Millionen US-Dollar.

The Dark Knight (USA 2008)

The Dark Knight (2008)Nur drei Jahre nachdem Nolan mit Batman Begins die Renaissance der Batman Filme eingeläutet hatte, sollte sich der Hype um den Fledermausmann mit The Dark Knight noch steigern. Für besonderes Aufsehen sorgte dabei der leider viel zu früh verstorbene Heath Ledger, der in seiner Verkörperung des Jokers den Auftritt von Jack Nicholson aus dem Jahr 1989 bei Weitem übertraf und sogar Batman die Schau stahl. Posthum, er verstarb am 22. Januar 2008 kurz nach Ende der Dreharbeiten, bekam Ledger für seine Glanzleistung den Oscar als bester Nebendarsteller verliehen. Insgesamt wurde The Dark Knight für über 140!!! Filmpreise (darunter acht Oscars) nominiert und ist mit einem Einspielergebnis von 1 Mrd. US-Dollar der zwölfterfolgreichste Streifen der Filmgeschichte.

The Dark Knight Rises (OT: The Dark Knight Rises, USA 2012)

The Dark Knight RisesThe Dark Knight Rises ist der krönende Abschluss einer mit viel Ernst und Tiefgang verwirklichten Action-Trilogie, die an Bildgewalt und Aufwand keinerlei Wünsche offen lässt und mit der Regisseur Chris Nolan neue Maßstäbe gesetzt hat. Endlich kam dem Dunklen Ritter wieder die Würde zu, die zuletzt bei den Batman Filmen von Joel Schumacher verloren ging. Waren in  Batman Begins noch Angst und in The Dark Knight Chaos das allumfassende Thema, so ist dies in The Dark Knight Rises die Gewalt.  Während Batmans Widersacher Bane in Batman & Robin noch eine tumbe Nebenfigur darstellt, schenkt ihm Nolan die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Selten in der Filmgeschichte hat man solch einen angsteinflößenden Bösewicht erlebt, dass man schon bei dessen ersten Auftritt starke Zweifel daran hegt, ob der Superheld am Ende gut aus der Sache raus kommt. Ein actionreicher und spannungsgeladener Batman Film und das würdige Ende einer Trilogie, von der man sich wünschte, sie hätte mehr als diese drei Teile. Egal wer beim nächsten Batman Film, sofern es noch einen geben sollte, auf dem Regiestuhl sitzen wird, er tritt ein schweres Erbe an, denn die Fußstapfen die Chris Nolan hinterlässt, sind immens groß.

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